Almafans Tutorial: Eröffnung und Kritik




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Almafans Tutorial: Eröffnung und Kritik

Beitragvon almafan » Fr 17. Aug 2012, 21:22

Moderne Fantasy-Geschichten gibt es wie Sand am Meer. Sie enthalten alles mögliche und davon meist zuviel. Zauberer, Elfen und Zwerge werden unbesehen verrührt. Der Niederschlag dieser "Epen" findet sich im Bücherregal, aber auch in abertausenden Online- und Offlinespielen. Drittklassige Stories, ohne nennenswerte oder erinnerungswürdige Handlung oder Charaktere. Innovation ist rar. Es ist immer das gleiche:
Jugendliche Helden folgen irgendeiner krytischen Prophezeiung, avancieren in zwei Wochen zum Schwertmeister, Bogenschützen, mächtigen Magier und / oder Meisterdieb, um schlussendlich die Welt zu retten. Vor wem? Na vor dem Superschurken, mit seiner riesigen Armee. Die Armee ist dabei aber scheinbar so ineffizient, wie ihr Herr dumm ist. Andernfalls würde sie die Schreckensherrschaft schnell erlangen und der Heldengruppe nicht Mann für Mann, sondern in voller Truppenstärke gegenüberstehen. Ohne die Willkür und das Eingreifen des Autors würde sich der Böse gar nicht auf seinem Thron des Bösen halten können, stilecht aus den Knochen seiner Feinde gezimmert. Seine Dummheit und Naivität werden nur von seinem langatmigen Dialog übertroffen, den er unweigerlich über dem Helden ergießt, wenn dieser den Bösen endlich zur Strecke bringt. Diabolisch lachend versinkt er im Lavasee, den er dummerweise um seinen Thron hat anlegen lassen. Man will es ja behaglich warm haben und schwarze Burgen sind sonst so schlecht geheizt. Vermutlich sind seine letzten Worte: "Ich komme wieder." Dem Leser oder Spieler wird die Fortsetzung also schon mal angedroht.
Bis es aber soweit ist, muss der Held noch durch allerlei Prüfungen, die sich auf seinem Weg befinden. Drumherumgehen ist nicht. Gnadenlos wird der Kübel mit Spezialeffekten ausgeschüttet, eine machtvolle Attacke ist machtvoller als die zuvor machtvollste. Und so geht es weiter, bis der Endkampf zur Enttäuschung verkommt. Wenn nicht schon vorher, so geht den Schreibern hier meist der Stoff oder der Geschichte die Puste aus. Die stillen Momente fehlen vollends.
Eine einleuchtende, glaubwürdige, stichhaltige Geschichte sucht man ebenso vergebens, wie nachvollziehbare und logische Beweggründe und Motive der Helden. Vom "Weltretten" abgesehen. Eine lebhafte Sprache - und wenn es nur ein schicker Genitiv ist - ist auch mit der Lupe kaum auszumachen. Für einen feinen, der Norm abweichenden, geschmeidigen Satzbau ist keine Zeit. Von Wortwitz fehlt jede Spur. Fantasy besteht für die meisten heute aus Zauberschülern, Barbaren und Kettenhemdbikinis und vielleicht auch den blassen Blutsaugern.

Allerdings gibt es vermutlich auch viele Storytutorials. Eines mehr wird der Schreiber auch nicht lesen. Der Versuch kann trotzdem nicht schaden. Vielleicht irre ich mich ja und das Zeug wird doch gelesen. Ich schreibe dieses Storytutorial in der weisen Einsicht, dass es da draußen viele Schreiber gibt, die viel besser sind als ich. Leute, die sich eine Story in einer Nacht zusammenreimen. Dieses Storytutorial, ich gebe es offen zu, bedient sich bei allerlei anderen Tutorials zu diesem Thema. Es versucht die Essenz all dieser zu erfassen und in einfachen und verständlichen Worten wiederzugeben. Mir ist auch bewusst, dass ich sicher nicht allumfassend jedes Thema erörtern kann, denn auch meine Sicht ist eingeschränkt. Aber zusammen bekommen wir vielleicht ein ordentliches Tutorial auf die Beine.

Das hier vorliegende Tutorial ist in mehrere Themen unterteilt. So kann ich, falls mir weitere Dinge zu einem Thema (z.B. zum Protagonisten) einfallen, diese ohne Unterbrechung ansetzen.

Wünscht ihr ein bestimmtes Thema, so lasst es mich gleich unter diesem Beitrag wissen.
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Früher war alles besser? Heute sorgt in Deutschland die Allgemeinheit dafür, dass alle Wohnung oder Kleidung haben. Die Wohlhabenden geben 50% ihres Einkommens dem Staat, zahlen 80% der Einkommenssteuer, den größten Teil der Körperschafts- und Unternehmenssteuern, sowie einen überproportional hohen Anteil der Umsatzsteuer und sichern so die Grundversorgung der Armen. Kennt jemand eine Ära, in der es mehr Gerechtigkeit gegeben hätte?
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