Vitamine und Spurenelemente




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Re: Vitamine und Spurenelemente

Beitragvon almafan » Mi 15. Mai 2019, 15:13

Kaliumbedarf und Ursachen und Folgen von Kaliummangel und -überversorgung

2g Kalium am Tag standen ja schon im Raum. So manches Institut hätte aber gern eine höhere Zufuhr, auch für Prävention gegen diverse Krankheitsbilder.

Das Food and Nutrition Board (FNB) der USA und Kanada erachtet unter präventiven Aspekten für alle Erwachsenen eine Einnahme von 4,7 g/Tag (bzw. 120mmol/Tag) als angemessen. Diese Kaliummenge ist aufgrund neuer Erkenntnisse erforderlich, um chronischen Erkrankungen wie erhöhtem Blutdruck, Kochsalzsensitivität, Nierensteinen, Verlust an Knochenmasse oder Schlaganfällen vorzubeugen bzw. sie zu vermindern oder zu verzögern.

Laut der Nationalen Verzehrsstudie II (NVS II) liegt die Kaliumzufuhr in Deutschland im Mittelwert bei 3,1 g/Tag bei den Frauen und 3,6 g/Tag bei Männern. Von 75% der Männer und 90% der Frauen wird die vom FNB empfohlene Zufuhr von 4,7 g Kalium pro Tag nicht erreicht.

Die Referenzwerte in Deutschland für Kalium wurden 2016 überarbeitet. Da keine experimentell ermittelten Daten zum Kaliumbedarf vorliegen, wurden zur Ableitung der Referenzwerte für die Kaliumzufuhr zum einen die beobachtete Zufuhr von in Deutschland lebenden Frauen und Männern und zum anderen präventive Aspekte hinsichtlich Bluthochdruck und Schlaganfall berücksichtigt. Zur Prävention scheint eine Kaliumzufuhr von 3500 bis 4700 mg pro Tag geeignet zu sein. Die anhand der Kaliumausscheidung von in Deutschland lebenden Frauen und Männern (aus der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland, DEGS, 2008-2011) geschätzte Kaliumzufuhr in der Bevölkerung liegt ebenfalls in diesem Bereich. Daher wird als Schätzwert für eine angemessene Zufuhr 4000 mg/Tag angegeben. Früher wurde ein Schätzwert für eine minimale Zufuhr angegeben.

Die überarbeiteten Schätzwerte für eine angemessene Kaliumzufuhr sind abhängig vom Alter. Die Schätzwerte für Säuglinge orientieren sich am Kaliumgehalt der Frauenmilch und betragen im Alter von 0 bis unter 4 Monaten 400 mg/Tag und im Alter von 4 bis unter 12 Monaten 600 mg/Tag. Für Kinder und Jugendliche werden die Schätzwerte anhand der Werte für Erwachsene abgeleitet. Für die 1- bis unter 4-Jährigen beträgt der Schätzwert 1100 mg/Tag und steigt auf 3600 mg/Tag für die 13- bis unter 15-Jährigen an. Ab 15 Jahren sowie für Erwachsene und Schwangere beträgt der Schätzwert 4000 mg/Tag. Bei Stillenden beträgt der Schätzwert für eine angemessene Kaliumzufuhr 4400 mg/Tag.

Wie wird die Kaliumzufuhr in der Bevölkerung bestimmt?

Es gibt zwei Methoden:
Zum einen anhand des Verzehrs (z.B. durch Ernährungsprotokolle), was jedoch zu Ungenauigkeiten in den Ergebnissen führen kann, aufgrund potenzieller Unterschätzung des Lebensmittelverzehrs.
Zum anderen kann man die Kaliumausscheidung im Urin mitteln. Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Kaliumausscheidung über den Urin um die Absorptions- und Ausscheidungsrate von Kalium mit einem Umrechnungsfaktor korrigiert werden muss.

Was sind die Ursachen eines Kaliummangels?

Häufige Ursache für einen Kaliummangel (Hypokaliämie) sind starke Kaliumverluste durch z. B. Erbrechen, den Gebrauch von abführenden Mitteln, die Einnahme harntreibender Medikamente oder chronische Durchfälle. Außerdem kann ein Kaliummangel als Folge von langanhaltender Unterernährung und bei eine Überfunktion der Nebennieren (Conn-Syndrom) auftreten.

Ein Kaliummangel infolge einer geringen Kaliumzufuhr über die Ernährung ist selten.

Was sind die Folgen eines Kaliummangels?

Durch einen Kaliummangel wird vor allem das Nerven- und Muskelsystem beeinflusst. Zu den Folgen eines Kaliummangels zählen Muskelschwäche, Lähmungen sowie Herzrhythmusstörungen (Tachykardie).

Was sind die Ursachen für eine Kaliumüberversorgung?

Eine Kaliumüberversorgung (Hyperkaliämie) kann mehrere Ursachen haben. Zum einen kann die Ausscheidung über die Nieren gestört sein, z. B. aufgrund von akutem oder chronischem Nierenversagen. Ebenso können katabole (abbauende) Prozesse und Schädigungen der Körperzellen zu einem erhöhten Ausstrom von Kalium aus den Zellen führen.

Über die Ernährung werden in der Regel nicht mehr als 5 g bis 6 g Kalium pro Tag zugeführt. Die Zufuhr über die Ernährung ist bei intakter Nierenfunktion unbedenklich. Anders verhält es sich bei der Einnahme von Kaliumpräparaten, da darüber in kurzer Zeit sehr hohe Mengen an Kalium zugeführt werden können. Die Einnahme von kaliumhaltigen Mono-Präparaten sollte daher nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Was sind die Folgen einer Kaliumüberversorgung?

Die Folgen einer Kaliumüberversorgung können Darmverschluss, Muskelschwäche und -lähmung, Lungenversagen und Herzrhythmusstörungen (Tachykardie) sein.

Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. © 2019 DGE.

USDA National Nutrient Database (2011)

Die "Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland" (DEGS) wird vom Robert Koch-Institut (RKI) durchgeführt. DEGS ist Teil des Gesundheitsmonitorings des RKI. Mit der Studie erhebt das Institut seit 2008 bundesweit Daten zur Gesundheit der in Deutschland lebenden Erwachsenen.
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Früher war alles besser? Heute sorgt in Deutschland die Allgemeinheit dafür, dass alle Wohnung oder Kleidung haben. Die Wohlhabenden geben 50% ihres Einkommens dem Staat, zahlen 80% der Einkommenssteuer, den größten Teil der Körperschafts- und Unternehmenssteuern, sowie einen überproportional hohen Anteil der Umsatzsteuer und sichern so die Grundversorgung der Armen. Kennt jemand eine Ära, in der es mehr Gerechtigkeit gegeben hätte?
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