Evolution oder Schöpfung




Religion, Esoterik, Verschörungstheorien und andere Dinge.

Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Di 6. Okt 2020, 22:18

Video: Der Neandertaler - eine rätselhafte Menschenart | Doku | ARTE

Gerade am 03.10.2020 veröffentlicht, habe ich eine interessante Doku zu unserem Cousin aus der Urzeit gefunden.


https://m.youtube.com/watch?v=HqW_p3Ul-1g

Lange bevor der Homo sapiens die Erde bevölkerte, hatte sich eine andere menschliche Art – der Neandertaler – auf dem eurasischen Kontinent ausgebreitet. Mithilfe neuer archäologischer Verfahren konnten Paläoanthropologen in England und Frankreich bislang ungeklärte Aspekte unserer Verwandten untersuchen. 300.000 Jahre hatte die Art bis zu ihrem Aussterben auf der Erde gelebt.

Vor schwindelerregend langer Zeit besiedelten die ersten menschlichen Gruppen die weiten Ebenen des eurasischen Kontinents, die zeitweise von Eis bedeckt waren. In einem Gebiet im Nordwesten des heutigen Europas, das von Nordfrankreich über den belgischen Küstenstreifen und die Kanalinseln bis nach Südengland reichte, stellten die Neandertaler die größte Art. Während der letzten Eiszeit war die Nordsee durchgängig überfroren und der Ärmelkanal ein kleiner Fluss, der sich mühelos zu Fuß durchqueren ließ … Die Neandertaler lebten in enger Verbundenheit mit dieser sich ständig wandelnden Natur, die ihnen alles zum Überleben bot: das Fleisch von Beutetieren, essbare Wildpflanzen, Wasser sowie Holz zum Kochen und Heizen. Wie haben sich diese frühen Menschen über knapp 300.000 Jahre entwickelt und wie haben sie gelebt, bis sie im Kontakt mit Homo sapiens schließlich vor rund 40.000 Jahren ausstarben? Anhand der neuesten Forschungsergebnisse beleuchtet die Dokumentation das Leben verschiedener Neandertalerpopulationen und stellt bedeutende archäologische Fundorte in Nordfrankreich, Südengland sowie auf der Insel Jersey vor, die 250.000 Jahre lang von Neandertalern besiedelt war. Renommierte Forscher wie der britische Paläoanthropologe Chris Stringer und der Franzose Ludovic Slimak erläutern die Lebensweise, aber auch die kognitiven Fähigkeiten der Neandertaler: Waren sie zu strukturiertem Denken fähig? Hatten sie Kulturen, Sprachen, Gesellschaften? Welche Form von Intelligenz und welche Anpassungsstrategien sorgten dafür, dass sie über den enorm langen Zeitraum von fast 300.000 Jahren überleben konnten? Und wie groß sind die Ähnlichkeiten der Neandertaler zum modernen Menschen?

Dokumentation von Rob Hope und Pascal Cuissot (F 2019, 52 Min)
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Wir erschießen Wildtiere, weil diese sich unkontrolliert vermehren, wenn keine Raubtiere da sind und die Wälder schädigen. Und wenn sich Wölfe wieder ansiedeln, erschießen wir die auch, weil sie sonst andere Tiere fressen. Klingt nach einem super Marketingkonzept für Munitionshersteller, aber nicht wirklich durchdacht.
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von Anzeige » Di 6. Okt 2020, 22:18

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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Do 22. Okt 2020, 16:34

Wie sich Evolutionsgegner zum Affen machen (Link)

Florian Aigner, Physiker, schreibt über Kreationismus in Europa.

Diese Radikalreligiösen, die antike Mythen nicht von naturwissenschaftlichen Fakten unterscheiden können, erschienen uns kurios, weit weg und wenig bedrohlich. Man konnte sich lustig machen über diese ungebildeten Bible-Belt-Amerikaner. Wir sind schließlich aufgeklärte Europäer, hier ist Wissenschaft doch Grundkonsens. Ach, wie lagen wir falsch! Wir sollten uns darauf einstellen, immer häufiger wissenschaftliche Tatsachen gegen fundamentalistische Attacken verteidigen zu müssen. Das wird kein Spaß.

Den ganzen Text findet ihr hier (zuletzt aufgerufen am 06.11.2020):
https://futurezone.at/meinung/wie-sich-die-evolutionsgegner-zum-affen-machen/309.710.043

(7921 Klicks für diesen Thread hier, 8487 für Chuck Norris Witze. Es trennen nur noch 566 Klicks.)
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Sa 7. Nov 2020, 00:59

Video: Wie entstand unser Bewusstsein? (feat. Simplicissimus) (8:35 min)

Es handelt sich um den ersten Teil von zwei Videos zum Thema Gehirn und Bewusstsein. Zum Ende des Videos stellt man jedoch fest, es könnte auch das zweite sein.


https://m.youtube.com/watch?v=Vl4FotUbbBA
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Mi 25. Nov 2020, 11:30

Video: Wie Elon Musk unser Gehirn aufrüsten will (feat. kurzgesagt) (10:36 min)

Es handelt sich um den zweiten Teil von zwei Videos zum Thema Gehirn und Bewusstsein. Zum Ende des Videos stellt man jedoch fest, es könnte auch das erste sein.


https://m.youtube.com/watch?v=uPFnCfVqRHI
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Di 8. Dez 2020, 23:26

Video: 5 Theorien darüber, was außerhalb des beobachtbaren Universums liegt!

Wie groß ist die Welt und gibt es Dinge dahinter? Dieses Video gibt einen Kurzabriss über gängige Hypothesen, was es da draußen noch alles geben könnte.
Wieviele Universen hat Gott wohl noch in Peto?


https://m.youtube.com/watch?v=dV0s5DW4nKc

(8004 Klicks für diesen Thread hier, 8493 für Chuck Norris Witze. Es trennen nur noch 489 Klicks. Wird bis zum Jahresende wohl doch nichts mehr. Aber immerhin über 8000 Klicks.)
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Do 10. Dez 2020, 01:00

Video: Wie der Hund die Welt eroberte | Doku | ARTE (52:40 min)


https://m.youtube.com/watch?v=T0VI1DGFPZ0

Am 05.12.2020 veröffentlicht

500 Millionen Hunde leben heute als Haustiere an der Seite des Menschen. Aus dem Alltag sind sie als Wach-, Jagd-, Renn-, Begleit- und Freizeithunde aller Rassen und Mischungen längst nicht mehr wegzudenken. Dabei kamen Hunde in der Natur ursprünglich gar nicht vor. Doch wann begann der Weg vom Wolf zum Hund?

Fast eine Milliarde Hunde bevölkern heute die Erde, manche als treue Begleiter des Menschen, andere als Streuner. Aus dem Alltag sind die Wach-, Jagd-, Renn-, Begleit- und Freizeithunde aller (Misch-)Rassen längst nicht mehr wegzudenken. Dabei kamen Hunde in der Natur ursprünglich gar nicht vor. Wann begann der Weg vom Wolf zum Hund? Und wie haben die frühen Vorfahren der heutigen Pudel, Windhunde und Chihuahuas die Welt erobert? Archäozoologen, Biologen, Verhaltensforscher und Genetiker arbeiten daran, die lange Geschichte der Hunde-Domestizierung bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen. Aus dem Erbgut von 1.600 prähistorischen und modernen Hunden und Wölfen konnten Wissenschaftler erstmals einen kompletten Stammbaum erstellen. Zu ihrer Überraschung machten sie drei unterschiedliche Domestizierungszentren in verschiedenen Epochen aus: Die erste Domestizierung fand vor 15.000 Jahren in Westeuropa statt, die zweite vor 12.500 Jahren im Norden Chinas und in Sibirien und die dritte im östlichen Mittelmeerraum. Doch wie ging es anschließend weiter? In Russland, Kanada, Skandinavien, Ungarn, Deutschland, Österreich und Frankreich erläutern Forscher, wie der Mensch den Wolf zum Hund gemacht hat, welche Mechanismen dabei im Spiel waren und wie sich Aussehen und Verhalten der Tiere im Lauf der Zeit veränderten: Die Haushunde wurden immer weniger aggressiv und ängstlich. Außerdem lernten sie, die menschliche Mimik zu lesen und zu deuten – so wie umgekehrt auch der Mensch gelernt hat, Körperhaltung, Gebell und Blicke seines vierbeinigen Gefährten zu verstehen. Mehr als jedes andere Haustier hat der Hund in den vergangenen Jahrtausenden zum Aufstieg der menschlichen Gesellschaften beigetragen. Aktuelle genetische Forschungen zeigen, dass diejenigen unserer Vorfahren, die Hunde an ihrer Seite hatten, gegenüber anderen Gruppen im Vorteil waren. Aus dieser langen, besonderen Verbindung ging die sogenannte Mensch-Hund-Gesellschaft hervor.

Dokumentation von Jean-Baptiste Erreca (F 2020, 53 Min)

Video auf YouTube verfügbar bis zum 10/02/2021
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Mi 16. Dez 2020, 01:35

Video: Wie die Katze die Welt eroberte | Doku | ARTE (51:45 min)


https://m.youtube.com/watch?v=ONfwM6bG_zQ

Am 04.12.2020 veröffentlicht

400 Millionen Katzen leben heute unter uns, und es werden immer mehr. Die Hauskatze hat nicht nur fast den gesamten Erdball erobert, sondern ist heute auch unbestrittener Star der sozialen Netzwerke. Nichts scheint ihren Siegeszug aufhalten zu können. Aber wann haben sich die samtpfotigen Vierbeiner eigentlich die Gunst des Menschen gesichert und wie ist ihnen das gelungen?

Rund 400 Millionen Katzen leben heute auf der Erde. Der Erfolg der Katzen schlägt sich in den Haustierstatistiken nieder: Frankreich zählt über 13 Millionen Katzen gegenüber 7 Millionen Hunden, und auch in Deutschland belegen die Stubentiger Platz eins der tierischen Hausgenossen. In den sozialen Netzwerken landen sie schon lange virale Hits. Wann und wie haben sich die Beziehungen zwischen Katzen und Menschen entwickelt? Und wie gelang es den Tieren, die ganze Welt zu erobern? Diesen Fragen gehen Archäozoologen, Paläogenetiker, Biologen und Verhaltensforscher in verschiedenen Ländern nach. Archäologische und historische Entdeckungen in Zypern stützen die Hypothese, wonach sich Menschen und Wildkatzen vor etwa 9.500 Jahren eben dort angenähert haben. Aber wie sich die Katze anschließend über die Welt verbreitet hat, blieb für die Wissenschaft lange ein Rätsel. Nun steht fest: Die Hauskatze stammt nicht von der europäischen Katze ab, sondern von der Falbkatze, die aus der Levante und Anatolien stammt. Zu ihrer großen Überraschung konnten die Forscher nicht nur eine, sondern gleich zwei Domestizierungswellen nachweisen. Seit knapp 10.000 Jahren sind also die Geschicke von Katzen und Menschen eng miteinander verwoben. Nachdem die samtpfotigen Vierbeiner das Herz der Menschen erobert hatten, begannen Züchter, die Tiere den Wünschen der Menschen anzupassen. Durch die Rückverfolgung bestimmter körperlicher Merkmale gelang es ihnen, immer extravagantere Rassen zu züchten: Minikatzen, Nacktkatzen, Tiere mit kurzen Beinen oder gekrümmten Ohren, aber auch besonders gesellige und verspielte Arten, die gerne mit Herrchen oder Frauchen interagieren. Aber kann man überhaupt eine solche „ideale“ Katze schaffen, umgänglich, gehorsam und loyal gegenüber ihrem Halter? Viele Verhaltensbiologen sind überzeugt, dass Katzen alle Voraussetzungen dafür mitbringen.

Dokumentation von E. Gonzalez und P.-A. Combre (F 2020, 52 Min)

Video auf YouTube verfügbar bis zum 15/11/2023
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Do 17. Dez 2020, 12:17

Rezension - Vortrag 8/00 Nr. 133-X "Der Ursprung des Menschen - Ist es wichtig, was man glaubt?" (mit Video) (Teil 1 - Phrenologie)

Bevor ich die Artikelserie zur Panspermie begonnen hatte, war auch schon eine weitere Rezension in Arbeit. Mit dieser möchte ich die Zeit bis zum nächsten Panspermie-Artikel überbrücken.

Der Vortrag selbst ist schon 20 Jahre alt, aber wir hatten am 13.09.2020 in unserer Versammlung.
Eine ziemlich lange Liste von Vortragsdispositionen findet ihr hier: https://avoidjw.org/de/oeffentliche-vortraege/
(Die Verlinkungen auf eine amerikanische Webseite schlagen alle fehl, da diese die Dispositionen durch rechtlichen Druck Seitens der Wachtturm-Gesellschaft entfernen musste.)

Er schlägt in die gleiche Kerbe, wie so ziemlich jeder Wachtturm-Artikel. Die Frage, unter der dieser Vortrag gefasst wurde, taucht in vielen Publikationen auf und wird im Grunde auch immer gleich beantwortet: Evolutionisten haben keine Zukunftshoffnung, keinen tieferen Sinn im Leben und sind daher innerlich leer. Ihre Gedankengebäude können keine Zufriedenheit vermitteln und einen Weg zu Gott schon gar nicht. Des Teufels Irrlehren verfallen sind sie sowieso. Dagegen wird immer das strahlende Licht biblischer Wahrheit gestellt. Diese ist selbstverständlich zukunftsträchtig, heil- und sinnstiftend, befriedigend und unmittelbar von Gott offenbart.

Wir könnten das jetzt bereits an dieser Stelle auslaufen lassen, aber das ist nicht mein Stil. Da ich leider zu lange mit der Niederschrift gewartet habe (Dieses Youtube und seine Millionen Videos!), bin ich mir sicher, nicht mehr alles wiedergeben zu können. Leider habe ich auch keine Disposition zu diesem Vortrag im Internet gefunden. Ich versuche es dennoch.
Um es vorweg aber doch noch einmal kurz zu erwähnen: Man kann die Frage, wie sie als Vortragsthema gestellt wurde, auch schlicht damit beantworten, dass es eben nicht wichtig ist, was ich glaube. Das Leben kümmert sich wenig darum, was ich glaube. Wohl aber kann der Glaube eine positive Grundeinstellung zum Leben mit sich bringen, womit vielleicht auch Sorgen des Alltags leichter zu bewältigen sind.

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Zuerst wurde ein Vergleich bemüht: Phrenologie.

Was ist Phrenologie?
Nun, dass war der Versuch, geistige Eigenschaften und Zustände bestimmten, klar abgegrenzten Hirnarealen zuzuordnen. Dabei wurde ein Zusammenhang zwischen Schädel- und Gehirnform einerseits und Charakter und Geistesgaben andererseits unterstellt. Der Arzt und Anatom Franz Joseph Gall kam Anfang des 19. Jahrhunderts auf diese glorreiche Sackgasse der medizinischen Diagnostik. Die ihr entgegen gestellte Äquipotentialtheorie, nach der im Gehirn sämtliche Teile gleichberechtigt an den Aufgaben des Gehirns beteiligt sind, ist übrigens ebenso widerlegt.
Es muss aber auch zwischen der Phrenologie und der von ihr und ihrem Pionier beeinflussten Kraniologie (Schädelkunde) beziehungsweise Kraniometrie (Lehre der Schädelvermessung) als Werkzeuge der Rassenkunde unterschieden werden. Etwas, dass im Vortrag nicht getan wurde.
Kurz: Die Phrenologie hat einen psychologisch-persönlichen Charakter, die Kraniologie/-metrie einen physisch-rassischen.

Hitler und / oder andere Despoten dürfen natürlich nicht fehlen. Die haben sich selbstverständlich an dieser Idee und jener der Evolution bedient, um ihre Ideologien zu untermauern und durchzusetzen. Hitler und Stalin ziehen immer. Hat halt nur nix mit Fakten zu tun, sondern mit Gefühlen. Auf einem Atheistenkongress wird auch so ein "Siehste, diese brutalen Schweine"-Gefühl erzeugt, wenn man auf Gräueltaten mit religiösem Initialzünder verwiesen wird. Während man bei den Religiösen dann hört, dass es sich um "Einzelfälle" handelt oder es nicht die "wahren" Christen, Muslime, etc. waren, die das und das getan haben, wird jeder Säkulare gleich mit Hitler, Mao oder Pol Pot gleichgesetzt.

Na jedenfalls wurde die Phrenologie weltbekannt und Lehrinstitute für Forschung und Co. aus dem Boden gestampft. Sie war eine anerkannte Lehre und manche phrenologische Gesellschaft existierte noch bis vor kaum 50 Jahren.

Doch mitlerweile hat sie ihren wohlverdienten Ruhestand angetreten und ist zur Pseudowissenschaft degradiert und wird dennoch in Insiderkreisen und Esoterikerzirkeln "praktiziert", wie die ebenfalls ad acta gelegte Vier-Säfte-Lehre oder Homöopathie. Die behaupteten Zusammenhänge zwischen dem Aufbau des Schädels und der Charakteristik des Trägers des Schädels funktionieren nur in Comics, nicht jedoch in der Realität. Bestimmte phrenologische Forschung war aber Zündstoff für spätere Neuro- und Verhaltenswissenschaften.
Und genau hier setzt der Vergleich ein. Die Evolutionstheorie wird als ebenso bald von der Wissenschaft abgelegte Irrlehre betrachtet, auch wenn sie aktuell noch hochgehalten wird.

Und ab hier hinkt der Vergleich aber auch. Denn während die Phrenologie nicht durch Belege und profunde Argumentation Einzug hielt, sondern weil sie schlichtweg zum damaligen Zeitpunkt schwer widerlegbar war, hat die Evolutionstheorie diesen Makel nicht. Sie ist bereits zu Darwins Zeiten überprüfbar und falsifizierbar verfasst worden. Darwin und auch Alfred Wallace untermauerten ihre Gedankengänge mit Beobachtungen in der Natur, die jeder nachvollziehen konnte und machten Vorhersagen, die heute noch auf dem stetigen Prüfstand stehen und sich immer wieder bewähren.
Mutationen kann man nicht nur feststellen. Mitlerweile kann man sie chemisch und physikalisch, wenn auch ungelenk, erzeugen.
Selektionen finden auf allen Ebenen statt. Bei Individuen, bei Gruppen und bei ganzen Populationen. Der vom Menschen mitverantwortete Klimawandel löscht gerade ganze Artenstämme aus, die mit der Veränderung nicht Schritt halten können.
Adaptionen lassen sich sogar artübergreifend durch Gentransplantate bewerkstelligen. Siehe dazu das Video zum Hirn (... 080, 20.09.2020: Video: Zufall Mensch? Der kleine Schritt zum großen Gehirn | MDR DOK (44:41 min)).
Variation ist feststellbar, selbst wenn es um eineiige Zwillinge handelt.
Und der genetische Drift ist zum Beispiel durch die K-T-Grenze nachgewiesen, jener Iridiumschicht, die das plötzliche Verschwinden der Dinosaurier erklärt.
Das sind die fünf Bestandteile der Evolution. Warum sollte also ein Puzzle nicht existieren, wenn alle Teile vorhanden sind?

Wie es um Phrenologie steht, kann aber auch Mai von MaiLab erklären:


Danach ging er auf 4 Fragen ein, die, glaube ich, folgende Themen hatten:
Warum hat der Mensch so ein großes Gehirn?
Warum hat der Mensch kein Fell, wie die Affen?
Warum geht der Mensch aufrecht?
Warum hat der Mensch so eine komplexe Sprache?

Für diese Fragen benötigen wir einen neuen Beitrag. Das wird zu lang.
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Mi 23. Dez 2020, 01:35

Rezension - Vortrag 8/00 Nr. 133-X "Der Ursprung des Menschen - Ist es wichtig, was man glaubt?" (Teil 2 - Ohne Pelzmantel. Wie der Mensch sein Fell verlor)

Das waren nach aktuellem Erinnerungsvermögen die Fragen:
Warum hat der Mensch so ein großes Gehirn?
Warum hat der Mensch kein Fell, wie die Affen?
Warum geht der Mensch aufrecht?
Warum hat der Mensch so eine komplexe Sprache?

Auf alle Fragen, soll eine Evolutionsbiologin gesagt haben, dass die Wissenschaft offenbar nicht wisse, warum die Dinge so stehen. Dass weder Namen noch Quellen korrekt angegeben werden, liegt nicht zwangsläufig an Unseriösität, sondern, dass es als Vortrag verfasst ist. Man hätte auf Anfrage beim Vortragsredner aber vermutlich auch nichts genaueres erfahren, da in der Disposition, an die er sich recht straff halten muss, wohl auch nichts genaueres drin steht.
Das aus dem Unwissen der Evolutionsbiologin heraus jedwede andere, auch fantastische Erklärung plötzlich bestätigt ist, halte ich zwar trotzdem für ein Gerücht, da - ich schrieb es schon mehrfach - die Richtigkeit einer Sache nicht von der Falschheit einer anderen abhängt, sondern von ihrer Prüfbarkeit an der Realität. Dennoch wird es oft hochgehalten.
Das große Hirn und die komplexe Sprache kann man kreationistisch ja vielleicht noch mit der Gottähnlichkeit des Menschen (in seinem Bilde erschaffen) "erklären", aber unser (Nicht-)Fell und der aufrechte Gang sind doch recht willkürliche Kriterien. Zumal es Gott in seiner unendlichen Barmherzigkeit schnurz sein kann, wie dicht unser Rücken behaart ist oder ob wir auf zwei oder vier Füßen laufen. Das ist für seinen Heilsplan irrelevant. Wenn wir körperliche Ähnlichkeit mit ihm oder den Engelsgeschöpfen haben sollen, bliebe wieder der Beweis aus, da keine einzige bisherige Engelssichtung dem kritischen Blick der Wissenschaft stand hielt. Sehr wohl gibt es Bilder von Gott und den Engeln, aber es liegt nahe, dass wir uns hier nur Wesen nach unserem Bilde geschaffen haben, wie es doch eigentlich umgekehrt sein soll.

Auf die erste Frage antwortet ja schon ein Beitrag:
... 080, 20.09.2020: Video: Zufall Mensch? Der kleine Schritt zum großen Gehirn | MDR DOK (44:41 min)

Wahrscheinlich ermöglichte erst die neue Lebensweise mit viel tierischer, also energiereicher Nahrung das rasante Gehirnwachstum beim Menschen. Homo ergaster (vor ca. 1,6 Millionen Jahren) konnte sich bereits ein gut doppelt so großes Gehirn leisten wie Schimpansen. Unseres beträgt mehr als das Dreifache. Aber die nackte Haut bot auch neue Voraussetzungen für unsere soziale und kulturelle Evolution. Die Hominiden konnten nun nicht mehr Fellzeichnungen oder Haarsträuben benutzen, um anderen etwas zu signalisieren. Stattdessen erfanden wir Körperbemalung, Schmuck, Tätowierungen, wir verfeinerten unsere Mimik - und vor allem entwickelten wir Sprache.

Kümmern wir uns also lieber um die Fragen 2-4:


Lucys Skelett (Nachbildung)

Wie kam es, dass der Affe "Mensch" noch vor der letzten großen Eiszeit seinen Pel ablegte und nicht wieder anzog?

Zwei Hypothesen sind in Fachkreisen zum Fellverlust des Affen "Mensch" in Diskussion:
Der Umzug des Homo ergaster vor ca. 1,6 Millionen Jahren vom Wald in die Savanne, wo in der heißen Sonne Antilopen gejagt wurden, macht das Fell als Wärmeisolation überflüssig, ja gerade kontraproduktiv. An den Knochen erkannten Forscher, dass er viel wanderte, rannte und von der Jagd lebte. Die Regenwälder gingen durch klimatische Veränderungen in dieser Zeit immer weiter zurück. Es entstand ein weitläufiges Savannengebiet mit knapperem Nahrungsangebot und weit auseinanderliegenden Wasserstellen. Durch die Anpassung an die neuen Lebensumstände musste der Homo ergaster ausdauernd laufen und seine Körpertemperatur gut regulieren können. Ein schweißnasses Fell hemmt deutlich die Kühlwirkung und es droht Hitzestau. Bis zu zwölf Liter kann ein Mensch am Tag schwitzen und dadurch seinen Körper auch über eine längere Zeit der Anstrengung und Belastung hinweg kühlen. Wir haben also eine im Tierreich einzigartige Regulierung der Körpertemperatur entwickelt und sind so vielen Tieren in Sachen Ausdauer um einiges voraus. Allerdings nimmt die UV-Strahlung zu, was der Schwachpunkt dieser Hypothese ist. Vor ungefähr 1,2 Millionen Jahren taucht die dunkle Hautfarbe auf, die besser mit der Strahlung klarkommt. Schimpansen tragen unter ihrem schwarzen Fell hellrosige Haut, wie vermutlich auch die Vormenschen, also insbesondere die Australopithecinen, auch noch.
Die andere und favorisierte Position ist, mit weniger Haaren gibt es weniger Ungeziefer. Es verringern sich die Blutsauger (Läuse, Zecken, Flöhe), die potentiell schwere Krankheiten übertragen. Außerdem kostet "Lausen" Zeit, die man für ändere Dinge, wie die Jagd oder das Sammeln aufwenden kann. Menschen begannen mit der Zeit sozial zu leben, Verbände zu gründen und sesshaft zu werden. Für viele Parasiten hätte dies beste Bedingungen zur Ausbreitung geboten. Demnach bietet die nackte Haut einen Reproduktionsvorteil, da sie hygienischer ist und die Übertragungsmöglichkeiten von Krankheiten reduziert.

Die heute noch vorhandene Restbehaarung hat laut Wissenschaft unterschiedliche Gründe. Das Kopfhaar schützt das hitzeempfindliche Hirn vor allzu viel Sonneneinstrahlung, die Scham- und Achselbehaarung hilft bei der Verteilung von Pheromonen, jenen Botenstoffen, die Sexualpartner anlocken sollen.

Für Wale, Delfine und Seekühe ist der Fellverlust geklärt und auch der Grund eindeutiger: Ein Fell erhöht den Wasserwiderstand. Den Wärmeverlust gleichen diese Tiere durch eine Speckschicht aus, den sogenannten "Blubber". Bei Landsäugetieren, wie Elefanten, Nashörnern und Nilpferden geht es um die ständige Überhitzungsgefahr, denn große Tiere haben im Verhältnis zu ihrer Masse weniger Oberfläche zur Verfügung als kleinere Tiere, um überschüssige Körperwärme abzugeben.

Aber so ein Fell hat auch Vorteile:
So können Tiere mit Fell tags und nachts aktiv sein, da Haare vor Kälte gleichsam wie vor zu viel Sonneneinstrahlung schützen. Damit sind die Tiere weniger von den Temperaturunterschieden abhängig. Auch können viele Tiere über ihr Fell kommunizieren. Das Aufstellen der Haare kann ein Zeichen für Angriff, Verteidigung oder Angst sein. Das Einzige, was uns Menschen davon noch als Relikt geblieben ist, ist die Gänsehaut.
Die Beherrschung des Feuers und die Erfindung der Kleidung macht den Verlust des Fells mehr als Wett. Trotz Fellverlust fanden die Menschen unterschiedliche Möglichkeiten mit anderen Individuen zu kommunizieren. So kam es zu Körperbemalungen, dem Tragen von Schmuck, dem Verfeinern von Mimik und natürlich der Entwicklung von Sprache. Es scheint also, dass der Mensch sich im Laufe der Evolution nicht nur in seinen geistigen und körperlichen Fähigkeiten steigerte, sondern sich ebenso im Bereich der Körperbehaarung immer weiter optimierte.

Wahrscheinlich liegen die Anfänge der schwindenden Haarpracht aber auch noch weiter zurück. Denn anders als die Australopithecinen (zu denen auch die berühmte "Lucy" gehört) besaß der Frühmensch Homo ergaster vor ungefähr 3 Millionen Jahren ähnliche Körperproportionen wie wir. Vor allem aber lange Beine. Dass er ausgiebig wanderte und rannte, besagen unter anderem Belastungsspuren an seinen Knochen. In der recht heißen und trockenen Graslandschaft der Savanne dürfte er bereits Wild nachgestellt haben. Bei dieser Lebensweise wäre ein Fell hinderlich gewesen. Forscher haben nämlich berechnet, dass sich der Körper damit bei Ausdauerbelastung in der afrikanischen Savanne zu sehr aufgeheizt hätte, mit der Folge Hitzschlag. Felltragende Tiere haben zwar auch Schweißdrüsen, doch dieser Schweiß ist eher schaumig-klebrig. Werden die Haare dadurch nass, behindert das sogar die Wärmeabfuhr.
Der Mensch sondert dagegen einen wässrigen Schweiß ab, bei Bedarf bis zu zwölf Liter am Tag. Hierfür vermehrte sich eine Sorte Schweißdrüsen stark, die bei Tieren nur einen kleinen Anteil ausmacht. Weil diese Flüssigkeit bei uns direkt auf der Haut verdunsten kann, ergibt sich ein enormer Kühlungseffekt. Bei heißem Wetter könnte ein Mensch, so ergab eine Kalkulation, ein Pferd im Marathon besiegen.

Es bleibt: Entweder ist es ein Vorteil, weil Parasiten weniger Chancen haben oder weil die Klimaanlage dann besser läuft.

Wobei man nicht grundsätzlich von einem "Wenn-dann" ausgehen kann. Neue Merkmale entstehen nicht weil, irgendwas gefordert wird, sondern weil sie in jener Situation begünstigt sind. Die Giraffe hat keinen langen Hals, um an hohen Bäumen zu knabbern, sondern ihr langer Hals begünstigt diese Futtermethode. Begünstigungen führen wiederum zu verändertem Verhalten und damit zu anderen Wechselwirkungen als sie andere Individuen ausüben.

Aber wozu der weiche, pigmentlose Flaum, der sich über den gesamten Körper verteilt? Handelt es sich dabei nur um ein nutzlos gewordenes Überbleibsel menschlicher Evolution? - Mitnichten, meinen Isabelle Dean und Michael Siva-Jothy von der Universität Sheffield in Großbritannien: In einem Experiment mit 19 männlichen und zehn weiblichen Studierenden konnten sie zeigen, dass das Vellushaar - aus dem sich im Laufe der Pubertät zum Teil das deutlich kräftigere Terminalhaar herausbildet - weit mehr ist als eine unliebsam gewordene Laune der Natur.

Um den Beweis anzutreten, wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zunächst ein Arm rasiert. Danach setzte das Forscherteam Bettwanzen auf die nackten und behaarten Arme der Probanden und beobachtete, wie lange die Tiere herumkrabbelten bevor ihre Mundwerkzeuge zum Biss ansetzten. Die Studierenden mussten während dieser Prozedur wegschauen und sollten jeweils Bescheid geben, wenn sie etwas auf ihrem Arm spürten.
Wie zu erwarten, benötigten die Bettwanzen auf den behaarten Armen länger, um eine geeignete Bissstelle zu finden. Auch spürten die Versuchspersonen das Krabbeln der kleinen Blutsauger auf dem unrasierten Arm eher als auf der glatten Haut.

Aus diesem Ergebnis ziehen die Forscher den Schluss, dass die feinen Körperhaare auch heute noch der Parasitenabwehr dienen.
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Do 7. Jan 2021, 17:32

Rezension - Vortrag 8/00 Nr. 133-X "Der Ursprung des Menschen - Ist es wichtig, was man glaubt?" (Teil 3 - Laufburschen. Wie der Mensch den aufrechten Gang lernte)

Zur Erinnerung, dass waren vermutlich die gestellten Fragen in dem Vortrag:
Warum hat der Mensch so ein großes Gehirn?
Warum hat der Mensch kein Fell, wie die Affen?
Warum geht der Mensch aufrecht?
Warum hat der Mensch so eine komplexe Sprache?

Frage 1 und 2, sowie im Ansatz Frage 4 wurden bereits erörtert. Beantworten wir nun folgende Frage:

Wie kam es, dass der Affe "Mensch" seine Vorderfüße nicht mehr zum Laufen verwendete?

Eines der ältesten menschenähnlichen anatomischen Merkmale ist die Gestalt des Amboss im Mittelohr, die bereits für Australopithecus africanus (vor ca. 3 - 2 Millionen Jahren) und Paranthropus robustus (vor ca. 1,8 - 1,2 Millionen Jahren) belegt ist und sich vermutlich schon bei deren letztem gemeinsamen Vorfahren von der Gestalt des Amboss bei den Schimpansen unterschied. (#1)
Die Brustwirbelsäule bestand bereits beim 3,3 Millionen Jahre alten Fossil DIK 1-1, einem jugendlichen Australopithecus afarensis, wie bei den meisten späteren Hominini aus 12 Wirbeln und nicht, wie bei den meisten Schimpansen, aus 13 Wirbeln. (#2)
Anhand der Skelettmerkmale zahlreicher Fossilfunde konnte belegt werden, dass sich der aufrechte, zweibeinige Gang (Bipedie) in der Familie der Menschenaffen deutlich früher entwickelte als die starke Vergrößerung des Gehirns. (#3)
Der aufrechte Gang hat sich aber sehr wahrscheinlich mehrfach entwickelt. Möglich war dies, weil bereits im mittleren Miozän - vor rund 10 Millionen Jahren - bei den Vorfahren der Menschenaffen die zuvor arborikal-quadrupede (vorwärts geneigt und vierbeinig über Ästen schreitende) Fortbewegungsweise in eine suspensorische (unter den Ästen hangelnde) Fortbewegungsweise übergegangen war, was eine allmählich fortschreitende Umgestaltung von Armen, Beinen und Rumpfskelett zur Voraussetzung hatte. Diese Umgestaltung, die bei vielen Primaten-Arten des Miozäns nachweisbar ist, gilt wiederum als bedeutende Voranpassung für den späteren Übergang zu einer bodenlebenden, zweibeinig-aufrechten Fortbewegungsweise. Die markantesten Veränderungen am Fuß betrafen Bau und Zusammenspiel der Zehen- und Mittelfußknochen, die ursprünglich ein Greiforgan waren. (#4, #5)


Populäre aber unzureichende Darstellung von Veränderungen des Körperbaus im Verlauf der Hominisation

Der Knochenbau der berühmten Australopithecus "Lucy" ließ vermuten, dass diese Gattung bereits über größere Strecken aufrecht ging. Bestätigt wurde das durch 1979 gefundene Fußspuren, die 3,6 Millionen Jahren alt sind. (#6)
Durch ein biomechanisches Experiment konnte 2010 auch die Frage geklärt werden, ob er eher wie ein Schimpanse aus der Hüfte lief oder aufrecht, wie der moderne Mensch. Das Abdruckprofil des heutigen Menschen zeigt sich darin, dass Zehen und Ferse annähernd gleich tief in den Boden gedrückt werden, beim Schimpansen drücken die Zehen tiefer als die Ferse.
Demnach ist der aufrechte Gang älter als die Gattung Homo. Doch gab es vor 2 Millionen Jahren neben den aufrecht gehenden Arten nahe Verwandte, deren Knochenbau in erster Linie eine Anpassung ans Klettern zeigt. (#7)

Ältestes fossiles Zeugnis für einen, dem modernen Menschen vergleichbaren Fuß, mit Längs- und Quergewölbe ist ca. 3,2 Millionen Jahre alt. Wie die gerade, nicht-gebogene Form des Knochens und noch erkennbare Ansatzstellen der Muskeln belegen, war seinerzeit der Übergang von einem für das Klettern im Geäst optimierten Greiffuß mit leicht gebogenem Mittelfußknochen zu einem als "Stoßdämpfer" beim aufrechten Laufen fungierenden Fußgewölbe bereits weit fortgeschritten. (#8)
Auch die bei Laetoli (Tansania) freigelegten 1,51 bis 1,53 Millionen Jahre alten und Homo erectus zugeschriebenen Fußspuren liefern einen weiteren direkten Beweis für eine Form der aufrechten, zweibeinigen Fortbewegungsweise, die sich kaum von unserer unterscheidet. Analysen ergaben relativ kurze Zehen, einen parallel aufstellten Zeh (bei Affen z.B. ist er oportun wie der Daumen), einen wenig nach oben gewölbten Fuß und eine Verlängerung des Gewichts beim Laufen von der Ferse zum Ballen. (#9)

Warum es den aufrechten Gang beim Menschen überhaupt gibt, brachte einige Hypothesen hervor, von denen ich die populärsten hier nur kurz anreißen möchte:
  • Möglicherweise hat er sich schon auf dem Baum entwickelt, um auf diese Weise zum Beispiel die Früchte am Ende dünner Zweige besser erreichen zu können. Beobachten kann man das heute bei Orang-Utans auf Sumatra.
  • Im Zusammenhang mit der Nahrung steht auch der Hypothese, dass es dem Transport der Nahrung galt, wenn man zumindest zeitweise die Vorderläufe zum Halten von Essen nutzt und zweibeinig läuft. Beobachten kann man das bei Schimpansen.
  • Die Savannen-Hypothese gilt als widerlegt, wird aber besonders in Schul- und älteren populärwissenschaftlichen Büchern vertreten. Der Mensch verlagerte durch Klimawandel oder andere Einflüsse seinen Lebensraum vom Wald in die Savanne, wo Kletterkünste seltener gefragt war.
  • Das thermoregulatorische Modell, nach dem ein höher gelagertes Hirn zum Schutz vor Überhitzung mehr frischen Wind abbekommt, wurde ebenfalls ad acta gelegt. Möglicherweise hatte das Klima dennoch Einfluss auf die Entwicklung der Bipedi.
  • Die bereits widerrufene Verhaltenshypothese leitete sich aus dem Sozialverhalten der frühen männlichen Menschenaffen ab. Die monogam gewordenen Vorfahren hätten tagsüber ihre Familien allein gelassen, um Nahrung herbei zu schaffen. Und das geht über lange Strecken am Besten, wenn man zwei Gliedmaßen ständig frei hat. Sie wurde mangeks fossiler Überlieferung sofort kritisiert und es wurde dargelegt, dass monogame Primaten in der Regel keinen unterschiedlichen Entwicklungen durchlaufen. Das sei bei Polygamie zu erwarten, was auch erklärt, warum Australopithecus afarensis-Männer fast doppelt so schwer waren, wie die Mädels. Außerdem lebten sie in größeren Gruppen, was ebenfalls nicht zu monogamen Wesen passt.
  • Die Wat-Theorie erklärt die Zweibeinigkeit aus dem Waten in niedrigem Wasser, z.B. zum Muschelsammeln oder Fischfang. So kann man auch heute Bonobos, Flachlandgorillas und Nasenaffen dabei beobachten.
Ja, keine dieser Theorien ist belegt oder überhaupt aus dem Status einer Hypothese hinaus entwachsen. Aber es zeigt, dass es durchaus Ansätze und Ideen dazu gibt. Es lässt sich zumindest nicht einfach weglächeln.

Auf die Sprachentwicklung gehen wir als nächstes ein.

Quellen:

#1 - Rolf M. Quam et al.: Early hominin auditory ossicles from South Africa. In: PNAS. Band 110, Nr. 22, 2013, S. 8847-8851, doi:10.1073/pnas.1303375110

#2 - Carol V. Warda et al.: Thoracic vertebral count and thoracolumbar transition in Australopithecus afarensis. In: PNAS. Band 114, Nr. 23, 2017, S. 6000-6004, doi:10.1073/pnas.1702229114

#3 - Zur Übersicht siehe: W. E. H. Harcourt-Smith, Leslie C. Aiello: Fossils, feet and the evolution of human bipedal locomotion. In: Journal of Anatomy. Band 204, Nr. 5, 2004, S. 403-416, doi:10.1111/j.0021-8782.2004.00296.x, PMC 1571304 (freier Volltext).

#4 - Winfried Henke, Hartmut Rothe: Stammesgeschichte des Menschen. Springer Verlag, Berlin 1999, S. 55

#5 - Peter J. Fernández, Carrie S. Mongle, Louise Leakey et al.: Evolution and function of the hominin forefoot. In: PNAS. Band 115, Nr. 35, 2028, S. 8746-8751, doi:10.1073/pnas.1800818115.

#6 - Mary Leakey et al.: Pliocene footprints in the Laetoli beds at Laetoli, northern Tanzania. In: Nature. Band 278, 1979, S. 317-323, doi:10.1038/278317a0

#7 - Leoni Georgiou et al.: Evidence for habitual climbing in a Pleistocene hominin in South Africa. In: PNAS. Online-Vorabveröffentlichung vom 30. März 2020, doi:10.1073/pnas 1914481117.
Evidence of fossil hominin locomotion. Auf: eurekalert.org vom 30. März 2020.

#8 - Carol V. Ward, William H. Kimbel und Donald C. Johanson: Complete Fourth Metatarsal and Arches in the Foot of Australopithecus afarensis. In: Science. Band 331, Nr. 6018, 2011, S. 750-753, doi:10.1126/science.1201463

#9 - "The Ileret prints show that by 1.5 Ma, hominins had evolved an essentially modern human foot function and style of bipedal locomotion." Matthew R. Bennett et al.: Early Hominin Foot Morphology Based on 1.5-Million-Year-Old Footprints from Ileret, Kenya. In: Science. Band 323, 2009, S. 1197-1201, doi:10.1126/science.1168132. - In: New Scientist vom 23. Mai 2009, S. 24, wies Richard Leakey darauf hin, dass die Zuordnung der Spuren zu Homo erectus nicht zwingend sei, da zur gleichen Zeit und in den gleichen afrikanischen Biotopen auch Paranthropus boisei und Homo habilis vorkamen.
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Wir erschießen Wildtiere, weil diese sich unkontrolliert vermehren, wenn keine Raubtiere da sind und die Wälder schädigen. Und wenn sich Wölfe wieder ansiedeln, erschießen wir die auch, weil sie sonst andere Tiere fressen. Klingt nach einem super Marketingkonzept für Munitionshersteller, aber nicht wirklich durchdacht.
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