Evolution oder Schöpfung




Religion, Esoterik, Verschörungstheorien und andere Dinge.

Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Fr 3. Feb 2012, 03:09

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Evolution oder Schöpfung

Mittlerweile handelt es sich um den gefühlten 10. Reboot meiner Artikelserie über die Frage nach dem Ursprung und der Entwicklung des Lebens.
Dies stellt den Versuch dar, möglichst nüchtern und sachlich zu bleiben. Etwaigen Diskussionspartnern sei gesagt, ähnliche Professionalität bei diesem oft leidenschaftlichen geführten Thema an den Tag zu legen. Die Diskussion selbst ist freilich gern willkommen.

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Seite 01, Beitrag ...
... 002, 02.10.2017: Einmal Evolution light, bitte! - Probleme der theistischen Evolution
... 003, 05.10.2017: Das Vorrücken der Kreationisten
... 004, 06.11.2017: Erbsünde und letzte Tage
... 005, 08.11.2017: Rezension: Wachtturm Oktober 2013 - Wie Farben auf uns wirken
... 006, 09.11.2017: Grundlagen: Was bedeutet Komplexität?
... 007, 14.11.2017: Grundlagen: Was ist der Goldene Schnitt?
... 008, 15.11.2017: Grundsatzartikel: Sollten Wissenschaftler mit Kreationisten debattieren?
... 009, 16.11.2017: Grundsatzartikel: Wenn Gott nun Wissenschaftler wäre ...
... 010, 04.12.2017: Erbsünde und letzte Tage - Cölestiner-Variante


Seite 02, Beitrag ...
... 011, 06.12.2017: Konkurrenz - Teil 1: Hohe Bäume und andere Absurditäten, die bei einem gütigen Schöpfer nicht zwingend zu erwarten wären
... 012, 07.12.2017: Homosexualität - Teil 1: Geschichtsüberblick, Verbreitung, Rechtslage
... 013, 08.12.2017: Homosexualität - Teil 2: Emanzipation und Ursachenforschung
... 014, 09.12.2017: Homosexualität - Teil 3: Evolutionstheoretisches Erklärungsmodell
... 015, 10.12.2017: Homosexualität - Teil 4: Homophobie und Vorurteile
... 016, 11.12.2017: Homosexualität - Teil 5: Der böse Schwule - Homosexualität und Moral
... 017, 12.12.2017: Über die göttliche Autorenschaft der Bibel - Teil 1: "Weißt du, wieviel Sternlein stehen ..."
... 018, 13.12.2017: Grundlagen: Gottesbeweise - Teil 1: Die klassischen Gottesbeweise
... 019, 14.12.2017: Grundlagen: Gottesbeweise - Teil 2: Gödel'sche Formel
... 020, 16.12.2017: Grundlagen: Gottesbeweise - Teil 3: Die Pascalsche Wette


Seite 03, Beitrag ...
... 021, 27.12.2017: Grundlagen: Über Zufall, Mutation und die Grenzen der Vererbungslehre
... 022, 28.12.2017: Vitamin C - Fehlende Synthetisierung als Selektionsvorteil
... 023, 29.12.2017: Was ist nicht reduzierbare Komplexität?
... 024, 02.01.2018: Genetik: Der Mensch ist keine Maus!
... 025, 05.01.2018: Zur Evolution des "Bakterienmotors" - Die Entstehung bakterieller Flagellen ist erklärbar
... 026, 07.01.2018: Was hat die Nacht mit dem Urknall zu tun?
... 027, 10.01.2018: Rezension: Hat die Bibel doch Recht? - Der Evolutionstheorie fehlen die Beweise (1998)
... 028, 13.01.2018: Rezension: Dem Geheimnis des Lebens nahe (2002)
... 029, 17.01.2018: Grundsatzartikel: Ich glaube nicht an die Evolution!
... 030, 18.01.2018: Grundlagen: Survival of The Fittest = Überleben des Stärkeren? - Altruismus in der Evolutionsbiologie


Seite 04, Beitrag ...
... 031, 20.01.2018: Grundlagen: Uhrmacher-Analogie - Was ist Leben?
... 032, 29.01.2018: Grundlagen: Was ist das anthropische Prinzip?
... 033, 02.02.2018: Konkurrenz - Teil 2: Ist Krieg Menschenwerk? - Die Schimpansen von Gombe
... 034, 07.02.2018: Wie ein Auto evolviert
... 035, 09.02.2018: Warum gibt es Weisheitszähne?
... 036, 26.02.2018: Vormarsch der Kreationisten in Deutschland im Lichte eines differenzierteren Darwin
... 037, 09.03.2018: Über die göttliche Autorenschaft der Bibel - Teil 2: Wasserkreislauf
... 038, 14.03.2018: Grundlagen: Der infinite Regress
... 039, 17.03.2018: Dogmen
... 040, 01.04.2018: Perfektion? - Aus Fehlern wird man klug! - Das menschliche Auge und EHEC im Lichte der Evolutionsforschung und was beta-globin über Artverwandtschaften verrät


Seite 05, Beitrag ...
... 041, 15.04.2018: Rezension: Jw.org - Fragen junger Leute: Schöpfung oder Evolution?
... 042, 18.04.2018: Grundlagen: Kreationismus - Teil 1: Einleitung - Sind Zeugen Jehovas Kreationisten?
... 043, 20.04.2018: Grundlagen: Kreationismus - Teil 2: Was ist Kreationismus und welche Formen gibt es?
... 044, 25.04.2018: Grundlagen: Kreationismus - Teil 3: Ein muslimischer Intellektueller über die feinabgestimmte Einrichtung der Welt
... 045, 17.05.2018: Grundlagen: Evolutionstheorie, Rassendiskriminierung und Muslimischer Terror
... 046, 23.05.2018: Photosynthese auf anderen Planeten
... 047, 28.06.2018: Prägnante Antworten auf häufig gestellte kreationistische Behauptungen
... 048, 27.09.2018: Rezension: Die DNA: Bibliothek des Lebens - Teil 1: Vorhersagen in geschichtlicher Forschung (2013)
... 049, 01.10.2018: Rezension: Die DNA: Bibliothek des Lebens - Teil 2: Experimentelle Evolutionsforschung - Richard Lenski und das E.Coli-Langzeitexperiment (2013)
... 050, 04.10.2018: Rezension: Die DNA: Bibliothek des Lebens - Teil 3: Sichtbare Evolution (2013)


Seite 06, Beitrag ...
... 051, 13.10.2018: Rezension: Die DNA: Bibliothek des Lebens - Teil 4: Mögliche Entwicklung und Vorläufer der DNA (2013)
... 052, 03.10.2019: Woher kommt Gott?
... 053, 13.12.2019: Satire: Mehrheit der Affen bezweifelt, dass der Mensch von ihnen abstammt (Link)
... 054, 07.03.2020: Rezension: Vortrag - w08 1. 2. 5 - Thema: Zu wissen, dass wir Menschen von Gott erschaffen wurden, bringt inneren Frieden
... 055, 26.03.2020: Video: Dinge erklärt - Kurzgesagt: Was ist Leben? Ist der Tod real? (5:51 min)
... 056, 27.04.2020: Ist die Evolutionsbiologie eine Naturwissenschaft? - Das klassische Schema nach Hempel und Oppenheim (Link)
... 057, 30.04.2020: Genetik: Der Mensch ist keine Maus - und auch nicht zwangsläufig ein Schwein und noch nicht einmal ein Affe!
... 058, 07.05.2020: Rezension: Antworten auf 10 Fragen junger Leute, Frage 9 "Soll ich an die Evolution glauben?" (2016) (Teil 1)
... 059, 08.05.2020: Rezension: Antworten auf 10 Fragen junger Leute, Frage 9 "Soll ich an die Evolution glauben?" (2016) (Teil 2)
... 060, 09.05.2020: Rezension: Antworten auf 10 Fragen junger Leute, Frage 9 "Soll ich an die Evolution glauben?" (2016) (Teil 3)


Seite 07, Beitrag ...
... 061, 19.05.2020: Rezension: Wahrer Friede und Sicherheit - woher zu erwarten? (1973)
... 062, 10.06.2020: Video: Aliens auf Siliziumbasis? (14:19 min)
... 063, 02.07.2020: Video: Eine überschätzte Spezies -ARTE (29:59 min)
... 064, 29.07.2020: 100. Beitrag - Ein Resümee (Teil 1) (war tatsächlich mal der 100. Beitrag)
... 065, 18.08.2020: 100. Beitrag - Ein Resümee (Teil 2) (war tatsächlich mal der 102. Beitrag)
... 066, 21.08.2020: 100. Beitrag - Ein Resümee (Teil 3) (war tatsächlich mal der 103. Beitrag)
... 067, 28.08.2020: Video: Konkurrenz - Teil 3: Ist Krieg Menschenwerk? - Die Welt der Ameisen (3 Kurzvideos)
... 068, 06.09.2020: Rezension: "Vergewissert euch aller Dinge; haltet an dem fest, was vortrefflich ist" (1974) - Teil 1: Bibelstellen und Gottesbeweise
... 069, 08.09.2020: Rezension: "Vergewissert euch aller Dinge; haltet an dem fest, was vortrefflich ist" (1974) - Teil 2: Menschwerdung und Betrug
... 070, 10.09.2020: Rezension: "Vergewissert euch aller Dinge; haltet an dem fest, was vortrefflich ist" (1974) - Teil 3: Fossilien und Radiometrik


Seite 08, Beitrag ...
... 071, 14.09.2020: Rezension: "Vergewissert euch aller Dinge; haltet an dem fest, was vortrefflich ist" (1974) - Teil 4: Mutation und Evolutionsglaube
... 072, 20.09.2020: Video: Zufall Mensch? Der kleine Schritt zum großen Gehirn | MDR DOK (44:41 min)
... 073, 06.10.2020: Video: Der Neandertaler - eine rätselhafte Menschenart | Doku | ARTE (51:32 min)
... 074, 22.10.2020: Wie sich Evolutionsgegner zum Affen machen (Link)
... 075, 07.11.2020: Video: Wie entstand unser Bewusstsein? (feat. Simplicissimus) (8:35 min)
... 076, 25.11.2020: Video: Wie Elon Musk unser Gehirn aufrüsten will (feat. kurzgesagt) (10:36 min)
... 077, 08.12.2020: Video: 5 Theorien darüber, was außerhalb des beobachtbaren Universums liegt! (11:07 min)
... 078, 10.12.2020: Video: Wie der Hund die Welt eroberte | Doku | ARTE (52:40 min)
... 079, 16.12.2020: Video: Wie die Katze die Welt eroberte | Doku | ARTE (51:45 min)
... 080, 17.12.2020: Rezension: Vortrag 8/00 Nr. 133-X "Der Ursprung des Menschen - Ist es wichtig, was man glaubt?" (mit Video) (Teil 1 - Phrenologie)"


Seite 09, Beitrag ...
... 081, 23.12.2020: Rezension: Vortrag 8/00 Nr. 133-X "Der Ursprung des Menschen - Ist es wichtig, was man glaubt?" (Teil 2 - Ohne Pelzmantel. Wie der Mensch sein Fell verlor)"
... 082, 07.01.2021: Rezension: Vortrag 8/00 Nr. 133-X "Der Ursprung des Menschen - Ist es wichtig, was man glaubt?" (Teil 3 - Laufburschen. Wie der Mensch den aufrechten Gang lernte)"
... 083, 13.01.2021: Rezension: Vortrag 8/00 Nr. 133-X "Der Ursprung des Menschen - Ist es wichtig, was man glaubt?" (Teil 4 - Hör mir zu! Wie der Mensch das Sprechen lernte)"
... 084, 16.01.2021: Video: Odyssee des Schreibens (1/3): die Ursprünge der Schrift | Doku | ARTE (51:18 min)
... 085, 18.01.2021: Video: Odyssee des Schreibens (2/3): Imprimatur | Doku | ARTE (51:01 min)
... 086, 19.01.2021: Video: Odyssee des Schreibens (3/3): eine neue Ära | Doku | ARTE (52:45 min)
... 087, 22.01.2021: Panspermie - Bausteine, die vom Himmel fallen (Teil 1 - Heidelberg-Initiative und Grundbegriffe)
... 088, 25.01.2021: Fossil aus Namibia hilft bei der Lösung von Darwins Dilemma (Link)
... 089, 03.02.2021: Ist James Cameron eigentlich Darwinist? (Link)
... 090, 09.02.2021: Wie wahrscheinlich ist deine Existenz?


Seite 10, Beitrag ...
... 091, 12.02.2021: Video: Warum lebst du? - Energie & Entropie | Dinge erklärt - Kurzgesagt (10:10 min)
... 092, 14.02.2021: Video: Was kam vor der Geschichte? Der Ursprung der Menschheit | Dinge erklärt - Kurzgesagt (9:36 min)
... 093, 17.02.2021: Lassen wir außer Acht ... (Teil 1)
... 094, 22.02.2021: Lassen wir außer Acht ... (Teil 2)
... 095, 28.02.2021: Lassen wir außer Acht ... (Teil 3)
... 096, 02.03.2021: Panspermie - Bausteine, die vom Himmel fallen (Teil 2 - Geschichte der Hypothese)
... 097, 05.03.2021: Video: Wie wurden wir Menschen? Mirko Drotschmann und Harald Lesch - Geschichte der Menschheit (11:14min)
... 098, 10.03.2021: Video: Vince Ebert: "Evolution" - 3Sat Festival 2014 (44:00 min)
... 099, 16.03.2021: Video: Adam, Eva und die Evolution - Kreationismus auf dem Vormarsch | SWR (28:29 min)
... 100, 24.03.2021: Der Fall Charles Robert Darwin gegen Gott


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... 101, 01.04.2021: Rezension: Das Leben: Reiner Zufall (2019) (mit Video, 16:17 min, engl.)
... 102, 06.04.2021: Rezension: Jw.org - Wie hat alles angefangen?
... 103, 13.04.2021: Rezension: Jw.org - Die Schöpfung: Wie es wirklich war
... 104, 14.04.2021: Panspermie - Bausteine, die vom Himmel fallen (Teil 3 - Probleme und Varianten der Hypothese)
... 105, 17.04.2021: Es lebe die Revolution! (Link)
... 106, 19.04.2021: Video: Gibt es einen Gott? | Harald Lesch (8:02 min)
... 107, 22.04.2021: Video: Was war vor dem Urknall? | Harald Lesch (6:56 min)
... 108, 26.04.2021: Rezension: Kollegah zerlegt die Evolution ... nicht! (mehrere Videos)?
... 109, 30.04.2021: Panspermie - Bausteine, die vom Himmel fallen (Teil 4 - Für und Wider der Hypothese)
... 110, 07.05.2021: Video: Wie Tiere fühlen | Doku | ARTE (+ Link) (52:09 min)


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... 111, 14.05.2021: Video: Aliens unter dem Eis - Leben auf Einzelgängerplaneten | Kurzgesagt (7:41 min)
... 112, 16.05.2021: Video: Was passiert wenn die Erde aus dem Sonnensystem fliegt? - Einzelgänger-Erde | Kurzgesagt (9:02 min)
... 113, 16.05.2021: Video: Irreducible complexity cut down to size | QualiaSoup (10:53 min, engl.) (ursprünglich in Kritisch denken veröffentlicht)
... 114, 18.05.2021: Rezension: Jw.org - Ist die Bibel wissenschaftlich korrekt? (Teil 1 - Moderne Interpretation alter Schöpfungsmythen)
... 115, 19.05.2021: Rezension: Jw.org - Ist die Bibel wissenschaftlich korrekt? (Teil 2 - Uraltes Wissen und Willkür)
... 116, 20.05.2021: Rezension: Jw.org - Ist die Bibel wissenschaftlich korrekt? (Teil 3 - Schöpfung und Form der Erde)
... 117, 05.06.2021: Video: Rebuttals: irreducible complexity | QualiaSoup (9:46 min, engl.)
... 118, 08.06.2021: Video: Wie dumme Einzelteile zusammen intelligent werden - Emergenz | Kurzgesagt (7:20 min)
... 119, 11.06.2021: Vatikan rehabilitiert Darwin
... 120, 14.06.2021: Rezension: Jw.org - Wie stehen Jehovas Zeugen zur Naturwissenschaft?


Seite 13, Beitrag ...
... 121, 16.06.2021: Panspermie - Bausteine, die vom Himmel fallen (Teil 5 - Heidelberg-Initiative)
... 122, 17.06.2021: Panspermie - Bausteine, die vom Himmel fallen (Teil 6 - Die Heidelberg-Initiative 2)
... 123, 21.06.2021: Video: Leben im All - Planetenjäger (1/4) | ARTE (52:58 min)
... 124, 22.06.2021: Video: Leben im All - Unterwegs zu einem neuen Planeten (2/4) | ARTE (52:05 min)
... 125, 23.06.2021: Video: Leben im All - Auf der Suche nach Außerirdischem (3/4) | ARTE (51:15 min)
... 126, 24.06.2021: Video: Leben im All - Der erste Kontakt (4/4) | ARTE (51:47 min)
... 127, 28.06.2021: Video: Forscher entdecken mögliche Hinweise auf Leben in Venus-Atmosphäre | tagesschau (7:36 min) (+ Link)
... 128, 02.07.2021: Rezension: Jw.org - Wann erschuf Gott das Universum?
... 129, 05.07.2021: Die Begrüßung - Wer hat es erfunden?
... 130, 07.07.2021: Darwin irrte nicht! Oder doch? - Ein kurzer Einblick in "Intelligent Design"


Seite 14, Beitrag ...
... 131, 12.07.2021: Rezension: Michael Schmidt-Salomon: Susi Neunmalklug erklärt die Evolution (mit Video)
... 132, 14.07.2021: Die Wissenschaft irrt sich auch! - Teil 5: Die Unterlegenheit der Frau
... 133, 19.07.2021: Die Menschlichkeit der Neandertaler
... 134, 16.08.2021: Video: Steinzeit und Moderne – Die neue Grotte Chauvet | ARTE (51:47 min)
... 135, 23.08.2021: Video: Neandertaler: Jäger, Naturheiler, Nomaden – und unsere Geschwister | SRF Einstein (28:19 min)
... 136, 26.08.2021: Video: Evolution: Der Urmensch in uns | Faszination Wissen | BR (29:15 min)
... 137, 30.08.2021: Video: Eine neue Menschheitsgeschichte – Die Ära der Menschen | Kurzgesagt (7:22 min)
... 138, 02.09.2021: Rezension: Jw.org - Kommen Tiere in den Himmel? (Teil 1)
... 139, 03.09.2021: Rezension: Jw.org - Kommen Tiere in den Himmel? (Teil 2)
... 140, 06.09.2021: Rezension: Jw.org - Was sagt die Bibel über Naturkatastrophen?


Seite 15, Beitrag ...
... 141, 13.09.2021: Rezension: Jw.org - Wie ist es möglich, ewig zu leben? (Teil 1 - Hypothetische Unsterblichkeit)
... 142, 15.09.2021: Rezension: Jw.org - Wie ist es möglich, ewig zu leben? (Teil 2 - Hominisation)
... 143, 17.09.2021: Rezension: Jw.org - Wie ist es möglich, ewig zu leben? (Teil 3 - Unterschiedliche Zellen)
... 144, 21.09.2021: Video: Warum Schönheit uns glücklich macht! | Kurzgesagt (7:46 min)
... 145, 26.09.2021: Video: Fünf Fakten zum Ende der Megafauna | Terra X (14:28 min)
... 146, 01.10.2021: Video: Gibt es Zufall? | Harald Lesch (14:39 min)
... 147, 05.10.2021: Where is everybody? - Teil 1: Das Fermi-Paradoxon - Über die Wahrscheinlichkeit außerirdischer Intelligenzen
... 148, 07.10.2021: Where is everybody? - Teil 2: Die Drake-Gleichung - Parameter
... 149, 11.10.2021: Where is everybody? - Teil 3: Die Drake-Gleichung - Unsicherheiten
... 150, 17.10.2021: Rezension: Werner Gitt - Der Mensch: Eine geniale Konstruktion (Teil 1 - Evangelikale und Werner Gitt)


Seite 16, Beitrag ...
... 151, 20.10.2021: Rezension: Werner Gitt - Der Mensch: Eine geniale Konstruktion (Teil 2 - Ingenieure stürmen voran)
... 152, 22.10.2021: Rezension: Werner Gitt - Der Mensch: Eine geniale Konstruktion (Teil 3 - Einführung ins Faltblatt)
... 153, 26.10.2021: Video: 9 Misconceptions about Evolution | Holy Koolaid ft. Rationality Rules (9:45 min, engl.)
... 154, 01.11.2021: Video: 9 Proofs of Evolution (Why Evolution is True) | Rationality Rules ft. Holy Koolaid (11:00 min, engl.)
... 155, 04.11.2021: Video: You Can't Prove That God Doesn't Exist - Debunked | Rationality Rules (9:52 min, engl.)
... 156, 08.11.2021: Grundlagen: Kreationismus - Teil 4: Intelligent Design (Ein Rückblick)
... 157, 18.11.2021: Grundlagen: Kreationismus - Teil 5: Intelligent Design (6 Beispiele)
... 158, 06.12.2021: Grundlagen: Kreationismus - Teil 6: Intelligent Design (Wie ist diese Denkrichtung entstanden?)
... 159, 08.12.2021: Sechs unnütze Dinge am eigenen Körper, die wir der Evolution verdanken
... 160, 13.12.2021: Rezension: Werner Gitt - Der Mensch: Eine geniale Konstruktion (Teil 4 - Der Tastsinn)


Seite 17, Beitrag ...
... 161, 15.12.2021: Rezension: Werner Gitt - Der Mensch: Eine geniale Konstruktion (Teil 5 - Das Ohr)
... 162, 16.12.2021: Rezension: Werner Gitt - Der Mensch: Eine geniale Konstruktion (Teil 6 - Das Blut)
... 163, 27.12.2021: Video: Wie Evolution funktioniert | Kurzgesagt (11:48 min, engl.)
... 164, 30.12.2021: Video: Was ist Evolution? | Claudia Bischoff (3:47 min)
... 165, 05.01.2022: Video: The Timeline of the UNIVERSE (illustrated in Minecraft) (14:34 min, engl.)
... 166, 12.01.2022: Video: Vor 3.950.000.000 Jahren existierte Leben auf der Erde! Die 10 ältesten Funde! | Verborgene Welten (12:00 min)
... 167, 17.01.2022: Video: Zeit: Die Vergangenheit & Zukunft von allem | Kurzgesagt (7:45 min)
... 168, 21.01.2022: Where is everybody? - Teil 4: Das Fermi-Paradoxon - Schwache und prinzipielle Argumente
... 169, 24.01.2022: Where is everybody? - Teil 5: Das Fermi-Paradoxon - Andere Argumente
... 170, 30.01.2022: Rezension: Werner Gitt - Der Mensch: Eine geniale Konstruktion (Teil 7 - Die Zellen und die DNS)


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... 171, 04.02.2022: Rezension: Werner Gitt - Der Mensch: Eine geniale Konstruktion (Teil 8 - Das Gehirn)
... 172, 07.02.2022: Rezension: Werner Gitt - Der Mensch: Eine geniale Konstruktion (Teil 9 - Die Wahrnehmung)
... 173, 11.02.2022: Rezension: Werner Gitt - Der Mensch: Eine geniale Konstruktion (Teil 10 - Fazit)
... 174, 15.02.2022: Was ist Liebe? (mit Musikvideo)
... 175, 16.02.2022: Was ist Liebe? - Sprichwörter wissenschaftlich geprüft!
... 176, 21.02.2022: Video: Die sexuelle Evolution des Menschen | Wer nicht fragt, stirbt dumm! | ARTE (3:00 min)
... 177, 23.02.2022: Video: Die Erblichkeit von Homosexualität | maiLab (21:03 min)
... 178, 03.03.2022: Video: Homosexuality Is Not Moral And Here's Why | CosmicSkeptic (8:57 min, engl.)
... 179, 09.03.2022: Video: Sind Väter schlechtere Eltern? | maiLab (18:44 min)
... 180, 14.03.2022: Rezension: Jw.org - Studienartikel 21/2020 - Bist du dankbar für Gottes Geschenke? (Part I - Absatz 1-10)


Seite 19, Beitrag ...
... 181, 17.03.2022: Rezension: Jw.org - Studienartikel 21/2020 - Bist du dankbar für Gottes Geschenke? (Part II - Absatz 10-17)
... 182, 21.03.2022: Rezension: Jw.org - Studienartikel 32/2021 - Stärke deinen Glauben an den Schöpfer
... 183, 25.03.2022: Video: Movie Falsely So Called (Part 1): The Founders of Evolution | Viced Rhino (30:36 min, engl.)
... 184, 28.03.2022: Video: Movie Falsely So Called (Part 2a) - The Origin of Life | Viced Rhino (28:32 min, engl.)
... 185, 31.03.2022: Video: Movie Falsely So Called (Part 2b) - The Origin of Life | Viced Rhino (28:32 min, engl.)
... 186, 03.04.2022: Video: Movie Falsely So Called (Part 3) - The Flood | Viced Rhino (18:04 min, engl.)
... 187, 06.04.2022: Video: Movie Falsely So Called (Part 4) - Dinosaurs and Man | Viced Rhino (26:30 min, engl.)
... 188, 09.04.2022: Video: Movie Falsely So Called (Part 5) - Simultaneous Creation | Viced Rhino (27:24 min, engl.)
... 189, 12.04.2022: Video: Movie Falsely So Called (Part 6) - Professing Themselves to be Wise | Viced Rhino (28:52 min, engl.)
... 190, 18.04.2022: Rezension: Jw.org - Was sagt die Bibel über Dinosaurier? (Teil 1 - Was zum Henker ist ein Behemoth?)


Seite 20, Beitrag ...
... 191, 21.04.2022: Rezension: Jw.org - Was sagt die Bibel über Dinosaurier? (Teil 2 - Der Behemoth und wir)
... 192, 24.04.2022: Rezension: Jw.org - Was sagt die Bibel über Dinosaurier? (Teil 3 - Behemoth und wir Nr. 2)
... 193, 27.04.2022: Rezension: Jw.org - Was sagt die Bibel über Dinosaurier? (Teil 4 - Behemoth und wir Nr. 3)
... 194, 02.05.2022: Rezension: Jw.org - Was sagt die Bibel über Dinosaurier? (Teil 5 - Was zum Henker ist ein Leviathan?)
... 195, 08.05.2022: Rezension: Jw.org - Was sagt die Bibel über Dinosaurier? (Teil 6 - Dinosaurier)
... 196, 12.05.2022: Rezension: Jw.org - Was sagt die Bibel über Dinosaurier? (Teil 7 - Von der Jura bis zum Aussterben)
... 197, 17.05.2022: Rezension: Jw.org - Was sagt die Bibel über Dinosaurier? (Teil 8 - Fazit)
... 198, 23.05.2022: Video: The Day the Dinosaurs Died – Minute by Minute | Kurzgesagt In a Nutshell (12:01 min, engl.)
... 199, 27.05.2022: Video: Jehovah's Witnesses and Dinosaurs (10 Silly Claims They've Made) | Lloyd Evans (33:18 min, engl.)
... 200, 08.06.2022: Video: Das Tier im Menschen | Doku HD | ARTE (1:30:06 min)


-> Inhaltsverzeichnis (Eintrag 201-400) (hier klicken)
Dort ebenfalls zu finden: Bald folgende Artikel und weitere Artikel in Vorbereitung
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"If the biggest problem that you're having in the twenty-first century involves
what other people's genitals look like, and what they're doing with those genitals
in the presence of other consenting adults, you may need to reevaluate your
priorities." - Forrest Valkai


("Wenn das größte Problem, das du im 21. Jahrhundert hast, darin besteht, wie
anderer Leute Genitalien aussehen und was diese damit in Gegenwart anderer
Erwachsener mit deren Einverständnis machen, musst du möglicherweise deine
Prioritäten neu bewerten.")

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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Mo 2. Okt 2017, 18:11

Einmal Evolution light, bitte! - Probleme der theistischen Evolution

Wenn Gläubige die Evolution akzeptieren, dann als von Gott gewolltes Instrument, die Erde mit allerlei Leben zu füllen. Gläubige und Atheisten werden, zumindest soweit es um die wissenschaftliche Erforschung kausaler Ursachen geht, gegebenenfalls sogar zu den selben Ergebnissen kommen. Es besteht jedoch durch die unterschiedliche religiös-weltanschauliche Deutung eine Diskrepanz im Denken darüber, weshalb sie stattfindet.

Ein allwissender Schöpfer wüsste selbstverständlich über welche "Zwischenstufen" er zu welchen "Ergebnissen" in der Artentwicklung kommt. Dem geneigten Leser werden die Anführungszeichen aufgefallen sein. Denn wir müssen geflissentlich ignorieren, dass die Evolution keine Zwischenstufen kennt, da ein jeder Ahne in der Entwicklung bestmöglich an seine Umgebung angepasst ist. Wie sonst hätte er in dieser überleben können?
Aber wir sollten auch übersehen, dass Evolution keine Ergebnisse kennt, weil es keinen Abschluss gibt, sondern sich alles stetig alles verändert. In Äthiopien splittet sich gerade eine Mücke in zwei völlig neue Unterarten auf. An der Elfenbeinküste entwickeln Malariaerreger Immunitäten gegen bisher wirksame Medikamente. Akazien lagern seit Neuestem Gift in ihren Blättern ab, damit die Giraffen sie nicht mehr fressen. Zuvor wurden die Äste und Zweige mit immer länger werdenden Dornen versehen, die die Giraffen mit immer dickeren Zungenhäuten konterten, bis die Akazie eben zum Chemiker wurde. Feststellbar ist dieser Wandel an Akazien, die nicht oder nicht so oft mit Giraffen konfrontiert werden. Es gibt also ganz offensichtlich keinen Schlußstrich.
Es stellt sich dennoch eine Frage: Warum sollte ein allmächtiger Schöpfer überhaupt den Umweg über die Evolution gehen, wenn er doch alles gleich nach Maß erschaffen könnte?

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(Übersetzung: Engel: "Herr, die Christen in Florida sind gegen das Lehren der Evolution in staatlichen Schulen." Gott: "Sie sind dagegen. Ich habe es erfunden!")

Mit der biblischen Schöpfung ist eine solche theistische Evolution sowieso nicht vereinbar, geht sie doch von der Schaffung "nach ihren Arten" (1. Mose, Kapitel 1) aus und separiert den Menschen völlig. Sie definiert ihn als erstes Menschenpaar Adam und Eva ganz fix in der Bibel und ist spätestens dann als Allegorie oder Metapher unbrauchbar, wo Jesu Stammbaum in den Evangelien direkt auf Adam als Stammvater Bezug nimmt, also ganz wörtlich gemeint ist. Da kann man schlecht irgendwas anderes reinlesen. Adam ist laut Bibel einfach kein Abkomme irgendeiner Tierart, sondern separat geschaffen.
Die Evolution wiederrum kennt keine klaren Definitionsgrenzen, mit welcher Generation nun die neue Art aus der alten hervorgeht. Demnach gibt es keinen definierten Adam. Der Sündenfall konnte somit nicht begangen werden und Jesu Opfertod wäre sinnfrei. Damit aber zerbrechen die Fundamente des biblischen Glaubens.
Ergo muss die Evolutionstheorie falsch sein und wird nicht zuletzt deshalb so vehement bekämpft, weil die mit dem Glauben verbundene Hoffnung daran hängt. Aus dieser Position heraus lässt sich verbissen eifern. Denn wenn der Mensch von der Krone der Schöpfung zum haarlosen Affen degradiert wird, trifft dies nicht nur das Selbstverständnis des Menschenbildes härter, als die Erkenntnisse von Kopernikus und Kepler, die die Erde aus dem Zentrum des Weltalls heraus katapultieren, sondern auch das Bild und die Zuneigung, die der Gläubige von und zu Gott hat, dem omnipotenten Wesen, dem er seine Existenz zu verdanken glaubt.
Pff! Da sich wissenschaftliche Erkenntnisse stets den heiligen Schriften unterzuordnen haben, stellt sich die Frage nach der Korrektheit des biblischen Schöpfungsberichtes gar nicht.

Aber im Grunde ist die Evolutionstheorie eine wissenschaftliche Theorie, wie jede andere auch. Und dennoch wird keine so heftig kritisiert.
Warum, zum Beispiel, geht keiner zum Astronomen und fragt ihn, warum er so sicher sei, dass Sterne aus diesen oder jenen Stoffen bestehen? Der Fachkundige wird natürlich mit der Spektralanalyse antworten und erklären, dass jedes Element seine spezifischen Charakteristika hat. Wenn man das von Sternen gesandte Licht durch ein Prisma in seine Bestandteile aufspaltet, dann ergibt sich ein lückenhafter Regenbogen. Jedes Element hinterlässt dabei die immer gleichen Lücken. Daraus erliest man die Bestandteile.
Kein Bibelfreund wird etwas dagegen sagen. Nicht weil es leicht beweisbar wäre, sondern weil es seinem biblischen Weltbild nicht widerspricht.
So leicht beweisbar wäre die Sache übrigens auch gar nicht. Denn es gilt aufgrund des Noether-Theorems als stichhaltig, dass sich Wasserstoff (oder jedes andere Element) ferner Sterne und Galaxien genauso verhält, wie jener vor Ort. Bestätigen lässt sich das wohl nie. Denn bis wir nicht bei diesen Sternen waren und nachgeschaut haben, müssen wir die Richtigkeit dieses Theorems einfach annehmen.
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Do 5. Okt 2017, 04:27

Das Vorrücken der Kreationisten

Die theistische Evolution ist aber nur eine Spielart des Kreationismus. Die versöhnlichste möchte man meinen.

Die Wissenschaftsgemeinde ist immer wieder besorgt, weil es in den USA immer wieder Bestrebungen des "Intelligent Design" (in pseudowissenschaftliches Vokabular verpackte Schöpfungsgeschichte) gibt, sich im Biologieunterricht einzunisten. Dabei ist das Rennen aktuell ja eigentlich schon entschieden: Zwischen einem Viertel und knapp einem Drittel aller Biologie-Studienanfänger in den USA hatten in der Oberstufe sowohl Evolutionslehre als auch Kreationismus gelernt, wenn man der Umfrage der Professoren Randy Moore und Sehoya Cotner vom College of Biological Sciences der University of Minnesota glauben darf, deren Ergebnisse in der Mai-Ausgabe des US-Magazins BioScience (Vol. 64, No. 10) veröffentlicht wurde. (Quelle für die Statistik ist nicht von mir)

Aus der gleichen Statistik: Das Kreationismus in den USA als religiöse Weltsicht nicht in den öffentlichen Schulen gelehrt werden darf, weil dies gegen die verfassungsmäßige Trennung von Kirche und Staat verstößt, ist mehr als einem Viertel der Biologielehrer unbekannt. Und in etwa die gleiche Anzahl Lehrer glaubt, dass Kreationismus wissenschaftlich belegbar sei. Das verwundert nicht weiter, wenn man erfährt, dass jeder dritte Highschool-Biologielehrer gar keinen Abschluss in Biologie hat und demnach auch nie akademisch mit der Evolutionslehre in Berührung kam.
Aber wer sich entschließt, Biologie zu studieren, der weiß doch wohl Bescheid oder? Leider nein. 57 bis 59 Prozent der Studenten, die sich für Biologie eingeschrieben hatten (bei der Umfrage unter 1000 Studenten ihrer Einführungskurse unterschieden Moore und Cotner nach Haupt- und Nebenfachstudenten) und die aus dem Biologie-Schulunterricht "Vorkenntnisse" in Kreationismus mitgebracht hatten, waren überzeugt, dass sich diese Schöpfungslehre auch wissenschaftlich belegen lasse. Aber selbst die Studenten, denen in der Schule nie etwas anderes als Evolutionslehre vermittelt wurde, sind nur zu 72 bzw. 78 Prozent überzeugt, dass Evolutionslehre wissenschaftlich fundiert ist.


Fazit: Auch nach mehr als 160 Jahren intensivem Forschen und Nachsinnen über die Wirkweisen und Mechanismen der Natur, ist die Evolutionstheorie in den Köpfen kaum stärker verankert als zu der Zeit, in der sie erstmals ersonnen wurde.

Daher auch mein Vorschlag ein Kreationisten-Bullshit-Bingo hier einzuführen. Und so sieht eines aus:


Ich habe diese Idee aus einem Blog.
Ihr lest irgendeine kreationistische Veröffentlichung und hakt die Positionen ab, die ihr im Text gefunden habt.
Dem ursprünglichen Bullshit-Bingo fehlten ein paar Einträge, die ich wichtig fand, erwähnt zu wissen. Da hingegen hatte es einige Phrasen und Positionen, die irgendwie nur Dopplungen darstellten.

Bei einigen künftigen Texten werde ich dieses Prinzip anwenden, denn viele Worthülsen finden sich immer wieder in einschlägigen Texten. Komplexität, Ursache und Wirkung und Feinabstimmung liest man gehäuft.
Im Grunde drücken sie alle aber nur das Staunen darüber aus, etwas nicht zu verstehen und diesen begrenzten Erkenntnishorizont mit göttlicher Wirkung zu beschreiben, freilich ohne die Art seines Eingreifens oder den unbedingten Grund dafür zu erläutern.

Dieses Bingo gibt es auch für Homöopathie, Astrologie, Chemtrails und andere übersinnlich angehauchte Themen.
Dr. Google hilft weiter.

Die Majorität der Dummen ist unüberwindbar und für alle Zeiten gesichert. Der Schrecken ihrer Tyrannei ist indessen gemildet durch Mangel an Konsequenz.
Albert Einstein, deutscher Physiker und Nobelpreisträger (1879-1955)
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Mo 6. Nov 2017, 13:04

Erbsünde und letzte Tage

Die Welt steht kurz vor dem Abgrund. Die Zivilisation steht kurz vor dem Kollaps. Überall Kriege, Revolution, die bösen Jungs der NSA und die GEZ-Gebühren muss man auch noch bezahlen. Das Ende ist nah. Diesem Eindruck kann man sich ganz sicher nicht erwehren, wenn man sich im Internet an diesen oder jenen Stellen rumtummelt. Früher war doch alles besser, nicht wahr?


Wie in der Bibel steht, geht alles "vom Schlechten zum Schlimmeren". In Matthäus 24 3:8 (Luther 1912) bzw. Lukas 21:10, 11 (Eberfelder) erklärt Jesus auf dem Ölberg seinen Jüngern das kombinierte Zeiten des "Abschluss des System der Dinge": Krieg, Kriegsberichte, Lebensmittelknappheit und Erdbeben. Und das ist alles erst der Anfang. Hm ... gab's alles vor Jesus, gab's alles in der ganzen Zeit bis heute. Was ist da jetzt so aufregend? Aber es wäre nicht ein kombiniertes Zeichen, wenn es nicht eine weitere Stelle irgendwo in der Bibel gäbe, die weitere Informationen anführt: In 2. Timotheus 3:1-5 (Luther 2017) wird der Menschenschlag der letzten Tage beschrieben: "[...] eigenliebig [...], geldliebend, anmaßend, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, nicht loyal, ohne natürliche Zuneigung, für keine Übereinkunft zugänglich, Verleumder, ohne Selbstbeherrschung, brutal, ohne Liebe zum Guten, Verräter, unbesonnen, aufgeblasen vor Stolz, die Vergnügungen mehr lieben als Gott, die eine Form der Gottergebenheit haben, sich aber hinsichtlich deren Kraft als falsch erweisen [...]". Also auch altbekannt. Wie alt? Nun:
Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.
- Sokrates, griechischer Philosoph, 469 - 399 v.u.Z

So alt.
Zum kombinierten Zeichen gehört aber auch das weltweite Predigtwerk laut Matthäus 24:14, was auch nichts neues ist. Zwar sind zahlreiche Religionen sehr lokal ausgeprägt (Buddhismus zum Beispiel), das Christentum (also auch die "falschen Kirchen") aber war schon vor den Zeugen weltweit aktiv. Man denke zum Beispiel an die Jesuiten, die in Südamerika Missionen errichteten und Eingeborene meist gewaltfrei konvertierten und auch in Japan einen guten Ruf hatten. Der Sprunghafte Anstieg der "wahren Religion" ist übrigens auch nichts neues. Sprunghaftes Wachsstum gehört nach der Phase der Gründung, der Neustrukturierung durch den "Erben" des Religionsstifters, der Abkehr einiger Mitglieder wegen ausbleibender Erwartungen und der Stabilisierung der Verbleibenden, einfach dazu. Auch hierfür ließen sich die Jesuiten als Beispiel heranziehen.
Welche objektiven Merkmale kennzeichnen also, dass wir in den letzen Tagen leben sollen, wie es von Zeugen Jehovas behauptet wird? Natürlich gibt es Krieg, Terror, Gewalt, Naturkatasstrophen und Mangel. Aber die Welt ist mehr, als die oft einseitige Berichterstattung glauben macht. Bei solchen Fragen helfen oft Daten, Fakten und Statistiken weiter. Diese hat der Mediziner Hans Rosling gesammelt (Initiator und Mitentwickler der Software Trendalyzer, einer Software mit dem Ziel der Förderung einer auf Fakten beruhenden Sicht der Welt durch den verstärkten Einsatz und das Verständnis frei zugänglicher öffentlicher Statistiken) und in einer BBC-Sendung veröffentlicht. Darin zeigt Rosling, wie sich Lebenserwartung und Einkommen in 200 Ländern dieser Erde in den letzten 200 Jahren verändert haben



Um das Faktenwissen seiner Zuhörer oder der Besucher der Internetseite http://www.gapminder.org/zu überprüfen, hat er den (im Netz so benannten) "Ignorance Test" geschaffen: http://forms.gapminder.org/s3/test-2017

10 Fragen habe ich einmal herausgegriffen und ins Deutsche übersetzt:
  1. In den 50ern gab es weniger als 1 Milliarde Kinder auf der Welt, im Jahr 2000 aber fast 2 Milliarden. Wie schätzen Experten der UNO die Zahl der Kinder für das Jahr 2100 ein?
    - 4 Milliarden
    - 3 Milliarden
    - 2 Milliarden
  2. Wie verteilen sich die etwas mehr als 7 Mrd. Menschen auf der Welt?
    - Europa: 1 Mrd., Amerika: 2 Mrd., Afrika: 1 Mrd., Asien: 3 Mrd.
    - Europa: 1 Mrd., Amerika: 1 Mrd., Afrika: 1 Mrd., Asien: 4 Mrd.
    - Europa: 1 Mrd., Amerika: 1 Mrd., Afrika: 2 Mrd., Asien: 3 Mrd.
  3. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist ein Indikator unter anderem für Fortschritte in der medizinischen Versorgung. Wie hoch ist heute diese auf der Welt?
    - 70 Jahre
    - 60 Jahre
    - 50 Jahre
  4. Wie hoch ist heute weltweit die Alphabetisierungsrate Erwachsener, also wie viele können lesen und schreiben?
    - 80 Prozent
    - 60 Prozent
    - 40 Prozent
  5. Im Weltdurchschnitt gingen Männer, die heute zwischen 25 und 34 Jahre alt sind, 8 Jahre lang zur Schule. Wie sieht es bei Mädchen der gleichen Altersgruppe aus?
    - 3 Jahre
    - 5 Jahre
    - 7 Jahre
  6. Wie viel Prozent aller einjährigen Kinder auf der Welt sind gegen Masern geimpft?
    - 20 Prozent
    - 50 Prozent
    - 80 Prozent
  7. Von 1990 bis 2010 hat sich der Anteil der in extremer Armut lebenden Weltbevölkerung ...
    - ... fast verdoppelt.
    - ... im Großen und Ganzen nicht verändert.
    - ... fast halbiert.
  8. Wie hoch ist die Zahl der Kinder pro Frau heute, wenn 1965 jede Frau im Schnitt 5 Kinder zur Welt brachte?
    - 7,5 Kinder
    - 5,5 Kinder
    - 2,5 Kinder
  9. Wie hoch liegt die weltweite Kindersterblichkeit heute, wenn sie 1990 bei 9 Prozent aller Kinder bis zum fünften Lebensjahr betrug?
    - Sie hat sich nahezu verdoppelt.
    - Sie ist ungefähr gleich geblieben.
    - Sie hat sich annähernd halbiert.
  10. Wie veränderte sich die jährliche Zahl von Todesfällen durch Naturkatastrophen seit dem Jahr 1970?
    - Sie hat sich nahezu verdoppelt.
    - Sie ist ungefähr gleich geblieben.
    - Sie hat sich annähernd halbiert.
Die Auflösung findet sich am Ende des Beitrages.
Weder spiegeln diese 10 Fragen alle Aspekte des Lebens wieder, noch heißt dies, dass wir nun keine Probleme mehr haben. Zu nennen sind Klimawandel, internationaler Terrorismus, multiresistente Keime und die ungerechte Verteilung von Nahrungs- und Lebensgütern. Aber es lässt sich eben kein global negativer Trend ableiten.

Was hat das ganze aber mit der Erbsünde zu tun?
Gottesfrömmler verschieben ihre paradiesischen Aussichten ja auf ... naja ... das Paradies. Sie sehen im Hier und Jetzt keine Zukunft und keine Sicherheit.
Man muss natürlich einsehen, dass es heute auch Gräueltaten gibt, die es früher nicht gab. Hat die Welt aber ein neues Level an Gewalt und Unmoral erreicht, nur weil Porno- und Horrorfilme im Fernsehen laufen, Demonstranten gewaltsam niedergeknüppelt werden oder es 65 Bürgerkriege weltweilt gibt? Griechische Schüsseln zeugen von Pornografie auf Alttags- und Essgegenständen. In Rom wurde live in Arenen gemordet. Und Kriege gibt es auch nicht erst seit 1914. Die Bibel selbst liefert an vielen Stellen Gewalt, Mord und Vergewaltigung. Und das alles soll mit dem Sündenfall in Eden begonnen haben. Adam und Eva aßen von der verbotenen Frucht und büßten ihre Vollkommenheit ein, wodurch auch alle Nachkommen (da sie erst danach Kinder bekamen) unvollkommen waren. Seitdem ist "das Herz des Menschen allezeit zum Schlechten geneigt", wie die Bibel sagt und daraus und dem bösen Einfluss Satans entspringt alles Leid der Welt. So habe ich es bei den Zeugen Jehovas gelernt. Da die letzten Tage aber angebrochen sind und Satan der Vernichtung entgegengeht, steigert er seine Bemühungen, die Welt ins Chaos zu stürzen. Warum auch immer?
Aufmerksame Besucher der Zusammenkünfte werden nun natürlich einwenden, dass Rosling sich auf UN-Datenerhebungen bezieht und die UNO ja ein Instrument Satans sei, irgendwann weltweiten Frieden und Sicherheit auszurufen, der selbstverständlich trügerisch sei. Dann kommt der Angriff auf das Volk Gottes, welches ... wie sollte es anders sein ... natürlich die wahre Anbetung praktiziert und auch nach der Vernichtung der falschen Religion nicht von ihrem Gott weicht.

Aber was hat die Erbsünde mit der Debatte um Evolution zu tun?
'Ne ganze Menge. An der Menschwerdung scheiden sich die Geister der Evolutionsbiologen und der Kreationisten am heftigsten und auch die kunstvolle Verschmelzung als "Theistische Evolution" scheitert bei dem Versuch, den biblischen Schöpfungsbericht und die Evolutionstheorie in Einklang zu bringen (siehe Seite 01, Beitrag 02, 01.10.2017: Einmal Evolution light, bitte! - Probleme der theistischen evolution). Die Evolution wird als fließender Artenübergang beschrieben, jede Grenzlegung zwischen "alter" und "neuer" Art ist also zwangsläufig willkürlich gesetzt. Das Loskaufopfer Jesu bedingt aber eine Erbsünde, die es zu tilgen gilt und diese kann nur stattgefunden haben, wenn wie kreationistisch vertreten, das erste Menschenpaar separiert festgelegt ist. Da ist die Krux.
Sie stritten sich beim Wein herum,

Was das nun wieder wäre;
Das mit dem Darwin wär gar zu dumm
Und wider die menschliche Ehre.

Sie tranken manchen Humpen aus,
Sie stolperten aus den Türen,
Sie grunzten vernehmlich und kamen zu Haus
Gekrochen auf allen Vieren.

- Wilhelm Busch, Kritik des Herzens, 1874

#1 Auflösung des "Ignorance Test"
  1. In den 50ern gab es weniger als 1 Milliarde Kinder auf der Welt, im Jahr 2000 aber fast 2 Milliarden. Wie schätzen Experten der UNO die Zahl der Kinder für das Jahr 2100 ein?
    - Richtige Antwort: 2 Milliarden
    Die meisten gehen davon aus, dass sich die Zahl der Kinder nochmals verdoppelt. Aber wir leben lauf Rosling bereits in der Zeit des "peak child". Laut den Daten wird sie bis 2050 nur noch sehr geringfügig ansteigen um danach bis zum Jahrhundertende wiederum leicht zu fallen.
  2. Wie verteilen sich die etwas mehr als 7 Mrd. Menschen auf der Welt?
    - Richtige Antwort: Europa: 1 Mrd., Amerika: 1 Mrd., Afrika: 1 Mrd., Asien: 4 Mrd.
    Die meisten Menschen überschätzen die Zahl der Afrikaner maßlos, allerdings lautet die "Postleitzahl der Menschen: 1114. In Asien leben mehr Menschen, als auf allen anderen Kontinenten zusammen.
  3. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist ein Indikator unter anderem für Fortschritte in der medizinischen Versorgung. Wie hoch ist heute diese auf der Welt?
    - Richtige Antwort: 70 Jahre
    Definitiv gibt es Gebiete auf der Erde, wo die Durchschnittliche Lebenserwartung unter 50 Jahren liegt. Doch diese Gebiete sind längst nicht mehr so bestimmend und zahlreich wie früher.
  4. Wie hoch ist heute weltweit die Alphabetisierungsrate Erwachsener, also wie viele können lesen und schreiben?
    - Richtige Antwort: 80 Prozent
    Die wenigstens würden dem zustimmen, aber tatsächlich können vier von fünf Erwachsenen weltweit lesen und schreiben.
  5. Im Weltdurchschnitt gingen Männer, die heute zwischen 25 und 34 Jahre alt sind, 8 Jahre lang zur Schule. Wie sieht es bei Mädchen der gleichen Altersgruppe aus?
    - Richtige Antwort: 7 Jahre
    Das ist zwar mehr als meist vermutet, aber zugegebenermaßen immer noch keine Gleichberechtigung.
  6. Wie viel Prozent aller einjährigen Kinder auf der Welt sind gegen Masern geimpft?
    - Richtige Antwort: 80 Prozent
    Die meisten unterschätzen auch hier die Zahl dramatisch und gehen meist davon aus, dass maximal eins von fünf Kindern gegen Masern geimpft sei, es verhält sich aber geradewegs andersherum: Eins von fünf Kindern ist nicht geimpft, die anderen schon. Sie gilt laut Rosling als "wichtigste aller Impfungen".
  7. Von 1990 bis 2010 hat sich der Anteil der in extremer Armut lebenden Weltbevölkerung ...
    - Richtige Antwort: ... fast halbiert.
    Zwar leben noch immer 1,2 Milliarden Menschen auf der Welt in extremer Armut (weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag). Ihr Anteil an der Weltbevölkerung hat sich allerdings seit 1990 fast halbiert, obwohl sich die Weltbevölkung selbst bei weitem nicht verdoppelt hat. In Summe leben also weniger Menschen in extremer Armut als vor 27 Jahren.
  8. Wie hoch ist die Zahl der Kinder pro Frau heute, wenn 1965 jede Frau im Schnitt 5 Kinder zur Welt brachte?
    - Richtige Antwort: 2,5 Kinder
    Laut Rosling ist die Geburtenrate eine der "wichtigsten demografischen Kennzahl überhaupt" und diese sinkt seit 50 Jahren beständig. Dies zeigt eine der größten Veränderungen an, denn sinkende Geburtenziffern begleiten oder befördern in der Regel die positive wirtschaftliche Entwicklung des Landes und zeigen obendrein auch noch auf einen verbesserten Bildungsstand der Frauen.
  9. Wie hoch liegt die weltweite Kindersterblichkeit heute, wenn sie 1990 bei 9 Prozent aller Kinder bis zum fünften Lebensjahr betrug?
    - Richtige Antwort: Sie hat sich annähernd halbiert.
    Hier wiederrum nehmen die meisten die korrekte Antwort: fast halbiert.
  10. Wie veränderte sich die jährliche Zahl von Todesfällen durch Naturkatastrophen seit dem Jahr 1970?
    - Richtige Antwort: Sie hat sich annähernd halbiert.
    Das ist ein durchaus paradoxes Bild: Während die durch Naturkatastrophen verursachten Kosten teils heftig steigen, sinkt die Zahl der Todesopfes durch diese deutlich. Das hat mehrere Ursachen: Frühwarnsysteme sind heute ausgereifter und sensibler als früher. Obendrein hat sich die Bautechnik insbesondere in oft betroffenen Gebieten verbessert und die Bildung der ansässigen Bevölkerung tut ihr Übriges.
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Mi 8. Nov 2017, 23:19

Rezension: Wachtturm Oktober 2013 - Wie Farben auf uns wirken

Weblink zum Artikel: Wie Farben auf uns wirken

Manchmal machen es einem Kreationisten zu einfach. Folgende Aussage ist in dem Artikel über die evolutionsbiologische Ansicht über das Farbsehen des Menschen zu finden:
Evolutionsbefürworter stehen vor der Frage, warum der Mensch eine breite Palette von Farben unterscheiden kann, wo doch das Farbensehen nicht überlebensnotwendig ist. Geht man jedoch davon aus, dass ein Schöpfer uns mit der Fähigkeit ausgestattet hat, uns an so vielen Farben zu erfreuen, dann sieht man dieses Geschenk als Liebesbeweis, der unser Leben schöner machen soll.

Nur leider gibt die Wissenschaft wenig auf ein Bauchgefühl, sondern gibt naturwissenschaftliche Erklärungsmodelle zu beobachteten Dingen. Doch obacht, der gleiche Artikel beginnt mit folgenden Worten:
Augen und Gehirn bilden ein perfektes Gespann, wenn es darum geht, Eindrücke aus der Umgebung aufzunehmen. Der Blick fällt auf ein Stück Obst und man entscheidet, ob man hineinbeißen will. [...]
Die Farbe einer Frucht liefert uns Anhaltspunkte dafür, ob sie reif und lecker ist. [...] Ob wir es merken oder nicht, Farben helfen uns ständig dabei, die Welt um uns herum zu erfassen.

Im Grunde erklären Sie sich die evolutionsbiologische Ansicht selbst: Farbwahrnehmung hat einen selektiven Vorteil.

Aber gehen wir dem Argument des göttlichen Liebesbeweises nach. Welche Überlegungen können sich daraus ergeben?
Ich frage mich unwillkürlich, warum einige Tiere diese schöne Welt auch wahrnehmen dürfen, andere nicht. Trichromaten (Lebewesen mit drei Farbzäpfchen) haben gegenüber Dichromaten (Lesewesen mit zwei Farbzäpfchen) Rezeptoren für die rote Farbwahrnehmung, was den Vorteil bietet, dass satte Rot einer Erdbeere wesentlich besser zu erkennen. Dichromaten sehen ja nach Helligkeit und Farbsättigung eine grüne oder orange Beere. Der Mensch ist aber, wie jeder Altweltaffe auch (also jene in der alten Welt: Europa, Asien und Afrika, z.B. Schimpansen, Gorillas, Bonobos, Orang-Utans, etc.) ein Trichromat.

Mäuse könnten theoretisch auch welche sein, ihr Gehirn ist dazu in der Lage. Sie sind es aber nicht. Das sie es könnten, bestätigten Laborversuche, wo das dritte, rote Farbpigment in die Augen eingelagert wurde. Die Mäuse konnten bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen sofort und ohne große Umstellungen im Verhalten trichromatisch sehen. Dies wurde statistisch mit mehreren Versuchsreihen durchgeführt (#1).
Das die Schlange die vielen Farben nicht sehen darf, ist klar, hat sie den Menschen doch zur Sünde verleitet. Warum aber werden Katzen benachteiligt und einige Vögel bevorzugt? Letztere sind sogar Tetrachromaten (Lebewesen mit vier Farbzäpfchen) und können UV-Licht wahrnehmen. Der Fangschreckenkrebs Neogondodactylus oerstedii besitzt sogar acht verschiedene Rezeptortypen im sichtbaren und vier im Ultraviolett-Bereich. Vielleicht ist er ja die wahre Krone der Schöpfung.


Krone der Schöpfung? Sieht immerhin allein im ultravioletten Bereich mehr Spektren als wir überhaupt: Fangschreckenkrebs Neogondodactylus oerstedii

Natürlich kann man ein Weltbild nicht an der Farbwahrnehmung festmachen. Aber den Evolutionsbiologen mangelnde Erklärung vorzuwerfen nachdem diese selbst aus evolutionsbiologischer Sicht hinreichend erklärt hat, war einfach zu verlockend, um nicht rezensiert zu werden.

Auch beweist das Mäuseexperiment ja eindrucksvoll, dass trichromatisches Sehen keine Gleichzeitigkeit der Entstehung der Rezeptoren und der Entstehung der dafür notwendigen Wahrnehmungsstrukturen im Hirn benötigt. Das Hirn ist offenbar in der Lage Farben zu "interpretieren", selbst wenn das Auge diese noch gar wahrnehmen kann.
Unzureichend ist daher nur eine Erklärung: Gott vorauszusetzen, damit Gegebenheiten als Liebesbeweis gedeutet werden können, um damit wieder Gott zu beweisen.

Passendes Zitat:
Man kann die Augen nicht vor Dingen verschließen, die das Auge nicht sieht.
Charles Morgan, englischer Schriftsteller (1894-1958)

#1 Quelle: Genetically engineered mice with an additional class of cone photoreceptors: Implications for the evolution of color vision
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC208822/
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"If the biggest problem that you're having in the twenty-first century involves
what other people's genitals look like, and what they're doing with those genitals
in the presence of other consenting adults, you may need to reevaluate your
priorities." - Forrest Valkai


("Wenn das größte Problem, das du im 21. Jahrhundert hast, darin besteht, wie
anderer Leute Genitalien aussehen und was diese damit in Gegenwart anderer
Erwachsener mit deren Einverständnis machen, musst du möglicherweise deine
Prioritäten neu bewerten.")

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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Do 9. Nov 2017, 15:18

Grundlagen: Was bedeutet Komplexität?

Die Abseitsregel ist kompliziert, ein Fußballspiel ist komplex.

Überall stehen wir vor komplexen Zusammenhängen, ob Klimawandel, Globalisierung, Internet oder eben der Wissenschaft. Komplexität scheint ein Schlüsselbegriff der heutigen Zeit zu sein. Aber was bedeutet er und wozu brauchen wir ihn?
"Komplex" heißt "zusammenhängend" oder "vieles umfassend", aus dem lateinischen "complecti" für "umfassen". Im alltäglichen Sprachgebrauch verstehen wir darunter die Vielschichtigkeit eines Phänomens oder Problems. Etwas erscheint uns komplex, wenn wir es nicht richtig durchschauen, geschweige denn beherrschen können.

In der Wissenschaft versucht man freilich mit einer genaueren Definition, die Begrifflichkeit einzugrenzen: Komplexität bezeichnet die Eigenschaft eines Systems oder Modells, dessen Gesamtverhalten man selbst dann nicht eindeutig beschreiben kann, wenn man vollständige Informationen über seine Einzelkomponenten und ihre Wechselwirkungen besitzt.
Es ist aber nicht das Gleiche wie "kompliziert". Eine Maschine kann kompliziert aufgebaut sein, weil sie aus vielen Einzelteilen besteht. Sie kann sich aber trotzdem vorhersagbar verhalten. Eine mechanische Uhr wäre zum Beispiel eine solche Maschine. Ein komplexes System hat dagegen eine unvorhersagbare, nicht berechenbare Komponente.
Komplexität hängt also eng mit dem Zufall zusammen.

Das lässt sich an einem Fußballspiel veranschaulichen. Die Abseitsregel etwa erscheint vielen kompliziert. Man kann sie aber durchaus verstehen, wenn man sich ein wenig damit beschäftigt. Auch sind Konsequenzen und Bedingungen immer gleich und vorhersagbar.
Ein Fußballspiel als solches aber ist komplex: Über seinen Ausgang entscheiden viele Faktoren, die sich gegenseitig beeinflussen. Diese unberechenbare Dynamik aus Wirkung, Gegenwirkung und Rückkopplung lässt sich am Computer nicht vorausberechnen. Das macht unter anderem den Reiz des Spiels oder aber auch anderer Sportarten aus.


Lange dachte man, dass Komplexität auf komplizierten, miteinander vernetzten Prozessen beruht. Aber das muss nicht der Fall sein. In der fraktalen Geometrie und der Chaostheorie zeigt sich, dass auch ein sehr einfacher Prozess eine hochkomplexe Struktur hervorbringen kann. Man denke an den Schmetterling und den Einfluss seines Flügelschlags auf Wetterphänomene am anderen Ende der Welt. Oder an Polygone, die einfach aufgebaut sind und zu tausenden hochkomplexe Computerfiguren darstellen können.
Einfache Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich leicht steuern und kontrollieren lassen. Bei komplexen Systemen ist das anders. Sie können astronomisch viele verschiedene Zustände annehmen. Je komplexer ein System ist, desto größer ist die Bandbreite seines möglichen Verhaltens.
Eine zentrale Frage der Kybernetik, die sich mit der Steuerung und Regelung von Maschinen befasst, besteht daher darin, wie man Komplexität beherrschen und gegebenenfalls reduzieren kann.

Komplexe Systeme spielen in verschiedenen Bereichen eine Rolle. In der Informatik versteht man unter Komplexität den rechnerischen Aufwand zur Lösung eines Problems.
So komplex unsere moderne Welt auch ist, nichts ist komplexer als natürliche Systeme. Während die von Menschen geschaffenen Systeme ständig Steuerung und Überwachung brauchen, reguliert und organisiert sich die Natur selbst.
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Di 14. Nov 2017, 15:33

Grundlagen: Was ist der goldene Schnitt?

Der goldene Schnitt ist irrational. Gemeint ist nicht die Abwesenheit von Vernunftbegabung, sondern dass sie, wie andere irrationale Zahlen nicht durch einen Bruch ganzer Zahlen dargestellt werden kann. Rationale Zahlen hingegen, wie die 1,5 lassen sich ja auch als 3/2 darstellen. Die 5 kann man auch als 5/1 wiedergeben. Die Wurzel aus 2 wiederrum lässt sich nicht als Bruch darstellen, ebenso wie Pi oder die eulersche Zahl.

Mathematische Symbole, griechischer Buchstabe Phi:
Bild . Bild . Bild
Auch verwendet wird manchmal Tau:
Bild . Bild oder g
Manche irrationale Zahlen lassen sich aber wenigstens annähernd durch ganzzahlige Brüche darstellen. Pi zum Beispiel kann man gut mit der Näherung 22/7 darstellen. Wie gut eine irrationale Zahl approximierbar ist, lässt sich ihrer Kettenbruchdarstellen erkennen:
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Eigentlich ist das der Spezialfall eines "regulären" Kettenbruchs. Aber wir müssen die Sache nicht unnötig verkomplizieren.
Das sieht alles komplizierter aus als es ist.

Ein Fallbeispiel: Christiaan Huygens, der berühmte Astronom aus dem 17. Jahrhundert, friemelte mit verschiedenen Zahnrädern an einem Sonnensystem herum. Damit sich die Planeten im richtigen Verhältnis zueinander bewegen, müssen die Zahnräder die richtige Anzahl an Zähnen haben. Um die richtige Zahl zu bestimmen, musste er das Verhältnis der Umlaufzeiten möglichst gut durch rationale Zahlen approximieren. Der Saturn umläuft die Sonne zum Beispiel einmal in 10759,16925 Tagen, die Erde bekanntlich in 365,25 Tagen. Das Verhältnis beträgt also 29,457 (Saturn braucht also 29,457 Erdjahre für einen Umlauf). Das sind die heutigen Zahlen. Huygens fand das Verhältnis 77.708.431/2.640.858 heraus, was allerdings sehr unhandlich ist und entsprechend kleiner Zähne an den Zahnrädern oder entsprechend große Zahnräder benötigen würde. Huygens benutzte daraufhin die Kettenbrüche.
Zuerst rechnen wir den Bruch aus: 77.708.431 durch 2.640.858 ergibt 29,425448 (Die Nachkommastellen sind zwar periodisch, aber es ist eine rationale Zahl, was man aber erst nach 20.006 Stellen sieht). Die erste ungenaue Approximation ist also 29/1. Der Fehler unserer Annäherung beträgt jetzt 0,425448, als Bruch 1/2,3505609. Die genauere Approximation wäre 29 + 1/2. Allerdings haben nur nun 2,3504609 durch 2 approximiert. Besser wäre also die Annäherung 2 + 1/2. Ihr merkt schon, dass kann eine Weile dauern und wird unübersichtlich.
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Natürlich können wir weitermachen, da wir beim letzen Bruch 0,853385 unter den Tisch haben fallen lassen. Das ist fast 1, demnach im Bruch 2 + 1.
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Das Prinzip ist klar, als nächstes käme:
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Das geht ewig weiter. Der entstehende Kettenbruch wird die ursprüngliche Zahl immer genauer approximieren. So einen Kettenbruch, kann man natürlich wieder zu einem normalen Bruch umrechnen.
Die erste Appromation war ja 29 + 1/2, was 59/2 entspricht. Die nächste Approximation war 29 +1/(2 +1/2), was wiederum 147/5 ist. Dann kommt 206/7 und wo wir gestoppt haben kommt 1177/40 raus. Dank der Methode des Kettenbruchs haben wir also einen einfachen Weg, um eine Reihe von Brüchen zu finden, die unsere Ausgangszahl immer besser approximieren.
Huygens stoppte einen Bruch zuvor, was für das Umlaufzeitenverhältnis von Saturn und Erde ausreichend war. Für Saturn brauchte er also 206 Zähne, für die Erde nur 7.

Was hat das gefühlte Kilo Mathematik also mit dem goldenen Schnitt zu tun?
Der goldene Schnitt ist das berühmte Teilungsverhältnis, dass überall in Kunst und Natur zu finden soll, bei der man eine Strecke so teilt, dass das Verhältnis der Gesamtstrecke zum größeren Abschnitt, dem Verhältnis des größeren zum kleineren Abschnitt entspricht (also Gesamt/größerer Teil = größerer Teil/kleinerer Teil). Die Abschnitte nennt man a und b. Dabei ergibt das Verhältnis a/b immer einen bestimmten Wert:
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Natürlich kann man Huygens nachspielen und bekommt dann folgenden Kettenbruch:
Bild
Er besteht nur aus Einsen. Hä ...
Wie haben wir den Kettenbruch nochmal kontruiert? Man bestimmt einen Näherungsbruch, berechnet dessen Fehler und wandelt diesen wieder einen Näherungsbruch um, der an den ursprünglichen Näherungsbruch angehangen wird. Dann berechnet man den Fehler davon und so weiter. Der Fehler steht dann immer unter dem Bruchstrich. Je kleiner der Fehler, desto größer die Zahl unter dem Bruchstrich (1/10 ist ein wesentlich kleinerer Fehler als 1/2) und umgekehrt.
Wenn unter dem Bruchstrich des goldenen Schnitts immer nur Einsen stehen, muss der Fehler der Approximation in jedem Näherungsversuch entsprechend groß sein. Schlechter geht es nicht. Daher ist die Zahl des goldenen Schnitts von allen irrationalen Zahlen, diejenige, die sich am schlechtesten durch einen Bruch nähern lässt.

Was hat die Mathestunde mit Evolutionsbiologie zu tun?
Die schlechte Approximation ist der Grund, warum der goldene Schnitt so oft in der Natur zu finden ist. Ein Blattmuster zum Beispiel, dass sich schnell exakt wiederholt, also mit einer Periode die durch einen kleinen Bruch approximierbar ist, führt z.B. dazu, dass die Blätter direkt übereinander stehen und sich gegenseitig das Licht wegnehmen. Würde die Blätter in einem Winkel von 36 Grad um einen Stengel wachsen, würde das 11. Blatt das 1. Blatt überdecken. Damit das nicht passiert, muss ein Winkel "gefunden" werden, bei dem ein Muster sich so spät wie möglich exakt wiederholt. Dies ist der goldene Winkel, der sich daraus ergibt, wenn man 360 Grad durch den goldenen Schnitt dividiert. Das sind etwa 137,5 Grad. Nach diesem Winkel sind die Blätter und Blütenstände vieler Pflanzen angeordnet.
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Techniker lassen sich gerne von der Natur inspirieren. Das ist nicht überraschend, da Tiere und Pflanzen im Zuge der Evolution oft Jahrmillionen Jahre Zeit hatten, um eine Aufgabe oder ein "Bauteil" zu optimieren. So wurden bei dem ersten kommerziell betriebenen Solarwärmekraftwerk Solucar PS10 (nicht Energieumwandlung aus Licht, sondern aus gebündelter Wärme durch Reflektoren auf ein gemeinsamen Absorber, der damit Wasserdampf erzeugt, der wiederrum eine Turbine antreibt) in der Nähe von Sevilla 624 Spiegel mit einer Fläche von jeweils 120 Quadratmetern auf einen Absorber in einem 115 Meter hohen Turm fokusiert. Die Anlage schafft 11 Megawatt und ihr Wirkungsgrad ist natürlich davon abhängig, wie die Spiegel aufgestellt werden. Sie blockieren sich sonst gegenseitig.

Bei der Untersuchung der optimalen Aufstellung der Spiegel sind die Wissenschafter auf den goldenen Schnitt gestoßen und haben herausgefunden, dass sie die Anordnung der Spiegel optimieren können, wenn sie dabei der Anordnung der Blütenstände einer Sonnenblume folgen. Die Effizient steigt um 0,36 Prozent, obwohl mit dieser Anordnung 15,8 Prozent der benötigten Bodenfläche gespart werden konnte.

Warum die Nachahmung von natürlichen Phänomenen nicht zwangsläufig auf Gott schließen lässt, wird in einem anderen Beitrag erördert.
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Mi 15. Nov 2017, 15:24

Grundsatzartikel: Sollten Wissenschaftler mit Kreationisten debattieren?

Die grundsätzliche Frage, ob Wissenschaftler mit Kreationisten überhaupt debattieren sollten, wird wohl unterschiedlich beantwortet? Aber Wissenschaftler können auf jeden Fall. Bill Nye, "The Science Guy", einer der populärsten Wissenschaftsvermittler der USA hat's sogar getan. Mehr als zwei Stunden lang hat er mit dem Kenneth Ham (Gründer und Geldgeber des Kreationismus-Museums in Petersburg / Kentucky) debattiert. Thema dieser Debatte: "Ist Kreationismus ein praktikables Modell der Entstehungsgeschichte in der heutigen modernen Wissenschaft?"



Aber sollten sich Wissenschaftler auf solche Debatten einlassen?
"Bloß nicht!", schreien die einen. Denn allein dadurch, dass ein Wissenschaftler sich auf eine öffentliche Debatte einlässt, stellt er beide Seiten auf Augenhöhe. Es entsteht der Eindruck einer ernst zu nehmenden Position, selbst wenn der Wissenschaftler eine solche Debatte gewinnen würde. Allerdings: Wenn ein Wissenschaftler sich nicht einer öffentlichen Debatte stellt, wird dies sicher als Eingeständnis einer zu erwartenden Niederlage heruntergebrochen. Und diese Vorlage kann man eigentlich doch nicht Kreationisten in die Hand spielen, die den Unterschied zwischen einer theoretischen Annahme und einer wissenschaftlichen Theorie nicht verstehen können oder wollen.

Nun ist Ken Ham ja ein Jung-Erde-Kreationist und Bill konnte immer wieder Beispiele dafür angeben, dass die Erde deutlich älter als 6.000 Jahre ist: Schneeschichten an den Polen (die auch sowas wie Jahresringe ablegen), die sich 680.000 Jahre zurückverfolgen lassen; Bäume, die bis zu 9.550 Jahre alt sind; den Grand Canyon und seine deutlich sichtbaren Gesteinsschichten, die aber immer nur bestimmte Fossilien in bestimmten Schichten beobachten lassen; die Vielfalt der Arten, die über ein Fassungsvermögen einer Arche weit hinausgehen; die zahlreichen Sterne, die deutlich älter als die Erde sind und noch viele weitere Dinge. Diese Version des Kreationismus spottet einfach allen Beweisen und ist jene, die am wenigsten irgendwas mit der Realität zu tun hat.

Nachdem die Debatte ausgestrahlt wurde, tauchte auf BuzzFeed folgende Liste auf, bei der Kreationisten oder allgemein Gottgläubige Schilder mit Fragen hochhalten, die an Leute gestellt wurden, die an die Evolution "glauben". Einige Fragen wurden direkt an "The Science Guy" gerichtet.

http://www.buzzfeed.com/mjs538/messages-from-creationists-to-people-who-believe-in-evolutio?bffb#.nxopXqn16

Es sind typische Fragen, manche mit philosophischen Charakter, andere zeigen Missverständnisse, die über wissenschaftliche Arbeit existieren, oder speziell, was Evolution ist. Ich werde stellvertretend diese 22 Fragen durchgehen und dabei aufgrund der großen Anzahl der Fragen nicht zu tief in die Materie gehen:

1. "Bill Nye, are you influencing the minds of children in a positive way?"
(Bill Nye, werden Sie die Gedanken der Kinder positiv beeinflussen?)
Mehr als Fakten zum Merken gibt er ihnen einen Einblick, wie Wissenschaft funktioniert und wie man kritisches, konstruktives Denken in der Wissenschaft anwendet.

2. "Are you scared of a Divine Creator?"
(Haben Sie Angst vor einem göttlichen Schöpfer?)
Nein. Wenn es den abrahamitischen Gott gibt, dann wäre er ein wunderbares Forschungsfeld für vieles, was Wissenschaftler erforschen. Er wäre ein wahre Fundgrube, denn viele Wissenschaftler glauben auch an Gott. Eine wohl bessere Frage wäre: "Haben Gläubige Angst, dass es keinen schöpferischen Gott gibt?" Es gibt in der Wissenschaft mehr Raum für Gott, als ohne Gott im religiösen Glauben.

3. "Is it completely illogical that the Earth was created mature? i.e. trees created with rings … Adam created as an adult ..."
(Ist es komplett unlogisch, dass die Erde fertig geschaffen wurde? Insbesondere Bäume geschaffen mit Ringen ... Adam als Erwachsener geschaffen ...)
Wir überdehnen den Begriff der Logik auch dann nicht, wenn wir postulieren, dass Gott das Universum letzten Donnerstag geschaffen hat. Genauso wie es heute aussieht, mit allen Beweisen, dass es trotzdem älter ist, inklusive euren Erinnerungen, so dass man denkt, sie wäre älter. In sich logisch? Sicher. Plausibel? Nicht wirklich.

4. "Does not the second law of thermodynamics disprove evolution?"
(Widerspricht der 2. Hauptsatz der Thermodynamik nicht der Evolution?)
Nein. Dieses Argument geht davon aus, dass die Erde ein abgeschlossenes System bildet, in das Energie nicht mehr hinein- oder entkommt (1.Hauptsatz: Energie in einem geschlossenen System ist konstant.) Aber das ist falsch. Die Sonne ist der Hauptenergielieferant der Erde. Bei mittlerer Entfernung erreichen jeden Quadratmeter der sonnenzugewandten Seite etwa 1600 Watt (entspricht der Leistung zweier Mikrowellen). Das begünstigt das Entstehen von "Ordnung", denn dafür ist Energie notwendig, wobei "Unordnung" von "allein" entsteht. Die Entropie wird lokal verringert oder gar aufgehoben.

5. "How do you explain a sunset if their [sic] is no God?"
(Wie erklärst du einen Sonnenuntergang, wenn es Gott nicht gibt?)
Drehimpuls (http://www.slate.com/blogs/bad_astronomy/2012/12/05/animation_of_the_earth_at_night_suomi_npp_pictures_of_our_spinning_globe.html). Okay. Ich verstehe, dass hier eigentlich die Schönheit des Sonnenuntergangs gemeint ist. Aber dem kann man entgegnen, dass wir uns zum Farb- und Kontursehen entwickelt haben, dieses Event also schön finden, weil wir uns an diese Form der Schönheit angepasst haben. Die Sache wissenschaftlich zu betrachten, fügt dem Ganzen nur noch mehr Faszination und Schönheit hinzu. (Nebenbei sind einige Kreationisten auch Anhänger des Geozentrismus, wo die Erde im Mittelpunkt des Universums steht und alles andere sich um diese dreht).

6. "If the Big Bang Theory is true and taught as science along with evolution, why do the laws of thermodynamics debunk said theories?"
(Wenn die Urknalltheorie wahr ist und zusammen mit der Evolution als Wissenschaft gelehrt wird, warum entlarven die Gesetze der Thermodynamik besagte Theorien?)
Nein, siehe 4. Konsequenterweise müssen sich auch Wissenschaftler eingestehen, dass sie zwar einige interessante Ideen haben, aber im Grunde nicht wissen, wie und warum das Universum entstand. Aber "Ich weiß es nicht!" ist eine akzeptable Antwort in der Wissenschaft. Es führt zu weiteren Fragen, zu weiteren Erforschungen, zu weiterem Verständnis.

7. "What about noetics?"
Jetzt kommt es darauf an, was damit gemeint ist. Es gibt einen Zweig der Philosophie, die sich mit dem Verstehen des Geistes auseinandersetzt. Es ist auch ein wissenschaftliches Unterfangen, zu wissen, was Geist ist, wie er funktioniert: Oder aber rein rational, "Der Geist ist, was das Hirn tut." Es gibt da aber auch die New-Age-Ecke namens Noetics, die besagt, der Geist habe Einfluss auf die Materie. Die Frage ist natürlich auch, was dass mit Gott zu tun hat, es sei denn es geht darum, dass Gott dem Menschen den Geist gab. Das wiederrum wäre aber nur eine Behauptung, kein Beweis, ja nicht einmal eine kritische Frage. Es ist nur der Ausruf, dass es so ist.

8. "Where do you derive objective meaning in life?"
(Wo leitest du den objektiven Sinn des Lebens her?)
Wir haben uns in Millionen Jahren zu sozialen Tieren entwickelt, die sich gegenseitig unterstützen, um das gemeinsame Ziel "Überleben" zu sichern. Diese einfache Theorie erklärt bereits einen großen Teil der Moral und des Lebenszweckes, den wir sehen, ohne dass uns eine göttliche Gegenwart offenbart werden muss. Ich bin irgendwie gegen den Gedanken, dass der Mensch zu blöd ist, moralisch zu handeln, wenn kein Gott eingreift. Ich brauche keine Religion um zu wissen, dass Mord falsch ist. Beachten wir bitte auch, dass es Gesetzessammlungen gibt, die, je nach Datierung des Auszugs aus Ägypten und der Wüstenwanderung, Jahrhunderte vor Moses 10 Geboten datiert werden:
  • etwa 2370 v.u.Z Reformtexte des Urukagina (Uruinimgina: Sumer, Mesopotamien)
  • etwa 2100 v.u.Z Codex Ur-Nammu (Ur-Nammu, Urnammu, Ur-Namma; Sumer, Mesopotamien)
  • etwa 1930 v.u.Z Codex Lipit-Ištar (Lipit-Ištar, Babylonien, Mesopotamien)
  • 18. Jahrhundert v.u.Z Codex Ešnunna (Babylonien, Mesopotamien)
  • etwa 1750 v.u.Z Codex Hammurapi (Hammurapi, Babylonien, Mesopotamien)
  • 1749 bis 1712 v.u.Z Edikt des Šamšu-iluna (Babylonien, Mesopotamien
  • etwa 1630 v.u.Z Edikt des Ammi-ṣaduqa (Babylonien, Mesopotamien).
  • 1500 bis 1200 v.u.Z Hethitischen Gesetze (Hethiterreich, Anatolien)
  • 13. Jahrhundert v.u.Z Erlass des Tudhalija IV. (Verfassung des Tudhalija; Hethiterreich, Anatolien)
  • 12. Jahrhundert v.u.Z Mittelassyrischen Gesetze (Assyrien, Mesopotamien)
Ich habe kein Problem damit, wenn Menschen ihre moralische Führung oder ihren Lebenssinn in der Bibel suchen, aber ich finde es etwas befremdlich, wenn sie eindeutig unmoralische Teile davon ignorieren (http://skepticsannotatedbible.com/int/long.html).
Die Suche nach einem übergeordneten Sinn des Lebens setzt Gott ja bereits voraus, ohne ihn jedoch zu beweisen.

9. "If God did not create everything, how did the first single-celled organism originate? By chance?"
(Wenn Gott nicht alles geschaffen hat, wie ist dann der erste einzellige Organismus entstanden? Durch Zufall?)
Das ist eine exzellente Frage. Aktuellem Kenntnisstand nach war es teilweile Zufall, aber es war nicht zufällig. Die Chemie zeigt uns, dass Atome und Moleküle wie Puzzleteile sind. Sie lassen sich nur in bestimmter Weise zusammensetzen. Das bedeutet, dass einige Moleküle eine erstaunliche Komplexität aufweisen, einschließlich der Fähigkeit, sich selbst zu replizieren. Es ist halt nicht, wie die Teile einer Uhr, die man in eine Kiste wirft, schüttelt und am Ende einen funktionierenden Chronographen hat. Die Teile selbst bilden sich im Laufe der Zeit zu mehr Komplexität. So sieht es aktuell aus.
Die Frage kann man aber wiederum auch umdrehen: Wer erschuf Gott? Wenn dies mit damit beantwortet wird, dass er dieser schon immer war, warum dann nicht auch das Universum, bzw. Multiversum.
"A well-known scientist (some say it was Bertrand Russell) once gave a public lecture on astronomy. He described how the earth orbits around the sun and how the sun, in turn, orbits around the center of a vast collection of stars called our galaxy. At the end of the lecture, a little old lady at the back of the room got up and said: "What you have told us is rubbish. The world is really a flat plate supported on the back of a giant tortoise." The scientist gave a superior smile before replying, "What is the tortoise standing on?" "You're very clever, young man, very clever," said the old lady. "But it's turtles all the way down!"
- Stephen Hawking, 1988

(Deutsche Übersetzung: Ein bekannter Wissenschaftler (manche sagen, es war Bertrand Russell) gab einmal eine öffentliche Lektion in Astronomie. Er beschrieb den Orbit der Erde um die Sonne und den Orbit der Sonne um das Zentrum der Galaxie. Am Ende dieser Unterredung stand eine alte Lady am Ende des Raumes auf und sagte: "Was du erzählst, ist Blödsinn. Die Welt ist ganz offensichtlich flach und liegt auf dem Rücken einer riesigen Schildkröte. Der Wissenschaftler fragte mit überlegenen Lächeln: "Auf was steht diese Schildkröte?" - "Du bist ein sehr schlauer, junger Mann, sehr schlau.", sagte die Frau: "Aber da sind Schildkröten den ganzen Weg hinunter.")
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10. "I believe in the Big Bang Theory … God said it and BANG it happened."
(Ich glaube an die Urknalltheorie ... Gott sprach und es knallte.)
Für mich ist das in Ordnung, auch wenn ich dem nicht zustimmen kann. Aber bezüglich der Aussage, dass die Gesetze des Universums einst so waren, wie sie heute sind, spricht mehr für eine Stellungnahme der Wissenschaft, denn der Religion. Es entspricht der theistischen Evolution, die ein faszinierendes Gebiet für philosophische Argumentation bietet, aber eben ihre Schwächen hat.

11. "Why do evolutionists/secularists/humanists/non-God believing people reject the idea of their [sic] being a Creator God but embrace the concept of intelligent design from aliens or other extra-terrestrial sources?"
(Warum lehnen Evolutionisten / Säkularisten / Humanisten / Nicht-Gott gläubigen Menschen die Vorstellung eines Schöpfergottes ab, aber begrüßen das Konzept des intelligenten Designs durch Aliens oder andere außerirdische Quellen?)
Tun sie nicht. Das ist Grenz- oder Pseudowissenschaft.
Ernsthaft. Hier liegt ein tiefes Missverständnis über Säkularität vor. Ich bin offen für jede verifizierbare Behauptung, solange sie sich auf Beweise stützt. Wir kennen keine Außerirdischen, also können wir auch nicht sagen, dass sie uns gemacht hätten. Allerdings wird die Wahrscheinlichkeit, dass es Außerirdische gibt, jeden Tag größer. Wir entdecken jährlich hunderte von Planeten, was beweist, dass unser Sonnensystem der Normalfall und nicht die Ausnahme ist. Aber auch dann ist der Gedankensprung zur Erschaffung durch Außerirdische ein großer.
Wohlgemerkt ist in der Frage die Ansicht ausgedrückt, Evolution habe etwas mit Atheismus zu tun. Und das ist zwangsläufig nicht der Fall.
12. "There is no in between … the only one found has been Lucy and there are only a few pieces of the hundreds necessary for an 'official proof'."
(Es gibt keine Zwischenstufen ... das einzige, was gefunden wurde, ist Lucy und es gibt nur ein paar Teile von ihr. Für einen "offiziellen Beweis" sind aber hunderte nötig.)
Das ist auf so vielen Ebenen falsch: Es wurden viele Knochen von verschiedenen Individuen von Australopithecus afarensis (Lucys Spezies) gefunden. Ebenso Knochen anderer alter Menschen und deren Vorfahren, darunter Zweige der Hominide, die nicht zu uns führen. Es existieren auch eine große Zahl an "Übergangsfossilien", die implizieren, dass der Mensch sich aus früheren Spezies entwickelt hat. Es ist auch nicht korrekt, dass man hunderte Skelette braucht, um Schlußfolgerungen zu ziehen. Genauso gut könnte man behaupten, dass man Knochen einer jeden Person braucht, die in den Millionen Jahren existiert haben, um die Herkunft abzuleiten. Aber es ist nicht nötig.
Die "missing link"-Debatte ist generell müßig. Denn um die Abkunft eines jeden zu 100% zu beweisen, bräuchte man alle Knochen, aller Vorfahren und müsste beweisen, dass es nicht die Knochen eines anderen sind. Obendrein behaupten Kreationisten Dinge, für die es gar keine Beweise gibt, ohne sich dieser abstrusen Lage bewusst zu sein, dennoch von der Gegenposition ständig neue Beweise zu verlangen, die man dann geflissentlich ignoriert. Wo sind Adams Knochen? Warum hat noch keiner einen Nephilim ausgegraben (#1)?

13. "Does metamorphosis help support evolution?"
(Hilft Veränderung bei der Evolution?)
Lass es mich so ausdrücken: Es widerlegt die Evolution nicht. Auch wenn wir nicht verstehen, wie es angefangen hat, führt es uns zu weiteren Fragen und noch mehr Fragen, um darüber zu lernen.

14. "If Evolution is a theory (like creationism or the Bible) why then is Evolution taught as a fact."
(Wenn Evolution eine Theorie ist (wie Kreationismus oder die Bibel), warum wird Evolution dann als Fakt gelehrt?)
Erstens: Kreationismus und die Bibel sind keine Theorien, nicht im wissenschaftlichen Sinne. Die Bibel ist ein Buch und Kreationismus erfüllt kein einziges Kriterium einer wissenschaftlichen Theorie: Kreationismus beschreibt nichts, Kreationismus erklärt nichts, Kreationismus trifft keine Vorsagen. Es ist lediglich ein systematisiertes Ignorieren von Daten.
Zweitens: "Die Evolution" ist eine Theorie und ein Fakt. Theorien beschreiben ja Wirklichkeiten. Manche machen das gut, andere nicht. Hier setzt im Grunde aber auch nur der Hebel an, dass der wissenschaftliche Begriff "Theorie" nicht dem alltäglichen Begriff "Theorie" gleicht. Während das eine, ein immer wieder prozessierte Erkenntnis darstellt, die immer wieder wandelbar ist, geht das andere von einer fixen Idee oder Meinung aus.
Drittens: Kreationismus hat es ja bereits in die Schulen geschafft, in den Ethik- und Religionsunterricht. Genau da, wo er hingehört. Denn selbst, wenn er stimmen würde, wäre er im Biologieunterricht falsch, weil er nicht naturwissenschaftlich erfasst werden kann. Auch gibt es nicht DEN Kreationismus, sondern viele Ausprägungen mit zum Teil widersprüchlichsten Aussagen. Man müsste sich zwangsläufig willkürlich für irgendeinen entscheiden und diesen lehren.

15."Because science is 'theory'–not testable, observable, nor repeatable, why do you object to creationism or intelligent design being taught in school?"
(Da diese wissenschaftliche Theorie nicht prüfbar, beobachtbar und wiederholbar ist, warum sind Sie dagegen, dass Kreationismus oder Intelligent Design in der Schule gelehrt wird?)
Nun, Wissenschaft ist prüfbar, beobachtbar und reproduzierbar. Das ist so ziemlich die Definition von Wissenschaft. Und die Evolutionstheorie passt genau in diese Definition (dazu später mehr, als Vorgeschmack: http://scienceblogs.com/loom/2008/06/02/a-new-step-in-evolution/ (englisch)).

16. "What mechanism has science discovered that evidences an increase of genetic information seen in any genetic mutation or evolutionary process?"
(Welchen Mechanismus hat die Wissenschaft entdeckt, der einen Anstieg genetischer Information in irgendeiner Mutation oder einem evolutionären Prozess beweist?)
Ich verweise nochmals auf den verlinkten Artikel in Punkt 15.

17. "What purpose do you think you are here for if you don’t believe in salvation?"
(Zu welchem Zweck glaubst du, dass du hier bist, wenn du nicht an die Erlösung glaubst?)
Das ist eine interessante Frage. Verweist aber auf Punkt 8, auch wenn die Antwort wenig hoffnungsgebend sein sollte. Ich denke aber, dass z.B. ein Jude vermutlich eine wesentlich interessantere Antwort parat hätte. Ich glaube nicht, dass es einen Zweck gibt, der von einer externen Entität gewährt wird. Was sicher ist: Wir sind. Alles andere ist Philosophie.

18. "Why have we found only 1 ‘Lucy,’ when we have found more than 1 of everything else?"
(Warum haben wir nur eine "Lucy" gefunden, wenn wir mehr als ein Exemplar von allem anderen gefunden haben?)
Siehe Punkt 12.

19. "Can you believe in ‘the big bang’ without 'faith'?"
(Kannst du an den Urknall glauben ohne Glauben?)
Ja. Wir haben einige Nachweise dafür: https://de.wikipedia.org/wiki/Urknall

20. "How can you look at the world and not believe someone created/thought of it? It’s amazing!!!"
(Wie kannst du dir die Welt anschauen und nicht daran glauben, dass jemand dieses geschaffen hat? Das ist erstaunlich!)
Ja, das ist wirklich erstaunlich. Es braucht keine komplexen Regeln um große Diversität zu erschaffen. Poker, zum Beispiel, kommt mit wenigen, relativ einfachen Regeln aus und dennoch gibt es so viele Kombinationsmöglichkeiten, dass die Menschheit, selbst wenn sie seit Anbeginn des Universums gespielt hätte, vermutlich immernoch nicht alle Kombinationen ausgespielt hätte.

21. "Relating to the big bang theory … Where did the exploding star come from?"
(Bezugnehmend auf die Urknalltheorie ... Woher kam der explodierende Stern?)
Mal ganz ab, dass es nicht ein explodierender Stern war, sondern die "Explosion" von Zeit und Raum, erklärte ich bereits in Punkt 6, dass man es bisher nicht weiß. Aber das ist okay, da wir jeden Tag mehr darüber lernen. Aber eine übernatürliche Quelle vorrauszusetzen, ohne zu erklären warum, bringt uns keinen Schritt näher an das Verstehen. Es führt uns nur dazu, nicht mehr darüber nachzudenken und zu lernen.

22. "If we came from monkeys then why are there still monkeys?"
(Wenn wir vom Affen abstammen, warum gibt es dann immernoch Affen?)
Gegenfrage: Wenn du von deinen Eltern abstammst, warum gibt es immernoch deine Eltern?
Beide Fragen sind Quatsch, denn Evolution ist nicht eine gerade Linie von einer Spezies zur nächsten. Neuere Arten entstehen aus ältern, sie ersetzen diese nicht. Stellen wir uns zwei Primaten vor die zwei Kinder bekommen, eines wird simpel der gleiche Primat, ein anderes hat eine minimale Änderung. Beide pflanzen sich fort und geben ihr Erbgut weiter. Manchmal passieren Mutationen, manchmal nicht. Über einen größeren Zeitraum ergeben sich daraus zwei differenzierte Arten: Eine nahe am Orginal, die andere weiter weg. Beide leben zur gleichen Zeit. Das ist jetzt natürlich eine starke Verallgemeinerung, aber folgendes Bild könnte helfen:
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Festzuhalten bleibt, dass dies sicher nur ein kleiner Ausschnitt kreationistischer Fragen ist. Die meisten dieser hier aber, beruhen auf dem Missverständnis wie Evolution funktioniert, welche Inhalte sie hat und wie Wissenschaft überhaupt funktioniert. Weitere Fragen finden sich unter http://www.talkorigins.org/origins/faqs-creationists.html (englisch).
Das Wort "glauben" über der Auflistung ist absichtlich in Anführungsstrichen gehalten, da Wissenschaft kein Glaubenssystem ist. Wissenschaftler "glauben" nicht an die Evolution, sie sind überzeugt davon, dass sie die bestmögliche Theorie ist, zu beschreiben, wo wir herkommen. Und sie tun es, weil sie diese Überzeugung regelmäßig überprüfen.

Tja, in diesem Sinne:
Der Mensch kommt unter allen Tieren dem Affen am nächsten.
Georg Christoph Lichtenberg, deutscher Physiker und Schriftsteller (1742-1799)

#1 Nephilim
Historisch wurde immer wieder von Funden derartiger Skelette berichtet. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts meinte man in den bei Claverack nahe Albany 1705 ausgegrabenen großen Knochen und Zähnen die Überreste eines biblischen Riesen erkennen zu können. Zunächst hatte ein Bauer nur einen riesigen Zahn gefunden, der in den Besitz Edward Hydes gelangte, des Gouverneurs von New York und New Jersey, der alsbald Mitteilung über den Fund an die Royal Society in London sandte. Weitere Grabungen förderten große Knochen zutage, Zeitungen berichteten darüber und die Funde und die Berichte regten die Phantasie der Bewohner Neuenglands an, darunter des Dichters Edward Taylor, der in ihnen die Reste eines Riesen aus der indianischen Mythologie sah. Der puritanische Prediger und Hexenjäger Cotton Mather dagegen sah in den antediluvianischen Funden die Knochen eines der biblischen Riesen. Tatsächlich handelte es sich bei dem incognitum und auch als „Riese von Claverack“ bezeichneten Funden um Fossilien eines Mammuts.

Das Bedürfnis, die physische Existenz biblischer Riesen nachzuweisen, besteht noch heute. So kursieren im Internet immer wieder angebliche Fotos von archäologischen Ausgrabungen von Riesenskeletten. Dabei handelt es sich jedoch um perspektivische Tricks oder Fälschungen.

Mehr dazu: http://www.luisescobarblog.com/nephilim-skeletons-writers-strike-offspring-munchkin-goes-to-work/ (englisch)
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Do 16. Nov 2017, 15:44

Grundsatzartikel: Wenn Gott nun Wissenschaftler wäre ...

Eine kurze Anekdote vorweg:
Na gut, die Kreationisten haben es herausgefunden. Ich gebe es zu: Die Kreationisten und ihre Kampfgenossen haben Recht! Die Evolution ist eine Lüge. Wie haben Biologen das bislang verheimlicht?
Nun: Alle fünf Jahre treffen sie sich an einem geheim gehaltenen Ort: mal die Halle des Volkes in Peking, mal der Kölner Dom, mal Wanderes Bieramt im schönen Nürnberg, mal eine Eckkneipe in Somalia. Da schleichen sie - etwa 140.000 Biologen, Mediziner, Paläontologen, Geologen, Genetiker, Physiker, Chemiker und so weiter aus Deutschland, Ungarn, den USA, der Schweiz, Kanada, Australien, England, Russland, Korea, Vietnam, Mexiko, Spanien, der Elfenbeinküste, der Türkei, China, Österreich, Japan, Honduras und so weiter gegen Abend heimlich durch die Straßen, hin zum Lokal. Dann weihen sie die neuen ein: "Jungs und Mädels, es gibt keine Evolution. Die Erde ist 6.000 Jahre alt. Der Mensch stammt von Gott. Aber ... wir wollen hier feierlich geloben und beschwören, dass wir die Welt weiterhin belügen wollen, weil ... bzw. ... und überhaupt! Dürfen wir mit eurer Verschwiegenheit rechnen?" Und alle rufen: "Aber hallo! Keine Frage! Selbstverständlich! Wir sind doch Wissenschaftler. Wir wollen die Daten und Fakten nimmermehr zur Kenntnis nehmen und machen uns die Welt, wie sie uns gefällt."

Millionenfaches Schurkenlachen aus allen Ecken.

Die Geheimhaltung ist ganz einfach, denn die sind alle allerengste Freunde.
Aber jetzt ist die Katze aus dem Sack. Der Schwindel ist aufgeflogen. Wo wir gerade dabei sind: Die Mondlandung hat nie stattgefunden. Wie auch, der Mond besteht ja bekanntlich aus Käse. Der Klimawandel ist eine Erfindung von Außerirdischen und die Regierung wird insgeheim von Echsenmenschen vom Aldebaran gesteuert, die einst als Dinosaurier auf der Erde wandelten und die Menschheit zum Goldbuddeln versklavte. Kontinentalverschiebung? Habt ihr eine Ahnung, wie schwer so ein Kontinent ist? Wer soll den denn verschieben?
Und die Schulen: ein Hort der Wahnbildung. Alles Lüge und Manipulation der Sieger, die ja immer die Geschichte schreiben.

Sie ist stark überzeichnet, enthält aber Wahres. Evolutionsbiologen Engstirnigkeit, Ignoranz, Ideologie, Religionshass, niedere Moral oder Geldliebe zu unterstellen, ist angesichts des umfassenden Forschungsgebiets, das eben nicht frei im Raum schwebt, sondern in zig andere wissenschaftliche Bereiche eingeflochten ist, absurd. Aber dies geschieht.

Wie sieht es aber aus: Sind Wissenschaft und Gott irgendwie vereinbar? Besteht überhaupt ein Widerspruch? Die Kluft zwischen religiösen Dogmen und wissenschaftlicher Offenheit scheint größer denn je. Aufgerissen wurde diese im frühen 17. Jahrhundert. Dass ausgerechnet ein Domherr und Doktor des Kirchenrechts, Nikolaus Kopernikus, und ein päpstlicher Protegé namens Galileo Galilei im Zentrum dieses scheinbar antireligiösen Konflikts standen, verleiht dem Ganzen eine besondere Pointe.
Stehen sich Religion als Glaubenssystem und Wissenschaft als System des Zweifels diametral gegenüber? Ist der Unterschied also systembedingt? In der Praxis ist dies oft gewiss. Kreationisten verleugnen wissenschaftliche Erklärungen zur Entstehung der Welt, mancher wohl die ganze Naturwissenschaft. Intelligent Designer sind subtiler und verstecken ihre "Argumente" in wissenschaftlich klingendem Gewandt. Am Ende ist es aber wieder nur nicht-beweisbar und nicht-wissenschaftlich.

Gibt es Gott? Für die folgende Erörterung ist es nicht relevant.
Also bleiben wir beim Gedankenbild aus der Überschrift: Was wäre, wenn irgendeine Religion existieren würde, die grundsätzlich alle wissenschaftlichen Erkenntnisse anerkennt? Was wäre, wenn es zum Credo dieser Religion gehören würde, dass die wissenschaftliche Methode der einzige Weg zu Erkenntnis ist? Was ist, wenn diese Religion auch anerkennt, dass diese Erkenntnis auch einschließt, das niemand durch irgend eine Form der Missionierung, weder sanft noch gewalttätig, diese Erkenntnis aufgezwungen werden darf? Denn auch dies gehört zur Erkenntnistheorie.
Fügen wir ferner noch hinzu, dass es zu dieser Religion gehört, gewaltlos und gleichheitlich allen Individuen gegenüber zu sein. Das ist zwar keine wissenschaftliche Position, aber doch erstrebenswert.

Wie würde sich ein Wissenschaftler zu einer Religion stellen, die ihm immer und kategorisch recht gibt, aber darin halt nicht das Wirken einer undifferenzierten, unpersönlichen "Natur" sieht, sondern das Walten eines Gottes? Urknall, Evolution, Sollbruchstellen bei Spaghetti. Alles glaubhaft, wie beschrieben und erarbeitet, aber eben von Gott so gewollt. Ist dies eine Religion, die ein Wissenschaftler dulden könnte, weil sie ihm nicht reinredet, sondern einfach glaubt und daher auf Beweise verzichtet? Bestünde ein Konflikt auch dann, wenn sich beide in den Details über alles einig wären?
Man könnte sich natürlich wohlfein aus der Affäre ziehen. Soll doch jeder glauben, was er will. Aber was mich am Kreationismus und Intelligent Design stört ist ja nicht die religiöse Abkunft, sondern dass sie schlichtweg falsch (im Sinne von "wissenschaftliche Erkenntnisse ignorierend") sind und dennoch fordern, ihnen mehr Gehör zu schenken, als den Wissenschaften, die sie bekämpfen, die seit mehr als 100 Jahren auf dem Prüfstand stehen und sich immer wieder behaupten.
Der Beweisverzicht, der blinde Glaube, würde aber auch bei dieser Religion zum Problem mit der Wissenschaft führen. Denn die Wissenschaft ist ein System der Fragen, des Zweifels, des Nachforschens. Erkenntnis erwächst nicht aus Stillstand. Nicht jeder kann aber alles hinterfragen und erforschen. Aber Wissenschaftler können auch eine solche Religion getrost ignorieren, da Gott als Ursache nichts am Ergebnis ändert. Das Konzept Gott ist also wissenschaftlich unbrauchbar. In der Realität fordern Gottgläubige aber die Berücksichtigung eines Gottes in den wissenschaftlichen Arbeiten, obschon sie sagen, dieses Wesen sei unergründlich. Es bleibt also letztendlich Willkür, wo und wann Gott wirkt und wann nicht. Genauso gut könnten wir über die Farbe unsichtbarer Einhörner diskutieren.


Die Beweisbarkeit des Loskaufopfer Jesu hängt an der Beweisbarkeit des Sündenfalls. Der Mensch ist unvollkommen ist und stirbt. Das bestätigt auch die Wissenschaft. Das sich daraus ergibt, dass der Mensch mal vollkommen war, weil er sich höheres erträumt und vor dem Tod Angst hat, ist wiederrum nicht logisch. Der Mensch ist auch kein Vogel, nur weil er fliegen will.

Wäre aber wiederrum die Wissenschaft gelenkt, um das erforschen und bestätigen, was in der jeweiligen heiligen Schrift steht, welchen Wert hätte sie dann? Keinen.
Sie wäre ein bloßes Instrument zum Lenken der gläubigen Masse. Von diesem Bild sind wir glücklicherweise durch die zig verschiedenen Religionen und Glaubenssysteme befreit, da sich diese nicht einigen können, wer denn nun "am rechtesten" hat.
Und so wird weiter geforscht, gesammelt, argumentiert, Spuren gelesen, katalogisiert und erfasst. Alles unter Ausschluss der Glaubensgemeinschaften als Glaubenssystem. Früher gab es zwar die Inquisition, aber da Kopernikus' und Galileos Erkenntnisse heute in den Schulen gelehrt werden, hatte man mit dem Erhalt der Doktrin nur temporären Erfolg.

Wenn Gott also Wissenschaftler wäre, würde er zwar alles erschaffen haben, aber sich wie ein kleiner Junge darüber freuen, dass dieses Gewusel auf der Erde doch zu einem interessanten Haufen belehrbarer Wesen wurde, die sich bemühen, seine Schöpfung zu begreifen. Denn wenn er uns mit dem Wunsch nach Erkenntnis geschaffen hat, dann sollte er höchst erfreulich sein, dass wir einen so wohlfeinen Erkenntnisapparat wie die Wissenschaft entwickelt haben, der sich selbst reinigt und Fehler systematisch ablegt. Und zu einem vernunftbegabten Wesen, wie wir Menschen von ihm geschaffen wurden, ist die letztendliche Frage "Gibt es Gott?" für einen wissenschaftlich denkenden Gott allemal besser, als blindgläubige Eiferer.

Ein wenig neidisch kann man dennoch auf die Gläubigen sein: Eine ewigwährende, trostspendene Instanz, die Hoffnung gibt, die ein Durchhalten ermöglicht oder vereinfacht, ist die Wissenschaft wahrlich nicht.
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Mo 4. Dez 2017, 23:01

Erbsünde und letzte Tage - Cölestiner-Variante

Über die Erbsünde schrieb ich ja bereits ausführlich im Thread (... 004, 06.11.2017: Erbsünde und letzte Tage).

Ich muss vorweg nehmen, dass es hier nicht um die Lehrmeinung der Glaubensgemeinschaft der Cölestiner geht, sondern um die Ansichten eines Mönchs oder Laienbruders, den wir persönlich sprachen. Zur einfacheren Aufarbeitung wird die Person einfach “Mönch“ genannt. Wenn das, was der “Mönch“ uns erzählte, tatsächlich im Glaubensbekenntnis so aufgenommen wäre, müsste man zum Schluss kommen, die Cölestiner hätten ihr Standardwerk, die Bibel, nie über die ersten zwei Seiten hinaus gelesen.

Machen wir uns erstmal mit dem Grundlegendsten über diesen Orden vertraut:
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Der Wikipedia entnehmen wir, dass es sich um einen katholischen Orden handelt(e), der von dem Benediktiner Pietro del Morrone, dem späteren Papst Coelestin V., gegründet wurde, nachdem dieser sich entschloss auf dem Berg Morrone (daher sein Beiname) in den Abruzzen als Einsiedler zu leben. Einige Gleichgesinnte folgten ihm und bildeten dort eine geistliche Gemeinschaft, die 1263 durch Papst Urban IV. anerkannt wurde. Durch die Popularität des späteren Papstes erhielt der Orden großen Zulauf. Klöster entstanden vorwiegend in Sizilien, nach der Auseinandersetzung zwischen Philipp dem Schönen und Papst Bonifaz VIII. auch in Frankreich. Von dort aus wurden Niederlassungen in den Niederlanden und Böhmen, z.B. auf dem Berg Oybin im Jahre 1366, gegründet. 500 Jahre später, 1785, schloss das letzte Cölestinerkloster seine Pforten.
Laut gängiger Lehrmeinung steht das “S“ im Wappen für den Gründungsort Sulmona, laut dem Orden selbst für “Spiritu Sancti“, lateinisch für heiliger Geist, als dessen verlängerten Arm man sich betrachtete.

Als katholischer Orden sind sie gleichsam auch Trinitarier: Gott ist eine Entität aus Vater, Sohn und Heiligem Geist und doch nur ein Gott.
Der “Mönch“ hatte aber noch andere “Wissensschätze“ parat: Die oybiner Cölestiner erfanden die Buchbinderei und gewährten Iquisitoren Zuflucht. Der kürzlich entdeckte Räuberpfad sei demnach ein Geheimgang für Asylsuchende gewesen.
Auch wusste er zu berichten, dass das “S“, gewunden wie eine Schlange, eben jene darstelle, die im Paradies dem ersten Menschenpaar die Frucht vom Baum der Erkenntnis angeboten hatte und somit die Wissenschaft begründete. Die verbotene Frucht sei nämlich gar nicht verboten gewesen. Ui. Starker Tobak.

Schauen wir uns die Sache etwas genauer an:
Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.
- 1. Mose 2:16-17, Lutherbibel 2017

Aha. Also doch ein Verbot, ein unmissverständliches sogar.

Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.
- 1. Mose 3:2-5, Lutherbibel 2017

Also die Schlange, laut “Mönch“ getrieben vom Heiligen Geist, widerspricht der Aussage Gottes, also laut Dreieinigkeit, sich selbst. Wir erkennen hierin einen Konflikt. Zum einen wissen zwei der drei Entitäten Gottes nicht, was der jeweils andere macht und möchte, was der Allwissenheit Gottes entgegensteht, zum anderen wird von der Wissenschaft kein Wort gesprochen. Denn Wissenschaft ist für Moral nicht zuständig. Sie erklärt nicht, was gut und böse ist.

Und er (Gott) sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? Da sprach Adam: Die Frau, die du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum und ich aß. Da sprach Gott der HERR zur Frau: Warum hast du das getan? Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, sodass ich aß.
- 1. Mose 3:11-13, Lutherbibel 2017

So, also doch wieder verboten. Adam und Eva müssten sich sonst auch gar nicht rechtfertigen. Sehen wir uns aber mal an, wie Gott reagiert:

Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein. Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen –, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist. Denn Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück.
- 1. Mose 3:14-19, Lutherbibel 2017

Jeder bekommt also sein Dreck weg: Die Schlange wird vom verheißenen Samen (Messias) zertreten, Eva wird ihre Kinder nur unter Geburtsschmerzen bekommen und dem Manne Untertan sein, und Adam wird sein Leben mit harter Arbeit verbringen und hat schließlich den Tod in die Menschheit getragen.

Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und nehme auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich! Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, dass er die Erde bebaute, von der er genommen war. Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.
1. Mose 3:22-24, Lutherbibel 2017

Aus dem Garten Eden werden sie also auch geworfen und dieser gegen eventuelles Eindringen mit himmlischen Türstehern versehen.

Zusammenfassend haben Adam und Eva von der verbotenen Frucht gegessen, die dann aber doch erlaubt gewesen sein soll (so der “Mönch“), um dann von Gott, wie vorher angekündigt, bestraft zu werden.
Wir können das auch gern für den Arianismus (der aussagt, dass nur der Vater Gott ist, der Sohn Jesus und der Heilige Geist eben die wirksame Kraft Gottes) durchgehen, würden dann aber zum Schluss kommen, dass Gott seine Kraft nicht beherrschen kann, was seiner Allmacht widerspricht.

Es ist schade, dass eine Person, von der man Bibelkenntnis erwartet, so leicht nachprüfbaren Mist erzählt. Man muss dafür weder die hohe Poesie der Psalmen kennen, noch die Schachtelsätze der zahlreichen Paulusbriefe. Um die Aussagen dieses ansonsten grundsympathischen “Mönchs“, der sicherlich auch einiged auf dem Kasten und im Köpfchen hat, braucht man keine 6 Seiten weit in die Bibel reinlesen.

Das Halbwahre ist verderblicher als das Falsche.
Ernst von Feuchtersleben, österreichischer Lyriker (1806-1849)
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