REVIEW: CrossCode




Habt ihr etwas gelesen, gesehen oder gespielt, über das ihr euch austauschen wollt? Dann bist du hier richtig.

REVIEW: CrossCode

Beitragvon TitanKämpfer » Fr 22. Sep 2017, 21:59

Nachdem ich nun nach nicht einmal einer Woche bereits 24 Stunden Spielzeit in CrossCode gesteckt habe (und es dabei nicht einmal durchgespielt habe, obwohl es sich um eine Early Access Version handelt!), möchte ich mal eine Review dazu verfassen.

CrossCode

Bei CrossCode handelt es sich um ein IndieRPG, der Entwicklergruppe Radical Fish Games, in welcher auch einige alte Hasen der ehemaligen deutschen Maker-Szene sitzen, wie etwa Henning „GFlügel“ Hartmann oder auch Felix „Lachsen“ Klein (welcher z.B. für Projekte wie Velsabor bekannt sein dürfte). Zur Zeit befindet sich das Spiel auf Steam noch in einer Early Access Phase, kann dort aber bereits für 19,99€ erworben werden.


1. Story



Die Geschichte CrossCodes folgt dem Charakter namens „Lea“, welche sich in das fiktionale, weit in der Zukunft liegende MMO „CrossWorlds“ einloggt. Lea ist allerdings keine gewöhnliche Spielerin, leidet an Amnesie und kann sich zusätzlich aufgrund eines Fehlers im Sprachmodul ihres Avatars auch kaum verbal ausdrücken, wobei der Programmierer Sergey ihr nach und nach neue Wörter als ein Workaround einprogrammiert. CrossWorld ist dabei aber auch nicht das typische Onlinespiel wie man es kennt, da es nicht rein virtuell abläuft. Spieler steuern einen Avatar auf dem Mond Shadoon. Avatare bestehen dabei aus sogenannter „Instant-Materie“, welche auf dem Mond, welcher voll und ganz dem Spiel gewidmet ist, natürlich vorkommt. Während die beiden Figuren Sergey und Carla, als auch der Kapitän, der unter den Namen „Jet“ bekannt ist, ihr alles nötige beibringen, taucht ein mysteriöser Spieler auf, welcher es irgendwie geschafft hat aus dem eigentlichen Spielareal zu entkommen und offenbar etwas über Lea weiß und diese sogar entführen will. Lea kann eine vom unbekannten Spieler erschaffene Roboterkrabbe besiegen, flieht dann aber über einen Teleporter zum eigentlichen Anfängerbereich, während der Kapitän und seine Mannschaft den unbekannten Angreifer aufhalten. Warum Lea nun allerdings überhaupt CrossWorlds spielen soll und was das mit ihrer Amnesie zu tun hat, gilt es im Laufe der Story herauszufinden.

2. Gameplay


Bei CrossCode handelt es sich um ein RPG und spielt sich daher auch wie man es von RPGs gewohnt ist. Man nimmt Quests an und löst diese, kämpft und rüstet sich aus um stärker zu werden und erforscht zahlreiche Gebiete. Während das Spiel zwar optisch wie ein klassisches 16-Bit JRPGs wirkt, ist das Kampfsystem allerdings ein sogenanntes Actionkampfsystem. In diesen Kampfsystem können wir neben den natürlich üblichen Dingen wie Schlagen und blocken auch dashen, Fähigkeiten und Items einsetzen und auch VRP (Virtual Ricochet Projectiles) abfeuern. Außerdem besitzt jeder Gegner stärken und schwächen und erfordert für das effektive bekämpfen unterschiedliche Taktiken. Während die ersten Gegner (Hedgehags) sich zwar noch recht gut mit einfachem drauf prügeln treffen lassen, erfordern andere Gegner, wie etwa Hillkats schon den Einsatz von VRP-Angriffen. Jeder oder zumindest fast jeder Gegner hat zudem einen Zeitpunkt indem ein gekonnter Treffer zum sogenannten Break-Status führt. In diesen ist der Gegner gelähmt und besonders verwundbar. Es gilt daher stets herauszufinden, wie man diesen beim jeweiligen Gegner erzielt. Auch anders als bei den einigen klassischen Action-RPG Vertretern wie etwa Terranigma, kann der Spieler zudem von weiteren Charakteren begleitet werden, welche dann von einer KI gesteuert werden. Diese kann im übrigen über Optionen verfeinert werden, sodass man z.B. einstellen kann, ob sie ihre Ziele selbst wählen oder auf den selben Gegner wie der Spieler, bzw. eventuell eben nicht auf das selbe Ziel schlagen sollen.


Eines der Herzstücke CrossCodes sind wohl allerdings die zahlreichen Rätsel. Mal gibt es einfache Rätsel, wie etwa einfach nur das herausfinden eines richtigen Pfades, mit dem man zu einer Truhe springen kann oder das einfache Treffen eines Hebels mit VRPs, mal aber auch schwerere, wie etwa das wortwörtliche um die Ecke decken um Schüsse gezielt abprallen zu lassen. Dies klingt natürlich einfacher als es ist, wird aber von Dungeon zu Dungeon etwa mit neuen Gameplay Mechaniken erschwert. So müssen im ersten Dungeon vielleicht Blöcke verschoben werden, damit eine Kugel richtig abprallen kann, während im nächsten Dungeon bereits mit Elementen gearbeitet wird und Eisblöcke geschmolzen oder Felsen gesprengt werden müssen. Nicht selten benötigen spätere Rätsel aber auch richtiges Timing, welches meiner Meinung nach manchmal leider keine Gnade zeigt, wodurch man schon manchmal eine Weile an einem Rätsel hängen kann und das nicht etwa weil man nicht weiß was zu tun wäre. Aber nicht nur Dungeons sind mit Rätseln gefüllt, sondern teilweise findet man diese auch, wenn auch in einfacherer und simplerer Form außerhalb auf, etwa um an bestimmte Kisten zu kommen.

Ein Blick in das Menü, offenbar im übrigen ebenfalls zahlreiche Features. Im Punkt „Circuit“, können wir etwa in einer Art Skill-Tree neue Fähigkeiten freischalten, sowie einige Attribute boosten, wobei das jeweils CP kostet, die wir durch Level-Ups erhalten. Der Circuit Tree ist dabei in jedes freigeschaltete Element untergliedert und kann verschiedenen geskillt werden, sodass man eventuell während man im Feuerelement ist mehr HP hat, als etwa wenn man gerade ohne Element spielt. Leveln oder der Circuit-Tree sind allerdings nicht unbedingt geeignet um Attribute zu pushen, da dies hauptsächlich über die Ausrüstung geschieht, welche man entweder findet, ertauscht oder kauft. Eine weitere Funktion ist etwa die Map, mit der uns nicht nur orientieren können, sondern auch noch Marker platzieren können, wodurch man sich etwa Kisten markieren kann, die man mit aktuellen Stand vielleicht noch nicht erreichen kann oder zu denen man bis jetzt noch keinen Weg gefunden hat. Ebenso kann im Menü über eine Enzyklopädie viel über die Spielwelt gelesen werden, im Questlog aktuelle Quests angesehen und favorisiert werden und noch einiges mehr.


3. Präsentation



CrossCode besitzt einen 16-Bit Retro-Look, mit viel liebe zum Detail. Figuren sind hierbei recht flüssig animiert, wichtige Charaktere besitzen in Dialogen richtige Avatare, welche sogar Emotionen und Posen zeigen und es gibt Licht- und Schatteneffekte welche zur jeweiligen Atmosphäre. Die Gebiete der Spielwelt bieten eine größere Abwechselung, so gibt es das typische leicht europäische Setting, den verschneiten Bergpfad „Bergen Trail“, sowie das an ein futuristisches Nepal erinnernde Örtchen „Bergen“ oder aber auch die Wüste „Maroon Valley“, mitsamt Wüstenstadt, Pyramidentempel, aber auch einem Dschungel im Süden. Was allerdings zu bemängeln wäre, ist die optische Höhe. Lea kann über Abgründe springen, allerdings lassen sich Höhen zwischen verschiedenen Plattformen nicht so gut abschätzen, besonders dann, wenn man nach Süden springen will, da man hier ja aufgrund der 2D-Optik nicht immer sehen kann wie hoch diese Wand ist. Aber auch Sprünge nach Norden können gelegentlich nicht unbedingt erkennbar sein, so ist es schon einmal vorgekommen, das ich selbst erst bemerkt habe dass man über einen gewissen Abgrund springen kann, nachdem ich einen Kisten-Guide auf Youtube gesucht habe, als ich nicht heraus gefunden habe, wie ich die letzte Truhe im Gebiet erhalten kann. Stellte sich dann allerdings heraus, dass das was ich als hohe Wand angesehen habe, eigentlich nur eine tiefe Schlucht war und beide Plattformen nur etwas weiter auseinander lagen.
Auch vom Ton her kann sich CrossCode sehen oder viel eher hören lassen. Musik ist stets passend für die jeweilige Situation und das jeweilige Gebiet und einige wichtige Charaktere besitzen sogar ihr eigenes Thema, wie etwa ‚Apollo‘ oder Emilie a.k.a. ‚Emilinator‘‘.


Die Liebe zum Detail zeigt sich ebenso in den Charakteren, denn auch diese sind recht vielfältig. Zum einen hätten wir Emilie. Allein aus ihren Dialogen, in welchen sie oft einige französische Wörter einwirft, kann man wohl entnehmen, dass sie eben aus Frankreich stammt. Außerdem erfahren wir auf der gemeinsamen Reise immer wieder neue Dinge über sie, da sie etwa bei Begegnung mit bestimmten Gegnern davon spricht, wie sie einige Monster an Dinge aus ihrer Kindheit erinnern. Lukas Fink alias ‚Schneider‘, scheint Deutsch zu sein, da er auch in den englischen Dialogen einige deutsche Worte nutzt wie etwa „Zeug“ und „ja“ und auch eben die Tatsache das sein Name „Schneider“ ist, weil er die Triblader spielt der, nunja, Sachen zerschneidet. Und dann gibt es noch weitere Charaktere wie etwa Apollo, der später eine Art Rivale wird oder C‘Tron der oft etwas vergesslich ist und immerzu auf Unlogiken in der Spielwelt hinweist. Ein weiteres kleines liebevolle Detail ist, dass auch NPCs, welche andere Spieler darstellen, ab und zu Dialoge führen, denen man „lauschen“ kann und sogar über die Analyse Funktion ihre Nutzernamen sehen kann.

4. Fazit

Zwar hat CrossCode so einige Mängel, besitzt noch ein paar Fehler und ab einen gewissen Punkt sind Dialoge nur noch in Englisch erhältlich, das lässt sich aber verzeihen, da es sich nun einmal noch um eine Early Access Version handelt. Dafür bietet das Spiel aber definitiv schon eine Menge Content, mit dem man laut Entwicklern (inklusive dem optionalen) bereits bis zu 50 Stunden verbringen kann und wird im Gegensatz zu einigen anderen Early Access Titeln tatsächlich weiter entwickelt. Es ist sogar möglich den Entwicklern gelegentlich über Twitch in Gamedev-Stream zuzuschauen, wobei diese sich eher um Leveldesign und Sprite-Erstellung drehen. Allerdings kann man hier sogar den Entwickler eigene Fragen stellen und Kommentare abgehen, da diese hierauf eingehen.

Ich persönlich kann das Spiel aufjedenfall empfehlen. Wer allerdings den angesprochenen Problemen aus dem Weg gehen will, sollte eventuell noch auf den vollen Release warten.

Hier noch der offizielle Trailer und die Steam Shop Seite:


http://store.steampowered.com/app/368340/CrossCode/
Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm, beim Nazi hingegen ist es anders herum!
Benutzeravatar
TitanKämpfer
Landgraf
Landgraf
 
Beiträge: 571
Registriert: Mi 23. Mär 2011, 15:05
Wohnort: Dresden

von Anzeige » Fr 22. Sep 2017, 21:59

Anzeige
 

TAGS

Zurück zu Reviews & Spieletipps


Wer ist online?

0 Mitglieder

cron