Die Superkatzen: Good old Stories




Unterhaltungsliteratur in ihren verschiedenen Formen, wie beispielsweise Romane, Erzählungen, Kurzgeschichten, Berichte, Märchen und Sagen

Re: Die Superkatzen: Good old Stories

Beitragvon almafan » Do 23. Sep 2021, 08:30

Die Geschichten von den Superkatzen - Band I (Teil 10: Der Roboterdino)

Und weil Dinos immer gehen, habe ich gleich eine weitere Geschichte angehangen.

.
Die Superkatzen Band 1 - Der Roboterdino Teil 1 - 2

Auch dieser literarische Erguss wird euch nochmals niedergeschrieben:

"Der Roboterdino
Eines Tages kam ein Roboterdino. Er zerstörte alles. Die Superkatzen hatten sofort Professor C im Verdacht. Sie zerstörten das Laboratorium und Susi kämpfte gegen den Dino. Sie schleudert den Dino in die Luft. [Bilderreihe, die Susi im Kampf mit dem Dino zeigt] ENDE"

In Zeiten von Pacific Rim und der Neuauflage von Godzilla ein riesiger Roboterdino ja nichts aufregendes mehr.
Und ich kann tatsächlich behaupten, zu diesem Zeitpunkt noch nichts von Godzilla und seinem mechanischem Konterpart gewusst zu haben. Eine echte Bildungslücke.

Analyse

Als Kind macht man sich keine Gedanken darum, aber als Erwachsener können einem schon Fragen in den Kopf kommen. Wie baut man einen Roboterdino, der obendrein, wie aus dem Nichts auftaucht. Es gab offenbar keine Anhaltspunkte. Für eine riesige Maschine, wie diese ist aber schon einiges an Logistik nötig. Außer man kauft sich gebrauchte Küchengeräte über einen längeren Zeitraum und baut sich daraus in jahrelanger Kleinstarbeit diesen Dino zusammen. Dann bräuchte man lediglich ein großen Bauplatz. Sollte der unentdeckt bleiben, bietet sich ein Bunker an oder eine Werkshalle. Von letzterem gibt es schon ein paar im Gewerbegebiet. Oder die alten Textilwerke, die als verlassene Industrieruinen für einen Schurken wie Professor C in guter Bond-Manier, wie gemacht ist. Zum Beispiel jene, in der äußeren Oybiner Straße. Das stillgelegte Kraftwerk in Hirschfelde stand 1993-1995 noch. Die Werkshalle 2 habe ich 2012 zum Tag des offenen Denkmals noch besuchen dürfen. In den alten Roburhallen lässt sich sicher auch ein Dino verstecken. Und gibt es noch die ganzen Stadtfabriken, die größtenteils stillgelegt sind. Der Robodino ähnelt ja dann doch stark einem missglückt gezeichneten T-Rex, was auf eine Schulterhöhe von ca. 6-8 Metern schließen lässt. Das bekommt man schon in einem entkernten Gebäude mit 3 Stockwerken unter. Das würde auch die alte Flachsspinnerei, ebenfalls in Hirschfelde zutreffen. Die Stand bis 2006 ja noch. Das würde auch das plötzlich Auftauchen erklären. Außerdem sieht es ziemlich cool aus, wenn ein riesiger Roboter durch Mauern

Um so was schert man sich in dem Alter nicht.
Wir haben aber wieder das gleiche Problem, wie bei den Schneelawinen und dem Chaos, das die Karate-Bande anrichet. Wir erfahren nicht, was alles zerstört wird. Wie geht es den Menschen mit dieser Bedrohung? Ist "alles" wirklich alles? Und wenn nicht, was ist "alles"? Was zerstört der Dino? Rennt er durch Häuser? Frisst er Autos? Greift er Menschen an? Wie groß ist er? Welcher Dino ist es? Hätten wir nicht die Bilderfolge auf der 2. Seite, wären wir völlig ahnungslos.

Das der Verdacht auf Professor C fällt, dürfte klar sein. Einen konkreten Hinweis oder gar einen Beweis haben die Superkatzen aber nicht. Im Jahre 2200 dürften Robodinos durch die fortschrittliche Technik ja im Grunde in jedem Kinderzimmer rumrennen. Und da sie mit ihren haltlosen Verdächtigungen bereits mehrmals in einer Geschichte schief lagen, halte ich, als ihr "Entdecker" und Erzähler, ihren Vorstoß in diese Richtung schon für etwas Gewagtes.
Da sie aber ihn im Verdacht haben, ist der Standort des Labors ja im Grunde fix. In der ersten Geschichte stand dieses auf der Lausche, von wo er die Lawinen auslöste. Von den bislang 9 Geschichten wurde er bereits zum 3. mal gefasst und sein Labor 2 mal zerstört. Es ist wie in den Serien dieser Zeit. Die Bösewichte werden am Ende der Folge zwar geschnappt und inhaftiert, sind in der nächsten Folge aber wieder auf freiem Fuß und/oder ihre Ausrüstung ist ohne Anzeichen eines Eingriffes völlig intakt.

Aber hey.
Erstmals gibt es eine richtige Superkraft zu entdecken. Kämpfen können ja viele. Aber Susi zeigt zum ersten Mal ihren inneren Hulk und schafft es einen haushohen Roboter von den Füßen zu holen und über sich hinwegzuwerfen.


We have Susi!

Wie weiter oben beschrieben, kann man höchstens erahnen, dass es sich um einen Robo-T-Rex handelt. Es ist zumindest ein zweibeiniger Saurier. Da er auf dem ersten Bild einen LKW unter seinem Fuß zermalt, scheint er aber dann doch größer als das Orginal, das vor 66 Millionen Jahren ausgestorben ist. Wir können aufgrund der schwankenden Größe von Bild zu Bild nur erahnen, wie groß und schwer dieses Ding nun sein soll. Eins steht aber fest: Mit gewöhnlichem Judo bekommt man den nicht mehr auf die Matte. Susi wirft hier also mindestens das mehrfache Gewicht eines Panzers durch die Gegend.

Fazit

Wie ich in der letzten Geschichte schrieb: Dinos gehen immer. Roboter übrigens auch (dachte sich Michael Bay für Transformers: Age of Extinction offenbar auch).
Was habt ihr erwartet? Das ist die Geschichte eines Grundschuljungen. Und diesmal gibt es sogar ein bisschen Action.
Bild
Wir erschießen Wildtiere, weil diese sich unkontrolliert vermehren, wenn keine Raubtiere da sind und die Wälder schädigen. Und wenn sich Wölfe wieder ansiedeln, erschießen wir die auch, weil sie sonst andere Tiere fressen. Klingt nach einem super Marketingkonzept für Munitionshersteller, aber nicht wirklich durchdacht.
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Re: Die Superkatzen: Good old Stories

Beitragvon almafan » Fr 24. Sep 2021, 08:28

Die Geschichten von den Superkatzen - Band I (Teil 11: Die Kopie der Diamantennixe)

Wenn ihr das Inhaltsverzeichnis im 2. Beitrag noch im Kopf habt (oder kurz hochscrollt), werdet ihr feststellen, dass bereits zur letzten Superkatzen-Geschichte des ersten Heftes gekommen sind. Die darauffolgenden Dinge sind Offtopic. Sie werden natürlich trotzdem behandelt.


Die Superkatzen Band 1 - Die Kopie der Diamantennixe

Auch diese Geschichte will ich hier noch einmal abschreiben:

"Die Kopie der Diamantennixe
Ein C-Agent hat die Diamantennixe gegen eine Kopie eingetauscht. [Bild der Diamantennixe mit Blume] Einer der wertvollsten Diamanten. Man fand die richtige nach 1 Jahr. Da war der Agent gestorben. [Bild der Beerdigungsandacht] ENDE"

Ich gebe euch etwas Zeit, herauszufinden, woran es dieser Superkatzen-Geschichte mangelt.

Analyse

Zeit ist um! Es mangelt an Superkatzen.
Während beim Totengräber wenigstens Mautz diejenige war, die ihn gesehen hat und bei den Dinoknochen Susi, die war, die ihre Expertise kundtat, taucht hier nicht eine Superkatze auf.

Es fehlt wieder das Motiv, der Auftraggeber, die Hintergründe. Wir wissen nicht, wie die echte Nixe wieder zum Vorschein kam. Wir wissen nicht, woran der Agent gestorben ist. Wir wissen nicht, was er in der Zwischenzeit gemacht hat. Ist er untergetaucht? Ist er aufgeflogen beim Versuch sie zu verkaufen? Gab es Stress mit dem Hehler, Schmuggler oder Auftraggeber? Nichts, aber auch gar nichts.

Wir wissen nur das er die Glas-Ariel gestohlen hat und man das gute Stück wieder fand.
War das Kunstwerk bei ihm oder nicht? Keine Ahnung.
War es beschädigt oder intakt? Keine Ahnung.
Hat der Tod des Agenten etwas mit dem Auffinden zu tun? Keine Ahnung.

Fazit

Es hätte genauso gut in einem Bussy-Bär-Buch stehen können. Losgelöst von allen Einsätzen der Superkatzen und von den Helden selbst, kann man die Geschichte praktisch überall einsetzen. Es ist fast eine Nicht-Geschichte. Es gibt keinen Plot-Twist. Es handelt ja auch nur einer. Der Bösewicht selbst. Er hat keinen Gegenspieler. Außer dem Tod.

Damit sind wir durch alle Geschichten der Superkatzen hindurch.
Wir schauen uns aber auch noch den grandiosen Rest an. In den 6 folgenden Artikeln geht es um:

"Dinohinweis"
"Dinogröße"
"Endstehung der Erde"
"Die Kontinente"
"Weißwasser"
"Grumbach"

(Schon 300 Klicks nach 12 Tagen.)
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Wir erschießen Wildtiere, weil diese sich unkontrolliert vermehren, wenn keine Raubtiere da sind und die Wälder schädigen. Und wenn sich Wölfe wieder ansiedeln, erschießen wir die auch, weil sie sonst andere Tiere fressen. Klingt nach einem super Marketingkonzept für Munitionshersteller, aber nicht wirklich durchdacht.
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Re: Die Superkatzen: Good old Stories

Beitragvon almafan » So 26. Sep 2021, 09:13

Die Geschichten von den Superkatzen - Band I (Teil 12: Dinohinweis und Dinogröße)

Der erste Part des Heftes, der auch offiziell nichts mit den Superkatzen zu tun hat, bleibt aber bei dem Thema, dass bereits zweimal behandelt wurde: Dinosaurier.

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Die Superkatzen Band 1 - Dinohinweise und Die Superkatzen Band 1 - Dinogrößen

Vergleichen wir doch mal, was für Dinos damit gemeint sein könnten und welche knappe Information wir für sie zusammenfinden können.

"Dinohinweise
[1. Bild] Der Türanu: 20m groß und hat scharfe Zähne.
[2. Bild] Stegosaurus: 10m lang, hat schnelle Reaktion.
[3. Bild] Prachiosaurus: 50m groß und hat einen Schwanz als Peitsche.
[4. Bild] Langhals: 30m groß und hat keine Beule, wie der Prachiosaurus.
[5. Bild] Schleichfressener Minisaurus: 1m groß, frisst Schleisch.
[6. Bild] Alosaurus: 20m groß, Rammkopf."

Auf der nachfolgenden Seite 24 sehen wir die 6 Dinosaurier im Größenvergleich zu einem schlecht gezeichneten Strichmännchen.
Uff...

Paläontologisch also in etwa so korrekt, wie Susi (wir erinnern und an den "Stegosaurus" Otto).

Der erste Saurier ist leicht zu erraten. Es handelt sich um den King himself Tyrannosaurus Rex. Der einzige Dinosaurier von dem die meisten Menschen den vollständigen wissenschaftlichen Namen kennen und aussprechen können. Der oft als T-Rex abgekürzte, zweibeinige Fleischfresser ist als bekanntester Dinosaurier ein fester Bestandteil der Populärkultur.
Fossilien des Tyrannosaurus fanden sich in verschiedenen Gesteinsformationen im westlichen Nordamerika, die auf die letzten drei Millionen Jahre der Kreidezeit datiert werden, also vor etwa 68 bis 66 Millionen Jahren. Es gibt auch ähnlich datierte Funde aus Asien (Tarbosaurus). Tyrannosaurus gehörte damit zu den letzten Nichtvogel-Dinosauriern, die bis zum Kreide-Tertiär-Massenaussterben existierten. Mit einer Länge von bis zu 13 Metern, einer Hüfthöhe von 4 Metern und einem Gewicht von bis zu 9 Tonnen war er der größte bekannte Tyrannosauride und einer der größten landlebenden Fleischfresser überhaupt, obwohl einige andere Theropoden ähnlich groß oder noch größer waren. Als der bei weitem größte Fleischfresser seines Lebensraums stand Tyrannosaurus vielleicht als Spitzenprädator an der Spitze der Nahrungskette. Allerdings vermuten einige Experten, dass es sich primär um einen Aasfresser handelte.
Bisher wurden mehr als 30 Exemplare von Tyrannosaurus identifiziert, darunter sind einige fast vollständige Skelette. Weiches Gewebe und Proteine wurden von mindestens einem dieser Funde beschrieben. Die vergleichsweise zahlreichen Funde erlaubten Studien über die Biologie dieses Tieres, einschließlich der Individualentwicklung und der Biomechanik. Zur Diskussion stehen des Weiteren die Fressgewohnheiten, die Physiologie und die mögliche Geschwindigkeit von Tyrannosaurus. Die Gesamtzahl aller jemals gelebten Exemplare wird auf 2,5 Milliarden geschätzt.

Bild
Das Tyrannosaurus-Exemplar "Stan" im Manchester Museum
Bild.Bild
1. Bild: Größenvergleich ausgewählter Großtheropoden, Tyrannosaurus rex ist grün dargestellt.
2. Bild: Verschiedene Exemplare von Tyrannosaurus rex im Vergleich mit einem Menschen.

Nix mit 20 Metern und schon gar nicht so hoch. Seine Körperlänge maß zwar 13 Meter, aber die die Bilder zeigen, stand er ja nicht auf der Schwanzspitze. So dass er deutlich kleiner war, als lang. Zur Korrektur des Bildes müsste der Dino auf der folgenden Seite also maximal 3x so groß sein, wie das Strichmännchen und deutlich stärker nach vorn geneigt.

In der modernen Popkultur ist Tyrannosaurus rex noch immer der Inbegriff der "tödlichen Fressmaschine" und eine popkulturelle Ikone, ein Inbegriff für Stärke und Überlegenheit. Daran konnten bisher auch die neueren Theorien und Erkenntnisse über das mögliche Leben als Aasfresser nicht viel ändern. Nachhaltig geprägt wurde das Image des Tyrannosaurus rex auch durch Jurassic Park (1993) und dessen Fortsetzungen. Hier wurde er als enorm schnelle, übermächtige Kreatur charakterisiert, vor der die Menschen nur fliehen konnten. Auch schufen die Sounddesigner des Films ein weithin bekanntes, charakteristisches Brüllen für das Tier.

Der zweite Urzeitriese ist der bereits falsch beschriebene Stegosaurus. Zumindest die Kontinuität ist gewährleistet.
Abgebildet ist der Pteranodon (diesmal korrekt auch ohne Zähne), genannt wird er aber Stegosaurus.

Bild.Bild
1. Bild: Pteranodon, Lebendrekonstruktion
2. Bild: Künstlerische Lebenddarstellung

Geringe Unterschiede sind also feststellbar.

Der echte Stegosaurus lebte in etwa vor 157,3 bis 147,7 Mio. Jahren in Nordamerika und Portugal. Er war ein Vierfüßer und ernährte sich pflanzlich. Er brachte es auf eine Körperlänge von etwa 7 Metern und wurde dabei 3 Meter hoch, die charakteristischen Rückenplatten nicht mitgerechnet. Trotz der Gesamtgröße war der Kopf und damit auch die Hirnschale sehr klein, vielleicht kleinste Hirn unter allen Sauriern. Das ein Riese wie der Stegosaurus bei einem Gesamtgewicht von 4,5 Tonnen nur ein 80 Gramm schweres Hirn hatte, trug maßgeblich zu weit verbreiteten Idee bei, Dinos seien extem dumm gewesen. Unter Wissenschaftlern wird das heute weitgehend zurückgewiesen. Immerhin ist die Hirnschale ungefähr so groß, wie die eines Hundes. Und dem schreibt man eine gewisse Intelligenz zu.

Bild.Bild
1. Bild: Stegosaurus armatus und Mensch im Größenvergleich
2. Bild: Pteranodon longiceps männlich (grün) und weiblich (orange) und Mensch im Größenvergleich

Auch hier sind die Unterschiede schon ersichtlich.

Im Grunde wurde zu den tierischen Segelfliegern ja im Kapitel "Der Totenschädel" einiges erklärt.
Die Tiere erreichten eine Flügelspannweite von sieben Metern, beim größten Vertreter Pteranodon sternbergi waren es sogar neun Meter. Anders als frühere Flugsaurier wie Rhamphorhynchus und Pterodactylus hatte Pteranodon – wie moderne Vögel – einen zahnlosen Schnabel. Er lebte in der Oberkreide, vor ca. 86,3 bis 72 Mio. Jahren.
Die Echse mit dem Rückenkamm und die überdimensionierte Fledermaus sind also grundverschieden, mal abgesehen davon, dass sie wie alle Wirbeltiere über 4 Gliedmaßen und einen Kopf verfügen. Aber sie hätten aufgrund der großen zeitlichen Differenz noch nicht einmal aufeinander treffen können. Damit steht aber auch, dass der T-Rex weder den Flieger noch den echten Stegosaurus hätte fressen können.

Der dritte Gigant ist wahrlich einer. Mein Lieblingsdinosaurier, der Brachiosaurus (mit weichem B).
Er zählt zu den größten Landtieren der Erdgeschichte. Brachiosaurus war ein im Durchschnitt 23 Meter langer und 13 Meter hoher Pflanzenfresser. Die maximale Länge wird bei 25 bis 27 Meter vermutet. Die Schultern befanden sich in 6,4 Meter Höhe. Da hören selbst übergroße ausgewachsene Giraffen mit ihren "Antennen" auf.

Bild
Lebendrekonstruktion von Brachiosaurus altithorax

Aktuelle Gewichtsschätzungen von Brachiosaurus altithorax belaufen sich zwischen 23 und 44 Tonnen. Als ich damals meine Heftchen schrieb waren es noch magische 80 Tonnen. Zielsicher unter den anderen Sauropoden sind zwei Merkmale: Die meisten Sauropoden haben kürzere Vorder- und längere Hinterbeine, laufen also nach vorn geneigt. Beim Brachio ist es genau umgekehrt. Seine Schulterhöhe überragt die Hüfthöhe deutlich. Sein Hals geht daher nicht nach unten in die Beuge und steigt dann wieder auf (z.B. wie beim Diplodocus), sondern er trägt seinen Hals, ähnlich wie eine Giraffe, sehr hochgestellt. Da wirkt er natürlich gleich noch größer.

Bild
Größenvergleich zum Menschen.

Das ist euch zu abstrakt? Ihr wollt ein bisschen mehr Größenvergleich?

Bild
Der Assistent von Elmer S. Riggs (Entdecker dieses Dinos) neben einem Oberarmknochen von Brachiosaurus altithorax (1903)

Danach haben wir den Langhals. Dieser kommt zumindest den tatsächlich entdeckten Dinos in der Größe deutlich näher. Sein einzig angemerktes Merkwal war "hat keine Beule, wie der Prachiosaurus". Damit ist ja wohl alles gesagt.

Bild
Größenvergleich einiger sehr großer Sauropoden[/tc]
Wofür sind Sauropoden, wie man Langhälse wissenschaftler nennt, bekannt? Für ihre Größe. Nur ist der Langhals halt keine einzelne Art, sondern ein mögliches breitgefächertes Spektrum von Dinosauriern mit genau diesem Merkmal. Ein langer Hals, ein langer Schwanz und besonders die berühmten unter denen sind größer als ein Haus und schwer wie ein vollbeladener Sattelschlepper.
Auffallend sind auch die, im Vergleich zum Körper, sehr kleinen Köpfe.
Alle Sauropoden bewegten sich wahrscheinlich ausschließlich quadruped (vierfüßig) fort, trugen ihre Hauptlast jedoch auf den Hinterbeinen. Das fand man durch unterschiedliche Ermüdungserscheinungen bei den Knochen heraus. Die Höchstgeschwindigkeit lag einer Schätzung zufolge bei 25 km/h. Fossile Fährtenfolgen weisen jedoch auf eine gewöhnliche Geschwindigkeit von nur 2–4 km/h hin.

Bild.Bild

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1. Bild: Künstlerische Lebenddarstellung von Mamenchisaurus youngi
2. Bild: Künstlerische Lebenddarstellung von Argentinosaurus im Größenvergleich mit einem Menschen
3. Bild: Lebendrekonstruktion von Seismosaurus hallorum
4. Bild: Künstlerische Lebenddarstellung von Alamosaurus
5. Bild: Lebendrekonstruktion von Camarasaurus supremus
6. Bild: Lebendrekonstruktion von Paralititan stromeri
7. Bild: Lebendrekonstruktion eines Jungtiers und eines adulten Exemplars von E. holgeri. Im Hintergrund ziehen Iguanodontiden vorbei.
8. Bild: Künstlerische Lebenddarstellung von Barapasaurus

Die meisten dieser Biester hier sind aus der Jura, der großen Zeit der Sauropoden. Aber einige stammen auch aus Gesteinsschichten, die man der Kreidezeit zurechnet. Mit dem Ende des Jura war offenbar nicht das Ende der "Langhälse" eingeleitet. Wir können aus den knappen Angaben aber nicht genau ableiten, welchen Dino wir hier an vierter Stelle sehen.

Der fünfte Dino ist ziemlich zweifelsfrei eigentlich ein Velociraptor sein.
Und "Bämm!" ich liege mit der Größenangabe näher dran als Michael Crichton mit seinem Roman "Dinopark" und Steven Spielberg mit der Verfilmung dessen als "Jurassic Park". Aber die Raptoren in Buch und Film lehnen sich auch eher an dem deutlich größeren Deinonychus an. Ich könnte das ja nochmal in einem Bild verdeutlichen:

Bild
Verwandte Dromaeosauriden im Vergleich: Velociraptor, Deinonychus, Utahraptor

Dieser ungefähr schwangroße Raubsaurier, der mit seiner abgespreizten Kralle auf Beute losging, ist durch diese Filme weltberühmt geworden. Bis dahin fristete er ein unbedeutendes Dasein im Vergleich zu den Giganten, wie T-Rex, Brachio und Triceratops. Letzterer fehlt in der Auszeichnung völlig.

Bild
Lebendrekonstruktion von Velociraptor

Im Jahre 2007 wurden an einem gut erhaltenen Vorderarmknochen von Velociraptor Ansätze für Federkiele gefunden, womit eine Befiederung bei Velociraptor bestätigt ist.
Mit "Schleisch" meine ich übrigens Fleisch. Ich kann heute nicht mehr rekonstruieren, warum ich das so dermaßen falsch geschrieben habe.

Einer fehlt noch, der "Alosaurus".
Wie beim "Stegosaurus" handelt es sich um eine fehlerhafte Deklarierung.
Der abgebildete Saurier passt zu den Pachycephalosauria, auch als Dickkopfsaurier bekannt, eine ganze Familie von Sauriern zweibeinigen mit kräftigen Läufen und einem auffallend verdickten Schädeldach.

Bild
Bild
Bild
1. Bild: Schädel von Prenocephale
2. Bild: Rekonstruktion von Pachycephalosaurus
3. Bild: Schädel von Dracorex

Das jetzt nur 3 Beispiele aus der Gruppe. Ist euch aufgefallen, wie unglaublich nah der letzte Schädel dem typischen Bild eines Drachen kommt?
Egal. Wichtig ist der erste. Denn der passt am ehesten zum Aussehen des gemalten Dinos.
Prenocephale lebte vor 76,4 bis 69,9 Mio. Jahren, hatte eine Körperlänge von geschätzten 2,4 Meter. Damit war er nur ein wenig größer als ein Velociraptor. Wozu allerdings die dicke Schädeldecke diente, ist heute noch umstritten. Wurden damit wirklich Rammstöße gegen den Kopf oder den Rumpf des Gegners durchgeführt wurden oder diente es nur der Schau und der Werbung?
Da bei den verwandten Stegoceras ein Geschlechtsdimorphismus hinsichtlich der Form des Schädels erkennbar ist, wurde die Vermutung aufgestellt, dass diese Struktur zur Interaktion mit Artgenossen und nicht zur Verteidigung gegenüber Fressfeinden eingesetzt wurde. Das scheint heute den meisten am plausibelsten. Die populärerer Variante ist natür der Kampf, ähnlich wie Widder, Steinbock oder Hirsch.

Aber ein "Alosaurus" ist es in keinem Fall. Der echte Allosaurus sieht nämlich so aus:

Bild
Lebendrekonstruktion

Ein bisschen wie der Bruder vom T-Rex.
Und Überraschung: Obwohl er etwas kleiner ist (11-12 Meter Körperlänge, 3-5 Meter hoch und etwa 1,5 Tonnen schwer) ist er der große Bruder. Denn er lebte fast 90 Millionen Jahre früher (vor 157,3 bis 145 Mio. Jahren).
Den schmalen Kopf dieses Sauriers zierten zwei große Höcker über den Augen. Der insgesamt recht große Schädel besitzt, wie bei Theropoden üblich, große Öffnungen, von denen einige durch luftgefüllte Hohlräume entstanden. Somit besteht er nicht aus einem massiven Knochen und war dadurch wesentlich leichter. Der Hals war sehr kräftig und äußerst beweglich. Das Tier bewegte sich nur auf den Hinterbeinen fort. Auch die relativ kurzen Arme waren sehr kräftig und endeten in einer dreifingerigen Hand mit scharfen Krallen. Die Hinterbeine waren lang, Allosaurus war ein Zehengänger wie alle Theropoden. Ein langer Schwanz balancierte den Körper auf den Hinterbeinen aus. Alles also wie beim T-Rex.
Die Thesen über die Lebensweise von Allosaurus gehen auseinander. Einige wenige Paläontologen sehen in Allosaurus fragilis einen erfolgreichen Aasfresser, andere einen gewandten Jäger, der in Gruppen auch große Sauropoden erlegen konnte. Die leichte Bauweise mit kräftigen Hinterbeinen spricht dabei eher für einen Jäger. Dies wird auch von Untersuchungen des Schädels unterstützt, nach denen dieser für sehr hohe Belastungen ausgelegt ist. Solche Belastungen treten beim reinen Zerkauen eines Kadavers nicht auf, wohl aber bei der Jagd auf ein lebendes Tier. Hinweise auf ein möglicherweise geselliges Jagdverhalten in Gruppen gibt es zum einen durch Funde von mehreren Tieren in einer Fundstelle (z. B. im Cleveland-Lloyd Quarry) als auch durch Funde von Fußspuren mehrerer großer Theropoden, die offenbar gemeinsam liefen. Allerdings sind beides keine gesicherten Beweise für ein Gruppenverhalten, da sich die Skelettansammlungen auch anders erklären lassen und die Spuren nicht sicher Allosaurus zugeordnet werden können. Im Gegensatz dazu ist eine Gruppenbildung beim T-Rex gänzlich unbekannt.
Allosaurus lebte zur selben Zeit wie Stegosaurus, Brachiosaurus und Diplodocus in der Morrison-Formation in Nordamerika. Die Morrison-Formation repräsentiert einen eher offenen und trockenen Lebensraum mit großen Flüssen, Überschwemmungsebenen und kleinen Seen. Als potentielle Nahrungskonkurrenten von Allosaurus kommen die ebenfalls in dieser Formation vorkommenden großen Theropoden Torvosaurus, Ceratosaurus und Marshosaurus in Frage. Zumindest existieren für diese Taxa mehrfache Nachweise für eine zeitliche und räumliche Koexistenz im Ablagerungsraum der Morrison-Formation. Kleinere Theropoden der Morrison-Formation, wie etwa Ornitholestes oder Coelurus, konkurrierten dagegen höchstens mit Jungtieren und gehörten bei ausgewachsenen Allosauriern eher auf die Speisekarte.

Ich lege euch "The Ballad of Big Al" (#1) ans Herz. Das ist eine wunderschöne BBC-Doku über das rekonstruierte Leben zwei der bekanntesten Überreste von Allosaurus Big Al und Big-Al2.

Auch wenn ich diesmal die Analyse nicht als solche bezeichnet habe, gibt es hier ein ...

Fazit

2 von 4 Sauriern sind nicht korrekt benannt. Aber alle 6 weisen an Gigantomanie reichende Fantastereien auf. Alle sind noch größer als ihre Orginale. Ich denke, auch das ist dem Alter und dem mangelndem Wissen des Autors geschuldet.

#1 Die Geschichte von Big Al: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Geschichte_von_Big_Al

("5 Jahre später ... " überholt. Das ging schnell.)
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Wir erschießen Wildtiere, weil diese sich unkontrolliert vermehren, wenn keine Raubtiere da sind und die Wälder schädigen. Und wenn sich Wölfe wieder ansiedeln, erschießen wir die auch, weil sie sonst andere Tiere fressen. Klingt nach einem super Marketingkonzept für Munitionshersteller, aber nicht wirklich durchdacht.
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Re: Die Superkatzen: Good old Stories

Beitragvon almafan » Mo 27. Sep 2021, 16:24

Die Geschichten von den Superkatzen - Band I (Teil 13: Entstehung der Erde) (Part I)

Es ist bezeichnend für meine Einfachheit in jungen Tagen, dass die längste Geschichte im Heft, gar keine Geschichte ist. Sie ist sehr wohl geschichtlich, aber keine Story über Helden, die irgendwas machen. Mit insgesamt 5 Seiten und Text wie nie zuvor, ist die Entstehung der Erde sogar länger als das erste Abenteuer mitsamt der Origin-Geschichte der Superkatzen.

..

.
Die Superkatzen Band 1 - Die Entstehung der Erde Teil 1 - 5

Auch diese geistigen Ergüsse will ich euch frisch aufgebereiten:

"Die Entstehung der Erde vor ...

... 1000 Million von Jahren
[Bild eines mutmaßlich heißglühenden Kohleklumpens, der die Erde sein soll]

... 220 Millionen von Jahren
[Bild eines gestreckten Erdkreises, der vermutlich Pangäa als Landmassen darstellt]
Ende Perm

... 190 Millionen von Jahren
[Bild sich teilender Landmassen]
Ende Trias

... 135 Millionen von Jahren
[Bild driftender Kontinente]
Ende Jura

... 65 Millionen von Jahren
[Bild immernoch driftender Kontintente]

heute
[Bild das schemenhaft an die heutige Verteilung der Landmassen erinnert]

Die Erde war ein Feuerball, aber mit der Zeit kühlte sie sich ab. Die ersten Lebewesen waren Insekten, dann Echsen und Schlangen. Daraus bildeten sich die ersten Dinos. Tyrannosaurus, Langhals und die anderen Dinos. Es gab Fleisch- und Pflanzenfresser. Es gab auch Allesfresser. Die Menschen gab es erst vor 3 Millionen Jahren, die Zeit der Mammuts. Sie bauten Werkzeug aus Stein. Ihr Werkzeug war oder ist sehr scharf. Damit haben sie Fleisch geschnitten oder Höhlenbären getötet. Sie erfanden Feuer. Schon vor 350000 Jahren gab es bei den Steinzeitmenschen Feuerstellen. Wahrscheinlich hatten sie nach einem Brand in der Natur (Blitzeinschlag, glühende Lava) das Feuer in einer Feuerstelle nicht wieder ausgehen lassen. Heute haben wir Heizung, Gasherd, Ofen, Kamin, usw.
[1. Bild zeigt einen Höhlenmenschen, der sein Fleisch über offenem Feuer brät.
2.Bild zeigt einen Kamin, Heizung und einen Kohleofen (die schwarze Pyramide sind Hohlestücke)]"

Ich kann mich noch an die Bandaufnahme erinnern. Ich habe das Heft einmal komplett auf Kassette eingesprochen und peinlich darauf geachtet, dass keine Hintergrundgeräusche mit aufgenommen werden. Das gelang nicht ganz. Ist aber mittlerweile egal, da die Kassette wohl nicht mehr existiert. Also ganz sicher zumindest nicht mehr in meinem Besitz ist. Wenn ich diese noch hätte, würde ich das ganze mit irgendeinem witzigen Bild oder einer Bilderfolge auf YouTube hochladen und euch nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Hören anbieten. Audiovisuelle Beglückung. Vielleicht sind wir jetzt aber auch alle ganz froh, dass ich die Kassette nicht mehr habe.

Wie dem auch sei, die ersten 10 Kapitel ging es um die Superkatzen, auch wenn sie in 2 Geschichten fast gar nicht und in einer Geschichte tatsächlich gar nicht aufgetaucht sind. Ich denke bereits darüber nach, die 10 Geschichten neu aufzulegen. Als unabhängige, aber kanonische Episoden von Francis' Abenteuern. Ihr müsst wissen, diese Superkatze stieß erst später zum Team. Das führe ich kurz aus:
Mittlerweile habe ich eine halbwegs taugliche Origin aller Charaktere zusammen. Das Ausmalen all der dadurch entstehenden Fassetten wird noch Jahre in Anspruch nehmen. Bis dahin bekommt ihr die Remakes dieser 10 Geschichten, aber natürlich auch die anderen Hefte (Die Geschichten der Superkatzen - Band II u.s.w.) von mir präsentiert. Die Remakes werden als solche kenntlich gemacht.

Die meisten, ja fast alle Superkatzen stammen vom fernen Planeten Stern Cocosohar, bzw. von den dort umherwirbelnden Planeten, der Anzahl nach 4 und etliche Monde. Die Mietzen auf 2 Beinen sind also nicht die einzigen ihrer Art. Entgegen der Superman-Story, in der ein Naturereignis den Heimatplaneten auslöschte und Clark/Kal-El als letzten Überlebenden zurückließ (die ganzen anderen Figuren, die dann Stück für Stück auftauchten, lassen wir erstmal außen vor), steht die technologisch weit überlegene Kultur (oder besser Kulturen) der Padesch in voller Blüte. Ein Ende ist nicht in Sicht. Und dennoch, die Superkatzen sind allesamt in eine galaktische Kriegszeit hineingeboren. Die ebenfalls technische Hochkultur der Morphins hat den förderierten Kolonien der Padesch den Krieg erklärt. Glorifizierte Gut-Böse-Geschichten dazu gibt es ab Band III. Doch das neue Bild soll düsterer sein. Natürlich geht es auch um Gut und Böse. Doch wer kann eines dieser beiden Attribute schon allein auf sich vereinen?
Auch die Padesch sind nicht ohne, haben zwar auch unbewohnbare Planeten bewohnbar gemacht, Terraforming betrieben, anderen Kulturen Technik und Fortschritt gebracht, aber ihre Überlegenheit ist selbstverständlich nicht allein friedlich entstanden. Es ist eine Kriegerrasse, die ganze Sternenhaufen zu wirtschaftlich profitablen Kolonien umgewandelt hat. Seit etwa 700 Millionen Jahren [Zahl wird möglicherweise noch um ein paar Nullen nach unten korrigiert, aber das war der letzte Stand vor über 10 Jahren, seitdem ruht das Ganze schon]!
Auf beiden Seiten also geht es, befreit man das Ganze vom Deckmantel der Idiologien, um die Vormachtstellung in den umkämpften Gebieten und weiterblickend, auch um die Vormachtstellung insgesamt.

Nicht alle Superkatzen haben auch Superkräfte, auch wenn der Name dies suggeriert. Das, zum Beispiel, Bussy so eine gute Schützin ist, liegt zum einen daran, woran man sie misst und zum anderen daran, dass sie zusätzlich zu ihrer Begabung viel trainiert hat. Natürlich ist sie allein aufgrund ihrer deutlich besseren Sehleistung für Distanzschüsse, aber durch die überlegenen Reaktionszeiten auch für Duelle aus der Hüfte jedem Menschen überlegen. Dogi und Wildor, Zwillinge, die in Flyts Einheit gekämpft haben, verstehen sich auf Akrobatik und den Kampf mit Seilen und Netzen. Beide wurden als Kundschafter ausgebildet, wo ihre etwas anderen Talente gut genutzt werden können. Aber sie können nicht zaubern, fliegen oder Laserstrahlen abfeuern. Und so trifft das auf den Großteil der Rasse der Padesch zu. Alle Superkatzen, die vom Cocosohar kommen gehören der Untergruppe der Wareph an, eine besonders robuste und kräftige Gattung innerhalb der Padesch, die die Gesamtheit aller zweibeinigen Katzenmenschen einschließt.
Francis stammt von Erde und hat die meiste Zeit seines Lebens auch hier verbracht. Er gehört zur Familie der Felidae, der Erd-Padesch. Die hat weitere Untergruppen, zu denen auch die Panthera gehören. Francis ist ein solcher. Auch Parthas und Dimitri sind Panthera (vielleicht noch dunkel in Erinnerung auf A.I.N.A.R.G.A. (mittlerweile wieder gelöscht)).
Francis ist in Ägypten geboren, aber in Italien aufgewachsen. Sein Vater, Ägypter, hat sich aus Liebe zu seiner italienischen Frau gegen die Familie mit ihren Namensvorschlägen gestemmt und ihr die Namenswahl gelassen. Daher trägt Francis seinen italienischen Namen mit Stolz. Francis ist Detektiv. Und er verfügt über eine Nahkampfausbildung. Das war's. Keine Spezialeffekts. Deswegen wird wohl auch er es sein, der die Remakes dieser Abenteuer zusammen mit ein paar Freunden bestreiten wird. Daneben, bzw. hauptsächlich wird es natürlich auch eine neue Geschichte zur Herkunft der Superkatzen geben. Ich denke, es wird ein ganzer Zyklus. Denn die Charaktere sind mitlerweile so mannigfaltig (zumindest in meinem Kopf), dass es schwer sein wird, dass alles in eine Geschichte zu packen. Ihr seht es ja aktuell an den Geschichten zu Sacra Tibia. Sie alle gehören zusammen, aber es sind unterschiedliche Themen eröffnet. Ich kann mich so auf diese eine Person konzentrieren und auf ihr Schicksal. Die Geschichte von Milos, die Geschichte von Berion und die bald folgenden Geschichten von Guy und Iring. Sie alle gehören in eine Welt, aber sie sollen auch losgelöst funktionieren. Ein bisschen wie im Marvel-Universum, was ja im Moment für alles mögliche als Referenz herangezogen wird.

Und die 10 Geschichten eignen sich hervorragend für einen deutlich geerdeteren Charakter (Diese Doppeldeutigkeit!). Francis kennt die Menschen. Er lebt Tür an Tür mit ihnen. Francis weiß, wie man sich in den Mengen bewegen muss, welche Strukturen es gibt, wie man verhandelt. Er ist ein Erdenbürger. Man braucht keine große Entwicklungsgeschichte, wohlweißlich bekommt er trotzdem eine. Für diese 10 Geschichten ist sie aber ohne Belang.


Diesen Einschub über die Superkatzen wollte ich euch geben und damit auch gleich einen Ausblick auf künftige Ereignisse. Ich hoffe, dass ich das alles unter einen Hut bekomme und mein Flow für das Schreiben noch eine Weile anhält.
Aber durch diesen Einschub ist der heutige Text schon wieder etwas länger. Deswegen mache ich ersteinmal einen Cut. Ich bereite den Text in einer Analyse noch auf, keine Sorge und ein Fazit wird es auch geben. Das aber dann erst beim nächsten Mal.
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Wir erschießen Wildtiere, weil diese sich unkontrolliert vermehren, wenn keine Raubtiere da sind und die Wälder schädigen. Und wenn sich Wölfe wieder ansiedeln, erschießen wir die auch, weil sie sonst andere Tiere fressen. Klingt nach einem super Marketingkonzept für Munitionshersteller, aber nicht wirklich durchdacht.
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Re: Die Superkatzen: Good old Stories

Beitragvon almafan » Fr 1. Okt 2021, 16:37

Die Geschichten von den Superkatzen - Band I (Teil 13: Entstehung der Erde) (Part II)

Nach diesem Ausblick und dem Einblick gibt es einen Rückblick.
Wie üblich habe ich die abfotografierten Texte und Bilder online gestellt und nun geht es ans Eingemachte.

Analyse

Man mag mir nachsehen, dass ich zu diesem Zeitpunkt weder Astronomie, noch Biologie oder dergleichen hatte. Geschichte übrigens auch nicht. Demzufolge sind die Angaben in diesem Heft grob fehlerhaft. Die Erde war zwar mal ein Feuerball, dass soll zumindest das erste Bild darstellen. Aber das hat vor ca. 4,6 Milliarden Jahren angefangen, also vor 4600 Millionen Jahren, wie die Zeitangaben im Heft erfolgen. Ganz am Anfang des Sonnensystems verdichtete sich der Nebel, der später großteils mal die Sonne werden sollte. Auf verschiedenen Bahnen um diesen noch nicht gezündeten Sternen, der sogenannten Akkretionssscheibe formten sich durch Anklumpung verschiedene Himmelskörper, große und kleine. Je größer sie wurden, desto mehr Nachbarn aus der Umgebung wurden angezogen. Die Geschwindigkeiten der Anziehungen erhöhten sich dabei.
Sowas startet aber nicht allein. Molekülwolken schweben auch Jahrmilliarden herum, ohne Sterne zu bilden. Aber durch eine "nahe" Nova oder Supernova kann schon Bewegung durch einen abgestoßenen Teilchenstrom entstehen. Innerhalb von etwa 10.000 Jahren kollabierte diese Staubwolke durch ihre Gravitation. Ein erster Protostern entstand in der Mitte, der etwa 1300 Kelvin hatte. Die Uran-Blei-Datierung kann sagen, wann es ungefähr passiert ist, aber nicht wie. Darüber grübelt man noch. Sicher ist, dass es nicht nur unsere 8 Planeten und ein paar Astreroiden entstanden. Auf diese Weise wurde eine Millionenzahl an Planetensimalen herangezüchtet. Das sind sowas wie Keimzellen eines Planeten, die teilweise kilometergroß werden können. Unterhalb dieser Größe waren Kollisionen noch nicht sehr heftig, da die Bewegung der Brocken noch durch das Gas der Wolke gedämpft war. Die Planetesimale bewegten sich unabhängiger, kollidierten heftiger und durch gravitative Fokussierung auch häufiger: Je größer ein Planetesimal, desto weiträumiger konnte es Brocken und unterentwickelte Planetesimale einsammeln, die ihm auf einer geradlinigen Bahn entgangen wären. In einem wenige Jahrtausende dauernden Wettlauf bildeten sich Protoplaneten von hunderten Kilometern Durchmesser. Kleine Planetesimale hatten sie aufgebraucht oder Jupiter in den Weg gelegt. Das weitere Wachstum geschah hierarchisch durch immer seltenere Kollisionen zwischen immer größeren Körpern. Die größeren Kollisionen führten zu Magmaozeanen, in denen sich Eisenkerne bildeten bzw. vorher vorhandene Eisenkerne miteinander verschmolzen. Auch die Protoerde wuchs hauptsächlich durch Kollisionen mit nicht viel kleineren Protoplaneten. Nach der Kollisionstheorie ist infolge des letzten großen Impakts der Mond entstanden. Der Erdmantel erstarrte wieder. Möglicherweise hat das aber auch wieder Millionen Jahre gedauert. Nach insgesamt 30 bis 50 Millionen Jahren war die Erde also "fertig", bzw. zumindest die thermische und chemische Schichtung stabil.
Später im Hadaikum (das erste Zeitalter der Erdgeschichte) war tief im Erdmantel die Temperatur durch radioaktive Zerfallswärme soweit angestiegen, dass die Mantelkonvektion einsetzte, womöglich nicht gleich in voller Tiefe. Spätestens in diese Zeit fällt der Übergang von der chemischen zur biologischen Evolution. Jedenfalls findet sich in den ältesten erhaltenen Krustenteilen, sogenannten Kratonen, vom Ende des Hadaikums vor vier Milliarden Jahren, stellenweise die für Leben typische Abreicherung von C-13- gegenüber C-12-Kohlenstoffen.

Das alles sagt das Bild zu "1000 Millionen Jahren". Ein gleißender Feuerball aus geschmolzenem Gestein. Nur ist es falsch.

Dann überspringen wir in den Bildern einfach mal so den Zeitraum vom Anfang der Erde bis zum Anfang der Dinosaurier. Hier sind es "nur" 780 Millioen Jahre. In Wirklichkeit lag zwischen dem Ende des Hadaikum (benannt nach Hades), wo die Erde eine feste Form hatte, bis zum oberen Trias, wo die Dinos erstmals im Fossilbericht auftauchen eine Spanne von fast 3,75 Milliarden Jahren. Dads Hadaikum endete vor knapp 4 Milliarden, die Trias begann vor ca. 251 Millionen Jahren. Die Obertrias ist der "neueste" Abschnitt dieser Periode und begann erst 20 Millionen Jahre später. Nicht nur die Dinosaurier haben hier ihren Ursprung. Zu einer ähnlichen Zeit gingen die Säugetiere aus den Synapsiden, einer Reptiliengruppe, hervor. Innerhalb der Synapsiden entwickelten sich die Therapsiden, die sogenannten „Säugerähnlichen Reptilien“, die bereits einige der Säugermerkmale wie ein differenziertes Gebiss und möglicherweise Körperbehaarung aufwiesen. Eine Gruppe der Therapsiden waren die Cynodontia, die unter anderem durch ein vergrößertes Gehirn und eine spezielle Kieferform gekennzeichnet waren. Die Säugetiere und ihre näheren Verwandten werden im Taxon der Eucynodontia zusammengefasst. Die Nicht-Säugetiere innerhalb der Therapsiden wurden nach und nach von den Dinosauriern verdrängt, die letzten starben in der Unterkreide aus.
Die ersten Dinosaurier gingen möglicherweise schon während der mittleren Trias vor etwa 245 Millionen Jahren aus ursprünglichen Vertretern der Avemetatarsalier-/Ornithodiren-Linie der Archosaurier hervor, wie der ostafrikanische Nyasasaurus bezeugt, der entweder als der früheste Dinosaurier oder als der nächste bekannte Verwandte der Dinosaurier in Frage kommt. Die Fossilien der ältesten unzweifelhaften Dinosaurier Eoraptor und Herrerasaurus entstammen der etwa 230 Millionen Jahre (späte Trias) alten Ischigualasto-Formation in Argentinien. Eoraptor gilt als der ursprünglichste Vertreter und sah wahrscheinlich dem gemeinsamen Vorfahren aller Dinosaurier sehr ähnlich. Somit dürften die ersten Dinosaurier kleine, bipede Fleischfresser gewesen sein. Die frühen Dinosaurier besetzten wahrscheinlich die Nischen, die bei zwei Massensterben im Trias und am Ende der Trias durch Aussterben frei wurden.

Das ist auch eine Ansicht, die sich bei Abfolge lernenden Schülern durchsetzen muss. Erst die Trilobiten, dann die Saurier und dann die Säuger. Schön sortiert nacheinander. Das so ein kladischer oder klassisch systematischer Stammbaum eher einem Labyrinth als einer Linie ähnelt. Sollte man ja mittlerweile wissen, weil Stammbäume sicher nicht ganz unbekannt sind. Überlappungen in den Zeitabfolgen gibt es ja auch bei Geschwistern, deren Kindern und Enkeln. Es gibt ja auch Onkel, die nach ihren Neffen geboren werden u.s.w.
220 Millionen Jahre vor uns war also nicht das Ende des Perm, sondern bereits Teil des oberen Trias.

Das nächste Bild macht keinen so großen Sprung. Wir befinden uns nun vor 190 Millionen Jahren und damit in der Jurazeit, nicht am Ende der Trias. Die war schon vor 11 Millionen Jahren vorbei. Das ist die Zeit der Riesen. Die meisten Sauropoden, denen wir im vorletzten Beitrag begegnet sind, stammen aus der großen Zeit der Richter und Anwälte. ... Wegen Jura, verstehs'te?

Egal. Wieder ein Sprung auf die Zeit vor 135 Millionen Jahre, die ebenso falsch, als Ende der Jura verweisen sollen. Die Jura war aber schon vor 145 Millionen Jahren zu Ende. Wir befinden uns also schon in der Kreidezeit.

Jetzt gibt es aber noch einen Zeitsprung, der uns jetzt zum Ende der Dinozeit bringt. Also in etwa. Aber was sind in solchen Zeitskalen schon 1 Million Jahre?
Dann kommt noch das heutige Bild, was entfernt ja an die tatsächlichen Zustände herankommt. Wir können also erkennen, dass ich damals zumindest schon rudimentär etwas über den Kontinentaldrift gewusst habe. Die Landmassen sind riesige Surfbretter. Nicht aber auf dem Ozean, sondern Surfbretter auf dem flüssigen Magmaströmen des Erdmantels.

Auch der Text fängt ja korrekt an. Der zweite Satz ist schon wieder grob falsch.

Bild
Stark vereinfachte grafische Darstellung der Geschichte der Erde und des Lebens

Ihr könnt ja mal schauen, wo ihr ungefähr die ersten Insekten auf dem Bild seht. Diese Tiere stellen die artenreichste Klasse der Tiere dar. Beinahe 1 Million Insektenarten sind beschrieben worden. Damit stellen sie mehr als 60% aller beschriebenen Tiere, wobei man nach Hochrechnungen von einem Vielfachen noch unentdeckter Arten ausgeht. Und nu' kommts: Fossil lassen sie sich seit dem Devon nachweisen, vor ca. 400 Millionen Jahren. Damit sind sie definitv älter als Saurier und Säuger, aber lange nicht die ersten Lebewesen. Buddeln wir ein bisschen tiefer, finden wir die ältesten erhaltenen Knorpelfische an der Grenze zwischen Silor und Devon, vor ca. 420 Millionen Jahren. Nochmal 50 Millionen Jahre früher gibt es die ersten bekannten kieferlosen Fischartigen. Fische gab es also schon vor ihrem beliebten Futter: Insekten und Insektenlarven (z.B. Mücken). Die Vorläufer der Wirbeltiere, von denen der Fisch der zahlreichste Vertreter ist, stammen sogar aus dem späten Kambrium. Der Begriff "Kambrische Explosion" dürfte vermutlich auch bekannt sein. Es ist aber nicht so, dass die Lebewesen, die da auftauchen, ganz ohne Vorläufer entstanden sind. Das Auftreten von Gehäusen und Skeletten aus Kalziumkarbonat, die natürlich ein wesentlich besseres Fossilisationspotenzial haben als lediglich Weichteile, macht erklärbar, warum im Kambrium plötzlich so viele Tierstämme auftreten, über deren Vorfahren nichts bekannt ist. Trilobiten gehören in diese Zeit. Und davor?
Journalisten popularisierten diese "Kambrische Explosion weiter in Richtung Einmaligkeit, vergleichen sie sogar mit dem Big Bang (TIME-Magazin Ausgabe vom 4. Dezember 1995). Obwohl inzwischen immer mehr Vorläufer dieser Arten aus wesentlich älteren Formationen entdeckt wurden und dadurch die Einteilung der geologischen Zeitskala auch für das Präkambrium von Geologen verfeinert werden konnte, bleibt es in den Köpfen der Allgemeinheit als explosionsartiger Anfang allen Lebens bestehen.
Der genaue Zeitpunkt der Entwicklung des Lebens ist nicht bekannt. Jedoch könnten etwa 3,8 Milliarden Jahre alte Gesteine auf Inseln westlich von Grönland teilweise organischen Ursprungs sein. Die ältesten Stromatolithen, indirekte geologische Zeugnisse der Präsenz und Tätigkeit von Cyanobakterien (früher als Blaugrünalgen bezeichnet) wurden in Westaustralien gefunden und sind 3,46 Milliarden Jahre alt. Ein weiterer Fund im gleichen Gebiet weist auf Bakterien hin, die bereits 100 Millionen Jahre älter sind. Am Ende des Präkambriums existieren jedoch etliche gut erhaltene Hinweise auf frühe Arten.

Wir wissen mittlerweile auch ganz gut, dass die ersten Landgänger wohl eher dem Lungenfisch glichen, als irgendwelchen Echsen oder Schlangen. Und vom Landgang bis zu den Dinos war es auch noch ein weiter Weg. Von den ersten Dinos zum Langhals (also den Sauropoden) übrigens auch. Und der T-Rex war erst kurz vor dem Ende der Saurier auf der Bildfläche.
Dann gibt es im Text wieder einen Sprung. Der fällt nicht ganz so krass aus, wie in den Bildern, wo zwischen 65 Millionen Jahren seit dem Aussterben der Saurier und heute einfach alles fehlt. Einer der bekanntesten, aber auch einer der letzten Vertreter der nicht noch immer rezenten Riesenfauna (Wale, Walhai, Elefant, Giraffe, Nashorn und Nilpferd, die man da z.B. einordnen würde, leben ja noch, also sind das eigentlich die letzten Vertreter der Megafauna) war das Mammut oder Mastodon. Beide Begriffe werden verwendet. Diese Riesen starben ungefähr vor 11.000 Jahren aus. Das Verschwinden der amerikanischen Vertreter, die deutlich länger durchhielten, als ihre europäischen und asiatischen Verwandten, passt in das Quartäre Artensterben, in dem viele größere Säugetierfamilien abrupt im Fossilbericht enden. Ungefähr vor 14.000 - 15.000 Jahren erreichten die ersten Jäger-Sammler-Gruppen der Menschen den amerikanischen Kontinent. Ob das aber die Ursache für das Aussterben ist oder aber radikale klimatische Veränderung ist noch nicht restlos geklärt.
Sicher ist, dass die "Wollelefanten", wie andere Tiere auch, auf der prähistorischen Speisekarte standen. Wenn schmeckt.

Die ältesten Steinwerkzeuge, die das Niveau der Schimpansentechnik übertrafen, wurden vor 2,4 Millionen Jahren vermutlich durch den Homo rudolfensis hergestellt. Daher der Name Steinzeit.
Das war der erste Schritt zur stückweisen Entkopplung des Menschen zur Natur. Der nächste war die Entdeckung/Erfindung des Feuers.

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Einwohner von Vanuatu beim Feuerpflügen

Sehr frühe archäologische Belege der Feuernutzung durch Australopithecinen (vor 4–1,5 Millionen Jahren) ebenso wie durch Homo habilis (vor 2,5–2 Millionen Jahren) sind bis heute umstritten. Die ältesten gesicherten Feuerstellen, die zweifelsfrei durch Menschen (Homo erectus) angelegt wurden, stammen aus der Wonderwerk-Höhle in Südafrika und sind rund eine Million Jahre alt. Als Indiz dienen verbrannte Knochensplitter und Pflanzenreste tief im Inneren der Höhle. Eine Feuerstelle mit verbrannten menschlichen Nahrungsresten liegt auch von Gesher Benot Ya’aqov im Norden Israels vor, die mit Werkzeugen von Homo erectus in Verbindung steht und etwa 790.000 Jahre alt ist. Vor 600.000 war wahrscheinlich das Feuermachen der Grund, warum man Menschen plötzlich nördlich der Alpen findet. Als älteste gesicherte Nachweise Europas gelten rund 400.000 Jahre alte Feuerstellen aus der englischen Beeches Pit, Terra Amata bei Nizza und Vértesszőlős in Ungarn. Mit den 350.000 Jahren aus dem Text bin ich zumindest echt nahe dran und bewege mich unbewusst sogar im Rahmen sicherer Erkenntnis. Woop Woop.

Der Schluss wird etwas rasch. Das hätte man noch ausbauen können. Nach der Erfindung des Feuers, noch die Erfindung der Metallurgie, was ein völlig neues Zeitalter einleutete. Oder der Beginn des Ackerbaus. Der Beginn von Monumentalbauten oder so was alltäglichem, wie dem Rad oder der Spindel, der Nadel oder dem Faden. Körperschmuck und Bestattungsriten. Eben all das was uns zu den Menschen gemacht hat, die wir heute sind.

Fazit

Die kurze Geschichte der Welt, wie sie ein Grundschüler versteht und umsetzt. Passt voll ins Konzept dieses Heftes.
Und ich schäme mich kein bisschen dafür.

Mit über 616 Klicks, ist dieser Thread nun von meiner 9.-häufigsten zu meiner 7.-häufigsten angeklickten Geschichte geworden. Von Platz 31 aller Geschichten ist er auf Platz 21 geklettert.
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Wir erschießen Wildtiere, weil diese sich unkontrolliert vermehren, wenn keine Raubtiere da sind und die Wälder schädigen. Und wenn sich Wölfe wieder ansiedeln, erschießen wir die auch, weil sie sonst andere Tiere fressen. Klingt nach einem super Marketingkonzept für Munitionshersteller, aber nicht wirklich durchdacht.
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Re: Die Superkatzen: Good old Stories

Beitragvon almafan » Mo 4. Okt 2021, 16:37

Die Geschichten von den Superkatzen - Band I (Teil 14: Die Kontinente)

Nicht davon irritieren lassen, dass dieses Kapitel keine Überschrift hat. Im Inhaltsverzeichnis können wir ja nachlesen, dass es um die Kontinente geht. Aber erstmal die Bilder.


Die Superkatzen Band 1 - Die Kontinente

Auch hier möchte ich euch den Text nicht vorenthalten:
"Asien 44000000km²
Afrika 30000000km²
Australien 9000000km²
Antarktis 1400000km²
Europa 10000000km²
Südamerika 18000000km²
Nordamerika 24000000km²

Asien ist der größte Kontinent.
Australien ist der kleinste Kontinent.
Europa ist mein Kontinent.
Die längsten Berge sind
Rocky Mountains
Kordilleren"

Wieder was über mich gelernt. Jetzt bin ich deutlich leichter zu finden, denn ich offenbare, dass ich Europäer bin.

Analyse

Die Encyclopædia Britannica definiert den Begriff continent als „eine der größeren zusammenhängenden Landmassen“ und benennt als solche der Größe nach geordnet Asien, Afrika, Nordamerika, Südamerika, Antarktika, Europa und Australien. Heute sind in Geographie und Geologie jeweils unterschiedliche Einteilungen der Kontinente üblich. So wird insbesondere Europa historisch und kulturell bedingt oftmals als eigener Kontinent gezählt, obwohl es geografisch betrachtet eigentlich ein Teil des Großkontinents Eurasien ist. Zudem werden Australien und Ozeanien sowie Amerika teilweise als zusammenhängende Kontinente gezählt. Die 5 olympischen Ringe deuten nämlich nicht darauf hin, dass 2 Kontinente nicht mitmachen dürfen, sondern auf die 5er-Zählweise: Europa, Asien, Afrika, Amerika und Australien. Da auf der Antartiktis die Anzahl an fähigen Sportlern doch eher gen Null läuft, ist eine Teilnahme maximal in den Winterspielen zu erwarten. Haha.

Bild
Weltkarte der Ozeane und Kontinente (Bildmontage aus Satellitenaufnahmen) Volle Auflösung 24.000 x 12.000 Pixel

Bild
Anzahl der Kontinente in unterschiedlicher Zählweise (mehr dazu hier)

Auch wenn meine Aufzählung etwas unsortiert ist, komme ich doch recht nahe an die Flächen heran.
Steil ist auch, dass seit meiner Niederschrift 1993-1995 über eine Milliarde Menschen in Asien dazu gekommen sind. In Afrika war das Wachstum in absoluten Zahlen nicht so krass, aber dennoch hat sich die Bevölkerung fast verdoppelt. Auch Nordamerika ist um über 50% gewachsen, in Südamerika um 25%. Die nächstkleinere Antarktis besitzt gar keine Bevölkerung in dem Sinne. In den 80 Forschungsstationen sind im Sommer aber ca. 4000 Menschen, im Winter etwa 1000. Am 7. Januar 1978 wurde in der argentinischen Esperanza-Station in der Nähe von Hope Bay mit Emilio Palma das erste Baby auf dem antarktischen Festland geboren. 1986/1987 wurden im chilenischen Ort Villa Las Estrellas ein Junge und ein Mädchen geboren. Europa wird nur aufgrund historischer Begebenheiten als eigener Kontinent gezählt, obwohl es rein Geo- und Topografisch "nur" eine Halbinsel von Asien ist. Es erstreckt sich auf das westlichste Fünftel der eurasischen Landmasse. Da hier über 700 Millionen Menschen auf einem Gebiet wohnen, dass nicht gewaltig viel größer ist als Kanada oder die USA leben doppelt so viele Menschen, wie in diesen beiden Ländern. Nach Asien ist es der zweitdichteste besiedelte Kontinent. Europa hat einen fast so großen Bevölkerungsanteil an der Weltbevölkerung, wie Nord- und Südamerika zusammen. Schlusslicht in Einwohnerzahl und Größe bildet Ozeanien, dessen meister Teil die Landmasse Australien bildet. Hinzu kommen die Insel Papua, Neuseeland und Tasmania, sowie unzählige kleine Inseln und Atolle.

Die Rocky Mountains gehören zur Gebirgskette der inneren Kordilleren Nordamerikas und messen in der Länge ca. 6400 Kilometer. Das pazifische Küstengebirge in Nordamerika habe ich gar nicht erwähnt, aber es schlägt sie um über 300 Kilometer. Die Kordilleren Südamerikas wiederrum sind sogar fast 10000 Kilometer lang. Und auch wenn Rankings echt beliebt sind, ist es bei Gebirgen etwas schwieriger da eindeutige Favoriten auszumachen. Hier ein paar Gründe:
  • Die Anden sind eine durchgängige, eindeutig begrenzte Gebirgskette, die durch die Überschiebung einer ozeanischen Erdkrustenplatte unter eine kontinentale Platte (Nazca-Platte und Südamerikanische Platte) entstanden ist. Im Gegensatz dazu ist der Himalaya nur ein künstlich begrenzter Ausschnitt des hochasiatischen Gebirgssystems, das durch die Überschiebung der indischen und eurasischen Platte entstand. Insofern ist ein Vergleich der Kettenlängen von Anden und Himalaya willkürlich und ohne Aussagekraft.
  • Die Gebirgsbildung der Appalachen, des Urals oder der Great Dividing Range sind wesentlich älter als etwa der Alpen oder der Rocky Mountains. Es handelt sich dabei um Rumpfgebirge, die auf großen Strecken so stark erodiert sind, dass sie dort kaum noch Gebirge genannt werden können. So entsteht ein falsches Bild, wenn solche Bereiche (ohne Erläuterung) mit ausgemessen werden.
  • Ebenso fraglich ist es, ob die Begrenzung einer sogenannten "Sumatra-Java-Kette" auf die beiden größten Inseln passend ist, da sie Teil des viel größeren Sundabogens sind, der sich über ein dutzend größere und hunderte kleinere Inseln erstreckt und sich untermeerisch fortsetzt. Dies wirft im Umkehrschluss jedoch die Frage auf, ob Inselbögen wie die Kurilen- oder Aleutenkette, bei denen sich nur die Gipfelregionen über der Meeresoberfläche befinden, mit Gebirgsketten an Land verglichen werden sollten.
  • Sinnvolle Anpassungen wie etwa die Einführung des Begriffes Hindukusch-Karakorum-Himalaya-Kette (HKH-Kette) oder gar Hochasien als geologische Gesamt-Einheit werden in den üblichen Rankings nicht berücksichtigt.
  • Zudem werden Begriffe wie "Länge" und "Ausdehnung" häufig nur unzureichend definiert, beziehungsweise unterschieden, und die Kilometerangaben erscheinen oft grob geschätzt, sodass eine Vielzahl von unbelegten Maßen von Gebirgen kursiert, die jeweils auf anderen Grundlagen beruhen. Nur wenige wissenschaftliche Schriften beschäftigen sich mit dieser Trivialität, die den Laien jedoch leicht irreführt.
Auch wenn der Größenvergleich von Gebirgen fachlich kaum eine Bedeutung hat, ist das zumindest ein anschauliches Beispiel für den laxen Umgang mit Zahlen und Fakten im Rahmen populärer Rankings.
Zählt man die Flächenausdehnung gewinnt leicht die hochasiatische Ebene, zu der das östliche Zentralasien, der Nordrand Südasiens und West-China gehört. Dort stehen auch alle der 14 Berge über 8000 Meter herum, sowie alle 256 Siebentausender. Der höchste Berg außerhalb Asiens ist der argentinische Aconcagua mit 6961 in den Anden. Der inaktive Vulkan Chimborazo ist mit 6263 Metern schon so recht imposant, da dieser sich aber in Equador natürlich auch nahe des Äquators befindet, ist er vom Erdmittelpunkt gemessen, die höchste Erhebung der Erde. Ist auch alles etwas ungleich verteilt. Der höchste Punkt in Nepal/China ist der Mount Everest mit 8848 Metern. In Deutland müssen wir uns mit der 6000 Meter kleineren Zugspitze begnügen. In den Niederlanden ist es der Vaalserberg mit 322 Metern, auf den Bahams der Mount Alvernia mit gerade einmal 63 Metern. Auf den Malediven ist der höchste Ort ein unbenannter Flecken auf der Insel Wilingili und ragt imposante 2 Meter aus dem Meer.

Dann gibt es da auch noch die Seven Summits, die 7 höchsten Gipfel der 7 Kontinente.
Je nach Grenzziehung kommen dabei unterschiedliche Angaben heraus.


8848m Asien - Mount Everest (China, Nepal)
6961m Südamerika - Aconcagua (Argentinien)
6190m Nordamerika - Denali (Alaska/USA)
5895m Afrika - Kibo (Tansania)
5642m Europa* - Elbrus (Kaukasus/Russland)
4892m Antartika - Mount Vinson
4884m Ozeanien/Australien* - Puncak Jaya (Indonesien)
4810m Europa* - Mont Blanc (Frankreich)
2228m Australien* - Mount Kosciuszko

Fazit

Warum ich mich damals, so auf die Berge eingeschossen habe, dass ich die zwei größten Gebirge aufzählen musste (und damit falsch lag), weiß ich nicht mehr. Vermutlich war da eine Verbindung zu den Landmassen und Gebirge (zumindest ein nicht unwesentlicher Teil, besonders der, den man erklettern kann) sind ja an Land.
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Wir erschießen Wildtiere, weil diese sich unkontrolliert vermehren, wenn keine Raubtiere da sind und die Wälder schädigen. Und wenn sich Wölfe wieder ansiedeln, erschießen wir die auch, weil sie sonst andere Tiere fressen. Klingt nach einem super Marketingkonzept für Munitionshersteller, aber nicht wirklich durchdacht.
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Re: Die Superkatzen: Good old Stories

Beitragvon almafan » Di 5. Okt 2021, 14:46

Die Geschichten von den Superkatzen - Band I (Teil 15: Weißwasser)

Wir nähern uns dem Ende. Die letzten 2 Kapitel sind im Anmarsch.


Die Superkatzen Band 1 - Weißwasser

Vorher war ich einer aus 700 Millionen. Versteckt im europäischen Dickicht der Bürokratie und des Datenschutzes. Jetzt aber wisst ihr, wo ich wohnte. Ja, Vergangenheitsform. Aber erstmal zur Niederschrift des Inhalts:
"Weißwasser
Verkehr: ziemlich viel
Häuser: Neubaublock
Blöd für: [Bruder Nr.2] / nö
......... [iche] / ja
......... [Bruder Nr.3] / nein
[darunter eine Bilderfolge, wie ein Ja ein Nein verprügelt]"

Fragt nicht!

Analyse

Ich fand Weißwasser damals nicht so prall. Wir sind hingezogen, weil mein Vater wegen der Schließung des Kraftwerks Hirschfelde eine neue Arbeit brauchte. Das Braunkohlekraft Boxberg ist eines der leistungsstärksten Braunkohlekraftwerke Europas. Nennleistungen fand ich schon immer spannend. Und damals habe ich auch noch nicht darüber nachgedacht, dass dieser große Arbeitsgeber, sowie die 2 anderen Energieträger vor Ort (Schwarze Pumpe nahe Spremberg und Jänschwalde nahe Cottbus) und die Tagebaue des Lausitzer Braunkohlereviers die zweitgrößte Dreckschleuder Deutschlands ist. Nur das Revier in Rheinlandpfalz dreckt mehr rum. Im Lausitzer Revier gibt es noch vier offene Löcher (Nochten, Reichwalde, Welzow-Süd und Jänschwalde), die eben die 3 Kraftwerke und das Heizkraftwerk Chemnitz-Nord mit billiger, schwefelhaltiger, niedrigenergetischer, dreckiger, feuchter Braunkohle versorgen. Immerhin gut ein Drittel der Gesamtfördermenge der deutschen Braunkohle kommt aus den Löchern der Lausitz. Etwa 8200 Arbeitsplätze (mit Zulieferern schätzungsweise 25000) sind derzeit hier beschäftigt.
Einer der großen Rumheulereien ist ja, dass durch andere Energieträger, die armen Kumpel aus dem Tagebau und die Kraftwerker bald alle auf der Straße sitzen. Aber seit Jahrzehnten gibt es Stellenabbau und Zusammenlegungen ohne, dass auch nur eine Grube geschlossen hat. Allein die Zahl der Eisenbahner auf den Werksstrecken wurde von 4800 (1989) auf 410 (2005) gesenkt.

Weißwasser selbst hat nichts zu bieten, was junge Menschen dauerhaft hält.
Ich habe es trotzdem fast 30 Jahre dort ausgehalten. Aber ich bin da auch recht anspruchslos, was meine Umgebung angeht. Ich brauchte kein Kino. Also hat es mich nicht gestört, dass Titanic (1997) einer der letzten Filme war, der im damals noch ortansässigen Lichtspielhaus aufgeführt wurde. Das okaye Angebot an Spielplätzen verbessert sich erst, seit dafür Wohnblöcke verschwinden. Denn Weißwasser hat einen raschen Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen. Etwa 2/3 der Einwohner von 1980 sind es jetzt weniger. Degradiert zur Kleinstadt, hat dieses Nest weder McDonalds noch Freizeitangebote, nicht mal mehr Jugendclubs oder Kulturhäuser. Das leerstehende Volkshaus hat vor ein paar Monaten gebrannt. In meiner Kindheit war es ein Ort der Begegnungen. Vielleicht ist noch das Eisstadion zu erwähnen, in dem der heimische Verein "Die Lausitzer Füchse" seit Jahr und Tag spielen. Die beiden Freibäder Braunsteich KIEZ und Jahnbad sind da auch noch, sowie der Tierpark, bei dem die Zeit still zu stehen scheint. Man kann 1-2 Jahre den Besuch auslassen und man wird trotzdem nichts neues sehen. Mit Kind ist man natürlich deutlich häufiger drin.
Die meisten großen Betriebe im Ort sind aber ebenfalls geschlossen, was einen Teil des Weggangs der Bevölkerung erklärt. Die goldenen Jahre sind lange vorbei. Händeringend sucht man nach Konzepten diesen wenig aussichtsreichen Ort als Sinnbild für die Zukunft zu postulieren. Aber allen istn klar, dass mit dem Weggang der Kohle auch Weißwasser noch mehr an Bedeutung verlieren wird. Und die Kohle wird gehen.

Auch wenn die alte Bundesregierung und auch die lokalen Politiker das lieber nicht hören wollen:
Die Klimaziele, zu denen man sich selbst durch das Pariser Abkommen gebunden hat, kann man nicht einhalten, wenn man weiterhin Kohlestrom subventioniert.

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Impressionen von Weißwasser (sortiert):
Blick auf die Innenstadt von Weißwasser
Boulevard von Weißwasser nach seiner Sanierung
Wasserturm an der Schwimmhalle
Eingang des Tierparks
Altes Eisstadion, mittlerweise abgerissen und neugebaut
Sexy Blick vom Turm am Schweren Berg über den Tagebau Nochten auf das Kraftwerk Boxberg

All diese Dinge waren mir damals unbekannt und, das die Umwelt und Klima gerettet werden müsste, auch.
Ich fand Weißwasser doof, weil es mich aus meinem heimischen Zittau gerissen hat. Ich fand es doof, weil es mir so laut und voll vorkam. Jetzt weiß ich, dass es weniger Einwohner hat als Zittau. auch damals. Außerdem habe ich damals an einer Zufahrstraße zum Zittauer Ring gewohnt. Diese Straße führte nach Süden Richtung Zittauer Gebirge. Alle Pendler und Berufskraftfahrer sind so in die Stadt oder ins nördlich gelegene Gewerbegebiet gekommen. Ruhig war es Zittau also auch nicht. Ich konnte mich an Zittau auch nur als altehrwürdige Stadt mit ihren Kirchen, Gassen, Parks und Plätzen erinnern. Das es in der Südvorstadt riesige Flächen mit Mietskasernen gab und es auch in anderen Teilen der Vorstädte so aussah, wusste ich nicht.
Mein Weg zum Kindergarten führte mich an der Altstadt entlang oder durch diese hindurch. Mein Weg zur Schule führte an der imposanten Mandauer Kaserne vorbei. Und ich konnte fast jeden Tag die Bimmelbahn ins Gebirge sehen. Mein Schulweg in Weißwasser führte mich dagegen durch die Neubaugebiete am Boulevard entlang. Beton wohin man blickte. Die Blöcke Richtung Turnerheim waren auch nicht schöner. Der Einkauf ins Kaufland führte in das Neubaugebiet Süd. Der Besuch bei der Tante nur ein paar Straßen weiter. Wieder Betonklötze. Welchen Eindruck soll man als Kind, dass offenbar bereits einen Sinn für Architektur hatte, denn dann von einer Stadt wie Weißwasser halten, wenn man zuvor in Zittau gewohnt hat?

Das Zittau meiner Fantasie war ein ganz anderes, als das reale. Auch da gab es Bevölkerungsschwund, Rückgang der Arbeitsplätze, verfallenene Häuser in der Altstadt. In meiner Fantasie und meiner kindlichen Welt gab es das nicht.

Make Zittau great again.

Fazit

Weniger noch als die Auflistung eines Merkmals von Kontinenten ist dieses Kapitel zu irgendwas geeignet. Eine persönliche Einschätzung eines Kindes, das nicht so recht verstehen kann, warum man jetzt woanders wohnt.

(Mit inzwischen 740 Klicks rückt "Good old Stories" auf Rang 16 von 30 Geschichten vor.)
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Wir erschießen Wildtiere, weil diese sich unkontrolliert vermehren, wenn keine Raubtiere da sind und die Wälder schädigen. Und wenn sich Wölfe wieder ansiedeln, erschießen wir die auch, weil sie sonst andere Tiere fressen. Klingt nach einem super Marketingkonzept für Munitionshersteller, aber nicht wirklich durchdacht.
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Re: Die Superkatzen: Good old Stories

Beitragvon almafan » Mi 6. Okt 2021, 16:19

Die Geschichten von den Superkatzen - Band I (Teil 16: Grumbach)

Heute kommt das letzte Kapitel.


Die Superkatzen Band 1 - Grumbach

Jetzt wisst ihr, wo ich gewohnt habe. Ja, Vergangenheitsform. (Ich habe so ein Deja Vu) Das ist nämlich schon ewig her. Juli 2021 bin ich weggezogen.
"Grumbach
Verkehr: sehr wenig
Häuser: Altbau
Blöd für: [Bruder Nr.2] / Nein
......... [iche] / Nein
......... [Bruder Nr.3] / Nein

[Bruder Nr.2]: Das ganze Dorf. Da ist ein Wald, Da ist wenig Verkehr. Da wohnt Opa.
[Burder Nr.3]: Das ganze Dorf. Wenig Autos. Dein Opa wohnt dort."

Das muss ich jetzt vielleicht ein wenig aufklären. Ihr seht ja, dass ich die Namen überkritzelt habe (nur digital, im Orginal sind sie zu lesen). Ich bin kein sklavischer, aktiver, radikaler Verfechter des Datenschutzes, aber ich vermeide die Nennung von Namen, wenn ich vorher nicht um Erlaubnis gefragt habe. Und das habe ich nicht. Bruder Nr.2 und Bruder Nr.3 sind demnach - ihr werdet es wohl schon vermutet haben - Platzhalter. Wir sind 6 Geschwister. Zum Zeitpunkt der "Schlussredaktion" 1995 waren wir noch zu fünft. Ich habe einen älteren Halbbruder und eine ältere Schwester. Dann kam ich, dann Bruder Nr. 2, dann Bruder Nr. 3 und als Spätlese Bruder Nr. 4. Meine Eltern waren fleißig.

Ihr habt in den letzten 10 Jahren in diesem Forum, auf FaceBook, MySpace und Co. nicht annähernd so viel über mich erfahren, wie in den letzen 2 Texten dieses Threads. Dabei wollen wir es aber auch belassen.

Analyse

Viele werden sich jetzt fragen: Wenn diese Weltstadt Weißwasser schon so klein ist, was bitte schön soll denn dann ein Grumbach sein? Immerhin ist dort weniger Verkehr und es wird offen als Dorf bezeichnet. Was es ja auch ist.

Aber es ist auch ein Bach

Grumbach war bis zur Eingemeindung 1996 in das nahe Jöhstadt ein eigenständiges Dorf. Es findet sich von Jöhstadt ca. 4 Kilometer in nördlicher Richtung entfernt. Jöhstadt wird aber wohl auch niemandem bekannt sein, der nicht schon einmal selbst da war. Ein bisschen wie die Insel Tortuga in Fluch der Karibik. Auf der anderen Seite von Grumbach liegt das ebenso wenig weltbekannte Mildenau. Dann brauchen wir eben andere Anhaltspunkte.
Das deutlich größere Annaberg-Buchholz in ca. 12 Kilometer Entfernung wird einigen schon eher etwas sagen. Das gesamte Gebiet ist eine alte Bergbaugegend. Das Erzgebirge hat nicht umsonst diesen Namen. Erst Silber und andere Edelmetalle, mit den Russen ab den 50ern dann Uran. Also in Grumbach jetzt nicht. Der nahe Andreas-Gegentrum-Stollen wies zwischen 1749 und 1841 eine Erzausbeute von ca. 140 Kilogramm Silber und einer großen Menge an Kobalt auf. Ein für Grumbach typisches Gewerbe war die Herstellung von Rechen und Leitern. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in Grumbach jährlich 20.000 Rechen hergestellt, die von Händlern im gesamten Land verkauft wurden. Der letzte Betrieb dieses Gewerbes wurde 1989 geschlossen. Auf der Flur des ehemaligen Gemeindewaldes rund einen Kilometer nordwestlich von Grumbach in Richtung Mildenau entstand im Jahr 1825 die Siedlung "Neugrumbach". Bis heute ist für Neugrumbach die mundartliche Bezeichnung "Gemaawald" gebräuchlich.

Über Grumbach finden sich keine Dokus im Netz. Eine Serie über Wanderwege auf dem MDR-Programm läuft einen Teil des Annaberger Landrings. Man kommt dabei in den Genuss einen kurzen Blick auf folgende Orte zu erhaschen: Königswalde, Jöhstadt, Schmalzgrube, Steinbach, Arnsfeld und Mildenau. Jetzt ratet mal, was genau in der Mitte all dieser Orte liegt und was man nicht zu sehen bekommt. Daher gibt es hier eine kleine Bildergalerlie:

Bild . Bild . Bild
Bild . Bild . Bild
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Impressionen von Grumbach (sortiert):
Die Kirche St. Margarethen
Karl-Friedrich-Klinger-Grundschule Grumbach
Turnhalle
Enten- und Feuerlöschteich
Jugendherberge zwischen Grumbach und Jöhstadt
Schnitzerheim
Der namensgebende Grumbach
Andreas-Gegentrum-Stollen
Siedlung Neugrumbach

Also kurzum:
Nehmen wir alle Hochstilisierungen weg, ist Grumbach nicht anders, als jedes andere mittelgroße Dorf im Erzgebirge. Es gab nie eine große Zeit, aber Zeiten in denen es größer war. Und natürlich ist es auch hier so, wie allerorten, dass auf dem Land der Altersdurchschnitt rapide zunimmt, weil die Jugend in die Städte abwandert. Immerhin steht der ehemalige Kreis Annaberg jetzt wirtschaftlich nicht viel besser da als Weißwasser. Man kann sich lediglich mit Kleinunternehmen und dem Mittelstand über Wasser halten. Ein Zubrot gibt der Tourismus, besonders durch Wanderer, die jetzt nicht in die überlaufenen Gebiete wollen. Davon kann man in Jöhstadt aber nur träumen, in Grumbach nicht einmal das. Für jemanden, der seine Kindheit nicht bei seinem Großvater auf dem Dorfe dort verbracht hat, bietet Grumbach keine Highlights, keine Schauwerte.
Es ist ein schöner Traum, ein Blick durch die Brille der Vergangenheit. Meine Frau und auch mein Sohn werden dazu keine Bindung aufbauen. Mit meiner Generation geht das Grumbach, das meine Geschwister und ich kennen oder glauben zu kennen. Es ist für uns kein Ort. Es ist ein Ferienparadies.
Der Garten auf dem Nachbargrundstück, die knarzenden Dielen der Holztreppe, die kleinen verwinkelten Zimmer, die alten Spielsachen. Das Bolzen auf der Straße neben dem Haus und diese Konstante des Opas. Das alles ist Grumbach. Einige meiner schönsten Kindheitserinnerungen hängen an diesem Ort.

Fazit

Die Glorifizierungen eines kleinen Jungen über seinen häufigsten Ferien- und Urlaubsort haben es in ein jetzt mittlerweile fast 30 Jahre altes Heft geschafft. Der starke Kontrast du dem Kapitel über Weißwasser war sehr wahrscheinlich schon damals so gedacht. Schwarz (Weißwasser) und weiß (Grumbach). Im diesem Battle konnte Weißwasser nur verlieren.

Ziehen wir im nächsten Teil ein Resümee über das gesamte Heft.
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Wir erschießen Wildtiere, weil diese sich unkontrolliert vermehren, wenn keine Raubtiere da sind und die Wälder schädigen. Und wenn sich Wölfe wieder ansiedeln, erschießen wir die auch, weil sie sonst andere Tiere fressen. Klingt nach einem super Marketingkonzept für Munitionshersteller, aber nicht wirklich durchdacht.
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Re: Die Superkatzen: Good old Stories

Beitragvon almafan » Fr 15. Okt 2021, 22:47

Die Geschichten von den Superkatzen - Band I (Teil 17: Abschluss)

Für das große Finale habe ich mir etwas Zeit gelassen.

Denn wir schon am Ende unserer Reise in das ferne Jahr 1993 bzw. 1995 angekommen.
Ohne Analyse und ohne Fazit zeige ich euch die letzte Seite des Heftes. Doch das soll nicht heißen, dass dieser Artikel nur ein Bild enthält und ein Tschüss.


Die Superkatzen Band 1 - Letzte Seite

Nein, ihr kennt mittlerweile meine ausufernde Art zu schreiben. Und wie ich feststellen durfte, gefällt euch dieses Thema ganz fürchterlich toll. Fast 1000 Klicks in einem Monat. Das legen hier echt wenige Themen vor.

Die letzten Wochen habt ihr also mitgefiedert, mit den behaarten Helden, die ich in meiner Kindheit um mich scharte. Die mächtigen Krieger, die im Grunde auch dann die Bösewichte angreifen und beschuldigen, wenn sie gerade nichts böses getan haben. Prophylaktisch sozusagen. Man putzt sich die Zähne ja auch vorsorglich und nicht nur, wenn man Karies und Zahnstein hat oder sie einem wegfaulen.
In diesen Wochen habt ihr aber auch mich kennengelernt. Zumindest ein bisschen. Und vielleicht hat das zu diesem Erfolg ebenfalls beigetragen. Ihr habt gesehen, mit welch einfachen Mitteln man Mitte der Neunziger kreativ war und wie man sich die Zeit gestaltet hat. Ohne PC und ohne Handy. Ja, so alt bin ich.

Katzen kenne ich schon mein ganzes Leben lang. Es gibt ein Bild mit mir und einer schwarzen Katze auf einem Bett. Wir sind beide noch recht jung. Dieser schwarze Kater wurde in den Geschichten zu Magic, was nur ein Künstlername von Max ist (also der Superkatze, nicht dem Tier auf dem Foto). Ich kann mich an diesen Stubentiger aber nicht mehr erinnern. Ich selbst war ziemlich sicher nicht einmal 2 Jahre alt, als diese Schwarz-Weiß-Aufnahme entstand. Und ich finde es schön, dass auch ich fast genau 30 Jahre später im Grunde die gleichen Fotos mit meinem Sohn und unseren Katzen gemacht habe. Nur in bunt. Obwohl die Katzen hätten in Schwarz-Weiß wenig spektakulär weiß ausgesehen, weil das einfach mal ihre Farben sind.
Die zweite Katze, und die erste an die ich mich bewusst erinnern kann, war Susi. Ja, die die als Superkatze den Robodino besiegt hat. Sie war schwarzweiß (passt auch super in DDR-Fotos) und eben zu Beginn der Geschichten die Anführerin der Superkatzen. Ich war mit der Emanzipation damals offenbar weiter als die Gesellschaft.
Unter den frühen Einflüssen von Night Rider und Saiber Raider und den Star Sheriffs entstanden vermutlich auch die ersten Fahrzeuge, die in den Geschichten im Grunde gar nicht vorkommen, außer das Raumschiff vielleicht. Es kann aber auch sein, dass mich der Abstand zur damaligen Zeit trübt und ich die Einflüsse noch nicht hatte. Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich Fernsehen schon in Zittau viel geschaut habe und dabei mit allerlei Serien in Kontakt kam oder nicht. Sicher ist, in späteren Episoden, die sich großteils im Kopf abspielten und nie zu Papier kamen, sind intelligente Fahrzeuge mit technischen Gimmics echt wichtig geworden. Auch die Fixierung auf Pferde und Cowboys kommt sicher nicht von ungefähr. Bussy ist heute noch ein Cowgirl. Mal davon ab, dass in dem Sternensystem, aus dem die kommen, gar keine Kühe sind.
Ich kann euch aus heutiger Sicht auch nicht mehr sagen, ob zuerst Bussy in unsere Familie kam oder ob wir zuerst unsere Tante im Nachbarort besucht und dort deren Katzen kennengelernt haben, Mautz und Felix. Es kann aber nicht weit auseinandergelegen haben. Tantchen wohnte echt herrlich, mitten im Fürst-Pückler-Park im Schlossvorwerk im sehr grenznahen Bad Muskau. Nach unserem Umzug nach Weißwasser war das nur noch ein Katzensprung. 2018 sind wir mit Opa nochmal dahin und haben ein paar Fotos gemacht. Hat sich einiges getan in den letzten 25 Jahren (!). Ebenso haben wir als kleine Familie auch schon eine Radtour da rüber gemacht. Wir haben zwar länger als die veranschlagten 30 Minuten benötigt, aber unser Sohn war da ja auch erst 6 Jahre alt. Eine Weltreise war es demnach nicht. Aber oft waren wir trotzdem nicht drüben, also damals meine Tante noch dort wohnte. Irgendwann ist auch sie nach Weißwasser gezogen, da man die Wohnungen im Vorwerk erneuern oder so ... naja, auf jedenfall waren wir nicht oft im Fürst-Pückler-Park. Außer im November ist es auch immer ganz hübsch dort. Warum im November nicht. Die Bäume haben zwar schon fast alle Blätter verloren, aber es ist noch nichts zugeschneit. Diese matschige Übergangszeit ist irgendwie nicht so prickelnd, außer man sowieso schon depressiv.
Nach Max, Susi, Bussy, Mautz und Felix kam dann Lucky. Der Straßenjunge, der schnell zu den richtig guten Superhelden aufstieg und meine persönliche Nummer 1 wurde. Wie bereits erklärt, hat Lucky Bussy aber nicht abgelöst in der Familie, sondern lebte zeitgleich mit ihr und ihren zwischenzeitlichen 9 Kitten im Haushalt. Aus dem 1. Wurf waren 2 bereits an bekannte weitergereicht. Das macht in einem Haushalt mit 2 Eltern und 5 Kindern zusammen 16 Individuen. Ihr könnt euch die Aktion vorstellen, wenn es Futter gab. Also bei den Katzen. Okay, sicherlich auch bei uns Kindern. Man malt sich ja nicht aus, wie stressig die Zubereitung einer Malzeit ist, wenn Familie und Haushalt nebenher auch noch irgendwas wollen.

Jetzt kann ich selbst aber auch den Zeitstempel verstehen, mit dem dieses Heft versehen ist.
Dieser ist deutlich später in das Heft gesetzt worden. Nämlich erst, als ich mein zweites Heft fertiggestellt habe. In einer ähnlich kurzen Zeit, aber als Comic.

Warte zweites Heft?

Ja, zweites Heft.

Das war mir damals noch nicht klar, denn auf dem Einband des ersten Heftes steht ja nirgens drauf, dass es das erste Heft ist.
Aber bleiben wir erstmal hier. Wie vielleicht zu erkennen ist, ist das rot durchgestrichene mein Name. Deswegen ja auch durchgestrichen. Ich hatte damals noch keine Bedenken, meinen Namen preis zu geben. Alle, die meine Geschichte gelesen haben, waren Familienmitglieder. Und ansonsten kannten mich ja nur Klassenkameraden, Lehrer und die paar Leute aus der Nachbarschaft. Wir hatten damals noch kein Internet. Und ich meine jetzt nicht, diese "Opa erzählt wieder"-Geschichten. Sondern so richtig ehrlich. Wir hatten damals kein Internet. Das gab es schon und mancher Haushalt nutzte das auch, aber es war kein Flächenangebot. Ich kann mich gut an den Smartsurfer erinnern, der einem immer den jeweils günstigsten Minutentarif für die Nutzung von so und so viel Megabyte Datenvolumen. Ja, Megabyte. Ja, Minutentarif. Krasse Zeiten damals.

Zurück zum Zeitstempel.
Wie man vielleicht bei der " '95 " erkennen kann, stand da mal " '93 ". Ebenso ist das "(2114)" ein "(2113)" geworden. Beides sind für mich Indikatoren, die mir sagen, dass diese Zeitangabe deutlich später gesetzt wurde. Und beides ist für mich auch ein weiterer Beweis, dass dieses Heft nicht schon 1993 geschrieben wurde. Das und eine weitere Kleinigkeit.
Ich schrieb ja gerade über die Katzen in meinem Leben. In den Weihnachtsferien 1992/93 sind wir nach Weißwasser gezogen. Im Spätsommer ist uns Susi weggelaufen oder zumindest von einer ihrer Streiftouren durch die Nachbarschaft nicht mehr zurückgekommen. Ein paar Wochen später hatten wir Bussy aus dem Heim bei Sagar geholt. Und Lucky, so sagt uns der Datumsnachweis auf dem Foto mit ihm und meiner Mutter, ist ein Mai-Kind von 1994. Demnach kann das Heft, dass ihn namentlich erwähnt, nicht vor 1994 entstanden sein.
Auch Mautz und Felix habe ich erst kennengelernt, einige Zeit nachdem wir in Weißwasser angekommen sind. Aber der erste Besuch kann schon 1993 gewesen sein. Ich weiß es nicht mehr.

Neben der völlig anderen Schriftart, die ich für den Zeitstempel verwende (weniger bemüht und vor allen Dingen nicht geschwungener Schreibstil, sondern große Druckbuchstaben), gibt es noch einen weiteren Hinweis. Es ist ein anderes Schreibgerät. Das Heft wurde von vorn bis hinten mit Bleistift geschrieben. Ich bin Linkshänder. Ihr könnt euch also vorstellen, wie meine Hand danach aussah. Auf dem Titelblatt wurde der alte Bleistifttext durch Füller überschrieben. Hier auf der letzten Seite gab es gar keine Vorlage. Es sieht aber, vom Stil her, identisch mit dem Text vom zweiten Heft aus.

Nun aber gibt es noch einen Hinweis, den ihr nicht wissen und erkennen könnt. Benötigt viel Aufmerksamkeit und gleichzeitig auch ein wenig Kenntnis von der Chronologie.
Die Superkatzen landen laut Band 3-5 (ja, auch das gibt es) deutlich weniger elegant auf der Erde. Und zwar Silvester 2113. Das passt prima zum Zeitstempel, den wir hier sehen. Aber es passt nicht zur Seite 1 in diesem Heft. Da steht etwas von 2200. Das passt schon ein ganzes Menschenleben dazwischen. Es sagt uns aber sehr deutlich, dass dieser Zeitnachweis zu einer Zeit entstanden sein muss, als ich die gesamte Geschichte überarbeitet habe.
Ihr habt damit aber bereits einen Einblick in die Chronologie perse: Die Superkatzen sind uns immer ein Wochentag hinterher bzw. im Wochentag (abhängig von der Konstellation von Schaltjahren). Das ist jetzt nicht wirklich phänomel weit in der Zukunft. Es ist ja sogar in der Vergangenheit. Aber wir reden ja auch nicht von Samstag, dem 09. Oktober 2021 (ich habe diese Zeilen am Montag, den 11. Oktober 2021 geschrieben). Wir reden von einem Freitag. In exakt 118 Jahren. Der Freitag, der 09. Oktober 2139. Die Superkatzen die also Silvester 2113 auf die Erde krachten, taten dies an einem Sonntag. Damit endete für sie die Woche und das Jahr. Echt doof, wenn man an einem Montag keinen Bock auf die Arbeit hat und dann auch noch auf einem fremden Planeten ums Überleben kämpfen muss. Mich würde das schon irgendwie grimmig stimmen.

Bei uns endete das Jahr 1995 übrigens auch mit einem Sonntag und es fing auch mit einem Sonntag an. It's Magic.
Diese Chronologie habe ich aber erst später neu aufgelegt. Denn im Grunde war "2200" im ersten Heft ein Platzhalter für eine unbestimmte Zukunft.
In meiner Eigenschaft alles irgendwann zu fixieren, geschah dies eben auch mit dem Datum der Superkatzen. Und im Jahr 1995 passte das eben erstaunlich gut, auch wenn ich mir sicher bin, dass ich das damals noch nicht wusste.

Jetzt haben wir also 10 Abenteuer "mit" den Superkatzen erlebt. Also 7, wo sie tatsächlich aktiv waren, 2, wo sie wenigstens erklärend auftauchen und 1, wo sie überhaupt nicht stattfinden.
Egal. Sie haben Lawinen verhindert, Wälder und Tiere gerettet, Banden zerschlagen, Diebe gefasst, Dinos identifiert, Geister entdeckt und riesige Roboter zerstört. Das alles auf weniger als 32 Seiten.

Mich freut es jedenfalls, dass ihr offenbar auch eure Freude an dieser Betrachtung hattet. Offenbar ist das so, denn in kaum mehr als einem Monat, wurde hier bereits über 1000 mal reingeschaut.
Ich finde das phänomenal. Schläft das Forum doch sonst, besonders im Bereich Belletristik und Spielen. Komischerweise genau in den Bereichen, wofür es mal erdacht war. Der Kickstarter aus diesem September belegt damit innerhalb kürzester Zeit auf den zehnten Platz im Bereich Belletristik hochgeklickt.

Ihr dürft euch auf weiteren Content freuen, ich habe mehrere Hefte in Peto. Comics, Kurzgeschichten, Bilder. Hier in "Good Old Stories" wird es noch so einiges geben.
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Wir erschießen Wildtiere, weil diese sich unkontrolliert vermehren, wenn keine Raubtiere da sind und die Wälder schädigen. Und wenn sich Wölfe wieder ansiedeln, erschießen wir die auch, weil sie sonst andere Tiere fressen. Klingt nach einem super Marketingkonzept für Munitionshersteller, aber nicht wirklich durchdacht.
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