... der fraglichen Notwendigkeit med Untersuchungen




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... der fraglichen Notwendigkeit med Untersuchungen

Beitragvon vlindertje » Mo 19. Aug 2013, 10:50

Ich weiß, dies ist ein sehr umfassendenes Thema, da man alle möglichen Untersuchungen aufführen könnte. Tatsächlich hat mich eine Untersuchung auch selbst zu dem Gedanken gebracht einfach mal darüber mit euch zu reden. Mich würde intressieren, wie ihr darüber denkt? Ist es verantwortungslos in euren Augen empfohlene medizinische Untersuchungen nicht zu machen? Ist es unverantwortlich nicht alle Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen, die angeboten werden? Oder denkt ihr, daß unsere Gesellschaft übertrieben vorsichtig geworden ist und sich gegen alles "absichern" will? Wo seht ihr die Verantwortung jedes Einzelnen? Ab wann beginnt Panikmache?

Unabhänig von der Kostenübernahme einer Krankenversicherung (oder eben nicht) hat sicher ein jeder so seine Meinung dazu. Es gibt ja auch unzählige Punkte und Untersuchungen für die unmöglichsten Krankheiten, die man hier anführen kann. Ich weiß noch nicht einmal, ob man all dies hier überhaupt auf einen Punkt bringen kann, aber darum geht es ja glücklicherweise nicht sondern eher um einen Austausch von Gedanken und Meinungen.
Zuletzt geändert von vlindertje am Mo 19. Aug 2013, 11:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon vlindertje » Mo 19. Aug 2013, 11:23

Die Untersuchung zum Beispiel, die so ein heikles und gut diskutiertes Thema ist, ist das Ersttriemesterscreening in der Schwangerschaft. Dies ist eine Vorsorgeuntersuchung, die, im ersten Teil der Untersuchung, eine Prozentuale Wahrscheinlichkeit "vorhersagt" mit der das noch Ungeborene eine Chromosomveränderung hat (meist eine Trisomie). Der zweite Teil der Untersuchung, via Fruchtwasserpunktion, kann dann eine 100% Aussage treffen, wobei allerdings das 0,5 prozentige Risiko besteht, daß nach der Untersuchung eine Fehlgeburt erlitten wird und das Kindchen abgeht.

Wenn man ein behindertes Kind hat, so wie mein Jeschua war zum Beispiel, bekommt man sehr oft die Frage gestellt, ob man dies schon vor der Geburt gewußt habe. Ich frage mich, was denn den Unterschied machen würde. Doch was die Fragenden oftmals meinen ist: Hätte man "dies" nicht verhindern können - also so ein Leben? Hätte man denn nicht die Möglichkeit der Abtreibung nutzen müssen? Warum hat man nicht eingegriffen?

Behinderungen scheinen für viele Menschen unserer Gesellschaft etwas vermeidbares zu sein. Der Glaube an die Medizin ist groß. Die allgemeine Meinung ist, daß genügend Vorsorgeuntersuchungen zur Verfügung stehen, um Behinderungen vermeiden zu können. Wenn jemand dann doch ein behindertes Kind bekommt, so läge dies doch in deren eigenen Verantwortung.

Durch unzählige mögliche Untersuchungen und seltsamen Berichten in Fernsehn und Zeitung über die Möglichkeiten der Vorsorge, sind viele der Meinung, daß Behinderung heutzutage nicht mehr sein müßte. Dies ist leider auch der Grund, warum Menschen mit Behinderung oder auch deren Familien noch immer stikmatisiert werden.

So, wie bei unzähligen Schwangeren, kam auch bei mir das Angebot, zusätzliche Schwangerschaftsuntersuchungen zu machen, um möglichst sicher zu stellen, daß es dem ungeborenem Kindchen gut geht. Bei uns stellt sich, laut Ärztin "erst recht" die Frage, ein Ersttriemesterscreening durchführen zu lassen. Hierbei wird die Nackenfalte gemessen und Blut bei mir abgenommen. Im Anschluß wird die Wahrscheinlichkeit berechnet, mit der unser Kind eine Chromosomveränderung hätte. Eine genaue Sicherheit würde danach eine Fruchtwasseruntersuchung bringen, bei der Fruchtwasser entnommen und genau untersucht wird.

Welche Verantwortung hat man in so einem Fall als Eltern? Darf man so eine Vorsorgeuntersuchung ablehnen - und dies mit ruhigem Gewissen? Die Gesellschaft sieht hier eindeutig die Verantwortung bei den Eltern. Wie seht ihr dies? Läßt sich eine Behinderung tatsächlich aussschließen, wenn man alle Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt? Ist Behinderung vermeidbar (ggf. durch Abtreibung bei "Gefahr")?

Wie ich selbst darüber denke? Nun, es gibt Vorteile und Nachteile einer Untersuchung. Aber ich habe mich auch mit einem kritischen Text auseinander gesetzt http://forum.sexualaufklaerung.de/index.php?docid=998 und mit all den positiven Gedanken dazu, die man schnell findet sowie der neutralen Aussage der Humangenetik http://www.genetik-dresden.de/seite/ersttrimesterscreening.

Meine derzeitige Tendenz: Ich glaube nicht, daß mir ein Ersttriemesterscreening den erhoften Seelenfrieden bringt, den ich mir für eine beruhigte Schwangerschaft wünsche. Auch glaubt meine Ärztin, daß mir dies aus psychologischer Sicht Ruhe bringen würde, widerspreche ich, denn bei meinem Jeschua waren diese Gene auch gesund und unauffälig.
Eine weitre Frage die bleibt, ist, wie man mit dem Ergbnis umgeht. Welche Folgen hat dies - zB weitere Untersuchungen? Würde der erste Teil des Ersttriemesterscreenings ausreichen, um Ruhe zu finden, oder wären Angaben, wie 1:300 oder 1:500 mir zu vage oder die Aussage, daß das Kind zu 99,7% gesund sei sicher genug - also diese Chromosomstörungen betreffend?

Ich glaube, daß jeder dies für sich entscheiden muß. Auf jeden Fall. Dennoch möchte ich hier gern mit euch darüber reden, denn die Gesellschaft sieht genau hier ja die Eltern in der Verantwortung, Behinderung zu vermeiden und dem Kind "das Leiden zu ersparen". Auch ist der Druck auf junge Eltern groß, Verantwortung zu übernehmen und diese Untersuchungen stehen schließlich zur Verfügung. Selbst von ärztlicher Seite wird suggeriert, daß "gute Eltern" jede mögliche Vorsorgeuntersuchung, die empfohlen wird, wahrnehmen.

Wie seht ihr daß? Welche Verantwortung hat jeder Einzelne? Was ist Leichtsinnig in diesem Zusammenhang oder gar verantwortungslos?
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