Evolution oder Schöpfung




Religion, Esoterik, Verschörungstheorien und andere Dinge.

Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » So 17. Jun 2018, 13:28

Wie geht Wissenschaft? - Teil 5: Offenheit, der Triumph der Wissenschaft

Das OPERA-Experiment im September 2011 hat wohl keine überlichtschnellen Neutrinos produziert, aber ein wunderbares Argument gegen jene geliefert, die der Wissenschaft Dogmatismus und Geheimniskrämerei vorwerfen.

Die Presse und die Foren waren bereits in Umsturzstimmung, obgleich kein ernstzunehmender Physiker der Ansicht war, dass das Experiment die Einstein'sche Relativitätstheorie entwerten könnte. Das Experiment war äußerst kompliziert, der Effekt war winzig klein. Dass es da irgendwo einen Fehler gegeben haben könnte, war schon damals eine viel naheliegendere Annahme als die Vermutung dass Neutrinos im Gegensatz zu unserem derzeitigen physikalischen Weltbild wirklich schneller als Licht reisen können. Dass ein Fehler sich eingeschlichen hat, macht aber nichts. Aus Fehlern lässt sich oft tolle neue Physik lernen. Für die beteiligten und nicht beteiligten Wissenschaftler weltweit stellte sich also jene Frage: "Wo ist der Fehler?"

Nun scheint aber etwas so Profanes wie ein defektes Kabel Schuld an dem so erstaunlich wirkenden Messergebnis zu sein. Ein bisschen schade.
Dennoch lässt sich nicht behaupten, die Betreiber am CERN hätten sich blamiert. Im Gegenteil: Eigentlich haben sich alle Beteiligten sehr vorbildlich verhalten. Fehler machen gehört zur Wissenschaft. Fehler machen ist keine Schande. Eine Schande ist es nur, widerlegt zu werden, und dann noch immer an seine Behauptungen zu glauben.

Man ging mit aller gebotenen Vorsicht an die Deutung der Daten. Niemand am CERN oder in Gran Sasso verkaufte das Ergebnis als Widerlegung der Relativitätstheorie und niemand erklärte die moderne Physik als hinweggefegt. Die Verantwortlichen hatten den Anstand, extrem vorsichtig zu formulieren. Man beschränkte sich darauf, die Daten und Messmethoden genau zu erklären und wies deutlich darauf hin, dass man nach systematischen Fehlern suchen muss und dass man keine theoretische Erklärung der Anomalie wagen möchte. So gehört sich das auch: In der Wissenschaft muss man seine eigenen Ergebnisse immer hinterfragen und zugeben, wenn einiges noch ein bisschen wackelt.

Am schönsten ist aber, dass die Geschichte von den überlichtschnellen Neutrinos ein ausgezeichnetes Lehrbeispiel dafür abgibt, wie offen und progressiv die Wissenschaft ist. Entgegen der Behauptung, Wissenschaftler hingen an ihren antiquierten Theorien, seien stur und festgefahren und würden die Augen vor Quanten-Schwingungsheilung, Wasseradern und dem Schöpfer von Allem verschließen. Nichts daran ist wahr! Die Wissenschaft ist jederzeit bereit, selbst ihre solidesten Fundamente anzukratzen.
Einsteins Grundsatz, dass massive Objekte nie schneller sein können als die Lichtgeschwindigkeit, ist ein wesentlicher Teil der Relativitätstheorie und die Relativitätstheorie ist ein wesentlicher Teil der modernen Physik. Eine Erschütterung dieses Grundsatzes hätte also einige Umwälzungen hervorgerufen. Trotzdem wurden die Messergebnisse des OPERA-Experiments ernst genommen, ordentlich untersucht und geprüft. Und genau das ist der richtige Zugang. Selbst eine Beobachtung, die so stark im Widerspruch zur etablierten Physik stand, dass im Grunde kaum jemand an sie glaubte, bekam ihre Chance.

Wunderheiler, Telepathen, Wünschelrutengänger und Kreationisten werden zwar auch weiterhin erklären, dass die Wissenschaft Themen ignoriert, die ihr nicht in den Kram passen und durch die hektische Medienlandschaft wird die Offenheit dieses speziellen Falles schnell vergessen werden, aber im Grunde ist es klar widerlegt worden.
Das Beispiel des OPERA-Experimentes zeigt, was man tun muss, um auch mit haarsträubend abenteuerlichen Behauptungen ernst genommen zu werden: Man muss klare Daten erheben und sie sauber auf den Tisch legen. Vage, mystische und schwammige Aussagen bringen nichts. Auch hilft es nicht gleich loszupoltern und den Umsturz der "Schulweisheit" zu verkünden. Vornehme Bescheidenheit und noble Zurückhaltung helfen sicher, den eigenen Standpunkt als sachlich darzustellen. Besonders, wenn sich am Ende herausstellt, dass man doch nicht so ganz recht hatte.

Die Wissenschaft verändert sich ständig. Aber selbst wenn eine wissenschaftliche Theorie durch eine bessere ersetzt wird, landet die alte nicht auf dem Müllplatz.

Wissenschaft kann auf unterschiedliche Arten wachsen. Manchmal blühen durch neue Entdeckungen ganz neue Forschungszweige auf, die es vorher noch gar nicht gab. So wurde etwa durch die Entwicklung des Computers die Informatik geboren, die Mikrobiologie hat völlig neue Sprösslinge in der medizinischen Forschung hervorgebracht, und die Quantenphysik hat der Chemie Flügel wachsen lassen. Wenn so etwas geschieht, wirft das neue Forschungsgebiet Fragen auf, die noch nie gestellt wurden. Die Antworten können daher kaum in Widerspruch mit der bisherigen Wissenschaft geraten. Manchmal aber wird durch neue Entdeckungen und Erkenntnisse auch ein bestehendes Wissenschaftsgebiet umgebaut, auf alte Fragen müssen neue Antworten gefunden werden, die Dominanz einer alten Theorie wird von der Überzeugungskraft einer neuen, mächtigeren gebrochen. Dieser Vorgang ist ein ganz normaler Teil des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns.

Dennoch ist Wissenschaft verlässlich, zugleich aber wandelbar. Das scheint paradox, doch man muss sich von der Ansicht verabschieden, dass neue Theorien alte entsorgen oder widerlegen. Ein Akkuschrauber "widerlegt" meinen Schraubendreher nicht, er ist komplizierter und vielseitiger und kann helfen, wo der Schraubendreher nicht mehr hilft. Doch alles, was ich früher mit dem Schraubendreher machen konnte, geht heute auch noch.
Ebenso sind wissenschaftliche Theorien wie diese Werkzeuge, die einen pragmatischen Zweck erfüllen. Sie erfüllen diesen Zweck auch in Zukunft, für immer, auch wenn eine neue Theorie mehr vermag.
Manche Theorien funktionieren zwar hervorragend, gelten aber nur für einen bestimmten Bereich der Wirklichkeit. Newtons klassische Mechanik, die Theorie der Kräfte und Beschleunigungen, die in unseren Alltag so erfolgreich ist und die Bahnen von Himmelskörpern, Raketen oder Billardkugeln präzise beschreibt, ist ein Beispiel für ein höchst wertvolles Forschungswerkzeug. Im Bereich winzig kleiner Distanzen reicht sie aber nicht aus. Um Atome und Moleküle zu beschreiben, braucht man die Quantenphysik. Im Bereich riesengroßer Geschwindigkeiten reicht sie auch nicht aus. Um Objekte zu beschreiben, die sich der Lichtgeschwindigkeit nähern, braucht man die Relativitätstheorie. Durch diese Erkenntnisse wurde die klassische Mechanik aber nicht widerlegt. Die Welt hat sich deshalb nicht geändert und die Wirkweise der "alten" Theorie auch nicht. Deshalb werden Newtons Formeln heute auch für eine unüberblickbare Fülle von technischen Problemstellungen verwendet. Wissenschaftler betreiben großen Aufwand, um im Labor Extremsituationen herzustellen, in denen die Unterschiede zwischen den alten und den neuen Ideen groß genug werden um sie messen zu können. Wer die Fahrzeit eines Zuges berechnet wird aber sicher auf Newtons alte Formeln zurückgreifen. Die neueren Formeln, die Einstein aufgestellt hat, wären zwar theoretisch exakter, doch niemand könnte den winzigen Unterschied zwischen den beiden Modellen jemals feststellen und die Rechnung würde dadurch unnötigerweise um ein Vielfaches komplizierter. Die gute alte klassische Mechanik erweist sich also immer noch als nützlich und auch in Jahrhunderten werden ihre Formeln die Verkehrsprobleme noch richtig lösen, selbst wenn unsere Nachfahren dann mit völlig andersartigen Verkehrsmitteln unterwegs sein sollten.


Was heute stimmt, ist auch morgen wahr. Ein Modell ist gut, wenn es viele Phänomene gut beschreibt. Die Frage, ob künftige Theorien diese Phänomene vielleicht in der neunten Nachkommastelle noch ein wenig besser beschreiben könnten, ist normalerweise ziemlich irrelevant. Vielleicht gibt es in hundert Jahren eine völlig andersartige Theorie der Gravitation. Trotzdem werden Kugeln, die man in hohem Bogen fortschleudert, sich auch dann noch in sauberen Parabelkurven bewegen. Vielleicht wird sich in hundert Jahren unsere Vorstellungen von Quantensystemen drastisch geändert haben. Trotzdem wird ein Wassermolekül dann noch immer aus einem Sauerstoffatom und zwei Wasserstoffatom bestehen. Vielleicht sprechen Wissenschaftler dann in ganz anderen Begriffen und Gedankenbildern von diesen Dingen, doch Experimente, die mit unseren heutigen Formeln gut beschrieben werden, wird man auch dann noch mit denselben Formeln gut beschreiben können.
Immerhin gilt vieles von dem, was Wissenschaftler Jahrhunderte oder Jahrtausende vor uns erdachten, noch heute genauso. Denken wir nur an die Erkenntnisse antiker Mathematiker, wie Thales oder Archimedis.
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Früher war alles besser? Heute sorgt in Deutschland die Allgemeinheit dafür, dass alle Wohnung oder Kleidung haben. Die Wohlhabenden geben 50% ihres Einkommens dem Staat, zahlen 80% der Einkommenssteuer, den größten Teil der Körperschafts- und Unternehmenssteuern, sowie einen überproportional hohen Anteil der Umsatzsteuer und sichern so die Grundversorgung der Armen. Kennt jemand eine Ära, in der es mehr Gerechtigkeit gegeben hätte?
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Do 21. Jun 2018, 09:59

Wie geht Wissenschaft? - Teil 6: Erngard - Können esoterisch-übernatürliche Phänomene wissenschaftlich geprüft werden?

Florian Aigner, Quantentheoretiker und Wissenschaftskommunikator, erklärt anhand des fiktiven Erngard, wie esoterisch-übernatürliche Phänomene in die Wissenschaft Einzug halten könnten. Rein hypothetisch, denn einen solchen Fall gab es seit Erfindung der systematischen Wissenschaft nicht.

http://www.naklar.at/content/features/erngard/

In diesem Sinne zitiere ich auch noch mal eine "Autorität":
Wenn ich nur behaupte: 'Im Kühlschrank ist Bier!' bin ich Theologe. Wenn ich nachgucke, bin ich Wissenschaftler. Wenn ich nachgucke, nichts finde, und trotzdem behaupte: 'Es ist Bier drin!' - dann bin ich Esoteriker.
- Vince Ebert, Wissenschaftskabarettist
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Do 28. Jun 2018, 23:33

Prägnante Antworten auf häufig gestellte kreationistische Behauptungen

Ich habe mich mal auf 5 immer wiederkehrende Fragen gestürzt, die so oder so ähnlich immer mal wieder gestellt werden, ob nun in geführten Gesprächen oder abgedruckt in irgendwelchen Publikationen.

Frage 1: Spricht Design nicht für einen Designer, wenn doch jedes Haus einen Erbauer hat?

Es erscheint konsequent: Wenn schon ein Haus auf jemanden schließen lässt, der es erbaut haben muss, dann muss hinter der Existenz von allem jemand sein.
Aber allein über Schnecken oder Muscheln nachzudenken, die ja ebenfalls Bauwerke, nämlich ihre Eigenheime, erbauen, widerlegt den Gedanken, dass der Bau von etwas Komplexem - und die Schalen von Schnecken und Muscheln sind komplex - zwingend Intelligenz oder auch nur planvolles Handeln benötigt. Auch Bienen und Ameisen errichten ihre Staatsgebäude ohne übergeordnete Instanz. Der Bau entsteht ohne vorher festgelegten Plan in der Eigenregie von mehr als 1000 Individuen, die sich "absprechen" und aufeinander abstimmen.

Design braucht nicht mal etwas Denkendes. Das Aussehen von Wolken, die ebenfalls hochkomplex sein können, ergibt sich aus ungleichmäßiger Wärme, Verdampfung und dadurch entstehende Winde.
Auch missachtet man dabei, dass Evolution selbst ein Designer ist. Mit Variation und Selektion reproduzieren sich die Dinge und Formen, die den Umweltbedingungen am Besten angepasst sind.

Frage 2: Spricht die Existenz von etwas nicht für eine Ursache dessen?

Jedes Ereignis hat einen Grund. Das Universum selbst hat einen Anfang. Es muss also einen Urgrund geben, der nur Gott sein kann.
Der offensichtliche Mangel für eine Ursache für einige Dinge, wie zum Beispiel den radioaktiven Zerfall, legt nahe, dass Kausalität vielleicht auch Ausnahmen hat. Es gibt auch Hypothesen, wie alternative Dimensionen von Zeit und eines ewig oszillierden Universums, das kommt und vergeht, in ewigem Kreislauf. So kann es ein Universum ohne Erstursache geben.

Per Definition kommen Ursachen vor dem Ereignis. Wenn die Zeit selbst aber mit dem Universum begann, kann es ein "davor" nicht gegeben haben. Damit wäre es logisch unmöglich eine Ursache vor das Universum zu setzen.
Und es stellt sich wieder die Frage, welche Ursache Gott bedingt.

Frage 3: Wieso ist das Universum bzw. die Erde so gut auf Leben abgestimmt?

In der Wissenschaft stellt sich diese Frage nicht, da Leben nach den Objekten erschien die belebt wurden. Es ist also logischer anzunehmen, dass das Leben sich den vorherrschenden Bedingungen angepasst hat.
Erhärtet wird diese Theorie von der Tatsache, dass Leben sich auch heute noch extremsten Bedingungen anpassen kann und auch in extremen Umgebungen wunderbar gedeiht. Man denke an Black Smoker, unterseeische heiße Quellen, die gänzlich ohne Licht auskommen und dennoch Oasen des Lebens sind. Man denke an Mikroorganismen, die befähigt sind, in der Stratosphäre zu überleben, wo die UV-Strahlung der Sonne um ein Vielfaches höher ist, als auf dem Erdboden.

Es ist - diese Fülle noch nicht einmal ausgeschöpft - auch keineswegs klar, ob Leben nicht auch ganz anders sein kann. Wir kennen nur die Erde und das Leben auf dieser. Niemand kennt die grundlegenden Bedingungen für jede Möglichkeit von Leben. Vielleicht kann es auch Leben in Welten geben, in der die Abwesenheit von freien Quarks und eine extreme Schwäche der Schwerkraft trotzdem Leben ermöglichen. Man weiß es nicht.

Abstimmung findet statt: Allerdings passt sich Leben der Umgebung an und nicht umgekehrt. Also genau das, was die Evolutionstheorie besagt.
In einem feinjustierten Universum sollte zudem erwartet werden, dass Leben offensichtlich nicht so rar gesät ist.

Auch werden oft Zahlen in Verbindung gebracht, die oft um tausender Potenzen auseinander liegen. Wie "fein" ist nun diese Justierung? Und warum wird nicht bedacht, dass viele physikalische Konstanten von einander abhängig sind? Je weniger fundamentale Größen aber diese Hypothese stützen, desto unnötiger wird ein Plan dahinter. Auch wird außer Acht gelassen, dass auch unterschiedliche Ausgangsgrößen im Wesentlichen zu gleichen Ergebnissen führen können.

Vielleicht aber ist ein anderes Universum gar nicht möglich und daher muss es, wenn es existieren soll, so sein, wie es ist. Wir sind vermutlich nur hier, weil wir woanders nicht sein könnten.
Intelligent Design oder irgendeine andere Form von Kreationismus sind also keine logische Schlussfolgerung von Feintuning. Denn über die Motive und Methoden sagt dies nichts aus. Die Knappheit des Lebens und die Milliarden Jahre, die es zur Entstehung benötigte, sprechen im Grunde gegen das Leben als Motiv. Wenn Feintuning also vorliegt, hat es wohl andere Gründe oder gar keinen. Im Grunde ist das anthropische Prinzip sogar ein Argument gegen einen allmächtigen Schöpfer. Denn wenn Gott alles kann, so hätte er auch Leben in einem Universum schaffen können, dessen Bedingung es eigentlich nicht erlauben.

Frage 4: Ist die Messbarkeit nicht ein Beweis dafür, dass Gott wollte, dass wir das Universum verstehen?

Die Bedingungen, die Leben ermöglichen, sind es auch, die die besten Ergebnisse für wissenschaftliche Entdeckungen liefern. Menschen neigen dazu, mit einfachen Sachen anzufangen, und Wissenschafter sind nicht anders. Die Entdeckungen die sie machen, würde zu allererst in den Bereich fallen, der einfacher zu ergründen ist.

Nachdem der Flugverkehr nach dem 9/11-Ereignis für drei Tage ausgesetzt wurde, haben Wissenschaftler die Möglichkeit genutzt, die Wirkung von Kondensstreifen zu messen. Das bedeutet jedoch nicht, das 9/11 für wissenschaftliche Entdeckungen entwickelt wurde. Ebenso bedeutet es eben nicht, dass Wissenschaftler Messungen vornehmen können, weil jemand das Universum geschaffen hat, damit sie dies tun können. Abweichende Bedingungen würden es uns wohl erschweren, Dinge zu erkennen, die wir "hier" schon beobachtet haben, aber andere Dinge wären wohl schon bekannt, die "hier" noch nicht bekannt sind.

Dieses Argument wurde von Voltaire (1759) satirisch aufgearbeitet:
Es ist erwiesen, daß die Dinge nicht anders sein können als sie sind, denn da alles zu einem bestimmten Zweck erschaffen worden ist, muß es notwendigerweise zum Besten dienen. Bekanntlich sind die Nasen zum Brillentragen da; folglich haben wir auch Brillen. Die Füße sind offensichtlich zum Tragen von Schuhen eingerichtet; also haben wir Schuhwerk. Die Steine sind dazu da, um behauen und zum Bau von Schlössern verwendet zu werden, und infolgedessen hat unser gnädiger Herr ein wunderschönes Schloß. Der vornehmste Baron der ganzen Provinz muß eben auch das schönste Schloß haben. Und da die Schweine dazu da sind, gegessen zu werden, so essen wir das ganze Jahr hindurch Schweinefleisch. Also ist es eine Dummheit, zu behaupten, alles auf dieser Welt sei gut eingerichtet; man muß vielmehr sagen: alles ist aufs beste bestellt.

Ihr kennt dieses Zitat schon. Ich habe es nicht zum ersten Mal verwendet.

In vielerlei Hinsicht behindert die Konfiguration des Universums wissenschaftliche Entdeckung:
  • Die meisten Dinge im All sind schwer zu bekommen oder zu erreichen. Sie sind weit weg und das Vakuum dazwischen lebensfeindlich. Die Schwerkraft auf der Erde macht es auch sehr aufwendig, diese zu verlassen.
  • Die oberstere Geschwindigkeitsgrenze ist die Lichtgeschwindigkeit. Das behindert die Kommunikation. Es wird so schwer, die Galaxie zu erkunden. Allein zu den Sonden, die um den Mars kreisen brauchen wir je nach Konstellation minimum 16 Minuten für Hin- und Rückweg einer Nachricht.
  • Unsere Lebenserwartung ist zu kurz, um die individuell die Veränderungen in der Natur zu beobachten.
  • Niemand weiß einen einfachen weg, um die Strukturen eines Proteins zu finden.
  • Es scheint kein Leben auf anderen Planeten zu geben, dass mit uns Erdlingen vergleichbar sei.
  • Unterwassererkundungen sind ziemlich unbequem für uns.
  • Unser Gehirn ist so konstruiert, dass es auch schwere Dinge verstehen kann. Das macht die Quantenmechanik und die Relativitätstheorie dennoch nicht verständlicher für die meisten Menschen. Außerdem gibt es einen Unterschied, was als "Art" in der Biologie gemeint ist. Das Wort selbst vereinfacht die Kommunikation, aber erschwert das Verständnis für die Evolution.
Außerdem impliziert ein Universum, dessen Gesetze leicht zu "entdecken" sind, dass es sich um ein simples Universum handelt. Und gerade die Intelligent Designer betonen immer wieder, wie komplex und kompliziert alles ist.

Frage 5: Welchen Sinn hat das Ganze dann?

Nun, ich denke, danach darf man in der Wissenschaft zunächst nicht fragen. Manchmal ist die Anwendbarkeit von bestimmten Disziplinen erst viele Jahre später ersichtlich. Ich denke da an Primzahlen, deren Nutzen in der Verschlüsselungstechnik erst in den letzten Jahrzehnten wirklich wichtig wurde. Schließlich soll das Forschen in der Wissenschaft doch vor allem Spaß machen und neue Erkenntnisse bringen. Diese Erkenntnisse werden dann irgendwann wieder entdeckt, weiterentwickelt und angewendet. Ein bisschen verrückt ist das vielleicht schon.

Aber die Suche nach dem Sinn des Lebens, unter Berufung auf irgendeine Heilshoffnung aus irgendeiner Religion, ist im Grunde die Forderung, dass es diesen übergeordneten Sinn geben soll, nicht ein Beweis dessen.
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Früher war alles besser? Heute sorgt in Deutschland die Allgemeinheit dafür, dass alle Wohnung oder Kleidung haben. Die Wohlhabenden geben 50% ihres Einkommens dem Staat, zahlen 80% der Einkommenssteuer, den größten Teil der Körperschafts- und Unternehmenssteuern, sowie einen überproportional hohen Anteil der Umsatzsteuer und sichern so die Grundversorgung der Armen. Kennt jemand eine Ära, in der es mehr Gerechtigkeit gegeben hätte?
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Mi 4. Jul 2018, 14:57

Rezension: Tagestext: Donnerstag, 18. Januar 2018 (Hebräer 11:1)

Ja, ich hatte bereits einen Tagestext neueren Datums. Ist mir auch aufgefallen. Die nächsten sind auf jeden Fall chronologisch sortiert.

Der Glaube ist der überzeugende Beweis von Wirklichkeiten, obwohl man sie nicht sieht (Heb. 11:1, Fn.)

Der christliche Glaube ist eine wertvolle Eigenschaft. Er ist "nicht ein Besitz aller Menschen" (2. Thes. 3:2). Jehova hat jedoch jedem seiner Anbeter "ein Maß des Glaubens" gegeben (Röm. 12:3; Gal. 5:22). Wer Glauben hat, sollte dafür sehr dankbar sein. Wie aus Jesu Worten hervorgeht, zieht Jehova Menschen durch seinen Sohn zu sich (Joh. 6:44, 65). Wer dann Glauben an Jesus Christus entwickelt, kann Sündenvergebung erlangen. Das stellt ein nie endendes Verhältnis zu Jehova in Aussicht (Röm. 6:23). Womit haben wir uns so eine einzigartige Segnung verdient? Als Sünder verdienen wir eigentlich nur den Tod (Ps. 103:10). Doch Jehova hat bemerkt, dass in uns Potenzial für Gutes steckt. In seiner unverdienten Güte hat er unser Herz für die gute Botschaft geöffnet. Daraufhin haben wir begonnen, Glauben an Jesus auszuüben - mit der Aussicht auf ewiges Leben (1. Joh. 4:9, 10). w16.10 4:1, 2

Bei solchen Texten frage ich mich immer wieder, warum man als Sünder stirbt, wenn man keinen Glauben hat. Ein internes Gedankengebäude wird auf alle ausgewalzt. Wie sollte man auch sonst missionieren?
Ausgangspunkt ist immer ein von Gott nicht gewollter Zustand des Unvollständigen. Gepaart wird dies mit dem Hinweis, dass nur der gerade propagierte Glaube zu Gott und somit zur Vervollständigung führt. So schafft man bei dem Überredeten ein bis dato nicht vorhandenes Bedürfnis, dass nur diese - ja diese - eine Glaubensgemeinschaft befriedigen kann. Eine Hoffnung für Hinterbliebene, eine Aussicht auf Besserung bestehender Missstände und das Zugehörigkeitsgefühl zu einer stark eingeschworenen Gemeinschaft machen das Portfolio voll, ohne das auch nur ein Nachweis für diesen Gott bestehen müsste.

Bleiben wir aber allein beim Bibelvers und verharren auf dem buchstäblichen Sehen, als optische Wahrnehmung ohne technische Hilfsmittel, so glaube ich freilich an Dinge wie die Schwerkraft, Wärme, Wind und auch an die Evolution. Denn diese sind offenkundig Wirklichkeit, obwohl wir sie nicht (selbst) sehen.
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Sa 7. Jul 2018, 22:29

Rezension: Tagestext: Samstag, 10. Februar 2018 (1. Mose 2:18)

Ich werde ihm eine Gehilfin machen (1. Mo. 2:18)

Die Ehe ist aus dem Leben nicht weg zu denken. Um die richtige Einstellung zur Ehe zu haben und ihre Vorzüge noch mehr zu genießen, ist es gut, uns mit ihrem Ursprung und Zweck zu beschäftigen. Nachdem Gott den ersten Menschen Adam erschaffen hatte, wurden die Tiere zu ihm gebracht, damit er ihnen Namen geben konnte. Aber für Adam "fand sich keine Gehilfin als sein Gegenstück". Deshalb ließ Gott ihn in einen tiefen Schlaf fallen, nahm eine seiner Rippen, bildete daraus eine Frau und brachte sie zu ihm (1. Mo. 2:20-24). Die Ehe wurde also von Gott ins Leben gerufen. Wie Jesus bestätigte, war es Jehova, der festlegte: "Ein Mann [wird] seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird fest zu seiner Frau halten, und die zwei werden ein Fleisch sein" (Mat. 19:4, 5). Da Gott die Frau aus einer Rippe Adams erschaffen hatte, hatten Adam und Eva ihre enge Verbundenheit erkennen können. Mann und Frau sollten sich weder scheiden lassen noch gleichzeitig mehr als einen Partnerhaben.w16.08 1:1, 2

Ich denke, ich bin nicht der einzige Mensch auf diesem Planeten, der diese Erklärung der Entstehung des ersten Menschenpaares skeptisch gegenüber steht. Aus mehreren Gründen, aber nur einige seien genannt:
Gott erschafft das ganze Universum aus nichts, benötigt aber offenbar Adams Rippe für Evas Erschaffung. Natürlich kann man nun darauf verweisen, dass es hier ja um das Aufzeigen der Verbundenheit zwischen Mann und Frau geht. Aber von Schwänen wird dergleichen nichts erzählt und diese sind treu bis in den Tod. Genau wie es das biblische Gebot besagt. Wieso braucht der Mensch also eine extra Demonstration, wenn er so viel cleverer als die vernunftlosen Tiere sein soll, die es doch auch tun (der Schwan ist nur ein beispielhaftes Exemplar)? Warum gibt es bei Tieren Polygamie? Warum gibt es Kindermord, die der neue Pascha (beispielsweise bei den Löwen) bei dem Nachwuchs des Vorgängers durchzieht?
Das sieht doch schwer nach jeweiliger Anpassung an äußere Umstände aus, um möglichst viele Gene in die nächste Generation zu tragen. Was wieder auffallend genau zu Darwins und Wallaces Aussagen passt.
Schlussendlich bleibt festzuhalten, dass die Geschichte um die gottgewollte Ehe mangels Nachweisen, zurecht ins Reich der Mythen gehört.
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Di 10. Jul 2018, 07:35

Rezension: Tagestext: Donnerstag, 15. Februar 2018 (Hiob 26:7)

Er spannt den Norden aus über dem leeren Raum, hängt die Erde auf an nichts (Hiob 26:7)

Viele Kinder haben eine blühende Fantasie. Gebraucht beim Lehren deshalb großzügig Veranschaulichungen. Wirkungsvolle Veranschaulichungen können den Glauben eines Kindes in die Genauigkeit der Bibel stärken. Da ist zum Beispiel der heutige Tagestext. Wie kannst du zeigen, dass diese Bibelstelle durch heiligen Geist inspiriert wurde? Eine Möglichkeit wäre, einfach nur Tatsachen anzuführen. Doch warum nicht die Vorstellungskraft deines Kindes anregen? Erwähne, dass Hiob lange vor Teleskopen und Raumschiffen lebte. Du könntest deinem Kind die Aufgabe geben zu zeigen, wie schwer es Menschen fällt zu glauben, dass etwas so Großes wie die Erde im Weltall schwebt. Gib ihm einen Ball oder Stein, um zu demonstrieren, dass Gegenstände, die nirgendwo aufliegen oder befestigt sind, nicht schweben können, sondern nach unten fallen. Dadurch wird deinem Kind deutlich, dass Jehova in der Bibel Tatsachen festhalten ließ, lange bevor Menschen das erkannten (Neh. 9:6). w16.09 5:9, 12

Zweifelsohne wäre die Art der Interpretation der Beschreibung der Erde nicht nur zutreffend, sondern auch, wie beschrieben, erstaunlich, wenn der biblische Mose wie behauptet, tatsächlich der Schreiber des Buches Hiob gewesen wäre (was in Fachkreisen bezweifelt wird) und, wenn Mose vor etwa 3500 Jahren gelebt hätte (was in Fachkreisen ebenfalls bezweifelt wird). Viel wahrscheinlicher ist eine Entstehung der Bücher Mose und Hiob zur Zeit des Exils in Babylon und eine Rückdatierung auf eine vorbabylonische Zeit (#1).
Das wäre nicht ungewöhnlich, ist es doch in früheren und späteren Zeiten durch verschiedene andere Reiche und Dynastien genau so geschehen. Einziger Unterschied: Dort wird ohne Aufhebens der von mir beschriebene Vorgang akzeptiert, nicht jedoch bei der Bibel, beziehungsweise dem israelischen Volk. Es würde der Glaubwürdigkeit der Bibel schaden, einzugestehen, dass die Schreiber deutlich später schrieben und das es bei den angeblich so alten Büchern um mehr als einen Schreiber handelt.

Warum dieser Bogen in die Geschichte?
Dem griechischen Gelehrten Pythagoras (um 570 - nach 510 v.u.Z.) lebte zur Zeit des babylonischen Exils und ihm wird das Globus-Modell zugeschrieben. Auch Platon (428/427 v.u.Z. - 348/347 v.u.Z.) und dessen Schüler Aristoteles (384 v.u.Z. - 322 v.u.Z.) war ndie Kugelgestalt bekannt. Letzterer gab in seiner Schrift Über den Himmel aus dem 4. Jahrhundert v.u.Z. folgende Gründe für die Kugelgestalt der Erde an:
  • Sämtliche schweren Körper streben zum Mittelpunkt des Alls. Da sie dies von allen Seiten her gleichmäßig tun und die Erde im Mittelpunkt des Alls steht, muss sie eine kugelrunde Gestalt annehmen.
  • In südlichen Ländern erscheinen südliche Sternbilder höher über dem Horizont.
  • Der Erdschatten bei einer Mondfinsternis ist stets rund.
Die erste Messung des Erdumfangs wird Eratosthenes (zwischen 276 und 273 v.u.Z. - um 194 v.u.Z.) im späten 3. Jahrhundert v.u.Z. zugeschrieben. Er nutzte die Beobachtung, dass die Sonne in Syene (heute Assuan in Südägypten) zur Sommersonnenwende mittags im Zenit steht und gleichzeitig in Alexandria (etwa auf gleichem Längengrad in Nordägypten) um 7° vom Zenit entfernt. Aus dem Abstand zwischen Syene und Alexandria, der aus dem Verlauf des Nils zu 5000 Stadien angenommen wurde, und dem Einfallswinkel (7° oder etwa 1⁄50 des Vollkreises) ergab die Rechnung einen 50-mal größeren Erdumfang, also 250.000 Stadien. Da die beiden Städte etwa 850 km Luftlinie voneinander entfernt sind, kommt Eratosthenes dem wahren Erdumfang (40.007,76 km) schon nahe. Seine genaue Maßeinheit ist aber nicht überliefert.

Bereits das die Sonne "hinter" der Erde stand und ihr Licht an der Erde vorbei auf den Mond warf, ist nur dann möglich, wenn keines dieser Objekte den Boden bildet (wie Flacherdler ja dies für die Erde behaupten). Unabhängig davon, ob die Erde den Mittelpunkt dieses Systems bildet oder die Sonne (denn beide Theorien kursierten damals) war durch den Schattenwurf ersichtlich, dass weder Faden noch Stütze benötigt werden, um Planeten auf ihren Bahnen zu lassen. Dies erkennt man auch bei teilweisen Sonnenfinsternissen, bei denen sich der "nicht aufgehängte" Mond vor die Sonne schiebt.

Die Zeit des babylonischen Exils wird auch mehrheitlich in der Wissenschaft für die Entstehungszeit des Pentateuchs und des Buches Hiob aufgrund redaktioneller Zusammensetzung, Schreibform und der Verwendung historischer Begriffe in den Texten angenommen.
Eine göttliche Eingebung haben die Griechen für ihre Überlegungen nicht benötigt. Wieso also die Hebräer?

#1 - Das wissenschaftliche Bibellexikon - Hiob / Hiobbuch
http://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/hiob-hiobbuch/ch/cad3cfdcdbeac5d65a068fd566c6f4ac/
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Do 12. Jul 2018, 08:57

Rezension: Tagestext: Freitag, 9. März 2018 (Mat. 6:26)

Seid ihr nicht mehr wert als die Vögel des Himmels? (Mat. 6:26)

Für Jesus war es undenkbar, dass sein Vater die Vögel ernährt, sich gleichzeitig aber nicht um Menschen kümmert (1. Pet. 5:6, 7). Jehova wird zwar nicht für einen gedeckten Tisch sorgen, doch er kann unsere Bemühungen segnen, Nahrungsmittel anzubauen oder Geld zu verdienen, um den täglichen Bedarf zu decken. Kommen wir in eine Notlage, mag er andere dazu veranlassen, mit uns zu teilen. Und obwohl Jesus nicht davon sprach, dass die Vögel des Himmels mit einem Unterschlupf versorgt werden, hat Jehova sie doch mit einem Instinkt, Fähigkeiten sowie dem nötigen Material ausgerüstet, damit sie sich selbst ein Nest bauen können. Auch uns kann Jehova helfen, für unsere Familie angemessenen Wohnraum zu finden. Als Jesus die oben erwähnte Frage stellte, hatte er wahrscheinlich im Sinn, dass er bald sein Leben für die Menschheit geben würde. (Vergleiche Lukas 12:6, 7.) Jesus starb nicht für die Vögel des Himmels, sondern für uns, um uns endloses Leben zu ermöglichen (Mat. 20:28). w16.07 1:11-13

Die klare wissenschaftliche Antwort auf die Frage im Bibelvers lautet: Es gibt keine Anhaltspunkte, dass der Mensch in irgendeiner Art mehr wert sei, als ein anderes Lebewesen auf diesem Planeten.
Ob wir beten oder nicht, hat mit dem Fruchtertrag im Boden herzlich wenig zu tun. Emotional kann das Gebet dagegen schon eine Stütze sein, nur ist dies durch psychologische Prozesse gut erklärbar. Wenn ich den Stress bei jemandem abladen kann, bin ich freier in meinen Stresssituationen. Das trifft auf christliche Nonnen genauso zu, wie auf buddhistische Mönche und scheint demnach wenig mit der erwählten Religion zu tun zu haben.
Daraus ergibt sich die Frage, ob beim Beten wirklich einer "oben" zuhört.
Beten ist und bleibt aber der unbescheidene Wunsch, dass Gott für das eigene, kleine Problem mal kurz die Regeln der Physik außer Kraft setzt, um "zeitnah" mit einer offenbar passenden Lösung - es muss ja dennoch nicht die erwartete Lösung sein - zu bieten.
Ebenso gibt es keinen Nachweis, dass der tierische Instinkt und die erlernten Fähigkeiten auf einen Schöpfer zurück zu führen seien und nicht lediglich das Produkt einer langwierigen Anpassung.
Die Hilfe in Notlagen entstand ebenfalls nicht zwangsläufig einer göttlichen Intervention. Mitglieder einer Gruppe, wie Religionsgemeinschaften nunmal eine darstellen, helfen einander eher, als Gruppenfremden.
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Früher war alles besser? Heute sorgt in Deutschland die Allgemeinheit dafür, dass alle Wohnung oder Kleidung haben. Die Wohlhabenden geben 50% ihres Einkommens dem Staat, zahlen 80% der Einkommenssteuer, den größten Teil der Körperschafts- und Unternehmenssteuern, sowie einen überproportional hohen Anteil der Umsatzsteuer und sichern so die Grundversorgung der Armen. Kennt jemand eine Ära, in der es mehr Gerechtigkeit gegeben hätte?
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » So 15. Jul 2018, 13:58

Rezension: Tagestext: Donnerstag, 12. April 2018 (Mat.6:28)

Lernt eine Lektion von den Lilien des Feldes (Mat.6:28)

Jesus lenkt unsere Aufmerksamkeit auf Jehovas Schöpfungswerke. Wir können viel vom Aussehen der "Lilien des Feldes" lernen. Vielleicht hat Jesus an Liliengewächse gedacht wie Gladiolen, Hyazinthen, Schwertlilien oder Tulpen — alle auf ihre Art wunderschön. Diese Blumen mussen ihre "Kleidung" weder spinnen noch weben noch nähen. Doch ihre Blüten sind ein herrlicher Anblick. "Nicht einmal Salomo [war] in all seiner Herrlichkeit wie eine von diesen bekleidet." Worauf Jesus also hinauswollte, ist: "Wenn nun Gott die Pflanzen des Feldes ... kleidet, wird er nicht vielmehr euch kleiden, ihr Kleingläubigen?" (Mat. 6:29, 30). Ganz bestimmt! Trotzdem mangelte es Jesu Jüngern irgendwie an Glauben (Mat. 8:26; 14:31; 16:8; 17:20). Sie mussten ihr Vertrauen in Jehova und ihren Glauben stärken. Wie steht es mit uns? Wie sehr vertrauen wir darauf, dass Jehova für uns sorgen kann und möchte? w16.07 1:15, 16

Ich muss zugeben, ich vertraue nicht darauf, dass irgendeine höhere Macht über mich wacht oder mich mit irgendwas versorgt. Ich muss arbeiten, um Geld zu verdienen, um mir Essen, Kleidung und Obdach zu leisten. Beten summiert sich weder in Bonuszahlungen, noch einem wundersam auftauchenden Brotkorb vor meiner Tür. Nicht einmal ein Cent-Stück würde ich auf der Straße finden, wenn ich Gott darum bitte.
Selbstverständlich aber greift der Gedanke weiter und ist, geht man anderen Ausführungen der Zeugen Jehovas nach, nicht auf die Versorgung materieller Güter beschränkt. Es soll auch nicht ausgesagt werden, dass man durch Beten die Arbeit zum Lebensunterhalt aussparen kann.
Gewiss wird aber behauptet, Gott helfe mir, meine Arbeit gut zu machen oder hat die Pflanzen und Tiere ja gedeien lassen, damit ich sie essen oder anziehen kann. Abermals landen wir somit beim kosmologischen Gottesbeweis, der besagt, die Welt bestünde, weil Gott sie geschaffen habe. Und das ist grundsätzlich erstmal eine Behauptung, um weiterführende Gedanken um Dankbarkeit und Erlösung zu vermitteln. Denn wer soll uns Unvollkommene schon erretten können, wenn nicht der, der die Macht hat, ein ganzes Universum aus dem Ärmel zu schütteln.
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Früher war alles besser? Heute sorgt in Deutschland die Allgemeinheit dafür, dass alle Wohnung oder Kleidung haben. Die Wohlhabenden geben 50% ihres Einkommens dem Staat, zahlen 80% der Einkommenssteuer, den größten Teil der Körperschafts- und Unternehmenssteuern, sowie einen überproportional hohen Anteil der Umsatzsteuer und sichern so die Grundversorgung der Armen. Kennt jemand eine Ära, in der es mehr Gerechtigkeit gegeben hätte?
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Di 17. Jul 2018, 11:34

Rezension: Tagestext: Dienstag, 17. April 2018 (Mat. 13:23)

Dieser ist es, der das Wort hört und dessen Sinn erfasst, der wirklich Frucht trägt (Mat. 13:23)

Eine junge Schwester aus Frankreich bemerkte: "Meine Lehrer finden es ziemlich erstaunlich, dass es Schüler gibt, die noch an die Bibel glauben." Bist du ein junger Diener Jehovas oder lernst du Jehova gerade erst kennen? Fühlst du dich manchmal unter Druck gesetzt, dich den Überzeugungen der Allgemeinheit anzuschließen, zum Beispiel die Evolutionstheorie für glaubhaft zu halten, statt an einen Schöpfer zu glauben? Falls ja, dann kannst du etwas dafür tun, deinen Glauben zu stärken und ihn stark zu erhalten. Eine Möglichkeit wäre, das dir von Gott verliehene Denkvermögen zu nutzen, das "stets über dich wachen wird". Es wird dich vor weltlichen Anschauungen schützen, die deinen Glauben zerstören können (Spr. 2:10-12). Echter Glaube beruht auf einem genauen Verständnis über Gott (1. Tim. 2:4). Wenn du dich also mit Gottes Wort und biblischen Veröffentlichungen beschäftigst, dann überfliege den Stoff nicht einfach. Denk darüber nach, damit du den Sinn von dem erfasst,was du liest. w16.09 4:1-3

Über Selbstkonditionierung schrieb ich früher bereits und auch hier wird wieder darauf aufgebaut, sich selbst bewusst zu manipulieren, damit man dem "Feind" nicht in die Hände fällt.

Womit zerstören "weltliche Anschauungen" den biblischen Glauben? Meine spontane und recht persönliche Antwort: Mit Recht.
Wenn ich mich abseits der eingefahrenen Wege der Wachtturmgesellschaft bewege, dann finde ich auch Veröffentlichungen, die einem Schöpferglauben, wie er von dieser Gesellschaft vertreten wird, widersprechen.
Ob es Abhandlungen und Beobachtungen zu Hoax-Gen-Veränderungen bei Schmetterlingen sind, die positiv-selektiv auf einen Pilzbefall reagieren, der ansonsten fast alle männlichen Exemplare nach kurzer Zeit unfruchtbar sterben ließ oder ein Experiment mit E.Coli-Kulturen ist, die sich plötzlich einer neuen Nahrungsquelle anpassen. Dies, angereichert durch den immer noch sehr wichtigen Fossilbericht, der eine schrittweise Anpassung von Arten an veränderte Umweltbedingungen nahelegt, sind vortreffliche Gründe nicht an eine stillstehende Schöpfung zu glauben. Geologisch und topograpfisch ist nachweisbar, dass sich Landschaften im Laufe von Jahrmillionen, aber auch Jahrtausenden ändern. Vor cirka 20 Millionen Jahren gab es das heute größte Gebirge der Welt nicht. Der Himalaya war ein flaches Meer, das Indien vom asiatischen Festland trennte, bis dieses durch seinen Norddrift die asiatische Kontinentalplatte rammte und dieses riesige Massiv faltete. Völlig klar, dass dies zu gewaltigen Umwälzung in der Flora und Fauna in der Region geführt hat. Man kann heute noch versteinerte Muscheln in bis zu 8000 Meter über der Meeresoberfläche finden, die nachweisbar länger da rum liegen, als die biblische Sintflut her ist.
Alternativ stünde das magische Auftreten neuer Arten durch das Fingerschnippen eines Mannes im Himmel für die Erklärung solcher Anpassungen an neue Lebensräume bereit.

Die Evolution zu negieren, ist mitnichten das Abstreiten einer einzelnen Theorie bei gleichzeitiger Wissenschaftstreue. Es ist das Abstreiten einer ganzen Reihe von Wissenschaften. Dazu gehören Paläontologie, Archäologie, Kontinentaldrift, Geologie, Topografie, Biologie, Genetik, Chemie, ja sogar der Physik. Denn wenn Gott irgendwie in die Geschicke der Menschen eingreift, muss es messbar sein. Ist es nicht messbar, so ist es nicht wahrnehmbar. Ist es nicht wahrnehmbar, so ist es nicht.
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