Flat Earth




Religion, Esoterik, Verschörungstheorien und andere Dinge.

Flat Earth

Beitragvon almafan » Di 5. Dez 2017, 18:44

Die flache Erde / The Flat Earth

Die Vorstellung einer flachen Erde (auch: Erdscheibe) findet sich als mythologische Vorstellung in vielen frühen Kulturen. Die Erdoberfläche wird hierbei als flach und oft in Gestalt einer Scheibe gedacht. In gebildeten Kreisen gilt seit der Antike ein Modell des Globus oder der Erdkugel. Eratosthenes errechnete im 3. Jahrhundert v. Chr. nach präziser Erdmessung den Erdumfang. Der Globus als Erdmodell blieb seitdem die vorherrschende Lehrmeinung im europäischen Mittelalter und in der Neuzeit.

Die im 19. Jahrhundert aufgekommene Legende, die mittelalterliche Christenheit habe an eine Erdscheibe geglaubt, wurde als historischer Irrtum entlarvt. Zu ihrer Verbreitung trug die Erzählung "Das Leben und die Reisen des Christoph Columbus" (1828) von Washington Irving bei. Auch im 21. Jahrhundert gibt es Vertreter der These, die Erde sei flach. Es handelt sich dabei um eine Verschwörungstheorie, deren Anhänger sich im Englischen "Flat Earthers" (frei übersetzt: "Flacherd[l]er") nennen.

Darüber schrieb ich ja auch schon ein paar mal im "Evolution oder Schöpfung"-Thread. Und genau um diese Idee und die Diskussion um die Form der Erde geht es.


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1, Beitrag ...
... 002, 12.02.2018: Wissenschaft irrt sich auch! - Teil 1: Die Erdscheibe (#1)
... 003, 09.05.2018: Wissenschaft irrt sich auch! - Teil 2: Christoph Kolumbus (Die Erdscheibe 2.0) (#1)
... 004, 16.02.2021: Wissenschaft irrt sich auch! - Teil 3: Das geozentrische Weltbild (#1)
... 005, 28.04.2021: Video: Xavier Naidoo glaubt an eine flache Erde! Was taugen seine Argumente? Feat. Astro Toni (17:48 min, engl.)
... 006, 29.04.2021: Video: Real NASA Astronomer Reviews Flat Earth Simulator • Professionals Play (10:06 min, engl.)
... 007, 30.04.2021: Video: The Earth is Definitely Not Flat | Professor Dave Explains (13:06 min, engl.)
... 008, 04.05.2021: Video: Antwort auf das "Globebusters" Video - Die Erde ist immer noch nicht flach | Professor Dave Explains (45:13 min, engl.)
... 009, 06.05.2021: Video: Why People Think the World is Flat | Johnny Harris (18:42 min, engl.)
... 010, 06.05.2021: Video: Ist die Erde tatsächlich flach? | Vsauce (10:30 min, engl.)


Seite 2, Beitrag ...
... 011, 10.05.2021: Video: Proving The Earth Is Flat! | NigaHiga (10:23 min, engl.)
... 012, 17.05.2021: Video: Die 10 Dinge, die alle Flat Earther sagen | Professor Dave Explains (18:30 min, engl.)
... 013, 20.05.2021: Video: 10 Challenges For Flat Earthers | Professor Dave Explains (12:55 min, engl.)
... 014, 25.05.2021: Video: Destroying Flat Earth Without Using Science - Part 1: The Moon | Professor Dave Explains (5:44 min, engl.)
... 015, 27.05.2021: Video: Destroying Flat Earth Without Using Science - Part 2: The Stars | Professor Dave Explains (5:24 min, engl.)
... 016, 31.05.2021: Video: Destroying Flat Earth Without Using Science - Part 3: Airplanes | Professor Dave Explains (6:51 min, engl.)
... 017, 02.06.2021: Video: Destroying Flat Earth Without Using Science - Part 4: The Conspiracy | Professor Dave Explains (11:55 min, engl.)
... 018, 07.06.2021: Video: What If the Earth Was Actually Flat? (Extended) | What IF (9:15 min, engl.)
... 019, 11.06.2021: Rezension: Jw.org - Lehrt die Bibel, dass die Erde eine Scheibe ist?
... 020, 27.06.2021: Video: Neil Tyson Demonstrates Absurdity of "Flat Earth" | StarTalk (9:00 min, engl.)


Seite 3, Beitrag ...
... 021, 18.08.2021: Referenzartikel: Die Position und Form der Erde laut Bibel (Teil 1)
... 022, 14.07.2022: Video: 10 Flat Earth Arguments DEBUNKED | CosmicSkeptic (16:25 min, engl.)
... 023, 19.07.2022: Video: 10 Things That Would Happen If The Earth Was FLAT | TheHUB (10:46 min, engl.)
... 024, 14.11.2022: Video: The Biblical Teaching That CANNOT Be Erased: Flat Earth Geocentrism | The Truth Hurts (35:35 min, engl.)
... 025, 24.11.2022: Video: Flat Earth Theory - How Was It Debunked 2,000 Years Ago? | Invicta (16:35 min, engl.)


#1 - Diese Artikel waren ursprünglich im Thread "Evolution oder Schöpfung" veröffentlicht worden. Mit der Reorganisierung dieses Themas hier wurden diese Beiträge hier her verschoben, um die Thematik Flache Erde von den spezifischen Beiträgen zur Evolutionstheorie und der Schöpfung zu trennen.
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"If the biggest problem that you're having in the twenty-first century involves
what other people's genitals look like, and what they're doing with those genitals
in the presence of other consenting adults, you may need to reevaluate your
priorities." - Forrest Valkai


("Wenn das größte Problem, das du im 21. Jahrhundert hast, darin besteht, wie
anderer Leute Genitalien aussehen und was diese damit in Gegenwart anderer
Erwachsener mit deren Einverständnis machen, musst du möglicherweise deine
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Mo 12. Feb 2018, 21:05

Wissenschaft irrt sich auch! - Teil 1: Die Erdscheibe


Ein Bild sagt ja bekanntlich mehr als Tausend Worte. (Gefunden von CrazyDJ)


Sowohl beim Thread über Nibiru als auch der alten Fassung der Evolution-Schöpfung-Thematik hatte ich bereits über die irrige Vorstellung geschrieben, die Gelehrten im Mittelalter und der Antike haben an eine flache Erde oder Erdscheibe geglaubt.

Bereits in der Antike aber galt das Modell der Erdkugel oder des Globus. Eratosthenes errechnete im 3. Jahrhundert v.u.Z. nach präziser Erdmessung den Erdumfang. Seitdem ist der Globus das vorherrschende Erdmodell, auch im Mittelalter und in der Neuzeit. Seit der Berechnung nahmen nur noch sehr wenige gebildete Personen an, die Erde sei irgendetwas anderes als eine “Kugel“. Kartografen und Geowissenschaftler entwickelten ab dem 19. Jahrhundert immer genauere Modelle für die Form der Erde.
Zur Verbreitung der im 19. Jahrhundert aufgekommenen Legende, der mittelalterliche Mensch habe an eine Scheibengestalt geglaubt, trug die Erzählung Das Leben und die Reisen des Christoph Columbus (1828) von Washington Irving bei.


Die bekannteste Abbildung, welche oft als symbolischer "Beweis" herangezogen wird, ist der Holzstich von Flammarion, der jedoch aus dem Jahr 1888 stammt und deshalb keinerlei Aussagekraft besitzt.

Heute ist es eigentlich müßig, sich mit der Faktenlage zum Für und Wider einer Erdkugel zu beschäftigen, aber es gibt tatsächlich auch heute noch Zweifler. Ernsthaft. Die Flat-Earth-Society, die im Bild genannt wurde und auch die nicht ernst zu nehmenden Mitglieder des Arche-Netz. Hier ein Auszug aus einer Diskussion mit Auswärtigen, die mit kritscher Meinung recht schnell gebannt werden:
Knabe Punkt!

Wenn Sie die Heilige Schrift und Beweisbilder (!!!) nicht als Argumentation akzeptieren, dann ist Ihre Seele nicht mehr zu retten. Lassen Sie es mich dennoch mit der von Ihnen scheinbar hoch angepriesenen "Logik" versuchen, die von Atheisten so gerne verwendet wird um Gläubige zu schikanieren.

Hier einige Dinge, die Sie tun können, um selbst die Lügen der Wissenschaft zu durchschauen:

Springen.
Springen Sie einfach in die Luft. Atheisten behaupten die Erde sei eine Kugel, die sich mit hoher Geschwindigkeit dreht. Aber was passiert wenn Sie springen? Sie kommen genau dort wieder auf, wo Sie vorher gestanden sind. Wäre die Erde eine sich drehende Kugel, müssten Sie eigentlich mehrere hundert Meter weiter weg aufkommen.

Blasen.
Atheisten behaupten die Erde sei eine Kugel. Würden Menschen auf der unteren Seite der Kugel stehen, würden Sie einfach herunter fallen. Deswegen haben Atheisten die "Schwerkraft" erfunden. Viele werden diesen Begriff nicht kennen - machen Sie sich nichts daraus, es ist keine Bildungslücke, da sie der Fantasie anti-christlicher Fanatiker entspringt. Laut den Atheisten "kleben" Menschen an der Erde, weil sie viel mehr Masse hat als ein Mensch. Um das zu widerlegen, blasen Sie einen Luftballon auf - Sie erhalten eine Kugel, wie es angeblich die Erde sein soll. Danach reißen Sie ein klitzekleines Stückchen Papier ab - so klein es Ihnen möglich ist. Dieses Papier steht für einen Menschen. Es wird trotzdem vom Ballon herunterfallen.

Klettern.
Gehen Sie nach draußen und schauen Sie sich um. Wie weit sehen Sie? Vielleicht bis zu einem Berg, einem hohen Gebäude, einer Mauer... Nun klettern Sie auf einer Leiter hoch. Oder steigen Sie in ein Flugzeug. Was passiert? Sie sehen mehr, weil die Erde flach ist.
Wäre die Erde eine Kugel würden Sie durch erlangte Höhe nicht mehr sehen, sondern immer nur das selbe - um eine Kurve kann man nämlich nicht sehen.

Ich hoffe Sie haben das jetzt verstanden und können mir folgen. Es ist völlig realitätsfremd zu behaupten, die Erde sei eine Kugel.

Belehrend,
Ihr Sören Korschio

Bereits mit minimalem Aufwand lassen sich alle “Entlarvungen“ über die Lügen der Wissenschaft als Blödsinn entlarven. Entschuldigt dabei meine miserable Zeichenkunst.



Selbstverständlich können wir auch in einem fahrenden Bus oder Zug springen, ohne weiter hinten zu landen. Aber wieso?
Dafür verantwortlich sind die Trägheitsgesetze. Sobald ein Fahrzeug beschleunigt, verspüren die Insassen einen Druck nach hinten. Der Insasse ist als eigenständiges System also träger, als das beschleunigte Fahrzeug. Sobald das Fahrzeug aber eine konstante Geschwindigkeit hält, egal wie niedrig oder hoch, verschwindet dieser Druck. Der Insasse ist also nicht mehr träger als das Fahrzeug. Vom Fahrzeug aus befindet er sich in einer ruhenden Position. Und in dieser kann er nach Lust und Laune in eben jenem herumspringen. Die ruhende Position, vom Fahrzeug aus gesehen, macht es uns auch möglich, im Bus aufzustehen und bereits zur Tür zu gehen oder entgegen der Fahrtrichtung oder mit ihr (und demnach von außen betrachtet, schneller als der Bus).
Eine ähnliche Antwort wurde lediglich mit “Wie können sie nur in einem Bus herumspringen?“ gekontert, was deutlich macht, wie in diesem Forum mit Gegenthesen umgegangen wird.

Auch der aufgeblasene Ballon verpufft recht schnell, denn er wiegt kaum mehr als ein leerer: ungefähr 4 Gramm. Kein noch so kleiner Papierfetzen wird also einen Menschen auf dem Erdball simulieren können, da er im Verhältnis zum Ballon zu schwer ist. Die Erde ist nämlich nicht hohl und zerrt mit ihrer Schwerkraft mit immerhin 5.974.000.000.000.000.000.000.000 Kilogramm, was fast 6.000 Trillion Tonnen sind.
Aber die Schwerkraft ist ja auch eine Lüge. Die Menschen und Tiere schweben nur nicht davon, weil Gott sie sanft aber bestimmt auf die Erde drückt. Steht wirklich so im Forum.

Und gerade die Tatsache, dass man von einem höheren Standort weiter blicken kann, spricht für die Kugelform.

Bild


Natürlich könnte man auch mit Sternbildern argumentieren, wie im Forum geschehen, da sich nördlich liegende Sternformationen immer mehr dem Horizont nähern, wenn man nach Süden reist und umgekehrt bei einer Nordreise bzw. bei südlich liegenden.
Aber auch das wurde im Forum abgeschmettert, weil man kein Maßband bis zu den Sternen spannen könne. Allerdings navigierten Seefahrer dereinst immer mit der Positionsbestimmung der Sterne. Wo die wohl ihre Maßbänder her haben?

Bild


Offenbar war diese Vorstellung noch nicht unseriös genug und daher wurde später auf mehrere Antworten nachgeliefert:

Ihr Globales Positionierungssystem können Sie auch sehr gut auf einer flachen Erde verwenden:

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(Konrad J. hatte ein animiertes Bild eingebettet, in dem 3 Satelliten an Wolken befestigt Positionssignale sendeten.)

Dazu muß Ihr Gerät lediglich die Funksignale (siehe Bild) von drei auf Wolken liegenden oder an Heißluftballons befestigten Satelliten abgleichen. Da das Signal jedes Satelliten dessen Eigenzeit und Position sendet, die wiederum mit der internen Uhr Ihres Navigationsgeräts abgeglichen wird, ergibt sich über die Signalgeschwindigkeit, die bekannt ist (die maximale Ausbreitungsgeschwindigkeit ist die Schallgeschwindigkeit), ein Radius zur Entfernung zum Satelliten. Haben Sie drei Satelliten, haben Sie drei sich auf der Erdoberfläche schneidende Kreise, in deren Schnittpunkt Sie sitzen.

Auf einer Kugel wäre solches nie und nimmer möglich, da Sie das Signal des zweiten und dritten Satelliten, welche sich dann folgerichtig hinter dem Horizont befänden, nicht empfangen könnten ! Die Satelliten können weiters nicht ins All davon fliegen, da sie ja keine Flügel haben. Zu Ihrem Flug habe ich nur eine Frage [Anmerkung von Almafan: Herr Juckreiz antwortet hier einem anderen Forenmitglied, der die Erdkugel damit erklärt, dass er mit Linienfliegern bei seiner Weltreise stets gen Westen geflogen sei.]: wie soll denn in der Luft ein Kompass funktionieren, befinden sich doch sowohl der Nord, als auch der Südpol unter Ihnen (sowohl auf einer flachen, als auch einer runden Scheibe) ? Können denn beide Enden der Nadel in ein und die selbe Richtung zeigen ? Antwort: Ihr Kompass hat lediglich auf das Magnetfeld des Flugzeugs reagiert, und dieses war backbord negativ, steuerbord aber positiv geladen, was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Effekt der Düsentriebwerke und deren Drehmoment ist. Damit wären Ihre Einwände am Boden zerschellt !

die Fakten auf den Tisch knallend, Konrad J.

Wolken sind aber leider nicht massiv, oder zum Glück. Denn sie wären sonst eine ernste Gefahr für den Luftverkehr. Wolken bestehen aus Wasserdampf und lösen sich beim Abregnen auf, werden verweht oder zerfallen. Sie sind so massiv, wie der Dampf aus dem Kochtopf.
Auch sinken Heißluftballons ab, wenn ihr Brennvorrat aufgebraucht ist, da durch die fehlende Wärme auch das Volumen abnimmt und die Dichte zunimmt, wodurch er sich dem durchschnittlichen Gewicht der Umgebung immer mehr annähert.

Bild

Schematische Darstellung des tatsächlichen GPS-Systems.

Die Magnetfeldlinien der Erde reichen messbar weit ins All, womit Kompasse auch im Flugzeug funktionieren und erfolgreich zur Navigation verwendet werden. Und auch die Flugzeugtriebwerke haben keine solch starke Magnetisierung. Kein Flugzeug würde sein Ziel finden, wenn nur eines der beiden Behauptungen von Konrad J. zutreffen würde.

Kurzum:
Die Erdscheibe hat es in der gebildeten Schicht seit über 2.300 Jahren nicht in die dominante Lehrmeinung geschafft und die aktuelle Faktenlage wird diesen Status noch lange aufrecht halten.
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Mi 9. Mai 2018, 15:21

Wissenschaft irrt sich auch! - Teil 2: Christoph Kolumbus (Die Erdscheibe 2.0)

Wir hatten ja bereits herausgestellt, dass die Kugelgestalt der Erde die vorherrschende Lehrmeinung gebildeter Schichten war, seit die antiken Griechen geometrische Gedankenexperimente darüber machten und auch die Araber mathematische Modelle aufstellten.


(Übersetzung: 1492: Das Jahr in dem Ureinwohner Amerikas den herumirrenden Kolumbus fanden.)

Bleiben wir jedoch kurz bei jenem, den man den Wagemut nachsagt, überhaupt nach Westen zu segeln, um den Menschen zu beweisen, dass man am westlichen Horizont nicht einfach von der Scheibe fällt.
Kolumbus war ja bekanntlich jener Seefahrer (italienischer Herkunft, aber in kastilischen Diensten), der 1492 Amerika entdeckte, als er einen neuen Seeweg nach "Indien" suchte, ein Name der damals für ganz Südostasien und auch China galt. Gelandet ist er dabei zuerst auf den Bahamas. Erst auf seiner vierten Reise betrat er im heutigen Honduras das amerikanische Festland. Kolumbus hatte nicht bemerkt, dass es sich um einen bis dahin unbekannten Kontinent handelte. Diese Auffassung vertrat erst Amerigo Vespucci, nach dem die Neue Welt schließlich Amerika genannt wurde.
Über die Beringstraße kamen die Vorfahren der Indianer aber bereits Jahrtausende vor ihm an und auch Leif Eriksson war 500 Jahre vor ihm hinterm großen Teich auf Land gestoßen.


(Übersetzung: Was für eine hübsche kleine Welt. Es wäre doch eine Schande, wenn sie jemand entdecken würde.)[size]

Aus dem Nachlass des verstorbenen Schwiegervaters seiner ersten Frau Filipa - der Verblichene war Bartolomeu Perestrelo, Gouverneur der Insel Porto Santo bei Madeira - studierte Kolumbus Seekarten, Logbücher und Papiere. Ungefähr zu dieser Zeit muss er begonnen haben, sich intensiv mit einer Seeroute nach Süd- und Ostasien zu beschäftigen.
Wozu aber dieser Umweg? Seit etwa Mitte des 14. Jahrhunderts zwängte sich das Osmanische Reich zwischen Europa und den Osten. Die Landwege standen nicht mehr offen, für Luxusgüter mussten hohe Zölle gezahlt werden. Die Portugiesen versuchten das Problem zu umgehen, indem sie eine Seeroute nach Indien südostwärts um Afrika herum suchten. Dabei erkundeten sie große Teile der afrikanischen Küste. Vasco da Gama kam 1498 auf diese Weise tatsächlich nach Indien.
Kolumbus entdeckte für sich jedoch um 1480 die Idee einer Westroute nach Ostasien wieder, die auf Aristoteles zurückging. Für dessen Zeitgenossen war jenseits der Säulen des Herakles (die Felsen von Gibraltar, die Herakles mit dem Schwert gespalten haben soll) nur ein riesiges Meer, welches man nach Poseidons Sohn Okeanos nannte, wovon das heutige Wort Ozean (engl. Ocean) stammt. Dahinter finden sich nur noch die Haine der Hesperiden und der Titan Atlas, der zur Strafe für seine Mithilfe beim Krieg der Titanen gegen die Götter des Olymp alle Tage den Himmel tragen muss (nach ihm ist das Atlasgebirge benannt).
Aristoteles hatte aber behauptet, man könne den Ozean zwischen den Gibraltar und Asien innerhalb weniger Tage überqueren. Andere Gelehrte teilten die Theorie, unter anderem Pierre d’Ailly (1350–1420). Auch Roger Bacon hatte im 13. Jahrhundert unter Berufung auf Seneca, Plinius und Aristoteles angenommen, dass Indien von Spanien auf dem westlichen Seeweg erreichbar wäre. Kolumbus war also nicht der erste, der eine solche Route für möglich hielt, er besaß auch ein Exemplar der Imago Mundo, ein von Pierre d'Ailly 1410 verfasstes astronomisches und geographisches Buch. Dieses hatte Kolumbus mit zahlreichen Anmerkungen versehen. 1474, also 18 Jahre vor der Entdeckung, war er sich bereits völlig sicher, dass man westwärts Indien erreichen kann und brachte dies in zwei Briefen an Paolo dal Pozzo Toscanelli zum Ausdruck. Er hatte auch eine Abschrift des Reiseberichts Il Milione von Marco Polo und könnte auf eigenen Reisen, die er nach England unternahm, auch von den Fahrten der Wikinger nach Nordamerika gehört haben. Er selbst war aber nie in Island, wo Leifs Vater Erik, der Rote, seine Gründung errichtete, von der aus Leif seine Fahrten machte. Anzunehmen ist, dass Kolumbus auch den seit dem Mittelalter populären mythischen Reisebericht Navigatio Sancti Brendani über eine Westfahrt des irischen Mönches Brendan kannte.

Aber über Schriften und Überlegungen hinaus gab es auch weitere Indizien für eine Landmasse westlich des Ozeans. Nach einem Sturm abgetrieben, fand ein portugiesischer Kapitän weit im Westen ein fremdartiges, sehr rotes Stück Holz (Brasilholz), das augenscheinlich bearbeitet worden war. Weitere Hölzer und fremde Pflanzen wurden an die Küsten Madeiras und Porto Santos gespült. Schließlich gab es Gerüchte, dass auf Flores (Azoren) zwei Leichen fremdartigen Aussehens aus dem Westen angespült worden waren. Kolumbus erfuhr von diesen Indizien während seines Aufenthalts auf Porto Santo, als er sich mit Seeleuten unterhielt und die Papiere seines Schwiegervaters Bartolomeu Perestrelo las, unter denen sich auch sogenannte Roteiros (geheime Logbücher portugiesischer Seefahrer) befanden, die ihm Aufschluss über Strömungen und Winde des Atlantiks gaben und so bei der Ausarbeitung seines Plans hilfreich waren.
In seinen Lobüchern zur ersten Fahrt findet sich folgender Abriss, die zeigten "dass die Westwinde [die für eine Rückreise mit damaligen Segelschiffen nötig waren] das ganze Jahr über in den höheren Breiten wehen und ebenso verläßlich sind, wie die Ostwinde [auf der Breite der Kanaren], nur dass sie aus der entgegengesetzten Richtung wehen". Man müsste für günstige Westwinde also erst südlich die Kanarischen Inseln ansteuern und dann nach Westen drehen. Auch heutige Segelschiffer nutzen diese Erkenntnisse.

.
(Übersetzung Bild 1: Flacherdler denken so.
Übersetzung Bild 2: Wenn die Erde flach wäre, hätten Katzen schon längst alle Dinge runter geschmissen.)

Über die Kugelgestalt der Erde, Voraussetzung für eine Westroute nach Indien, gab es keine ernsthaften Debatten, auch keine Einwände von Seiten der Kirche. Zwar thematisieren einige Schriften auch eine Scheibenerde oder andere Formen, sie hatten aber auf die Akzeptanz der Idee einer Westroute nach Ostasien keinen Einfluss.
Die Problematik lag eher im vermuteten Abstand: Seit dem antiken Gelehrten Ptolemäus nahm man allgemein an, dass die bewohnte Welt 180° der Erdbreite einnahm, die restlichen 180° also noch unbekannt waren. D’Ailly dagegen kalkulierte mit 225° Ausdehnung der eurasischen Landmasse, was Kolumbus übernahm. Tatsächlich sind es etwa 130°. Da er zudem für die Entfernung zwischen den Längengraden eine zu kleine Zahl annahm, erhielt er einen Abstand von unter 4.500 km zwischen den Kanaren und Japan (tatsächlich landet man da erst in der Karibik oder New York). Der wirkliche Abstand beträgt fast 20.000 Kilometer. Doch aufgrund seiner falschen Zahlen hielt Kolumbus die von ihm später entdeckten Inseln in der Karibik für dem chinesischen Festland vorgelagerte Inseln südöstlich von Cipango (Japan). Die Inseln lagen ungefähr dort, wo auch die ihm bekannte Toscanelli-Karte von 1474 zahlreiche Inseln südöstlich von Cipango verzeichnete.

Zur Durchführung seines Plans benötigte Kolumbus Unterstützung eines Staates oder Staatsoberhauptes. Die Experten des portugiesischen Königs Johann II. lehnten die detailliert ausgearbeitete Pläne einer Expeditionsfahrt 1484 als undurchführbar ab. Die Distanzen seien weitaus größer (was ja sogar stimmt). 1485 hoffte er bei dem Königspaar Ferdinand II. von Aragón und Isabella I. von Kastilien Anklang zu finden. Deren Verwalter und Schatzmeister Santa Hermandad Alonso de Quintanilla war bei einer Vorstellung 1486 am Hof von Cordoba sofort hellauf begeistert. Aber ein zur Prüfung seiner Pläne eingesetztes Komitee lehnte die Idee zwar als unpraktikabel ab. Kolumbus wurde dennoch stetiger Begleiter des Hofes und ab und an aus der königlichen Kasse unterstützt, um nicht abgeworben zu werden. Der einflussreiche Kardinal Pedro González de Mendoza, dessen Bekanntschaft Kolumbus gemacht hatte, verschaffte ihm eine erste Audienz bei Königin Isabella, die aber noch keinen Erfolg brachte. Die Reconquista (die Rückeroberung der iberischen Halbinsel von den Mauren) beschäftigte das Königspaar aber deutlich mehr als die Pläne des Seefahrers. 1488 erhielt er wieder eine Einladung des portugiesischen Königs Johann II., doch erneut gab es keine Einigung. Als Kolumbus in Lissabon bei seinem Bruder Bartolomeo überwinterte erlebte er auch die Rückkehr von Bartolomeu Diaz nach Lissabon, der Ende Dezember 1488 von seiner Umsegelung der Südspitze Afrikas zurückkehrte (ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer Seeroute nach Indien).


(Übersetzung: Kolumbus: Ich habe Amerika entdeckt. Indianer: Ha, Repost.)

1491, erneut von einer spanischen Kommission abgelehnt, entschloss sich verzweifelt, nach Frankreich zu gehen. Im Kloster La Rábida hielten ihn der Mönch Juan Perez, Beichtvater von Isabella, und der Arzt Garcia Hernandez zurück. Perez schrieb der Königin einen eindringlichen Brief und erreichte so, dass Kolumbus an den Hof zurückgerufen wurde. Kolumbus kam gerade rechtzeitig in Granada an, um die Kapitulation des Maurenfürsten Muhammad XII. (auch Boabdil) am 2. Januar 1492 mitzuerleben.
Diesmal scheiterten die Verhandlungen an den außergewöhnlich hohen Forderungen von Kolumbus, der den erblichen Titel eines Admirals des Ozeans und des Vizekönigs über die von ihm entdeckten Gebiete und ein Zehntel an den zu erwartenden Einnahmen wertvoller Metalle beanspruchte. Laut seiner Behauptung hätte Frankreich ein besseres Angebot zugesagt und so entschloss sich die Königin auf Drängen verschiedener Personen doch auf die Forderungen einzugehen. Am 17. April 1492 war alles vertraglich geregelt.

Kolumbus unternahm in den folgenden Jahren vier Entdeckungsreisen im Auftrag der kastilischen Krone.
Kolumbus stach am 3. August 1492 zur ersten und berühmtesten Fahrt mit seinem Flaggschiff, der Karacke Santa Maria, sowie den beiden Karavellen Niña und Pinta von Palos de la Frontera bei Huelva aus in See. Die Reise ins Ungewisse schürte große Angst. Beinahe jedes ungewöhnliche Naturschauspiel wurde von der Mannschaft als schlechtes Omen interpretiert (z. B. die Rauchwolken des 1492 aktiven Vulkans Teide, Teneriffa). Von Tag zu Tag wurde das Ausbleiben einer Küste am Horizont unheimlicher.

Der 13. September scheint besonders kritisch gewesen zu sein, als die Kompassnadel immer mehr von Norden abwich. Da der Wissenschaft zur damaligen Zeit der Magnetismus der beiden Erdpole und die Deklination nicht bekannt war, hielt die Mannschaft das Abweichen der Nadel für einen Beleg, dass man in ein Gebiet vordringe, in dem die Grundgesetze der Natur nicht mehr gälten. Dass selbst der Kompass nicht mehr helfen konnte, sich genau zu orientieren, versetzte die Seeleute in Unruhe. Als die Mannschaft eine Umkehr zurück nach Europa gerade gewaltsam erzwingen wollte, erschien laut Kolumbus ein Vogel über dem Schiff. Kolumbus beschwor daraufhin die Mannschaft, an der Weiterfahrt festzuhalten, da sich ein Vogel nie mehr als 100 Meilen weit von einem Ufer entferne, wovon sich die Matrosen schließlich überzeugen ließen. Zudem bekam man in den darauf folgenden Tagen immer mehr Anzeichen von Küstennähe zu sehen, beispielsweise Äste von Bäumen und Pflanzen. Dennoch dauerte es noch einen ganzen Monat, bis ein Matrose im Ausguck Land verkünden konnte.

Am 12. Oktober 1492 erreichten die Schiffe die Neue Welt. Kolumbus ging auf einer Insel der Bahamas an Land, die von den Einheimischen Guanahani genannt wurde. Er gab ihr den Namen San Salvador (spanisch für "Heiliger Retter", #1). Wie man im Bordbuch seiner ersten Reise im Eintrag zum 21. Oktober nachlesen kann, glaubte Kolumbus sich damals südlich von Cipango (Japan) und wollte auf direktem Wege nach Westen die Stadt Quinsay an der Ostküste Chinas erreichen. Er schrieb: "Dort werde ich dem großen Khan die Briefe Eurer Majestät überreichen, um eine Antwort ersuchen und damit zurückkehren."
La Isla Española, latinisiert zu Hispaniola, wurde die erste Kolonie des Königreichs in der Neuen Welt und Kolumbus ihr Gouverneur und Vizekönig. Erste Begegnungen mit dem indigenen Volk der Arawak verliefen friedlich.
Am 16. Januar 1493 machte Kolumbus sich mit beiden verbliebenen Schiffen (die Santa Maria setzt Weihnachten 1492 auf einer Untiefe auf und deren Reste wurde zum Bau der ersten Festung La Navidad verwendet) auf den Weg zurück nach Europa. Einen Teil seiner Mannschaft ließ er wegen des Schiffbruchs als Bewohner der Kolonie La Navidad zurück. Die Zurückgebliebenen gerieten jedoch bald untereinander in Streit. Sie verteilten sich über die Insel, versklavten und töteten zahlreiche Indios und wurden letztlich alle, wahrscheinlich durch Gegenwehr der Indios und eigene Streitereien, getötet. Kolumbus geriet im Bereich der Azoren in fürchterliche Stürme, bei denen er den Kontakt zum zweiten Schiff Pinta verlor. Er erreichte mit der Niña am 4. März Lissabon und setzte die Reise von dort nach Palos fort, wo er am 15. März anlegte. Zufällig erreichte auch die Pinta am gleichen Tag Palos.


(Damit ich es richtig verstehe: Ihr habt Angst, dass Neuankömmlinge nach Amerika kommen, dich töten und sich alles unter den Nagel reißen?)


Kolumbus wurde daraufhin auf einem Triumphzug durch Spanien gefeiert. Seine Privilegien wurden bestätigt, und Papst Alexander VI. bestätigte das Anrecht Kastiliens auf entdeckte und zu entdeckende Gebiete westlich des Längengrades von 100 spanischen Meilen westlich der Kapverden (ein Jahr später wurde diese Aufteilung im Vertrag von Tordesillas modifiziert und von Portugal anerkannt).

Die zweite Reise (September 1493 - Juni 1496) galt der Sicherung der entdeckten Gebiete, sowie der weiteren Eroberung für Kastilien und die Suche des erhofften Goldlandes, dem eigentlichen Ziel der Expedition. Auf dieser Reise nahm er Indianer als Sklaven, die nach dem Gold suchen sollten. Dies wurde vom kastilischen Königspaar nicht toleriert, da sie in den Indios künftige Mitchristen sahen. Von 550 nach Europa verschifften Sklaven wurden all jene freigelassen, die die Überfahrt überlebten (etwa die Hälfte) und zurück gebracht.

Die dritte Reise (Mai 1498 - November 1500) führte ihn etwas südlicher. Er entdeckte Trinidad und Tobago und sichtete den nördlichen Mündungsarm des Orinoco und damit erstmals den amerikanischen Kontinent. Da heimkehrende Siedler Kolumbus beschuldigten, die Kolonien nicht im Griff zu haben, wurde er im Mai 1499 als Gouverneur abgesetzt und stattdessen Francisco de Bobadilla ernannt, der die Kolonie am 23. August 1500 erreichte. Kolumbus und sein Bruder, der zwischenzeitlich die Verwaltung von Hispaniola übernehmen sollte, wurden in Ketten heim gebracht, dort aber wieder vom Königspaar begnadigt. Die Ämter bekam er nicht zurück und sein Ruf war verwirkt. Zudem hatte Vasco da Gama 1498 auf einer Südroute um Afrika herum den ersehnten Seeweg nach Indien entdeckt, womit die Portugiesen den Wettlauf gewonnen hatten.

Die vierte Reise (Mai 1502 bis November 1504) wurde wieder durch Ferdinand von Aragón und Isabella von Kastilien genehmigt und budgetiert. Kolumbus nahm seinen Sohn Fernando mit. Kolumbus erkundete die mittelamerikanische Festlandküste zwischen Honduras und Panama. Am 14. August 1502 betrat er bei Kap Honduras erstmals amerikanisches Festland. Er wollte beweisen, dass es dort eine Passage nach China gäbe.
Als Columbus und seine Mannschaft auf Jamaika strandeten, überlebten sie hauptsächlich durch Handel mit den Eingeborenen. Als die Spanier einige Einheimische beim Handel übervorteilten, stellten die Insulaner den Handel ein.
Kolumbus wusste als erfahrener Astronom, dass es am 29. Februar 1504 eine vollständige Mondfinsternis geben würde. Den Indigenas sagte er, dass die Götter ihr Verhalten verärgere und er ihnen deshalb den Mond rauben würde. Als die Finsternis dann tatsächlich begann, versprachen die aufgeregten Eingeborenen den Handel wieder aufzunehmen, wenn ihnen nur der Mond zurückgegeben würde. Kolumbus zeigte sich spendabel und "beendete" die Verfinsterung.
Nach Kämpfen mit Indigenas und einer Meuterei verbrachte Kolumbus aufgrund der lecken Schiffe rund ein Jahr in der Festung Jamaika, bevor er - von den Strapazen erkrankt - nach Spanien zurückkehrte.
Die letzten Lebensjahre verbrachte er zurückgezogen und von der Öffentlichkeit unbeachtet, aber überzeugt, eine Route auf dem Seeweg zum chinesischen Teil des indischen Festlandes (las Indias) gefunden zu haben.

#1 - Unter Wissenschaftlern umstritten ist die Frage, ob die heutige Insel San Salvador, die diesen Namen 1926 erhielt, identisch mit der von Kolumbus entdeckten ist.

Weiterführende Informationen zu den Reisen des Kolumbus:
The Voyage of Christoph Columbus
https://archive.org/details/voyageofchristop017278mbp/voyageofchristop017278mbp
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in the presence of other consenting adults, you may need to reevaluate your
priorities." - Forrest Valkai


("Wenn das größte Problem, das du im 21. Jahrhundert hast, darin besteht, wie
anderer Leute Genitalien aussehen und was diese damit in Gegenwart anderer
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Flat Earth

Beitragvon almafan » Di 16. Feb 2021, 14:35

Wissenschaft irrt sich auch! - Teil 3: Das geozentrische Weltbild

Die Wissenschaft nimmt dem Menschen die Krone und schiebt ihn aus der Mitte des Universums.

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Grafische Zusammenfassung der drei Keplerschen Gesetze:
1. Zwei ellipsenförmige Umlaufbahnen mit der Sonne (sun) im Brennpunkt F1.
F2 und a1 sind der andere Brennpunkt bzw. die große Halbachse für Planet1, F3 und a2 für Planet2.
2. Die beiden grauen Sektoren A1 und A2, die dieselbe Fläche haben, werden in derselben Zeit überstrichen.
3. Die Quadrate der Umlaufzeiten von Planet1 und Planet2 verhalten sich wie a1³ : a2³.


Das erste Keplersche Gesetz klingt simpel: Die Planeten bewegen sich auf elliptischen Bahnen. In einem ihrer Brennpunkte steht die Sonne.
Diese simple und doch revolutionäre Idee stammt aber entgegen immer wieder lautender Behauptung nicht grundsätzlich von Kepler. Schon Kopernikus kam vor ihm auf den Gedanken, die Erde aus der Mitte zu nehmen und das heliozentrische Weltbild aus der Antike wieder aufzugreifen. Zum modernen Heliozentrismus trug auch Galileo bei, als er das neu erfundene Teleskop für astronomische Forschungen auf den Jupiter richtete und damit die ersten 4 Monde eines anderen Himmelskörpers entdeckte: Galileo, Ganymed, Io und Kallypso. Damit war klar, dass eben nicht alles um die Erde kreist.
Vorerst funktionierte das heliozentrische Weltbild aber nicht wesentlich besser als das geozentrische. Mit der Sonne im Zentrum konnte man die Dinge zwar einfacher beschreiben und leichter berechnen, aber die Genauigkeit der Ergebnisse, war nicht besser als zuvor. Der Fehler zwischen Theorie und Beobachtung war immer noch groß. Der Kreis galt damals ästethetisch wie auch religiös als perfekte Form und Gottes Schöpfung musste diesen perfekten Formen folgen. Kepler verwarf diese Vorstellung zugunsten seiner Jahrzehnte mathematisch ausgewerteten Beobachtungsdaten, die eben für Ellipsen sprachen. Die Fehler wurden kleiner. Aber warum die Bahnen elliptisch waren, konnte auch Kepler nicht erklären. Das schaffte erst Isaac Newton mit seinem Gravitationsgesetz. Die Keplerschen Gesetze sind im Grunde nur eine andere Formulierung der Gravitationsgleichung und lassen sich aus dieser herleiten. Vermutlich hätte Kepler selbst diese Gleichung entdeckt, wenn er intensiver darüber nachgedacht oder man ihn walten gelassen hätte.

Das zweite Keplersche Gesetz klingt im Vergleich zum ersten Gesetz richtig kompliziert: Ein von der Sonne zum Planeten gezogener "Fahrstrahl" überstreicht in gleichen Zeiten gleich große Flächen. Das bedeutet nichts anderes, dass ein Planet auf seiner Umlaufbahn in Sonnennähe schneller ist, als in größerer Entfernung zur Sonne (#1). Ein langer "Fahrstrahl" mal einem kleinen Winkel (durch geringe Geschwindigkeit) = ein kurzer "Fahrstrahl" mal einem großen Winkel (durch hohe Geschwindigkeit).

Selbstverständlich könnten wir nun darauf verweisen, dass die Vorstellung einer zentralen Erde ein wissenschaftliches Bild ist und dieses Bild im Gegensatz zur heiligen Schrift revidiert werden musste. Wie in den vorherigen Beispielen auch, wird aber eindrucksvoll dargelegt, dass Wissenschaft solche Änderungen überhaupt zulässt, dogmatische Buchreligionen aber nicht.
In der Bibel stehen denn auch nach wie vor geozentrische Aussagen, wie die Erschaffung der Gestirne nach der Erde (1. Mose 1: 3-5, je nach Lesart soll es wohl auch das Aufscheinen der bereits bestehenden "Lichter" für einen hypothetischen Beobachter durch eine neblige Atmosphäre sein) oder ein Ausbleiben des Sonnenlichts in Ägypten als 9. der 10 Plagen (2. Mose 10:21-23) oder die stillstehende Sonne in der Schlacht Josuas zur Verteidigung Gibeons (Josua 10:12-14). Da diese Dinge wissenschaftlich nicht greifbar sind, muss der Gläubige auf ein Wunder beharren.

Die Umlaufbahn der Erde ist nur sehr leicht elliptisch und kaum von einem Kreis zu unterscheiden. Zwar unterscheidet sich der Sonnenabstand zwischen Perihel und Aphel rund 5 Millionen Kilometer, aber die fallen bei einem mittleren Sonnenabstand von 149 Millionen Kilometer kaum auf. Andere Himmelskörper, wie beispielsweise Kometen (oder Merkur oder Pluto) haben viel langgestrecktere Bahnen, auf denen die Unterschiede in die Milliarden gehen. Die damit einhergehenden Geschwindigkeitsunterschiede sind bei der Erde demnach ebenfalls gering. Durch den Einfluss der anderen Planeten im Sonnensystem verändert sich die Bahnellipse der Erde im Laufe der Zeit. Sie wird unter anderem periodisch elliptischer und weniger elliptisch. Ist die Bahn deutlich elliptischer als aktuell, dann verbringt die Erde auch deutlich mehr Zeit entfernt von der Sonne (weil sie auf diesem Teil ihrer Bahn langsamer ist) und die Jahreszeiten verlaufen nicht mehr so symmetrisch wie heute. Winter und Sommer dauern unterschiedlich lang und das kann, in Verbindungen mit anderen Faktoren, zu langen Eiszeiten führen.

Die ersten beiden Gesetze veröffentliche Kepler schon 1609 in seinem Werk "Astronomia Nova". Für das dritte Gesetz ließ er sich ein wenig mehr Zeit; es wurde erst 1619 in "Harmonice Mundi" publiziert. Es klingt wieder schön kompliziert: Die Quadrate der Umlaufzeiten zweier Planeten verhalten sich wie die dritten Potenzen der großen Bahnhalbachsen.
Aber bei näherer Betrachtung ist es eigentlich ganz simpel. Die große Halbachse gibt an, wie groß die Ellipse einer Planetenbahn ist und entspricht dem mittleren Abstand des Himmelskörpers von der Sonne. Die große Halbachse der Erdbahn ist knapp 150 Millionen Kilometer lang beziehungsweise eine Astronomische Einheit (AE). Venus zum Beispiel ist näher an der Sonne und hat eine große Halbachse von 0,7 AE. Jupiter ist weiter entfernt und die große Halbachse seiner Bahn beträgt 5,2 AE. Neptun, der am weitesten von der Sonne entfernte Planet, hat eine Bahn mit einer großen Halbachse von 30 AE.
Keplers drittes Gesetz sagt nun nichts anderes, als das ein Umlauf um die Sonne um so länger dauert, je größer die große Halbachse ist. Die Erde braucht für eine Runde um die Sonne ja bekanntlich 365,25 Tage. Der ferne Neptun braucht dagegen 165 Jahre um seine Bahn einmal komplett zu durchlaufen. Der sonnennahe Merkur dagegen schafft es in 88 Tagen. Die 365,25 Tage der Erde sind ein wenig unpraktisch, wenn es darum geht einen vernünftigen Kalender zu basteln, aber wir befinden uns eben nun mal da wo wir uns befinden und Kepler lässt uns keine andere Wahl als uns mit dem überzähligen Vierteltag herumzuärgern. Im Grunde lässt sich also eine möglichst genaue Umlaufzeit aller möglichen Planeten aus einem System errechnen, wenn man von einem Planeten möglichst genau die große Halbachse und die Umlaufzeit kennt und die große Halbachse des Planeten, dessen Umlaufzeit man errechnen möchte. Dieser mathematische Zusammenhang nicht nur bei Planeten, die um die Sonne schwirren, sondern immer dann, wenn irgendein Himmelskörper einen anderen umläuft. Auch Satelliten (#2).

Aber auf für das Leben auf der Erde spielt das dritte Gesetz eine wichtige Rolle. Damit sich Leben auf einem Planeten entwickeln kann, muss dieser "angenehme" Temperaturen haben. Es darf nicht zu warm und nicht so kalt sein, denn nur wenn flüssiges Wasser vorhanden ist, kann Leben, so wie wir es kennen, existieren. Ist der Planet dem Stern zu fern, dann friert das Wasser. Ist er zu nah, dann verdampft es. Wo sich dieser optimale Bereich befindet, hängt davon ab, wie stark der Stern strahlt. Bei schwach leuchtenden Sternen müssen die Planeten sehr nah heranrücken, damit lebensfreundliche Bedingungen herrschen. Je näher man dem Stern kommt, desto stärker werden aber die von ihm wirkenden Gezeitenkräfte, die die Rotation des Planeten bremsen. Irgendwann dreht sich der Planet dann genau so schnell um seine Achse wie er sich um den Stern bewegt. Ein Tag dauert dann genau so lang wie ein Jahr und auf so einem Planeten ist eine Hälfte immer zum Stern gewandt, auf der anderen dagegen herrscht ewige Nacht. Die eine Seite wäre glühend heiß, die andere klirrend kalt und Leben ist kaum möglich (#3). Die Erde ist aber weit genug entfernt, so dass die Gezeitenkräfte der Sonne nur wenig stören und so für relativ gleichmäßige Temperaturen auf Tag- und Nachtseite sorgen (#4).

Und dies führt zu einem Planeten voller Leben.

# 1 - Perihel und Aphel

Da die Sonne nicht im Zentrum der Ellipse ist, sondern in einem der Brennpunkte, gibt es immer einen geringsten und einen größten Abstand. Der Punkt auf der Umlaufbahn, an dem der umlaufende Körper dem zu umlaufenden Körper am nächsten kommt, wird Perihel genannt. Der fernste Punkt des umlaufenden Körpers dagegen Aphel. Das gilt sowohl für Planeten, Asteroiden und Kometen, die ein Zentralgestirn umlaufen, als auch für Monde, die um ihren jeweiligen Planeten wandern.

#2 - Satelliten

Je näher Satelliten der Erde sind, desto schneller sausen diese um die blaue Murmel herum. Die ISS in nur knapp 300 Kilometer Höhe braucht zum Beispiel nur 90 Minuten für eine Runde. Die geostationären Satelliten in 36.000 Kilometer Höhe brauchen dagegen 24 Stunden.

#3 - Gezeitenbremse

Beim Merkur ist diese Gezeitenbremse am stärksten ausgeprägt, er braucht für eine Drehung länger als für einen Umlauf.

#4 - Gezeitenbremse Mond

Die Erde wird zwar kaum durch die Gezeitenkraft der Sonne gestört, doch der wesentlich nähere Mond führt tatsächlich dazu, dass die Erde immer langsamer rotiert. Wobei sein Gezeiteneinfluss immer weiter abnimmt, da er sich jedes Jahr um ein paar Millimeter von der Erde entfernt. Vermutlich wird er aber irgendwann die Erde gestoppt haben, so wie die viel schwerere Erde den Mond gestoppt hat. Der Mond zeigt uns deswegen immer die gleiche Seite. Eine Rotation dauert genauso lange wie ein Umlauf um die Erde. Irgendwann wird also auch die Erde dem Mond immer das gleiche Gesicht zeigen. Das sind aber Zeiträume, die kein Mensch überblicken kann. Statisch ist dennoch nichts.
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Re: Verschwörungstheorien auf den Grund gehen

Beitragvon almafan » Mi 28. Apr 2021, 14:07

Xavier Naidoo glaubt an eine flache Erde! Was taugen seine Argumente? Feat. Astro Toni


https://m.youtube.com/watch?v=tDFSssdF5S4
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Re: Flat Earth

Beitragvon almafan » Do 29. Apr 2021, 08:22

Real NASA Astronomer Reviews Flat Earth Simulator • Professionals Play


https://m.youtube.com/watch?v=DYrA6xbPjkg
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Re: Flat Earth

Beitragvon almafan » Fr 30. Apr 2021, 08:30

The Earth is Definitely Not Flat | Professor Dave Explains


https://m.youtube.com/watch?v=tC5RalYWZ5Y
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Re: Flat Earth

Beitragvon almafan » Di 4. Mai 2021, 00:19

Antwort auf das "Globebusters" Video - Die Erde ist immer noch nicht flach | Professor Dave Explains

Eine Woche nach obigem Video musste noch einmal nach geschoben werden. Die "Flat-Earth-Community" (Gemeinschaft der Flachen Erde) mochte es kein bisschen und der Kanal "Globebusters" hat sich dazu entschieden, drei Stunden in einem Livestream darüber zu reden, wie "dumm" sein Video und er doch sei. Das wiederum fand Dave nicht so toll und hat wiederum ein 45-Minuten-Video darüber gemacht, wie wenig Wissen diese Leute haben, wie absurd dieses "Modell" der flachen Erde ist.

Veröffentlicht am 22.05.2019


https://m.youtube.com/watch?v=JDy95_eNPzM
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Re: Flat Earth

Beitragvon almafan » Do 6. Mai 2021, 08:30

Why People Think the World is Flat | Johnny Harris


https://m.youtube.com/watch?v=IwJzsE8CvzQ

Auch der Journalist Johnny Harris hat sich dem Thema angenommen und prüft selbst die Aussagen der Flat Earther.
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Re: Flat Earth

Beitragvon almafan » Do 6. Mai 2021, 08:32

Ist die Erde tatsächlich flach? | Vsauce


https://m.youtube.com/watch?v=VNqNnUJVcVs
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