Urban Legends




Religion, Esoterik, Verschörungstheorien und andere Dinge.

Urban Legends

Beitragvon almafan » Di 4. Mär 2014, 18:24

Moderne Sagen, auch moderne Mythen, Großstadtlegenden (englisch: urban legends, urban myths, urban tales, contemporary legends), verwandt mit Ammenmärchen und Schauermärchen, sind mehr oder weniger skurrile Anekdoten, die mündlich, inzwischen meist auch per E-Mail oder über soziale Netzwerke (oft als Fake News oder Hoax), weitergegeben werden und deren Quelle sich in aller Regel nicht mehr zurückverfolgen lässt. In seltenen Fällen werden sie auch, bedingt durch unzureichende Recherche, als Nachrichten in einem oder mehreren Medien verbreitet (Zeitungsente).

Inhaltsverzeichnis:
  • 10-Spinnen-Mythen (Link)
  • Weberknechte, die totbringenden Monster
  • Der unmögliche Hummelflug
  • Das Quak-Quak und das Echo
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Früher war alles besser? Heute sorgt in Deutschland die Allgemeinheit dafür, dass alle Wohnung oder Kleidung haben. Die Wohlhabenden geben 50% ihres Einkommens dem Staat, zahlen 80% der Einkommenssteuer, den größten Teil der Körperschafts- und Unternehmenssteuern, sowie einen überproportional hohen Anteil der Umsatzsteuer und sichern so die Grundversorgung der Armen. Kennt jemand eine Ära, in der es mehr Gerechtigkeit gegeben hätte?
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Re: Urban Legends

Beitragvon almafan » Do 1. Aug 2019, 23:27

10 Spinnen-Mythen

http://www.ratioblog.de/entry/zehn-spinnen-mythen
Die behandelten Themen sind:
- Mythos #1: Es gibt nur wenige "Giftspinnen"
- Mythos #2: Man schluckt im Leben versehentlich etwa 10 Spinnen
- Mythos #3: Spinnenweibchen fressen bei der Paarung immer die Männchen
- Mythos #4: Spinnfäden sind fester als Stahl
- Mythos #5: Spinnfäden trocknen an der Luft
- Mythos #6: Spinnen legen ihre Eier in die menschliche Haut
- Mythos #7: Spinnen sind nicht gefährdet
- Mythos #8: Weberknechte sind auch Spinnen
- Mythos #9: Alle Spinnen haben 8 Augen
- Mythos #10: Vogelspinnen fressen auch Vögel
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Früher war alles besser? Heute sorgt in Deutschland die Allgemeinheit dafür, dass alle Wohnung oder Kleidung haben. Die Wohlhabenden geben 50% ihres Einkommens dem Staat, zahlen 80% der Einkommenssteuer, den größten Teil der Körperschafts- und Unternehmenssteuern, sowie einen überproportional hohen Anteil der Umsatzsteuer und sichern so die Grundversorgung der Armen. Kennt jemand eine Ära, in der es mehr Gerechtigkeit gegeben hätte?
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Re: Urban Legends

Beitragvon almafan » Mo 23. Sep 2019, 12:20

Weberknechte, die totbringenden Monster


Der Weberknecht bringt einige Namen mit: Schneider, Schuster, Kanker, Opa Langbein und in der Schweiz auch Zimmermann. Sein wissenschaftlicher Name ist Opiliones.
Er gehört, wie Skorpione, Pseudoskorpione, Walzspinnen und Milben zu den Spinnentieren (Arachnida), ist selbst aber keine Spinne. Die genaue systematische Position der Weberknechte innerhalb der Spinnentiere ist bislang nicht geklärt. Seine Ordnung umfasst weltweit etwa 6.600 bekannte Arten mit Körperlängen von 2 bis 22 Millimetern. Es gibt Weberknechtarten, die gedrungen und milbenförmig sind, und die bekannteren langbeinigen.
Die in Deutschland heimischen Arten sind recht possierlich, neben dem größten Vertreter der Weberknechte Trogulus torosus aus der Familie der Trogulidae, dessen Körper 22 Millimeter beträgt. Teilen muss er sich diesen Titel mit Mitobates stygnoides, die zwar selbst nur 6 Millimeter Körperlänge misst, dafür aber 160 Millimeter lange Beine hat.

In Mitteleuropa sind etliche Arten der Weberknechte zumindest regional gefährdet.

Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal für Laien zu den Webspinnen ist die Verwachsung des Vorder- und Hinterkörpers. Letzteres wiederum ist stets gegliedert.
Der Fachmann erkennt zusätzlich, das Fehlen von Spinn- und Giftdrüsen im engeren Sinne. Allerdings verfügen sie über Stinkdrüsen, die üblicherweise giftige Substanzen absondern. Und sie haben, im Gegensatz zu Webspinnen, mit einem Penis ein echtes Geschlechtsorgan.

Die meist in der Bodenschicht lebenden Weberknechte bauen keine Fangnetze, sondern ernähren sich hauptsächlich von mikroskopisch kleinen Gliederfüßern und auch von toten Insekten. In der lockeren Streu des Laubwaldes, in Gärten, Wiesen, Hecken oder naturnahen Parks grasen sie mit ihren Cheliceren (#1) abgestorbene Pflanzenteile ab, auf denen mikroskopisch kleine, zersetzende Tiere sitzen. Trotzdem besiedeln sie auch die Bodenschicht oder Bodennähe in extremen Biotopen und Ökosystemen, wie Dünen, Mooren, Heiden. Bis auf wenige Ausnahmen sind Weberknechte nachtaktiv.

Manche Arten kommen tagsüber an geschützten Stellen zu Ruhegemeinschaften zusammen. Dicht gedrängt bilden sie auch Überwinterungsgesellschaften, die sich jedoch bei der kleinsten Störung sofort auflösen können. Diese Gesellschaften können bis zu 70.000 Individuen umfassen. Trotzdem gelten Weberknechte als Alleingänger. Die meisten treffen sich sonst nur zur Paarungszeit.

Die Intensivierung der Forst- und Landwirtschaft führte zu einem rapiden Verlust von Biotopen wie Hecken, Knicks- und Bruchwäldern, aber auch zu einer quantitativen wie qualitativen Verringerung der Streuschicht in Wiesen und Wäldern und anderen Elementen dieser Lebensräume, wie zum Beispiel Totholz. Damit ist die intensive Landnutzung die Hauptursache für den Rückgang einiger Arten dieser Tiergruppe.

Fossilien finden sich hauptsächlich in Bernstein, insbesondere dem baltischen aus Eozän bis Oligozän. Da sie aber bei Gefahr (wie etwa eine klebrige Harzoberfläche) einzelne Beine abwerfen können, sind die Funde recht selten. Das erklärt auch die hohe Zahl von Einzelbeinen im Bernstein, die in der Regel aber keiner genauen Weberknechtart zugeordnet werden können.
Außer in Bernstein sind in karbonischen Formationen fossile Reste von Weberknechten gefunden worden. Die bemerkenswerte große Überlieferungslücke zwischen Karbon (vor mehr als 300 Millionen Jahren) und dem Eozän (vor ca. 50 Millionen Jahren) erklärt sich aus der weichkörprigen Ausbildung der Weberknechte, die eine Fossilisation sehr erschwert.


Nach all dem Wissenswerten, nun aber endlich zum modernen Gerücht, das sich insbesondere in den USA hält, aber ich auch schon hören durfte und genau deswegen nachgeforscht habe:

Weberknechte sollen über ein extrem starkes, selbst für Menschen tödliches Gift verfügen, dass sie aber aufgrund ihrer winzigen Kieferklauen nicht in ihre Opfer injizieren können.

Was ist davon zu halten?
Zwar verfügen Weberknechte tatsächlich nur über relativ kleine Kieferklauen, die zu schwach sind, um die menschliche Haut zu verletzen. Aber selbst, wenn das Kieferwerkzeug stark genug wäre gebe es keinen Grund zur Sorge.
Die Klauen haben keine Giftkanäle für eine Injektion und - wie weiter oben schon erwähnt - Der Weberknecht besitzt gar keine Giftdrüsen zur Produktion eines solchen Giftes. (#2)

A-#1 - Als Chelicere (gemeinsprachlich Chelizere) oder Kieferklaue wird das kennzeichnende Merkmal der Kieferklauenträger (Chelicerata) bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine zu einem Mundwerkzeug umgewandelte Extremität im Kopfbereich, die vor der Mundöffnung liegt.

#2 - The Spider Myths Site: Daddy-Longlegs
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Re: Urban Legends

Beitragvon almafan » Do 26. Sep 2019, 07:40

Der unmögliche Hummelflug

Die Hummeln (Bombus) sind eine zu den Echten Bienen gehörende Gattung staatenbildender Insekten. Die im weiblichen Geschlecht über einen Wehrstachel verfügenden Hautflügler (Hymenoptera) gehören zu den Stechimmen, auch Wehrimmen genannt. Sie kommen überwiegend in den gemäßigteren und kühleren Regionen der Nordhalbkugel vor.


Ein Hummelvolk besteht je nach Art aus etwa 50 bis 600 Tieren und einer Königin. Die Mehrzahl der Tiere sind Arbeiterinnen, daneben gehören zum Volk auch Männchen, die wie auch bei den Honigbienen Drohnen genannt werden, sowie Jungköniginnen. Ein Volk überlebt in Europa nur einen Sommer und ist gewöhnlich im September abgestorben. Es überwintern einzig die begatteten Jungköniginnen, die im frühen Frühjahr des nächsten Jahres allein auf sich gestellt mit der Anlage eines Nestes und damit der Gründung eines neuen Staates beginnen. Solche Königinnen erreichen ein Alter von bis zu zwölf Monaten, von denen sie bis zu acht Monate in Winterruhe verbringen. Drohnen und Arbeiterinnen erreichen dagegen in der Regel nur ein Alter von drei bis vier Wochen.

Während Honigbienen erst ab einer Außentemperatur von mindestens 10 °C ausfliegen, sind Hummelköniginnen im zeitigen Frühjahr bereits ab 2 °C und Hummelarbeiterinnen ab 6 °C beobachtbar, da sie die zum Fliegen notwendige Körpertemperatur durch Vibration der Brustmuskulatur erzeugen.

Seit dem Ende der 1980er Jahre werden Hummeln beim kommerziellen Anbau von Obst und Gemüse als Bestäuberinsekten eingesetzt. Von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist ihre Verwendung beim Treibhausanbau von Tomaten. Weltweit werden jährlich Millionen von Hummelnestern künstlich aufgezogen und an Gemüsebauern versendet. Die wichtigste Art bei der kommerziellen Zucht ist die Dunkle Erdhummel.
Aber auch Hummeln, wen sollte es groß wundern, sind regional bedroht.

Und auch, wenn wir wieder viel gelernt haben, ... Wartet mal, laut Aerodynamik können Hummeln doch gar nicht fliegen. Wie sollen die... Sie tun es doch trotzdem.

Und genau das nennt man das Hummel-Paradoxon.

Die Physik sagt nein, doch die Hummel kümmert das nicht.

Und genau dieser Widerspruch wird auch von Wissenschaftsgegnern und Esoterikern gern genutzt, um zu erklären, dass irgendeine ihrer Schwurbeleien ja sowas von richtig ist, die Wissenschaft das aber falsch sieht oder noch nicht bereit ist. Genau deshalb werden diese bahnbrechenden Erkenntnisse unterdrückt.

Wo kommt das Hummel-Paradoxon eigentlich her?
Die Geschichte kursierte Anfang der 1930er Jahre zunächst als Scherz unter Studenten des renommierten Aerodynamikers Ludwig Prandtl an der Universität Göttingen und wurde ganz dankbar von der Presse aufgenommen (#1, #2).
Nach dieser Geschichte soll eines Abends in einer Gaststätte ein Biologe einen Aerodynamiker gefragt haben, warum eine Biene oder Hummel fliegen könne. Die Antwort des Aerodynamikers soll nach einer kurzen Berechnung auf einem Bierdeckel oder einer Serviette in etwa so gelautet haben:

Die Hummel hat 0,7 cm² Flügelfläche und wiegt 1,2 Gramm. Nach den Gesetzen der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen.

Der Aerodynamiker soll seine Berechnungen vor dem Hintergrund, dass er die Flügel der Hummel fälschlich als steif angenommen hatte, nochmals überdacht haben. Aus der späteren Antwort ließ sich aber wohl keine Schlagzeile mehr machen. Es ist umstritten, wer dieser Aerodynamiker gewesen sein soll. In einigen Quellen wird vermutet, dass es sich um den Schweizer Gasdynamiker Jacob Ackeret (1898–1981) gehandelt haben könnte. Nach anderen Quellen war es André Sainte-Laguë, ein Mathematiker und Mitarbeiter des französischen Entomologen Antoine Magnan. Letzterer erwähnt eine ähnlich lautende Behauptung seines Assistenten zum Flug der Insekten im Jahr 1934 in seinem Buch "Le Vol des Insectes" (deutsch Der Flug der Insekten) (#3).


Und nun?

Tatsächlich existiert hier kein Paradoxon. Hummeln sind sehr viel kleiner als Flugzeuge. Sie bewegen sich jedoch in der gleichen Luft mit der gleichen Dichte und der gleichen Viskosität. Dies hat zur Folge, dass die Reynolds-Zahl (#4) für den Hummelflug viele Größenordnungen kleiner ist als die für den Flugzeugflug. Damit unterscheiden sich die Formen des Strömungsfelds um die Flügel erheblich. Theorien hierzu wurden bereits in den 1930er Jahren entwickelt. Dabei spielten insbesondere Wirbel eine entscheidende Rolle.

Der experimentelle Nachweis dazu wurde im Jahr 1996 erbracht, als Charles Ellington von der Universität Cambridge Versuche zum Insektenflug vornahm:
Durch den Flügelschlag werden Wirbel erzeugt, die der Hummel den nötigen dynamischen Auftrieb verschaffen. Mithilfe einer Superzeitlupenkamera fand Ellington heraus, dass die Hummel ihre Flügel bis zu 200-mal pro Sekunde kreisförmig bewegt und dabei einen tornadoartigen Luftwirbel (Tornado-Effekt) erzeugt. Dadurch entsteht ein Unterdruck, und die Hummel erhebt sich in die Luft. Eine Geschwindigkeit von 20 km/h ist dabei kein Problem für sie.

Im Jahr 2012 wurde in der Mitte der Flügel ein kleines Gelenk entdeckt, das wie der Rest des Flügels aus dem Protein Resilin besteht. Mit dem Gelenk lässt sich der Flügel abknicken. Wenn es im Versuch außer Funktion gesetzt wurde, konnten die Hummeln 8,6 % weniger Gewicht tragen (#5).


#1 - Ivars Peterson: Flight of the Bumblebee. In: sciencenews.org. 9. September 2004, abgerufen am 30. Januar 2015 (englisch), im Moment nicht auffindbar.

#2 - Ausführlicher Artikel von Peterson in seiner Kolumne Mathtrek, MAA (Memento vom 2. Juli 2013 im Internet Archive)

#3 - Theresa Moebus: Sind Hummeln wirklich zu dick zum Fliegen? In: Spektrum.de. 20. März 2015, abgerufen am 16. September 2019.

#4 - Reynolds-Zahl
Die Reynolds-Zahl oder Reynoldssche Zahl ist eine nach dem Physiker Osborne Reynolds benannte dimensionslose Kennzahl. Sie wird in der Strömungslehre verwendet und kann als das Verhältnis von Trägheits- zu Zähigkeitskräften verstanden werden. Es zeigt sich, dass das Turbulenzverhalten geometrisch ähnlicher Körper bei gleicher Reynolds-Zahl identisch ist. Diese Eigenschaft erlaubt zum Beispiel realitätsnahe Modellversuche im Windkanal oder Wasserkanal.

#5 - Andrew M. Mountcastle, Stacey A. Combes: Wing flexibility enhances load-lifting capacity in bumblebees. In: Proceedings of the Royal Society B. 27. März 2013, abgerufen am 16. September 2016 (englisch).
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Früher war alles besser? Heute sorgt in Deutschland die Allgemeinheit dafür, dass alle Wohnung oder Kleidung haben. Die Wohlhabenden geben 50% ihres Einkommens dem Staat, zahlen 80% der Einkommenssteuer, den größten Teil der Körperschafts- und Unternehmenssteuern, sowie einen überproportional hohen Anteil der Umsatzsteuer und sichern so die Grundversorgung der Armen. Kennt jemand eine Ära, in der es mehr Gerechtigkeit gegeben hätte?
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Re: Urban Legends

Beitragvon almafan » Mo 11. Nov 2019, 19:44

Das Quak-Quak und das Echo

Es gibt ja diese Kettenbriefe, Messeges, Statusbildchen und Internetseiten, die einem suggerieren, belangloses Wissen zu vermitteln. In der Regel eine Mischung aus Wahrem, Halbwahrem und frei Erfundenem. Selbstverständlich ohne Quellenangabe und ziemlich lieblos aneinander gereiht. Ergänzt um ein raunendes "Und keiner weiß, warum!" oder "Die Wissenschaft kann es nicht erklären!"

Einige moderne Mythen, die im Grunde auf Hören-Sagen beruhen, haben wir ja schon untersucht und heute gehen wir einer weiteren Behauptung nach: Das Quaken und Schnattern von Enten erzeugt kein Echo.


Stockenten, wie machen die das mit dem Echo?

Zur Familie der Entenvögel gehören so bekannte Typen von Wasservögeln wie die Enten, Gänse und Schwäne.
Sie werden wegen ihres Fleisches, ihrer Eier und ihrer Federn gejagt und gehalten, und in vielerlei Form haben sie Eingang in Märchen, Sagen und Comics erhalten. Die Ente bezeichnet neben der Art auch das Weibchen, der Erpel oder Enterich das Männchen. Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal ist das meist farbigere Prachtkleid der männlichen Entenvögel.

Ihr Gang mag vielleicht putzig anmuten, aber längst nicht so unbeholfen, wie der vieler anderer Wasservögel. Dafür aber sind sie gute Flieger, auch über lange Distanzen, und noch bessere Schwimmer und Taucher.
Da die Flügel der Entenvögel kurz und kräftig sind und sie ein verhältnismäßig hohes Gewicht haben, ist ein permanenter Flügelschlag erforderlich und keine Gleitphasen möglich. Um sich in die Luft zu erheben, müssen vor allem die größeren Arten einige Meter auf der Wasseroberfläche laufen. Einmal in der Luft, können Entenvögel ausdauernd weite Strecken zurücklegen, zum Teil in Höhen bis zu 8000 m. Eine Ausnahme sind drei Arten der Dampfschiffenten, die völlig flugunfähig geworden sind.
Entenvögel sind auf allen Kontinenten in allen Klimazonen (Rostgans und Streifengans findet man selbst in 5000 m hohen Gebirgen) an allen Arten von aquatischen Habitaten zu finden, mit Ausnahme der Antarktis. Aber selbst die so genannten Meerenten Leben die meiste Zeit am Süßwasser.
Es gibt sowohl tag- als auch nachtaktive, wobei die meisten nicht festgelegt und vor allem in der Dämmerung aktiv sind. Oft schlafen Entenvögel auf dem Wasser, wobei sie den Kopf unter einen Flügel stecken. Einen großen Teil des Tages verbringen sie mit der Pflege des Gefieders, das mit dem Sekret der Bürzeldrüse regelmäßig eingeölt wird.
Während nur wenige Arten in Kolonien brüten, findet man Entenvögel außerhalb der Brutzeit oft in großen Ansammlungen, auch mehrere Arten zusammen.

Unter den Entenvögeln haben sich so unterschiedliche Ernährungstypen herausgebildet, dass sich kaum etwas Gemeinsames sagen lässt. Gänse und Schwäne sind vor allem Pflanzenfresser. Besonders beim Schwan dient der lange Hals unter Wasser, um dort an Wasserpflanzen zu gelangen. Erwachsene Gänse suchen an Land meist nach Gräsern, Samen, Kräutern und Moosen, während die Jungen oft Insekten und Krebstiere fressen. Schwimmenten gründeln im Bodenschlamm mit Hilfe ihrer Schnabellamellen im flachen Wasser nach Wasserinsekten, Krebstieren und Pflanzenteilen. Der Lamellenapparat der Löffelente ist derart verfeinert, dass sie zu einem Planktonfilterer geworden ist. Auch Tauchenten und Ruderenten gründeln, meistens aber tauchen sie zum Grund. Dort fressen sie vor allem Wasserpflanzen, manchmal auch Insekten und Krebstiere. Unter den Meerenten und Sägern findet man ebenfalls viele Vertreter, die nach Kleintieren tauchen. Die Säger sind spezialisierte Fischjäger, die Eiderenten fressen vor allem Mollusken. Manche Entenvögel rauben anderen Vögeln, wie Blässhühnern, ihre Nahrung, oder aber anderen Entenarten. Meist sind sie aber selbst Opfer des sogenannten Kleptoparasitismus, vor allem durch Möwen.
Sie fressen aber auch alles, mit was der Mensch sie füttert. Sie sind nicht sonderlich wählerisch und fressen auch Wurst oder Käse. Besonders Brot ist allerdings schädlich für Tier und Umgebung. Zum einen ist der Nährwert des Dargereichten gering, zum anderen entsteht durch das Überangebot im betreffenden Gebiet eine Übervölkerung. Nicht verzehrtes Brot kann außerdem schnell schimmeln und stinken, was die Qualität des Habitat, neben dem sauer verstoffwechselten Brot im Entenkot, vermindert.


Höckerschwäne sehen hübsch aus, können aber auch echt gartig werden.

Die meisten Entenvögel, bis auf ein paar Ausnahmen in der Tundra, brüten nicht in Kolonien. Monogamie ist die Regel. In jeder Brutsaison suchen die Individuen einen Partner. Nur Schwäne und Gänse verpaaren sich für das Leben. Meist ist das Weibchen für den Nestbau verantwortlich.
Die südamerikanische Kuckucksente, macht es dem namensgebenden Kuckuck gleich, und legt ihre Eier in fremde Nester. Die Jungen sind nach 1-2 Tagen selbstständig und verschonen die eigentliche Brut, im Gegensatz zum Namengeber.
Auch bei anderen Entenvögeln sind die Jungen sofort lauf- und schwimmfähig, werden jedoch noch einige Wochen von den Eltern begleitet. Bei Entenvögeln, die alljährlich neue Paare bilden, übernimmt diese Aufgabe allein das Weibchen, bei lebenslang monogamen beide.

Ja, ja, Almafan. Jetzt schwallst du uns schon wieder mit deinem Zeug zu. Aber gibt es ein Enten-Echo?

Die meisten Entenvögel sind sehr stimmfreudig. Bekannt ist hierbei das Quaken der Schwimmenten. Und wie sollte es anders sein: Nur die Weibchen machen dieses auffällige Geräusch, während die Männchen andere Laute, zum Beispiel dünne Pfeiflaute von sich geben. Kennen wir ja aus der Fußgängerzone, wenn eine hübsche Dame an einem paarungsbereiten Mann vorbei geht.
Gänse sind für das laute Schnattern, Pfeifgänse und Halbgänse meistens für pfeifende Lautgebungen bekannt. Am weitesten können die Rufe der Schwäne tragen. Der Trompeterschwan hat am Stimmkopf und entlang der Luftröhre blasenförmige Resonanzkammern, die die Lautstärke der Schreie enorm verstärken. Allein die Ruderenten sind wenig stimmfreudig und abgesehen von Zisch - und Grunztönen nahezu stumm.

Erzeugt das Schnattern und Quaken der Enten denn nun ein Echo?

Kaum eine Behauptung ist abstrus genug, dass es nicht wenigstens einen Wissenschaftler gibt, der sich damit beschäftigt. Dazu gehört Schall-Forscher Trevor Cox von der britischen University of Salford.
Die Überprüfung in freier Natur gestaltet sich schwierig. Enten halten sich selten in geschlossenen Räumen oder tiefen Schluchten auf, als das Wände ihren Schall zurück werfen könnten. Ihre natürlichen Habitate wie Seen und Flüsse haben kaum solche Abprallflächen. Außerdem Schnattern Enten in einer ganz unaufgeregt, angenehmen Lautstärke. Sie sind dabei in der Regel nicht lauter als eine menschliche Kommunikation. Und diese erzeugt in einer normal möbelierten Wohnung auch kein starkes Echo oder wird über die Straße getragen. Würde allerdings eine Enten-Großfamilie ihre Flugroute für das Winterquartier in einer lautstarken Debatte in einer tiefen Schlucht ausdiskutieren, würde das natürlich auch ein entsprechenden Lärmpegel ergeben.
Theoretisch ist die Sache klar: Das Enten-Quaken erzeugt Schallwellen, die sich ringförmig ausbreiten und als solche abprallen, also auch ein Echo erzeugen.

Trevor Cox setzte eine Ente in eine schalltote Kammer und ließ sie fröhlich vor sich hin schnattern. Jetzt nahm er aber nicht den Vogel ins Gebirge, um die Theorie zu prüfen, sondern simulierte den Vorbeiflug an einer Felswand mit elektronischen Mitteln. Und selbstverständlich produzierte das Entenquaken ein Echo wie jeder andere Schall auch.

Neben der Lautstärke ist noch ein weiterer Umstand für das "Fehlen" des Echos verantwortlich: Das typische Quaken einer Ente ist ein Geräusch, das nicht abrupt abbricht, sondern eher sanft ausläuft. Solche Töne pflegen mit ihrem Echo zu "verschmelzen". Schallwellen nicht klar abgrenzbarer Laute überlagern sich beim Zurückwerfen mit ankommenden Schallwellen. Das menschliche Ohr nimmt diese Überlagerungen in den allermeisten Fällen nur als einen einzigen Laut wahr.

Das ist im Grunde wohl der Ursprung des als Wissen verbreiteten Irrtums - wenn es nicht einfach jemand ganz frei erfunden hat.

Quelle:

University of Salford Manchster: "A Duck's Quack Doesn't Echo, and no-one knows the reason why?"
http://www.acoustics.salford.ac.uk/acoustics_info/duck/
(mit Soundfiles der getesteten Ente Daisy)
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