Evolution oder Schöpfung




Religion, Esoterik, Verschörungstheorien und andere Dinge.

Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Mo 12. Feb 2018, 21:05

Wissenschaft irrt sich auch! - Teil 2: Christoph Kolumbus (Die Erdscheibe 2.0)

Wir hatten ja bereits herausgestellt, dass die Kugelgestalt der Erde die vorherrschende Lehrmeinung gebildeter Schichten war, seit die antiken Griechen geometrische Gedankenexperimente darüber machten und auch die Araber mathematische Modelle aufstellten.


(Übersetzung: 1492: Das Jahr in dem Ureinwohner Amerikas den herumirrenden Kolumbus fanden.)

Bleiben wir jedoch kurz bei jenem, den man den Wagemut nachsagt, überhaupt nach Westen zu segeln, um den Menschen zu beweisen, dass man am westlichen Horizont nicht einfach von der Scheibe fällt.
Kolumbus war ja bekanntlich jener Seefahrer (italienischer Herkunft, aber in kastilischen Diensten), der 1492 Amerika entdeckte, als er einen neuen Seeweg nach "Indien" suchte, ein Name der damals für ganz Südostasien und auch China galt. Gelandet ist er dabei zuerst auf den Bahamas. Erst auf seiner vierten Reise betrat er im heutigen Honduras das amerikanische Festland. Kolumbus hatte nicht bemerkt, dass es sich um einen bis dahin unbekannten Kontinent handelte. Diese Auffassung vertrat erst Amerigo Vespucci, nach dem die Neue Welt schließlich Amerika genannt wurde.
Über die Beringstraße kamen die Vorfahren der Indianer aber bereits Jahrtausende vor ihm an und auch Leif Eriksson war 500 Jahre vor ihm hinterm großen Teich auf Land gestoßen.


(Übersetzung: Was für eine hübsche kleine Welt. Es wäre doch eine Schande, wenn sie jemand entdecken würde.)[size]

Aus dem Nachlass des verstorbenen Schwiegervaters seiner ersten Frau Filipa - der Verblichene war Bartolomeu Perestrelo, Gouverneur der Insel Porto Santo bei Madeira - studierte Kolumbus Seekarten, Logbücher und Papiere. Ungefähr zu dieser Zeit muss er begonnen haben, sich intensiv mit einer Seeroute nach Süd- und Ostasien zu beschäftigen.
Wozu aber dieser Umweg? Seit etwa Mitte des 14. Jahrhunderts zwängte sich das Osmanische Reich zwischen Europa und den Osten. Die Landwege standen nicht mehr offen, für Luxusgüter mussten hohe Zölle gezahlt werden. Die Portugiesen versuchten das Problem zu umgehen, indem sie eine Seeroute nach Indien südostwärts um Afrika herum suchten. Dabei erkundeten sie große Teile der afrikanischen Küste. Vasco da Gama kam 1498 auf diese Weise tatsächlich nach Indien.
Kolumbus entdeckte für sich jedoch um 1480 die Idee einer Westroute nach Ostasien wieder, die auf Aristoteles zurückging. Für dessen Zeitgenossen war jenseits der Säulen des Herakles (die Felsen von Gibraltar, die Herakles mit dem Schwert gespalten haben soll) nur ein riesiges Meer, welches man nach Poseidons Sohn Okeanos nannte, wovon das heutige Wort Ozean (engl. Ocean) stammt. Dahinter finden sich nur noch die Haine der Hesperiden und der Titan Atlas, der zur Strafe für seine Mithilfe beim Krieg der Titanen gegen die Götter des Olymp alle Tage den Himmel tragen muss (nach ihm ist das Atlasgebirge benannt).
Aristoteles hatte aber behauptet, man könne den Ozean zwischen den Gibraltar und Asien innerhalb weniger Tage überqueren. Andere Gelehrte teilten die Theorie, unter anderem Pierre d’Ailly (1350–1420). Auch Roger Bacon hatte im 13. Jahrhundert unter Berufung auf Seneca, Plinius und Aristoteles angenommen, dass Indien von Spanien auf dem westlichen Seeweg erreichbar wäre. Kolumbus war also nicht nur der erste, der eine solche Route für möglich hielt, er besaß auch ein Exemplar der Imago Mundo, ein von Pierre d'Ailly 1410 verfasstes astronomisches und geographisches Buch. Dieses hatte Kolumbus mit zahlreichen Anmerkungen versehen. 1474, also 18 Jahre vor der Entdeckung, war er sich bereits völlig sicher, dass man westwärts Indien erreichen kann und brachte dies in zwei Briefen an Paolo dal Pozzo Toscanelli zum Ausdruck. Er hatte auch eine Abschrift des Reiseberichts Il Milione von Marco Polo und könnte auf eigenen Reisen, die er nach England unternahm, auch von den Fahrten der Wikinger nach Nordamerika gehört haben. Er selbst war aber nie in Island, wo Leifs Vater Erik, der Rote, seine Gründung errichtete, von der aus Leif seine Fahrten machte. Anzunehmen ist, dass Kolumbus auch den seit dem Mittelalter populären mythischen Reisebericht Navigatio Sancti Brendani über eine Westfahrt des irischen Mönches Brendan kannte.

Aber über Schriften und Überlegungen hinaus gab es auch weitere Indizien für eine Landmasse westlich des Ozeans. Nach einem Sturm abgetrieben, fand ein portugiesischer Kapitän weit im Westen ein fremdartiges, sehr rotes Stück Holz (Brasilholz), das augenscheinlich bearbeitet worden war. Weitere Hölzer und fremde Pflanzen wurden an die Küsten Madeiras und Porto Santos gespült. Schließlich gab es Gerüchte, dass auf Flores (Azoren) zwei Leichen fremdartigen Aussehens aus dem Westen angespült worden waren. Kolumbus erfuhr von diesen Indizien während seines Aufenthalts auf Porto Santo, als er sich mit Seeleuten unterhielt und die Papiere seines Schwiegervaters Bartolomeu Perestrelo las, unter denen sich auch sogenannte Roteiros (geheime Logbücher portugiesischer Seefahrer) befanden, die ihm Aufschluss über Strömungen und Winde des Atlantiks gaben und so bei der Ausarbeitung seines Plans hilfreich waren.
In seinen Lobüchern zur ersten Fahrt findet sich folgender Abriss, die zeigten "dass die Westwinde [die für eine Rückreise mit damaligen Segelschiffen nötig waren] das ganze Jahr über in den höheren Breiten wehen und ebenso verläßlich sind, wie die Ostwinde [auf der Breite der Kanaren], nur dass sie aus der entgegengesetzten Richtung wehen". Man müsste für günstige Westwinde also erst südlich die Kanarischen Inseln ansteuern und dann nach Westen drehen. Auch heutige Segelschiffer nutzen diese Erkenntnisse.

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(Übersetzung Bild 1: Flacherdler denken so.
Übersetzung Bild 2: Wenn die Erde flach wäre, hätten Katzen schon längst alle Dinge runter geschmissen.)

Über die Kugelgestalt der Erde, Voraussetzung für eine Westroute nach Indien, gab es keine ernsthaften Debatten, auch keine Einwände von Seiten der Kirche. Zwar thematisieren einige Schriften auch eine Scheibenerde oder andere Formen, sie hatten aber auf die Akzeptanz der Idee einer Westroute nach Ostasien keinen Einfluss.
Die Problematik lag eher im vermuteten Abstand: Seit dem antiken Gelehrten Ptolemäus nahm man allgemein an, dass die bewohnte Welt 180° der Erdbreite einnahm, die restlichen 180° also noch unbekannt waren. D’Ailly dagegen kalkulierte mit 225° Ausdehnung der eurasischen Landmasse, was Kolumbus übernahm. Tatsächlich sind es etwa 130°. Da er zudem für die Entfernung zwischen den Längengraden eine zu kleine Zahl annahm, erhielt er einen Abstand von unter 4.500 km zwischen den Kanaren und Japan (tatsächlich landet man da erst in der Karibik oder New York). Der wirkliche Abstand beträgt fast 20.000 Kilometer. Doch aufgrund seiner falschen Zahlen hielt Kolumbus die von ihm später entdeckten Inseln in der Karibik für dem chinesischen Festland vorgelagerte Inseln südöstlich von Cipango (Japan). Die Inseln lagen ungefähr dort, wo auch die ihm bekannte Toscanelli-Karte von 1474 zahlreiche Inseln südöstlich von Cipango verzeichnete.

Zur Durchführung seines Plans benötigte Kolumbus Unterstützung eines Staates oder Staatsoberhauptes. Die Experten des portugiesischen Königs Johann II. lehnten die detailliert ausgearbeitete Pläne einer Expeditionsfahrt 1484 als undurchführbar ab. Die Distanzen seien weitaus größer (was ja sogar stimmt). 1485 hoffte er bei dem Königspaar Ferdinand II. von Aragón und Isabella I. von Kastilien Anklang zu finden. Deren Verwalter und Schatzmeister Santa Hermandad Alonso de Quintanilla war bei einer Vorstellung 1486 am Hof von Cordoba sofort hellauf begeistert. Aber ein zur Prüfung seiner Pläne eingesetztes Komitee lehnte die Idee zwar als unpraktikabel ab. Kolumbus wurde dennoch stetiger Begleiter des Hofes und ab und an aus der königlichen Kasse unterstützt, um nicht abgeworben zu werden. Der einflussreiche Kardinal Pedro González de Mendoza, dessen Bekanntschaft Kolumbus gemacht hatte, verschaffte ihm eine erste Audienz bei Königin Isabella, die aber noch keinen Erfolg brachte. Die Reconquista (die Rückeroberung der iberischen Halbinsel von den Mauren) beschäftigte das Königspaar aber deutlich mehr als die Pläne des Seefahrers. 1488 erhielt er wieder eine Einladung des portugiesischen Königs Johann II., doch erneut gab es keine Einigung. Als Kolumbus in Lissabon bei seinem Bruder Bartolomeo überwinterte erlebte er auch die Rückkehr von Bartolomeu Diaz nach Lissabon, der Ende Dezember 1488 von seiner Umsegelung der Südspitze Afrikas zurückkehrte (ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer Seeroute nach Indien).


(Übersetzung: Kolumbus: Ich habe Amerika entdeckt. Indianer: Ha, Repost.)

1491, erneut von einer spanischen Kommission abgelehnt, entschloss sich verzweifelt, nach Frankreich zu gehen. Im Kloster La Rábida hielten ihn der Mönch Juan Perez, Beichtvater von Isabella, und der Arzt Garcia Hernandez zurück. Perez schrieb der Königin einen eindringlichen Brief und erreichte so, dass Kolumbus an den Hof zurückgerufen wurde. Kolumbus kam gerade rechtzeitig in Granada an, um die Kapitulation des Maurenfürsten Muhammad XII. (auch Boabdil) am 2. Januar 1492 mitzuerleben.
Diesmal scheiterten die Verhandlungen an den außergewöhnlich hohen Forderungen von Kolumbus, der den erblichen Titel eines Admirals des Ozeans und des Vizekönigs über die von ihm entdeckten Gebiete und ein Zehntel an den zu erwartenden Einnahmen wertvoller Metalle beanspruchte. Laut seiner Behauptung hätte Frankreich ein besseres Angebot zugesagt und so entschloss sich die Königin auf Drängen verschiedener Personen doch auf die Forderungen einzugehen. Am 17. April 1492 war alles vertraglich geregelt.

Kolumbus unternahm in den folgenden Jahren vier Entdeckungsreisen im Auftrag der kastilischen Krone.
Kolumbus stach am 3. August 1492 zur ersten und berühmtesten Fahrt mit seinem Flaggschiff, der Karacke Santa Maria, sowie den beiden Karavellen Niña und Pinta von Palos de la Frontera bei Huelva aus in See. Die Reise ins Ungewisse schürte große Angst. Beinahe jedes ungewöhnliche Naturschauspiel wurde von der Mannschaft als schlechtes Omen interpretiert (z. B. die Rauchwolken des 1492 aktiven Vulkans Teide, Teneriffa). Von Tag zu Tag wurde das Ausbleiben einer Küste am Horizont unheimlicher.

Der 13. September scheint besonders kritisch gewesen zu sein, als die Kompassnadel immer mehr von Norden abwich. Da der Wissenschaft zur damaligen Zeit der Magnetismus der beiden Erdpole und die Deklination nicht bekannt war, hielt die Mannschaft das Abweichen der Nadel für einen Beleg, dass man in ein Gebiet vordringe, in dem die Grundgesetze der Natur nicht mehr gälten. Dass selbst der Kompass nicht mehr helfen konnte, sich genau zu orientieren, versetzte die Seeleute in Unruhe. Als die Mannschaft eine Umkehr zurück nach Europa gerade gewaltsam erzwingen wollte, erschien laut Kolumbus ein Vogel über dem Schiff. Kolumbus beschwor daraufhin die Mannschaft, an der Weiterfahrt festzuhalten, da sich ein Vogel nie mehr als 100 Meilen weit von einem Ufer entferne, wovon sich die Matrosen schließlich überzeugen ließen. Zudem bekam man in den darauf folgenden Tagen immer mehr Anzeichen von Küstennähe zu sehen, beispielsweise Äste von Bäumen und Pflanzen. Dennoch dauerte es noch einen ganzen Monat, bis ein Matrose im Ausguck Land verkünden konnte.

Am 12. Oktober 1492 erreichten die Schiffe die Neue Welt. Kolumbus ging auf einer Insel der Bahamas an Land, die von den Einheimischen Guanahani genannt wurde. Er gab ihr den Namen San Salvador (spanisch für "Heiliger Retter", #1). Wie man im Bordbuch seiner ersten Reise im Eintrag zum 21. Oktober nachlesen kann, glaubte Kolumbus sich damals südlich von Cipango (Japan) und wollte auf direktem Wege nach Westen die Stadt Quinsay an der Ostküste Chinas erreichen. Er schrieb: "Dort werde ich dem großen Khan die Briefe Eurer Majestät überreichen, um eine Antwort ersuchen und damit zurückkehren."
La Isla Española, latinisiert zu Hispaniola, wurde die erste Kolonie des Königreichs in der Neuen Welt und Kolumbus ihr Gouverneur und Vizekönig. Erste Begegnungen mit dem indigenen Volk der Arawak verliefen friedlich.
Am 16. Januar 1493 machte Kolumbus sich mit beiden verbliebenen Schiffen (die Santa Maria setzt Weihnachten 1492 auf einer Untiefe auf und deren Reste wurde zum Bau der ersten Festung La Navidad verwendet) auf den Weg zurück nach Europa. Einen Teil seiner Mannschaft ließ er wegen des Schiffbruchs als Bewohner der Kolonie La Navidad zurück. Die Zurückgebliebenen gerieten jedoch bald untereinander in Streit. Sie verteilten sich über die Insel, versklavten und töteten zahlreiche Indios und wurden letztlich alle, wahrscheinlich durch Gegenwehr der Indios und eigene Streitereien, getötet. Kolumbus geriet im Bereich der Azoren in fürchterliche Stürme, bei denen er den Kontakt zum zweiten Schiff Pinta verlor. Er erreichte mit der Niña am 4. März Lissabon und setzte die Reise von dort nach Palos fort, wo er am 15. März anlegte. Zufällig erreichte auch die Pinta am gleichen Tag Palos.


(Damit ich es richtig verstehe: Ihr habt Angst, dass Neuankömmlinge nach Amerika kommen, dich töten und sich alles unter den Nagel reißen?)


Kolumbus wurde daraufhin auf einem Triumphzug durch Spanien gefeiert. Seine Privilegien wurden bestätigt, und Papst Alexander VI. bestätigte das Anrecht Kastiliens auf entdeckte und zu entdeckende Gebiete westlich des Längengrades von 100 spanischen Meilen westlich der Kapverden (ein Jahr später wurde diese Aufteilung im Vertrag von Tordesillas modifiziert und von Portugal anerkannt).

Die zweite Reise (September 1493 - Juni 1496) galt der Sicherung der entdeckten Gebiete, sowie der weiteren Eroberung für Kastilien und die Suche des erhofften Goldlandes, dem eigentlichen Ziel der Expedition. Auf dieser Reise nahm er Indianer als Sklaven, die nach dem Gold suchen sollten. Dies wurde vom kastilischen Königspaar nicht toleriert, da sie in den Indios künftige Mitchristen sahen. Von 550 nach Europa verschifften Sklaven wurden all jene freigelassen, die die Überfahrt überlebten (etwa die Hälfte) und zurück gebracht.

Die dritte Reise (Mai 1498 - November 1500) führte ihn etwas südlicher. Er entdeckte Trinidad und Tobago und sichtete den nördlichen Mündungsarm des Orinoco und damit erstmals den amerikanischen Kontinent. Da heimkehrende Siedler Kolumbus beschuldigten, die Kolonien nicht im Griff zu haben, wurde er im Mai 1499 als Gouverneur abgesetzt und stattdessen Francisco de Bobadilla ernannt, der die Kolonie am 23. August 1500 erreichte. Kolumbus und sein Bruder, der zwischenzeitlich die Verwaltung von Hispaniola übernehmen sollte, wurden in Ketten heim gebracht, dort aber wieder vom Königspaar begnadigt. Die Ämter bekam er nicht zurück und sein Ruf war verwirkt. Zudem hatte Vasco da Gama 1498 auf einer Südroute um Afrika herum den ersehnten Seeweg nach Indien entdeckt, womit die Portugiesen den Wettlauf gewonnen hatten.

Die vierte Reise (Mai 1502 bis November 1504) wurde wieder durch Ferdinand von Aragón und Isabella von Kastilien genehmigt und budgetiert. Kolumbus nahm seinen Sohn Fernando mit. Kolumbus erkundete die mittelamerikanische Festlandküste zwischen Honduras und Panama. Am 14. August 1502 betrat er bei Kap Honduras erstmals amerikanisches Festland. Er wollte beweisen, dass es dort eine Passage nach China gäbe.
Als Columbus und seine Mannschaft auf Jamaika strandeten, überlebten sie hauptsächlich durch Handel mit den Eingeborenen. Als die Spanier einige Einheimische beim Handel übervorteilten, stellten die Insulaner den Handel ein.
Kolumbus wusste als erfahrener Astronom, dass es am 29. Februar 1504 eine vollständige Mondfinsternis geben würde. Den Indigenas sagte er, dass die Götter ihr Verhalten verärgere und er ihnen deshalb den Mond rauben würde. Als die Finsternis dann tatsächlich begann, versprachen die aufgeregten Eingeborenen den Handel wieder aufzunehmen, wenn ihnen nur der Mond zurückgegeben würde. Kolumbus zeigte sich spendabel und "beendete" die Verfinsterung.
Nach Kämpfen mit Indigenas und einer Meuterei verbrachte Kolumbus aufgrund der lecken Schiffe rund ein Jahr in der Festung Jamaika, bevor er - von den Strapazen erkrankt - nach Spanien zurückkehrte.
Die letzten Lebensjahre verbrachte er zurückgezogen und von der Öffentlichkeit unbeachtet, aber überzeugt, eine Route auf dem Seeweg zum chinesischen Teil des indischen Festlandes (las Indias) gefunden zu haben.

#1 - Unter Wissenschaftlern umstritten ist die Frage, ob die heutige Insel San Salvador, die diesen Namen 1926 erhielt, identisch mit der von Kolumbus entdeckten ist.

Weiterführende Informationen zu den Reisen des Kolumbus:
The Voyage of Christoph Columbus
https://archive.org/details/voyageofchristop017278mbp/voyageofchristop017278mbp
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Mi 14. Feb 2018, 17:58

Interaktionsmodelle - Das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Religion

Um die verschiedenartigen Verhältnisse zwischen Wissenschaft und Religion besser einordnen zu können, erarbeiteten verschiedene Forscher Interaktionsmodelle, so die vier Beziehungsmodelle Konflikt, Kontrast, Kontakt, Konfirmation von John Haught, die acht Modelle von Ted Peters, die in vier Konfliktmodelle und vier Kooperationsmodelle geteilt werden. Auch Ian Barbour spricht von vier Modellen. Diese Interaktionsmodelle ermöglichen eine wissenschaftlichere Fokussierung der vielfältigen Beziehungen, anstelle der öffentlichen Wahrnehmung, die sich lediglich auf die medienwirksame Konfliktmodelle konzentriert.

Konflikt- / Konfrontationsmodell
Ein Konfliktmodell entsteht aus einer Haltung, die entweder Naturwissenschaft oder Religion ausklammern oder vereinnahmen will. Solche Modelle führen oft zu heftigen Konflikten.

Naturwissenschaftlicher Materialismus: Diese Sichtweise vertritt die Ansicht, dass die materielle Welt die einzig existierende Wirklichkeit sei (Reduktionismus) und allein von der modernen Naturwissenschaft methodisch korrekt untersucht werde. Der transzendenten Wirklichkeit der Religion wird dabei häufig jede Existenzberechtigung abgesprochen. Vertreter dieser Richtung sind der Astrophysiker Stephen Hawking (*1942) oder der Biologe Richard Dawkins (*1941).

Naturwissenschaftlicher Imperialismus: Im Zusammenhang mit religiösen und spirituellen Erscheinungen und Erfahrungen, wie z.B. Gotteserfahrungen, werden mit Hilfe der Naturwissenschaft Hypothesen formuliert und überprüft. Gott wird in diesem Modell zum Teil anerkannt, erfüllt aber manchmal auch die Rolle eines "Lückenbüßergottes", mit dessen Hilfe naturwissenschaftlich Unerklärbares, z.B. Unendlichkeit, „erklärt“ werden soll. Zu dieser Richtung gehört der Inder Gopi Krishna (1903-1984), der die Biologie auffordert, die Phänomene der Kundalini-Erweckung naturwissenschaftlich zu erforschen. Hierher gehören auch Versuche und Diskussionen, Religion zumindest abstrakt als Stufe der psychischen oder sozialen Entwicklung der Menschheit einzuordnen. Viele klassisch religiöse Begriffe wie z.B. Ewigkeit sind in der Naturwissenschaft nicht definiert und somit nicht Gegenstand der Forschung.

Kirchliche Autorität: Lange Zeit beanspruchte der Vatikan das Recht, das letzte Wort auch im Bereich des naturwissenschaftlichen Wissens zu haben. Zwar erlaubte er früher diesbezügliche Forschungen, schritt aber bei Fragen, die direkt den Wahrheitsgehalt der Bibel oder die Autorität der Kirche in Frage stellen könnten, mehrmals "korrigierend" ein. Bekannte "Fälle" sind Galileo Galilei und der Darwinismus. Diese kirchliche Haltung hat später, v.a. seit dem auslaufenden 19. Jahrhundert und bis heute, seitens mancher naturwissenschaftlichen Vertreter auch zur Ablehung oder sogar zur Auflehnung gegen religiöse Erklärungsmodelle bezüglich der göttlichen bzw. transzendenten Wirklichkeit geführt.

Religiöser Fundamentalismus: Im frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich in den USA der religiös-fundamentalistische Kreationismus, der noch heute den naturwissenschaftlich begründeten Darwinismus kritisiert, wodurch ein breites Konfliktpotential entstand, besonders in Nordamerika und Australien. Eine "sanftere" Sichtweise spricht von Intelligent Design, das in der Natur zu erkennen sei und auf einen intelligenten Urheber verweise.

Kontrast- / Koexistenzmodell
Das Koexistenzmodell oder Modell der "Zwei Sprachen" betrachtet Naturwissenschaft und Religion als zwei unabhängige verschiedene Sichtweisen, die sich ergänzen, aber nicht direkt in Übereinstimmung gebracht werden können. Hiernach ist Naturwissenschaft für die Erklärung der realen materiellen Welt zuständig, Religion aber für die transzendentale Wirklichkeit, wobei beide nötig sind, wie der Physiker Albert Einstein (1879-1955) formulierte: "Naturwissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Naturwissenschaft ist blind." (Science without religion is lame, religion without science is blind.).
Hans Küng spricht vom Komplementaritätsmodell und fordert, dass "alle illegitimen Übergänge vermieden werden und alle Verabsolutierungen abglehnt werden". Theologen und Naturwissenschaftler sollten sich gegenseitig kritisch hinterfragen, um so Fehlinterpretationen zu revidieren.

Dialogmodell
Bei Dialogmodellen überschneiden sich Fragen der Naturwissenschaft und der Religion an mehreren Punkten. Fragestellungen werden demnach aus der Sicht der Naturwissenschaft und aus der Sicht der Religion untersucht und die Ergebnisse gegeneinander abgewogen. Dieses Modell von Interaktion zwischen Wissenschaft und Religion ist allgemein wenig verbreitet, gewinnt aber in der Ethikfrage, die sich heute aufgrund des immer größeren Ressentiment weiter Bevölkerungsteilen bezüglich Nuklear- und Gentechnologie, breit macht, an Bedeutung.

Integrationsmodell
Das Integrationsmodell beschreibt neue Ansätze, moderne Erkenntnisse der Naturwissenschaften mit religiösen oder spirituellen und sogar – aber von der Religion meist abgelehnten - esoterischen Meinungen zu vereinen. So gibt es Modelle, die besagen, dass die Schöpfungsgeschichte des 1. Buch Mose (Licht > Pflanze > Tier > Mensch) und der Darwinismus sich gegenseitig bestätigen würden. Besonders in der New Age-Bewegung werden immer wieder neue Modelle entworfen, die Naturwissenschaft und Religion/Spiritualität als ein harmonisches Gebilde zusammenbringen versuchen.
Dem Integrationsmodell zugeordnet werden auch die Evolutionstheologie von Teilhard de Chardin (1881-1955) und die Prozessphilosophie von Alfred North Whitehead (1861-1947).
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Früher war alles besser? Heute sorgt in Deutschland die Allgemeinheit dafür, dass alle Wohnung oder Kleidung haben. Die Wohlhabenden geben 50% ihres Einkommens dem Staat, zahlen 80% der Einkommenssteuer, den größten Teil der Körperschafts- und Unternehmenssteuern, sowie einen überproportional hohen Anteil der Umsatzsteuer und sichern so die Grundversorgung der Armen. Kennt jemand eine Ära, in der es mehr Gerechtigkeit gegeben hätte?
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Fr 23. Feb 2018, 10:54

Was ist Humanismus und wovor hat der Gläubige Angst?

Humanismus ist eine seit dem 19. Jahrhundert gebräuchliche Bezeichnung für verschiedene, teils gegensätzliche geistige Strömungen in diversen historischen Ausformungen, unter denen der Renaissance-Humanismus begriffsbildend herausragt. Gemeinsam ist ihnen eine optimistische Einschätzung der Fähigkeit der Menschheit, zu einer besseren Existenzform zu finden. Es wird ein Gesellschafts- und insbesondere Bildungsideal entworfen, dessen Verwirklichung jedem Menschen die bestmögliche Persönlichkeitsentfaltung ermöglichen soll. Damit verbindet sich Kritik an bestehenden Verhältnissen, die aus humanistischer Sicht diesem Ziel entgegenstehen. Hinsichtlich der konkreten Inhalte bestehen zwischen den einzelnen Humanismuskonzepten große Unterschiede, die sich aus der Verschiedenheit der anthropologischen Grundannahmen ergeben.

Wie Hubert Cancik (Herausgeber des Buches Humanistische Grundbegriffe) beschreibt, ist Humanismus ein "offenes System", dessen "Bestimmungsstücke sehr verschiedenartig sind und keine widerspruchsfreie, abgeschlossene Totalität bilden". So ist Humanismus unter anderem ein "pädagogisches Programm", "ein Teil der antiken und modernen Aufklärung", aber auch "die Grundlage für die Menschenrechte/Menschenwürde und für [h]umanitäre Praxis". Sicher ist es "keine Religion, auch keine "Ersatzreligion" ".

Paul Kurtz erläutert sein Konzept eines säkularen, sozial engagierten Humanismus, der auf einem kritischen wissenschaftlichen Zugang zur Welt basiert: "Das Besondere am Humanismus als Eupraxophie ist, das er die Methoden objektiver Forschung auf alle Lebensbereiche ausdehnen möchte, einschließlich aller religiösen, philosophischen, ethischen und politischen Belange." Dieser auf Erfahrung beruhende Ansatz ist sich der (sich erweiternden) Grenzen wissenschaftlicher Forschungen bewusst. Zudem gibt er nicht den Versuch auf, eine zusammenfassende Sicht geben zu wollen. Zwar gibt es "gegenwärtig keine umfassende Theorie des Universums. Nichtsdestotrotz haben wir kaleidoskopartige Bilder der Natur, die eine wissenschaftliche Grundlage besitzen." Er geht von einem "allgemeinen moralischen Anstand" aus, da "tief verwurzelt in unserer Geschichte als soziobiologische Wesen unsere Möglichkeiten zum moralischen Verhalten angelegt sind". Statt auf "messianische Ideale" setzt er auf Skeptizismus.

Zwar stellen Konfessionslose in Deutschland auf 36 Prozent, aber ein gemeinsames Subjekt bildet sich nicht. Dennoch sind es bisher meist nur "Nichtse". Menschen ohne Religionszugehörigkeit sind von der Forschung bislang weitgehend unbeachtet geblieben. Zudem haben frühere Untersuchungen Menschen mit konfessionsfreien oder areligiösen Lebensauffassungen vor allem über ein vermeintliches "Fehlen" von Religiosität identifiziert. Psychologin Tatjana Schnell leitete eine international vergleichende Studie mit dem Titel "Konfessionsfreie Identitäten" in fünf europäischen Ländern, um dieses Bild etwas gerade zu rücken. Im Rahmen der Studie, die erstmals eingehender die lebensweltlichen Identitäten von Menschen ohne Konfessionszugehörigkeit untersucht, fand bis Ende Dezember 2016 erzeit eine Online-Befragung statt, die sich an Konfessionsfreie richtet und in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie in den Niederlanden und Dänemark durchgeführt wird. Neben Schnell (Uni Innsbruck) sind Wissenschaftler von den Universitäten Leiden und Kopenhagen sowie der Universität für Humanistik im niederländischen Utrecht an der Studie beteiligt.
Das bisherige Bild der Konfessionslosen ist das jener, die sich mit nichts identifizieren, die die sich nicht in den vorgegebenen Identifikationsmöglichkeiten wie Christentum, Islam, Judentum, Buddhismus oder anderen wiederfinden. Auch über das persönliche Erleben der konfessionsfreien Menschen in den verschiedenen Ländern ist noch nichts bekannt. Stehen Wohlbefinden und Gesundheit von Konfessionsfreien mit gesellschaftlicher Anerkennung in Verbindung? Geht eine fehlende Anerkennung auch mit erlebten Vorurteilen und Benachteiligungen einher?

Es liegt im Diskurs mit der gesellschaftlichen Masse auch folgende schwierigere Fragestellung zugrunde: Sollten nichtreligiöse Eltern ihren Kindern religiöse Toleranz vermitteln, indem sie sie an religiöse Dogmen und Legenden heranführen, an die sie selbst nicht glauben?
In "Relax, It’s Just God" geht Autorin Wendy Thomas Russell potentielle Probleme folgendermaßen an: "Angesichts des säkularen Booms in Amerika ist es vielleicht nicht die Religion, über die wir uns Sorgen machen sollten; vielleicht ist es Bigotterie. Als Eltern, die an vorderster Front dieses großartigen Wandels stehen, haben wir die Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass Ungläubigkeit nicht dazu führt, abfällige, herablassende oder verächtliche Kommentare über Menschen zu machen, die keine Bedrohung für uns darstellen. Sich selbst und die eigenen Vorurteile zu kennen, den inneren Zorn zu unterdrücken und ein bisschen Demut zu bewahren, sind die entscheidenden ersten Schritte."

Religiöse Personen bemühen gern den Verweis auf praktizierten Kommunismus und die Nazi-Diktatur, um Folgen des Fehlens von Gottglauben zu verdeutlichen. Es ist ein Scheinargument, denn den Christ verbindet im Grunde mehr mit dem Muslim, als Hitler mit mir. Denn der einzige übereinstimmende, weltanschauliche Punkt ist das Nicht-Glauben an Gott. Wobei auch das Blödsinn ist, war Hitler doch Katholik. Doch es verfehlt die Wirkung nicht, da Atheisten und andere säkularisierte Gruppen immernoch kritisch beäugt. Aber warum eigentlich?

Psychologen von der kanadischen University of British Columbia haben sich mit der Frage befasst, ob und warum Atheisten oder anderen Menschen ohne Glauben an vorherrschende Religionen ein besonderes Misstrauen entgegengebracht wird. "Wo es religiöse Mehrheiten gibt - und das ist in weiten Teilen der Welt der Fall - gehören Atheisten zu den am wenigsten vertrauenswürdigen Personen", so Will Gervais, eine der Autorinnen der Studie mit dem Titel "Do You Believe in Atheists? Distrust is Central to Anti-Atheist Prejudice", die November 2011 im Fachblatt Journal of Personality and Social Psychology veröffentlicht wurde. Da es ungefähr eine halbe Milliarde Atheisten auf der Welt gebe, seien von diesem Vorurteil auch eine Menge Menschen betroffen. Die Antipathien sind auch deshalb verblüffend, da Atheisten keine kohärente, sichtbare oder machtvolle soziale Gruppe sind.
Die Forscher haben im Rahmen von insgesamt sechs Studien 350 amerikanische Erwachsene und rund 420 Studierende in Kanada befragt. In einer Untersuchung sollten Probanden vertrauensunwürdige Personen beurteilen. Dabei verorteten sie Atheisten auf der Skala des Misstrauens auf einer ähnlichen Stufe wie Vergewaltiger. In einer früheren Umfrage hatte sich zudem herausgestellt, dass nur 45 Prozent der Amerikaner für einen nichtreligiösen Präsidenten, sofern er ausreichend gut für das Amt qualifiziert ist, stimmen würden. Dieser nahm damit den letzten Platz in einer Reihe von Kandidaten aus hypothetischen Minderheiten ein.
"Sichtbar gemachter Glaube könnte als Signal für Vertrauenswürdigkeit gelten, vor allem für religiöse Menschen, die an ein besseres Verhalten der Menschen im Fall des Gefühls der göttlichen Beobachtung glauben", so Ara Norenzayan als Ko-Autorin der Studie.
"Die Toren sprechen in ihrem Herzen: "Es ist kein Gott." Sie taugen nichts; ihr Treiben ist ein Gräuel; da ist keiner, der Gutes tut.
- Lutherbibel 1984, Psalm 14,1

Auch der einflussreiche britische Philosoph John Lock lehnt in seinem Brief über die Toleranz die Aufgeschlossenheit gegenüber Atheisten entschieden ab. "Letztlich sind diejenigen ganz und gar nicht zu dulden, die die Existenz Gottes leugnen. Versprechen, Verträge und Eide, die das Band der menschlichen Gesellschaft sind, können keine Geltung für einen Atheisten haben. Gott auch nur in Gedanken wegnehmen, heißt alles auflösen", so Locke.

Grundsätzlich erzeuge Gruppenkooperation Vorteile für die betreffende Gruppe, verlange von ihren Mitgliedern aber kostenintensive Investitionen. Während Erklärungsmodelle über die Gesamtfitness und gegenseitigen Altruismus die Existenz kleiner Gruppen mit gegenseitiger Bekanntschaft der Individuen erklären können, ist die Kooperation von riesigen Gruppen mit großer Anonymität zwischen den Menschen rätselhafter. Eine Reihe von Wissenschaftler argumentiere deshalb, dass Religionen diverse Mechanismen zur Förderung von Kooperation in großen Gruppen entwickelt haben, wobei soziale Kontroll- und Bestrafungssysteme auf die übernatürlichen Präsenzen ausgelagert wurden. Dementsprechend werden die weltweit "erfolgreichsten" Religionen auch von einem beobachtenden, belohnenden und strafenden Charakter gekennzeichnet.
Faktoren, die an übernatürliche Instanzen und religiöse Konzepte erinnern, erhöhen interkulturellen Forschungsergebnissen zufolge die Bereitschaft zur Freiwilligenarbeit, also weniger eigennützigem Engagement, und die Bereitschaft, auch anonymen Personen zu spenden. Das prosoziale Verhalten führe zu Erfolg bei der Verbreitung der Gruppe und dabei würden die jeweiligen Glauben mittransportiert.
Vertrauenswürdigkeit sei laut früheren Studien daher die am meisten geschätzte Eigenschaft, weil kooperatives Verhalten den Individuen vitale Vorteile verschafft und die Deserteure das System in verletzender Weise beeinflussen. Zwischen Menschen mit religiösen Glauben dient diese Religiosität als Zeichen der Vertrauenswürdigkeit. Auch Gruppen unterschiedlicher Religion sind in der Lage, die jeweils bei anderen geltenden Signale aufzugreifen und einzusetzen, weshalb etwa Mormonen auch bei Nichtmormonen aus New York als Kindermädchen beliebt sind und Sihks bei Nicht-Sihks als vertrauenswürdige Geschäftspartner gelten. In wenigen Fällen werde sogar das Bekenntnis zu einer rivalisierenden Gottheit als Zeichen der Vertrauenswürdigkeit gewertet.

Gegenüber Atheisten stelle sich die Lage anders dar. Da Glaube (insbesondere an moralisierende Gottheiten) als Signal für Vertrauenswürdigkeit verwendet wird, drücke das Fehlen nicht nur einen persönlichen Unglauben aus, sondern stelle auch das falsche Signal dar. Im Rahmen prosozialen Religionsverhaltens sei Misstrauen gegenüber Atheisten eine Schlüsselkonsequenz. In den USA glaube einer Untersuchung des Pew-Meinungsforschungszentrums zufolge fast die Hälfte der Menschen, dass Moral ohne Gottglauben unmöglich ist.
Um die ablehnende Haltung gegenüber Atheisten zu verstehen, müsse man daher fragen, als was für eine Gefahr sie betrachtet werden. Auch Ergebnisse der Wissenschaft außerhalb der Evolutionsforschung hätten gezeigt und Belege dafür geliefert, dass unter bestimmten Umständen religiöses Denken gruppeninterne Kooperation und Vertrauen erhöht. Das sei bei Atheisten nicht gewährleistet. Die Verbindung der zwei Perspektiven lege nahe, dass Misstrauen zentrales Motiv für anti-atheistische Vorurteile darstellt.
Während der durchgeführten Untersuchungen zeigte sich nun etwa, dass homosexuelle Menschen vergleichsweise zwar mehr Abscheu als Atheisten auf sich ziehen, aber weniger Misstrauen. Als Probanden in Tests vertrauensunwürdige Personen beschreiben und einschätzen sollten, wurden Christen am seltensten genannt, Muslime etwas häufiger, viele entschieden sich für die Person eines Vergewaltigers und noch mehr für einen Atheisten. Bei der Möglichkeit, eine Darstellung einer kriminellen und vertrauensunwürdigen Person als typisch für einen Juden, eine Feministin oder einen Atheisten einzuschätzen, entschieden sich die Wenigsten für die jüdische Identität, häufiger wurde eine Feministin gemutmaßt und erneut fiel die Zuordnung als Atheist besonders häufig aus.

Deutlich wurde auch, dass sich viele Teilnehmer eher für die Einbindung in soziale Ebenen aussprechen, wo großes Vertrauen keine große Rolle spielt und weniger für eine Einbindung, wenn großes Vertrauen eine große Rolle spielt. Bemerkenswert war schließlich auch, dass sogar Personen ohne konfessionelles Bekenntnis, die Gruppe der nichtreligiösen, ein großes Misstrauen gegenüber Atheisten zeige. Zudem habe sich durchgehend gezeigt, dass Misstrauen gegenüber Atheisten und das Denken an die Rolle übernatürlicher Moralinstanzen Hand in Hand gehen.
Weitere Faktoren sind für die Entstehung von Misstrauen gegenüber Atheisten denkbar, der für die Studie entwickelte Ansatz müsse nicht der einzige zur Erklärung sein. Ein Problem könnte auch sein, dass religiöse Individuen vom Glauben des anderen zu wenig wissen. Während ein Christ gegenüber einem Muslim in der Frage moralischer Normen sich mitunter ein ungefähres Bild mache könnte, bleibe man über Atheisten möglicherweise vollkommen im Unklaren.

Quellenmaterial: http://www2.psych.ubc.ca/~ara/Manuscripts/Gervais%20et%20al-%20Atheist%20Distrust.pdf
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Mo 26. Feb 2018, 10:05

Vormarsch der Kreationisten in Deutschland im Lichte eines differenzierteren Darwin

Britischer Naturforscher und anglikanischer Theologe: Charles Darwin.

Darwin war klar, dass er mit der Veröffentlichung die sogenannte „Natural Theology“ herausfordern würde, die Gottes Existenz aus Naturbeobachtungen heraus "beweisen" wollte. Für ihn war das auch selbst schlimm, da er als junger Theologe sehr lange auch selbst der "Natural Theology" von William Paley gefolgt war.
Er betonte immer und immer wieder, dass sich Evolution und Gottesglauben nicht ausschlössen, zumal ja viele seiner wissenschaftlichen Freunde und Mitstreiter, zum Beispiel der Botaniker Asa Grey oder Alfred Russel Wallace, weiterhin fröhlich gottesgläubig waren. In seinem letzten Lebensjahr war Darwin von einem Buch zur Vereinbarkeit von Gottesglauben und Wissenschaft sogar so begeistert, dass er dem jüngeren Kollegen William Graham "Fanpost" schrieb und sich ein Treffen wünschte. Dazu kam es nicht mehr. Zugleich hat er durch die Erklärung einer Entstehungsgeschichte ohne göttliches Eingreifen Wasser auf die Mühlen von Atheisten gegossen.

Darwins Ziel war offenbar keine rein naturalistische Weltsicht, sondern eine natürliche Erklärung der Entwicklungsgeschichte des Lebens. Und mehr sagt seine Theorie ja nicht aus. Die Evolutionstheorie hat also dazu beigetragen, nicht zwangsläufig ungläubig zu sein, sondern sich bewusster für oder gegen Gottgläubigkeit zu entscheiden, Gott also nicht aus Zwang oder Alternativlosigkeit zu huldigen, sondern aus eigener Motivation heraus.
Zumal Darwin seine Theorie nicht aus dem Nichts erschuf. Sogar der Bruch zwischen Beobachtungen und der wörtlichen Lesart des Schöpfungsberichtes, den 3 Weltreligionen fast gleich wiedergeben - und es konnte sich daher kaum einer anders vorstellen - war vor ihm da. Kreationisten stemmten sich ja nicht zuerst gegen eine Entwicklung der Arten, sondern gegen ein von der Geologie deutlich über 6.000 Jahren liegendem Erdalter. Was Darwin dann neu entwickelte, war eine Theorie, die auch die Entstehung des Lebens und des Menschen ohne notwendiges, göttliches Eingreifen erklären konnte.

Wir sind evolutionär so gestrickt, dass wir uns lieber mit Personen als mit Sachverhalten auseinander setzen. Obamas Gesundheitsreform? Viel zu kompliziert. Obamas Hund? Oh, super! Das gilt natürlich auch für Wissenschaftler, so dass sich um große Geister wie Darwin oder Einstein bald viele Erzählungen, Gedenktage und so weiter ranken. Aber die Debatte erschöpft sich nicht lediglich in einem Personenkult.
Es ist interessant, aber eigentlich nicht weiter verwunderlich, dass sich zwischen religiösen Kreationisten (die die Evolutionstheorie zugunsten religiöser Dogmen ablehnen) und atheistischen Ideologen eine seltsame Allianz gebildet hat: Beide Seiten wollen der Öffentlichkeit und auch sich selbst glauben machen, bei Charles Darwin habe es sich um einen Atheisten gehandelt. Weiteres Nachdenken würde sich dann erübrigen. Doch der echte, historische Darwin war sehr viel differenzierter, schrieb seitenweise nicht nur über die Fragen religiöser Wahrheit(en), sondern auch über die Evolution von Religiosität und Religionen. Charles Darwin macht es uns nicht leicht, weil er es sich selbst nicht leicht gemacht hat! "Darwinisten" könnten von diesem differenzierteren Blick wohlmöglich profitieren. Am Ende könnte ein wissenschaftlich reicheres und damit auch weniger vorurteilsbeladeneres Bild auch von Darwin stehen.

Nach heutigem Stand der Evolutionsforschung gehören religiöse Glaubensüberzeugungen und Mythen ebenso zur menschlichen Wirklichkeit wie Literatur und Musik.
Wenn Gott der Schöpfer sei, warum sollte man dann die Erforschung der Schöpfung ablehnen? Das wäre aber nur bedingt ein Argument für die Glaubenssätze der Konfessionen und ihre Wahrheitsansprüche.

Die britische Tageszeitung The Guardian berichtete 2013, dass derzeit in vier US-Bundesstaaten darüber nachgedacht wird, religiöse Interpretationen der Evolution an Schulen zu lehren. Letztlich vertreten die religiösen Kreationisten und die ideologischen Atheisten aber das gleiche Programm: Sie wollen die Menschen davon überzeugen, dass man nur entweder für Gott oder für die Wissenschaft sein könne. Das muss nicht zwangsläufig sein, auch wenn Daten eine eindeutige Sprache sprechen und Gottes Wirken in bestimmten Bereichen außen vor lassen, weil die entsprechenden Theorien auch ohne übersinnlichen Einfluss funktionieren.
Doch keiner ist rein rational, rein wissenschaftlich. Zu den durchaus beunruhigenden Befunden der Evolutionsforschung von Religion gehört, dass auch fundamentalistische Gruppen sehr erfolgreich sein können. Denken wir zum Beispiel auch an die evangelisch-baptistischen Amish, die höhere Bildung ablehnen, aber durch Kinderreichtum enorm wachsen. Dagegen haben Nichtreligiöse (zu) wenige Kinder, so dass säkulare Milieus immer wieder schrumpfen. Die Evolution selbst richtet sich ganz offensichtlich nicht nach unseren gängigen Vorstellungen von "Fortschritt". Das würde auch erklären, warum Religion nicht ausstirbt.

Doch: Evolution ist kein Glaubensbekenntnis!

2011 / 2012: "Die These von der Evolution vom Einzeller oder gar der leblosen Materie zum Menschen ist wissenschaftlich nicht verifizierbar.", erklärte das pädagogische Konzept des Verbandes evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS). Weiter hieß es dort: "Grundlage für das vermittelte Weltverständnis der Schule ist ein Universum, das in seiner Gesamtheit von dem Gott der Bibel geschaffen wurde, und das nach wie vor durch Ihn gelenkt und geleitet wird. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind vorläufig und in die biblische Weltdeutung einzuordnen." Nach kritischen Medienberichten um den Jahreswechsel 2011/2012 verschwand das Konzept aus dem Netz. Januar/Februar 2013 erschien für kurze Zeit eine Empfehlung für das Kollegium christlicher Bekenntnisschulen, in der es heißt: "eine Festlegung auf eine evolutionäre Weltsicht im Unterricht sei mit naturwissenschaftlicher Methodik nicht zu begründen." Der Logik nach fordern öffentliche Schulen ein "Glaubensbekenntnis" zur Evolution. Das ist unzutreffend: Evolution ist eine dokumentierte Tatsache und Schöpfungserzählungen sind biblische Mythen, ohne faktische Grundlage.
Das zur Orientierung der Lehrkräfte empfohlene Papier rückt die Naturwissenschaften bei "Fragen des Ursprungs" in die Rolle eines Lieferanten von "Indizien", welche in der Regel nicht eindeutig seien. Das ist falsch: Genau wie zum Beispiel die Astrophysik oder die Geologie basiert die Evolutionsbiologie auf Dokumenten sowie Experimenten. Auf Grundlage der erarbeiteten Fakten können nach dem Prinzip der historischen Rekonstruktion Ereignisse der fernen Vergangenheit, zum Beispiel das Dinosaurier-Sterben vor ca. 66 Millionen Jahren, zuverlässig rekonstruiert werden. Würde man dieser Ideologie folgen, so könnte man beliebige Glaubensinhalte, auch außer-christliche Dogmen, wie zum Beispiel die These von Kleinen grünen Männchen in unseren Körperzellen, mit wissenschaftlichen Fakten vermengen, was unsinnig ist. Es bleibt: Eine ernstzunehmende "Schöpfungslehre", die wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, gibt es nicht.

Dennoch: Umfragen zum Schöpfungsglauben in Großbritannien, Heimatland des britischen Naturforschers und Begründers der Evolutionstheorie Charles Darwin, glaubt laut Umfragen nur weniger als die Hälfte der Menschen an eine Evolution. In den USA glauben laut einer Gallup-Umfrage von 2012 nur 15 Prozent an die wissenschaftliche Evolutionstheorie. Auch hierzulande ist der Schöpfungsglaube weit verbreitet, wie eine im Auftrag der Forschungsgruppe Weltanschauungen erstellte repräsentative Umfrage 2005 herausfand: Die Entstehung des Lebens ohne Einwirken einer höheren Macht in einem natürlichen Entwicklungsprozess hielten rund 60 Prozent der Befragten für wahr, deutlich mehr als ein Drittel ging von einem biblischen Schöpfungsakt oder einer göttlich gesteuerten Entwicklung aus. Eine von der TU Dortmund 2008 durchgeführte Umfrage unter Studienanfängern zeigte, dass unter angehenden Biologielehrern jeder Achte nicht von der Evolution der Arten überzeugt war.

Zunächst sei vermerkt, dass die Evolutionsbiologie ein System von Theorien aus den Bio- und Geowissenschaften darstellt, das heißt eine Theorie zur Erklärung aller bekannten Evolutionsprozesse existiert nicht. Die Zulassung einer Gleichstellung biblischer Schöpfungsmythen mit evolutionsbiologischen Fakten und Theorien suggeriert, dass beliebige Glaubensinhalte ohne Faktengrundlage mit wissenschaftlichen Erkenntnissen auf einer Stufe stehen. Schülern wird das Erlernen unserer naturwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweise verwehrt. Der naturwissenschaftliche Unterricht muss in allen Fächern rein wissenschaftlich bleiben. Die Schöpfungslehre ist im Religionsunterricht korrekt verortet, nirgendwo sonst.

Die abgelehnte "Festlegung auf die Weltsicht der Evolutionstheorie im Schulunterricht aus naturwissenschaftlicher Sicht" ist in etwa so sinnvoll wie die Festlegung der Meteorologie auf die Weltsicht der Atmosphärenphysik. Die Evolutionstheorie als dogmatisch zu bezeichnen wäre so, als würde man dem Meteorologen ankreiden, er berücksichtige Gottes Einfluss auf das Wettergeschehen nicht.
Falls im Unterricht schöpfungstheoretische und evolutionsbiologische Ansätze nebeneinander behandelt werden, muss aus wissenschaftstheoretischer Sicht dargelegt werden, dass die zentralen Auffassungen des Kreationismus keinen empirisch-wissenschaftlichen Gehalt haben.

Im Empfehlungsschreiben hieß es unter anderem, dass die Naturwissenschaft beim Thema "Schöpfung und Evolution" die Rolle eines Indizienlieferanten habe, da es um Fragen des Ursprungs gehe, die nicht experimentell untersucht werden könnten.
Allerdings sind Experimente nur ein Weg zur Gewinnung von Wissen. Zahlreiche Theorien, an denen kein vernünftiger Mensch zweifelt, beruhen nicht oder wenig auf Experimenten: Die geologische Theorie der Kontinentaldrift, die kosmologischen Theorien des Astrophysik, meteorologische Theorien und so weiter. Eine Offenheit für verschiedene Deutungen sei in der Naturwissenschaft zwar prinzipiell immer gefordert, diese müssten aber auch das tatsächlich vorhandene Wissen deuten. Wenn sie dazu nicht imstande seien, könnten sie keine Offenheit für ihre Deutung einfordern. Das sei daher beim Kreationismus, auch in seiner wissenschaftlich gefärbten Variante, der Fall.

Kreationisten werden mit Recht als wissenschaftsfeindlich betrachtet. Sie erwecken zwar den Eindruck, man habe berechtigte Zweifel an der Evolutionstheorie, aber sonst kein Problem mit Naturwissenschaft. Tatsächlich sei auch der sogenannte "wissenschaftliche Kreationismus" nicht nur mit der Biologie unvereinbar, sondern ebenso mit Geologie, Astrophysik und Kernphysik, von Paläontologie, Archäologie und so weiter, ganz zu schweigen. Vom imposanten Gebäude der modernen Naturwissenschaft ließe der Kreationismus nur eine Ruine übrig.
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Sa 3. Mär 2018, 21:52

Wissenschaft und Kirche

Immer wieder hört man auch heute noch, dass die Kirche der Hort vieler wissenschaftlichen Erkenntnisse war. Prüft man diese Aussage, kommt man aber zu einem ganz anderen Ergebnis.

Mit der Sternkunde im 3. Jahrtausend vor unserer Zeit im alten Sumer und in Babylon begann die Wissenschaft. Durch Beobachtung und Berechnung konnte man Planetenbewegungen vorhersagen, Kalender und Jahreszeiten berechnen. Man sammelte aber auch Erfahrungen in der Heilkunde, vor allem in Ägypten, China und Indien. Diese ersten Erfahrungen gab man meist mündlich an einen ausgewählten Kreis wieder, der damit eine elitäre Stellung einnahm: Priester, Seher, Schamanen.
Doch vieles war Aberglaube und unwissenschaftliche Vermutung. Die Ägypter glaubten, Krankheiten rühren von Dämonen her. Eine Vorstellung, die offenbar auch im Judentum und später dem Christentum Eingang fand (wo es immer noch Exorzisten gibt). Naturereignisse wie Blitz und Donner erklärte man sich, wie den Anfang der Welt: Wenn etwas geschieht, muss jemand dies bewirken. Die Naturkräfte wurden personifiziert. Da diese Dinge aber über den Fähigkeiten der Menschen liegt, muss es ein mächtiges Wesen sein. In der Antike gibt es viele Schöpfungsideen, wie diese Wesen ins Dasein kamen. Aristoteles ging dabei von einem unbewegten Erstbeweger aus, den man heute einfach Gott nennt. Wenn er / sie wütend ist / sind muss mit dem Wertvollsten besänftigt werden: fehlerlose Tiere oder Menschen (auch Kinder) - auch im frühen Judentum (#1).

Im antiken Griechenland kann man die Wurzel der modernen Wissenschaften verorten. Philosophen beschäftigten sich damit, "was die Welt im Innersten zusammenhält". Für Thales (625 - 546 v.u.Z.) war dies das Wasser. Er konnte bereits eine Sonnenfinsternis berechnen. Aber auch falsche Ideen, die sich freilich kaum überprüfen ließen, prägten das Denken der Antike. Die Idee, dass Körper und Seele getrennt werden könnten, taucht bereits in den indischen Upanischaden um 800 v.u.Z. auf und legte damit den Grundstein für zahlreiche Himmel-Hölle-Erzählungen, mit den die jeweiligen Religionen mit einem Kriterienkatalog über Wohl und Wehe der Gläubigen entscheidet. Im Christentum fand dies im Ablasshandel einen unfassbaren Höhepunkt.
Leukip, Demokrit und Epikur entwickelten das Atommodell.
Aristoteles teilte die Wissenschaften in Sparten ein. Eratosthenes erkannte die Kugelgestalt der Erde. Mathematiker wie Euklid, Archimedes, Anaxagoras beweisen allgemeingültige Lehrsätze. Aristarchos von Samos spekulierte, dass die Erde um die Sonne kreist, dagegen lehrten Aristoteles und Ptolemäus, dass die Erde der Mittelpunkt der Welt sei, was sich dann auch fast 2000 Jahre hielt. Das Wissen von Hippokrates und Galenos prägte die Medizin über Jahrhunderte. Auch über Staatstheorie machten sich Philosophen wie Platon und Aristoteles Gedanken. Im 3. Jahrhundert vor unserer Zeit tauchen in der Philosophie der Stoa die Idee der Menschenrechte und die Gleichheit aller Menschen auf. In Athen lebte im 5. Jahrhundert die erste Demokratie, auch wenn Frauen und Sklaven daran nicht beteiligt waren. Herodot und Thukydides wollten die Geschichtswissenschaften auf wahre Tatsachen gründen. Sie sollte weder mystisch verklären, noch, wie so oft in späteren Zeiten, der Verherrlichung von totalitären Weltanschauungen und der Rechtfertigung ihrer Verbrechen dienen.
Parallel zur Philosophie und zur systematischen Naturbeobachtung entwickelte sich das wissenschaftliche Denken. Logik und Mathematik waren Grundlage und Werkzeug der Naturwissenschaften. Bildung stand im Mittelpunkt menschlichen Strebens. Philosophen waren die angesehensten Bürger. Nach Platon sollten sie die Staaten lenken. Schulen und öffentliche Bibliotheken gab es in allen größeren Städten Griechenlands und Roms. "Ohne Schulzwang wurden die meisten Kinder erfasst." (#2) Sokrates und Aristoteles mussten aber auch für ihre Religionskritik mit Schmähung, Vertreibung und Tod von Seiten der Herrschenden rechnen. Viele Denker sind so verfrüht verstorben.
"Zwischen der Akropolis in Athen und dem Kapitol von Rom liegen Europas Wurzeln und nicht im Wüstenstaub Palästinas." (#2)


Dem gegenüber stehen die Buchreligionen, wie Judentum, Christentum und Islam. Diese legten mehr Wert auf das Studium der von Gott geoffenbarten Schriften, als dem Studium der Natur. Durch die Berufung auf Gott wurden die Schriften unantastbar. Alles was es nun zu wissen gab, stand in irgendeinem der heiligen Bücher. Durch das Festhalten an unprüfbaren Überlieferungen, konnte der Regen weder herbei-, noch die Krankheit hinweggebetet werden. Der Glaube taugte nicht, die umgebene Natur zu verstehen oder gar zu beherrschen.
Natürlich gab es in der griechisch-römischen Antike auch falsche Ansichten. Falsche Vorstellungen von der Welt werden aber erst zu einem dauerhaften Problem, wenn man sie für göttliche und unumstößliche Wahrheiten hält, wenn der Glaube an die Autorität das eigene Prüfen, Forschen, Denken und Verbessern verhindert. Symptomatisch dafür steht bereits die Vertreibung aus dem Paradies, die, je nach Lesart, bereits den Wunsch nach Erkenntnis durch eben jene Vertreibung bestraft (1. Mose 3:22-24).
Im Kampf der Israeliten gegen die Völker von Kanaan lest Gott 3 Tage die Sonne still stehen, bis Josuas Armee den Feind geschlagen hat. Auch zur Zeit der Richter steht die Sonne nochmals still. Mit einem heliozentrischen Weltbild schwer zu verbinden, werden diese Machttaten auch heute noch geglaubt, entgegen der wissenschaftlichen Erklärung, dass die einzige Möglichkeit dieses Wunders der Stillstand des Drehimpulses der Erde sein müsste. Durch den Energieerhaltungssatz, der besagt, dass bei ausbleibender Bewegung die Energie anders umgesetzt werden müsste, in der Regel in Wärme und eben jene Wärme durch die Menge der umzusetzenden Bewegungsenergie die Erdkruste verflüssigt und das Erdinnere an allen Orten zeitgleich verkochen lassen müsste, kommt (beim Bibelstudium selbst erlebt), dass man nicht wisse, wie Gott dies angestellt hat.
Das die Buchreligionen zu so vielen Themen der modernen Wissenschaften keine oder falsche Aussagen treffen, spricht gegen göttliche Offenbarung. Aber bis dahin war es ein harter Weg mutiger Männer und Frauen.
Auch Jesus lebte nur in jener Welt voller Geister und Wunder, wie seine Mitmenschen. Heutige Exorzisten können keine Dämonen in Schweineherden verpflanzen und sie in den Abgrund rennen lassen, wie einst Jesus (Mar. 5:13), was den Verdacht nahe legt, dass es sich um eine hübsche Anekdote ohne geschichtlich-historischen Wert handelt. Jedenfalls funktioniert die Welt so nicht.
Jesus war ja nun Endzeitprediger, kein Forscher. Ihn interessierte nicht, wie die Welt funktioniert. Seine Wunder und die Wunder der Propheten vor ihm müssen halt geglaubt werden. Endzeitideen gehören zu den Buchreligionen und verhindern, dass Menschen sich im Diesseits einrichten. Nebenher sind diese, will der Gläubige seine Seele retten, eine ergiebige Geld- und Arbeitskraftquelle.

Zur Perfektion dieser perfiden Machtbestrebungen hat es die katholische Kirche gebracht, die durch den römischen Kaiser Theodosius I. 380 u.Z. mit dem Religionsedikt "Cunctos populos" (#3) zur einzigen Staatsreligion erhoben wurde und somit einer neuen Welle der Verfolgung Andersgläubiger Tür und Tor öffnete. Die letzte Philosophenschule wurde 529 in Athen von Kaiser Justinian geschlossen. Unter ihm kam es 565 zu umfangreichen Bücherverbrennungen. Bibliotheken wurden vernichtet, das blühende Schulsystem der Antike eingestellt, Philosophen (Hypathia) und Gelehrte des "Heidentums" vertrieben und ermordet.
Doch das Volk sollte die Bibel, die ja die Anleitung für das Seelenheil enthielt, nicht lesen. Unmündig wurde das Volk gelassen. Bibelbesitz wurde in einigen Epochen sogar unter Strafe bis hin zum Tod gestellt. Nur wer Latein, griechisch oder hebräisch konnte, bekam eine leise Ahnung davon, was in diesen Büchern stand. Das waren Mönche in Kaderschulen, umgeben von christlichem Propagandamaterial, Bibliotheken genannt. Heidnische Literatur wurde als teuflische Literatur betrachtet, die kein anständiger Christ lesen durfte. Bewahrt wurden dennoch viele Texte, zum Beispiel Platons Seelenlehre.

"Ich will zunichtemachen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen." (1. Kor. 1:18)

Kirchenlehrer Tertullian kommt zu der Einsicht: credo quia absurdum = Ich glaube weil es unvernünftig ist. Ambrosius, Bischof von Mailand, erklärt in einer Trauerrede anlässlich des Todes von Kaiser Theodosius 395 die gesamte Philosophie pauschal zum "Irrwahn". Augustinus meint: "Glaube geht der Erkenntnis voraus." Der tröstlichen Auffassung vom Tod als dem Ende aller Leiden, bei Epikur und Seneca, stellt Augustinus den Tod mit Angst und Schrecken gegenüber.


Die Antworten der Kirchenväter waren unwissend und naiv, weil sie unwissend waren und obendrein bereits bekannte Theorien ignorierten. Geister- und Wunderglauben, Traumdeutung, Aberglauben, Astrologie, Gottesurteile, Weissagungen, Gesundbeten, Hexen- und Ketzerverfolgungen traten an die Stelle antiker Naturphilosophien, die einst das Wissen ihrer Zeit bewahrten. Reliquien-, Wunder-, und Legendenschwindel hielten das Volk in Unwissenheit, Drohungen mit Hölle und Teufel machten es fügsam und halfen dem Klerus, seine Herrschaft aufrecht zu erhalten. Warum sollte man in die Bildung von Untertanen investieren, wo sich doch Ungebildete viel leichter beherrschen lassen?
1163 verbietet Papst Alexander III. allen Klerikern das Studium der Physik. 1380 untersagt ein französischer Parlamentsbeschluss jede Beschäftigung mit Chemie unter Berufung auf ein Dekret von Papst Johann XXII. (#2). Naturkatastrophen galten als Strafen Gottes. Alles Unheil, z.B. Krankheit schrieb man den Sünden und dem Unglauben zu. Man muss nur den richtigen Glauben haben und lange genug beten, damit alles gut wird. Nicht so sehr der rechte Glaube, vielmehr die gehorsame Unterordnung unter die allmächtige Kirche sichert den Weg ins Himmelreich. Alle anderen landen in der Hölle. Nur durch Zwang und Verfolgung konnte dieses Konstrukt aufrecht erhalten werden. Ein von Kaiser und Papst diktierter Glaube, der wenig mit den Lehren des Jesus von Nazareth zu tun hatte, ersetzte die Bildung. Fundamentalismus siegte über die Freiheit des Denkens. Niemand durfte im Mittelalter etwas anderes sein als katholisch. Juden, denen es als Menschen zweiter Klasse meist sehr schlecht ging, hatten eine Sonderrolle. Verfolgt und ausradiert wurden: Arianer, Markioniten, Priscillianer, Pelagianer, Donatisten, Novatianer, Nestorianer, Monophysiten ... und später die Katharer = Albigenser, die Waldenser, die Hugenotten, die Hussiten, die Wiedertäufer und und andere "Ketzer".
Nie zuvor hatte eine Weltanschauung so totale Macht über die Gehirne ausgeübt, wie die katholische Kirche zwischen dem 4. und 16. Jahrhundert in Europa.

Anders sah es in den islamischen Ländern aus: Übersetzerschulen in Bagdad hatten im 8. und 9. Jahrhundert die wichtigsten Texte der Antike ins Arabische übersetzt. Dort war das Kulturgut der Antike besser bewahrt worden, hat damit dem Islam, der alles aufgriff, was in seinen eroberten Gebieten von Nutzen war, eine kulturelle Blüte beschert und von dort fanden Hippokrates, Galenos, Platon, vor allem Aristoteles über Byzanz, das islamische Andalusien / Toledo und Sizilien ins christliche Abendland zurück, zum Beispiel zu Friedrich II. und Albertus Magnus. Nachdem Byzanz 1453 von den Türken erobert worden war, kamen Gelehrte samt ihrer Bücher nach Italien, was die Wiederentdeckung (Renaissance) der Antike im 16. Jahrhundert auslöste. Mit dieser und neuen Naturbeobachtungen folgte der Aufstieg der Wissenschaften und ein Ende der christlichen scholastischen Denkweise. Francis Bacon kommt 1620 zu der Einsicht, dass Wahrheit nicht von Autoritäten herrühre, sondern durch Beobachtung der Natur gewonnen werden muss.

Doch noch war die Kirche in aller Köpfe und der mächtigste Kontrollapperat des Kontinents. Die Ansicht, dass Pest und Cholera nicht Folge göttlicher Strafe sei, sondern den unhygienischen Verhältnissen geschuldet war, wurde heftig bekämpft. Der Halleysche Komet wurde als Vorbote des nahen Weltuntergangs gedeutet, der nur durch päpstlich verordnete Gebete und Glockenläuten in allen Städten abgewendet werden konnte. Der Ausbleib wurde den Gebeten zugesprochen. Die katholische Kirche sträubte sich gegen das heliozentrische Weltbild des Kopernikus, gegen Blitzableiter und die moderne Medizin, da Krankheiten ja aus der Sünde kommen. Kranke mussten zuerst einen Beichtvater aufsuchen, bevor sie einen Arzt konsultierten. Priester konnten angeblich besser heilen als Ärzte. Das Problem waren ja die bösen Geister und das sündige Fleisch, die bekämpft werden mussten, nicht biologische, physionosche und psychologische Probleme.
Seit dem 4. Jahrhundert wurden Andersgläubige durch staatlich unterstützte Institutionen verfolgt, verhört, verurteilt, da Ungehorsam gegen die Kirche, durch den Status der Staatsreligion, auch Ungehorsam gegen den Staat bedeutete, zum Beispiel die Inquisition (lateinisch inquisitio: gerichtliche Untersuchung). Andersdenkende waren in der Regel keine Wissenschaftler, sondern Personen, die religiös abweichende, nicht vollends andere Anschauungen hatten. Erst Giordano Bruno stellte sich nicht nur mit religiösen Zweifeln, sondern mit seinem ganzen Weltbild gegen die Kirche. Die Sterne erklärte er damit, dass sie wie unsere Sonne seien, dass das Universum unendlich sei, dass es eine unendliche Anzahl von Welten gebe und dass diese mit einer unendlichen Anzahl intelligenter Lebewesen bevölkert seien. Die ganze Natur sei beseelt und organisiere sich selbst (Pantheismus). Damit war ein Schöpfergott nicht mehr nötig. Er landete 1600 auf dem Scheiterhaufen.
Die neuzeitliche Wissenschaft setzt mit dem Siegeszug der mathematisch ausgerichteten Physik von Galilei, Kopernikus, Kepler, Newton ein. 1543 starb Kopernikus und überlebte den Druck seines Werkes, in dem seine Lehre, die die Sonne und nicht die Erde im Mittelpunkt des Sonnensystems vorsah, nur um zwei Monate. 1616 wurde sie von der katholischen Kirche verdammt. Galileo Galilei, der sich zu dieser Lehre bekannte, wurde zu dauerhaftem Hausarrest verurteilt und musste abschwören. Die Kirche rehabilitierte ihn immerhin 1992. Auch Johannes Kepler der das heliozentrische System als wissenschaftliche Tatsache vertrat, stieß nicht nur bei der katholischen Kirche, sondern auch bei Keplers protestantischen Vorgesetzten auf erbitterten Widerstand. Denn auf beiden Seiten galten die Lehren von Aristoteles und Ptolemäus als unantastbar. Die Mutter Keplers wurde noch als Hexe angeklagt.

Ab 1559 wurde von Papst Paul IV. der Index librorum prohibitorum herausgegeben (galt in immer neuen Auflagen bis 1966). In diesem Index sind etwa 6000 verbotene Schriften gelistet, die als eine Gefahr für den Glauben und die Sitten galten, deren Besitz unter der Strafe der Exkommunikation stand. Vor allem Schriften von Ketzern, aber auch landessprachliche Bibelübersetzungen sind dort zu finden gewesen, was nahe legt, dass das Volk nicht wissen sollte, was wirklich in dem Buch steht, dass Gott ihnen offenbart hatte. Es finden sich auch zahlreiche Aufklärer und Begründer der modernen Staatstheorie: Montesquieu, Locke, Montaigne, Holbach, Hobbes, Marx, Rousseau, Diderot, Sartre, Voltaire, Machiavelli, Galileo Galilei, Giordano Bruno, Nikolaus Kopernikus, Martin Luther, Immanuel Kant, Heinrich Heine, Spinoza, Descartes, Friedrich II. von Preußen und viele weitere.
1864 verurteilte Pius IX. im Syllabus Errorum (Buch der Irrungen) viele fortschrittliche Ideen, die für uns heute selbstverständlich sind: zum Beispiel Demokratie, Menschenrechte, die freie Wahl der Religion. Bis 1869 hielt man in der katholischen Kirche an der aristotelischen Lehre beziehungsweise Lehre des Thomas von Aquin von der stufenweisen Beseelung fest, wobei der männliche Fötus nach 40 Tagen, der weibliche nach 80 Tagen beseelt sei. Lange hat sich die Kirche gegen die Evolutionslehre Charles Darwins gesträubt, die sie erst 1996 anerkannte. Religionskritische Philosophen wie David Hume, Christian Wolff, Johann Gottlieb Fichte, Auguste Comte, Ludwig Feuerbach, David Friedrich Strauß hatten zu ihrer Zeit kaum Möglichkeiten an einer Universität zu lehren.

. .

Als Begleiterscheinung der durch die Reformation gebrochenen universellen Macht der katholischen Kirche begann eine neue Blüte für die Wissenschaft, kamen die Universitäten (freilich noch unter kirchlicher Leitung), kam die breitere Volksbildung. Die Trennung von Staat und Kirche war ein mühsamer Weg, der nur schrittweise, und bis heute nicht vollendet, begangen wurde. Aber zu welchen Forschungsergebnissen sollte wohl eine Universität kommen, wenn der Papst bestimmt, was herauskommen muss? Die Aufklärung hat nicht umsonst diesen Namen und so sind die meisten Schulen heute staatlich, nicht kirchlich organisiert.

Es steht fest: Die Wissenschaft wird die Religion nicht ersetzen können, weil die Menschen ein starkes Bedürfnis nach Gemeinschaft, Trost und großen Gefühlen haben, die die Wissenschaft nicht bieten kann. Wissenschaft ist lediglich ein Werkzeug, die Welt um uns herum besser zu verstehen und unser Leben mit den erworbenen Kenntnissen zu verbessern. Auch die Wissenschaft kann nicht alle Fragen beantworten: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was passiert mit uns nach dem Tod? Warum gibt es etwas und nicht nichts? Warum ist die Welt so und nicht anders? Sind wir frei in dem, was wir tun, oder ist alles vorherbestimmt?

Was lehrt die katholische Kirche heute? Auch wenn offiziell immer mehr Teile der Bibel allegorisch (sinngemäß, aber nicht historisch-real) ausgelegt werden - was einem stillschweigenden Eingeständnis fehlender göttlicher Inspiration der geoffenbarten Schrift gleich kommt - wird nach wie vor an Glaubensätzen, wie dem Sündenfall von Adam und Eva festgehalten, damit auch der Erlösertod Jesu als mächtige Säule der Lehre erhalten bleibt. Doch die Zugeständnisse zeigen offen den leeren Wert der losen Hülsen, die das Glaubensgebäude nicht mehr tragen können und bei näherem Nachfragen in Widersinnigkeiten zusammenbrechen.
Die Erbsünde aber ist der wesentlichste aller monitären Einnahmequellen, die der Kirche über fast 2 Jahrtausende ein Vermögen eingespielt haben, dass jeder moderne Rockefeller vor Neid erblassen muss.
Gott wird einst über uns Gericht halten. Die Rechtgläubigen, das sind natürlich die Katholiken, kommen in den Himmel, die Bösen, das sind vor allem die Falschgläubigen, kommen in die Hölle, davor gibt es das Fegfeuer, dessen Dauer durch Gebete der Angehörigen verkürzt werden kann. Wichtig ist es vor allem, den richtigen katholischen Glauben zu haben, dann werden alle Verbrechen verziehen. Sie müssen nur rechtzeitig gebeichtet werden. Sie glaubt, dass Körper und Seele getrennt werden können und dass die Seele unsterblich ist. Teile dieser Lehren finden sich nicht bei Jesus, dessen Wanderpredigttätigkeit mit der Kirche nicht mehr viel hat.
Sie lehrt die Huldigung des Kreuzes, obschon Gott Götzenverehrung hasst und explizit sagt, man solle sich nicht vor gehauenem Stein und geschnitztem Holz niederwerfen (#4). Sie lehrt, dass Jesus bei der Wandlung von Wein und Brot während der Messe tatsächlich mit seinem Blut und seinem Leib gegenwärtig ist.
Sie glaubt, dass man Fahrzeuge mit Weihwasser vor Unfällen schützen kann, dass von den Knochen der Heiligen eine heilsame Wirkung ausgeht. Sie lässt immer noch vielbeschäftigte Exorzisten böse Geister austreiben, sie lehrt Sex sei eine Sünde, wenn er nicht der Fortpflanzung dient. Sie erzählt von der Jungfrauengeburt des Gottessohnes und dessen Auferstehung am 3. Tag nach der Hinrichtung am Pfahl.

Zwischen 380 und 1300 hat die katholische Kirche die Wissenschaft entschieden bekämpft. Trotzdem sind viele Erkenntnisse der Antike über die angrenzenden muslimischen Reiche und über Byzanz, in das christliche Abendland eingedrungen. Das wissenschaftliche Denken in Europa wurde vor allem durch Francis Bacon geprägt. Nicht den Autoritäten sollte geglaubt werden, sondern dem eigenen Forschen! Wissen ist Macht. Jahrhundertelang mussten wenige mutige Forscher wissenschaftliche Erkenntnisse gegen die Kirchen durchsetzen: Kopernikus, Galilei, Kepler, Darwin. Schließlich ist die Kirche auf den laufenden Zug aufgesprungen, behauptet heute selbst Wissenschaft zu treiben und dass sie schon immer für die Wissenschaft war. Tatsächlich hat sich der Katholizismus immer mit allen verbündet, deren Ziel es war, das Volk in Unmündigkeit zu halten, mit Königen von Gottes Gnaden, mit dem Adel, mit Faschisten, seit neuestem mit dem Islam. Sie will herrschen und nicht aufklären. Dazu braucht sie nicht mündige, sondern unwissende und unmündige Gläubige. Sie ist der Gegner aller Aufklärung und wird sie verhindern, solange sie kann. Solange aber die Mehrheit denkt, die Kirche sei der Ideengeber und Vorreiter vieler wissenschaftlicher Ideen gewesen, bewahrt sie ihre verhängnisvolle Rolle in der Geschichte als Kraft des Guten.

#1 - https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenopfer

#2 - Rolf Bergmeier / Schatten über Europa

#3 - https://de.wikipedia.org/wiki/Dreikaiseredikt

#4 - Das ist so, als würde ich ein Replikat der Tatwaffe um meinem Hals tragen, mit der mein bester Kumpel erschossen wurde.
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Fr 9. Mär 2018, 23:35

Über die göttliche Autorenschaft der Bibel - Teil 2: Wasserkreislauf

Bereits im Beitrag Über die göttliche Autorenschaft der Bibel - Teil 1: “Weißt du, wieviel Sternlein stehen ...“, sowie den Texten zur Flat-Earth-Theorie Wissenschaft irrt sich auch! - Teil 1: Die Erdscheibe und Wissenschaft irrt sich auch! - Teil 2: Christoph Kolumbus (Die Erdscheibe 2.0) konnte aufgezeigt werden, dass für die Idee zahlloser Sterne und auch der Kugelgestalt der Erde kein göttlicher Funke von Nöten war, sondern Leute mit Hirnschmalz selbst ihre Gedanken dazu entwickelten.
Im Eintrag Wissenschaft und Kirche wurde auch dargelegt, dass die Idee, die Sterne seien nicht anders als die Sonne und mögliche Heimat unzählbarer Welten und Wesen, nicht nur älter, als die moderne Astronomie ist, sondern deren Verfechter Giordano Bruno auch von Verfechtern der Bibel 1600 auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde.

Ein weiteres Argument der göttlichen Autorenschaft der Bibel ist die Erwähnung des Wasserkreislaufs, der ja zur Zeit der Niederschrift (wenn Mose der Schreiber sei, dann zwischen 1500 - 1200 v.u.Z.) unbekannt gewesen sein soll. In Hiob 36:27, 28 heißt es "Denn er [Gott] zieht die Wassertropfen herauf; sie sickern durch als Regen für seinen feuchten Dunst, sodass die Wolken rieseln, reichlich träufeln sie". Oder Prediger 1:7 beschreibt es wie folgt: "Alle Winterwildbäche gehen aus zum Meer, doch das Meer selbst ist nicht voll. An den Ort, wo die Winterwildbäche ausgehen, dorthin kehren sie zurück, um auszugehen."
So beeindruckend das alles wirken mag, der Kreislaufcharakter des Wassers wurde schon früh erkannt. Ein sehr zeitig damit in Verbindung gebrachtes Prinzip lautet "panta rhei": Das ist Altgriechisch und bedeutet "alles fließt".

Im antiken Griechenland wurden wissenschaftlich-philosophische Abhandlungen in der Regel als Dialog zweier Gelehrter verfasst, die nicht selten tatsächlich existierten und vielleicht auch Zeitgenossen des Autors des Dialoges waren. "panta rhei" ist ein auf den griechischen Philosophen Heraklit von Ephesos (um 520 v.u.Z. - um 460 v.u.Z., vorsokratischer Philosoph) zurückgeführter, von Platon (428/427 v.u.Z. - 348/347 v.u.Z., Schüler des Sokrates) im Dialog "Kratylos" nahegelegter Aphorismus (ein einzelner Gedanke, ein Urteil oder eine Lebensweisheit, welcher aus nur einem Satz oder wenigen Sätzen selbständig bestehen kann). An dem fiktiven, literarisch gestalteten Gespräch sind drei reale Personen beteiligt: Platons Lehrer Sokrates (469 v.u.Z. - 399 v.u.Z.), der Philosoph Kratylos (wohl um die Mitte des 5. Jahrhunderts v.u.Z., bekannte sich zur Lehre Heraklits), nach dem der Dialog benannt ist, und dessen Freund Hermogenes (Schüler des Sokrates, genauere Daten unbekannt). Der Kratylos bildet den Ausgangspunkt der europäischen Sprachphilosophie und Sprachwissenschaft. Erörtert wird die Stichhaltigkeit der Behauptung, dass nicht nur Aussagen richtig oder falsch sind, sondern es auch eine Richtigkeit von Namen und Bezeichnungen gibt. Kratylos ist von der natürlichen Richtigkeit der Wörter überzeugt (semantischer Naturalismus), während Hermogenes von der Hypothese einer willkürlichen Vereinbarung der Wortbedeutungen ausgeht (Konventionalismus). Sokrates setzt sich mit beiden Konzepten kritisch auseinander.

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1. Bild: Römische Kopie eines griechischen Platonporträts, das wohl von Silanion stammt und nach dem Tod Platons in der Akademie aufgestellt wurde, Glypkothek München
2. Bild: Herme des Pythagoras (um 120 n. Chr.); Kapitolinische Museen, Rom

Wörtlich taucht der Ausspruch "pante rhei" zwar erst bei dem spätantiken Neuplatoniker Simplikios (um 480 u.Z. - wohl nach 550 u.Z.) auf, findet sich aber bei Platon als "Pánta chorei kaì oudèn ménei" (dt. "Alles bewegt sich fort und nichts bleibt."). Bereits in augusteischer Zeit war diese formelhafte Zusammenfassung der Gedanken Heraklits in Gebrauch. Ihre lateinische Übersetzung "cuncta fluunt" findet sich im 15. Buch der Metamorphosen in der "Rede des Pythagoras", (gemeint sei Pythagoras von Samos, u m 570 v.u.Z. - 510 v.u.Z.) der Ovid (eigentlich Publius Ovidius Naso, 43 v.u.Z. - wohl 17 u.Z., antiker, römischer Dichter) das naturphilosophische Fundament seiner Metamorphosen darlegt.
Platon verbindet in seiner Charakterisierung der kosmologischen Theorie Heraklits einige von dessen bekanntesten Lehrsätzen - vor allem "Pánta chorei kaì oudèn ménei" - mit allerlei alten Weisheiten, natürlich über die Titanen Kronos und Rhea, die auch schon Homer (#1) erzählte. Dabei unterstellt er, der Name der Titanin Rhea könne auf die Bedeutung "fließen" zurückgeführt werden.
Der Sache nach stellt die Wendung eine zwar nicht unzutreffende, gleichwohl verkürzende Interpretation der Äußerungen Heraklits dar und wird durch die sogenannten "Fluss-Fragmente" gestützt, in denen Heraklit das Sein mit einem Fluss vergleicht:
Wer in denselben Fluss steigt, dem fließt anderes und wieder anderes Wasser zu. (#2)

Wir steigen in denselben Fluss und doch nicht in denselben, wir sind es und wir sind es nicht. (#3)

Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen. (#4)

Die Flusslehre ist im Zusammenhang mit Heraklits Lehre von der Einheit aller Dinge zu verstehen:
"Verbindungen: Ganzes und Nichtganzes, Zusammengehendes und Auseinanderstrebendes, Einklang und Missklang und aus Allem Eins und aus Einem Alles." (#5)[/quote]
Platons Zitat "Pánta chorei kaì oudèn ménei" ist die knappste Formulierung der Flusslehre Heraklits, die besagt: Alles fließt und nichts bleibt. Es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln. Der Schwerpunkt liegt hier, anders als bei Heraklit selbst, auf dem Aspekt des Werdens und Vergehens. In der Tradition der platonischen Schule, aber auch in zahlreichen neueren Interpretationen (z. B. bei Hölderlin und Hegel) erscheint die Lehre des Heraklit nur als eine solche des Werdens und Vergehens. Nach Nietzsche handelt es sich im Kern um eine Konzeption der "Bejahung des Vergehens".

Dagegen liegt nach der Flusslehre die primäre Welterfahrung in dem fortwährenden Stoff- und Formwechsel. Sie ist eine Metapher für die Prozessualität der Welt. Das Sein ist das Werden des Ganzen. Das Sein ist demnach nicht statisch, sondern als ewiger Wandel dynamisch zu erfassen. Doch hinter und zugleich in dem unaufhörlichen Fluss steht die Einheit: Einheit in der Vielheit und Vielheit in der Einheit. Karl-Martin Dietz interpretiert die Flusslehre aber dennoch als Hinweis Heraklits auf die Welt des gleichbleibend Gemeinsamen.

Bild . Bild
1. Bild: Büste des Sokrates, römische Kopie eines griechischen Originals, 1. Jahrhundert, Louvre, Paris
3. Bild: Johann Wolfgang von Goethe,
Ölgemälde von Joseph Karl Stieler, 1828

Zu viel Abseits? Zu viel Philosophie? Zu wenig Substanzielles?

Bleiben wir also beim Ausspruch selbst, so ist Statik lediglich eine fehlerhafte Wahrnehmung einer Momentaufnahme. Freilich ist aus "pante rhei" ein Wasserkreislauf nicht direkt abzuleiten, zeigt aber klar die Vorstellung einer sich stetig verändernden Welt, in der Aggregatzustände ebenfalls keine fixe Sache sein müssen.
Goethe bezog sich in dem Gedicht "Dauer im Wechsel" direkt auf Heraklit:

Gleich mit jedem Regengusse
Ändert sich dein holdes Tal
Ach, und in dem selben Flusse
Schwimmst du nicht zum zweitenmal
Der ewige Wandel ist auch Gegenstand seines Gedichts Eins und Alles:

Es soll sich regen, schaffend handeln
Erst sich gestalten, dann verwandeln
Nur scheinbar stehts Momente still
Das Ewige regt sich fort in allen
Denn alles muß in Nichts zerfallen
Wenn es im Sein beharren will

Dennoch gab es bereits sehr früh auch in Tanach-fernem Gebiet Theorien zum Wasserkreislauf und dessen Antrieb:

  • meteorogener Wasserkreislauf: Theorie zum Wasserkreislauf nach heutigem Verständnis, welche wahrscheinlich von Xenophanes von Kolophon (um 570 v.u.Z. - um 470 v.u.Z.) begründet wurde und unter anderem Diogenes von Apollonia (ca. 499 v.u.Z. - ca. 428 v.u.Z.) und Hippokrates von Kos (um 460 v.u.Z. - um 370 v.u.Z.) als frühe Vertreter besitzt.
  • Theorie des Salzwasseraufstiegs: Umkehrung der Strömungsrichtung des meteorogenen Wasserkreislaufes, nachdem die Erde auf dem Wasser der Meere ruht und dieses alle oberirdischen Quellen speist. Diese Theorie wurde von Thales (wahrscheinlich um 624/23 v.u.Z. - zwischen 548 und 544 v.u.Z.) begründet und hatte Hippon (geboren in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts v.u.Z.) ) und Platon als frühe Vertreter.
  • Theorie der Wasserentstehung aus der Luft: Das Wasser entsteht aus der Luft (Effekt der Kondensation) und würde über den Niederschlag die Quellen der Flüsse speisen. Diese Theorie wurde von Aristoteles (384 v.u.Z - 322 v.u.Z., Schüler Platons) entwickelt und stellte die maßgebende Lehrmeinung bis in das frühe 17. Jahrhundert dar.
Bereits an dieser kurzen Auflistung ist erkennbar, dass auch etwas so komplexes wie der Wasserkreislauf nicht von Gott beigebracht werden muss, sondern durch Beobachtung und Nachdenken herausgefunden werden kann.

#1 - Wann lebte Homer?
Herodot (490/480 v.u.Z. - um 430/420 v.u.Z, griechischer Geschichtsschreiber, Geograph und Völkerkundler) schätzte, dass Homer 400 Jahre vor ihm gelebt haben müsse; dies entspräche in etwa der Zeit um 850 v.u.Z. Andere historische Quellen legen das Wirken Homers in die Zeit des Trojanischen Krieges, der traditionell etwa um 1200 v.u.Z. datiert wird. Heutzutage stimmt die Forschung weitestgehend darin überein, dass Homer, wenn es ihn gab, etwa in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts und/oder in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts v.u.Z. gelebt hat.

#2 - Fragment 12 Die Fragmente der Vorsokratiker, Übersetzung nach Wilhelm Capelle, Die Vorsokratiker, S. 132.

#3 - Fragment 49a Die Fragmente der Vorsokratiker, Übersetzung nach Wilhelm Capelle, Die Vorsokratiker, S. 132; B 49a gilt jedoch als nur vage Anlehnung an den Originaltext, wobei der gesamte zweite Teil nicht authentisch ist; Held, Heraklit, Parmenides und der Anfang von Philosophie und Wissenschaft, S. 326.

#4 - Fragment 91 Die Fragmente der Vorsokratiker

#5 - Fragment 10 DK, Übersetzung nach Wilhelm Capelle, Die Vorsokratiker, S. 132.
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Mi 14. Mär 2018, 01:25

Grundlagen: Der infinite Regress

Eine These über den Erschaffer der Welt ist ja, dass dieser ebenfalls sehr komplex sein müsste. Kurzum: Ein Schöpfer für ein extrem unwahrscheinliches Universum ist noch unwahrscheinlicher als das Universum selbst oder führt zum infiniten Regress. Irgendwas muss diesen Schöpfer gebildet haben und irgendwas den Schöpfer des Schöpfers u.s.w.
Diese These wird auch von Richard Dawkins (Autor von "The Greatest Show On Earth") verwendet. Damit geht er auf die Frage der Entstehung von Komplexität ein, die in einer fast niedlichen Naivität aus der Intelligenz-Design-Ecke gestellt wird.

Gehen wir mal durch die Prämissen, also Vorannahmen, für diese These:
Prämisse 1: Ein Erschaffer eines komplexen Universum ist selbst komplex oder sogar komplexer.
Prämisse 2: Ein möglicher Schöpfer des Universums teilt selbst notwendigerweise Eigenschaften einer geschaffenen Entität.
Prämisse 3: Der Satz "Es gibt gar keine Ursache für etwas Komplexes" ist logisch wohlgeformter als der Satz "Es gibt eine komplexe Ursache für etwas Komplexes."
Wenn man diese Prämissen bejaht, dann klingt die These natürlich plausibel. Doch im Grunde spricht nichts dafür, irgendeine der Prämissen zu unterschreiben.

Prämisse 1 steht und fällt mit der Frage, was man unter "komplex" versteht. Ein einziger Mensch kann zum Beispiel zig Bücher schreiben, in denen 1000 fiktive Figuren auftauchen, eine Bewegung gründen, die mal 500.000 Mitglieder hat, eine Theorie erfinden, aus der 100 andere Theorien hervorgehen, und doch bleibt er ein Mensch. In wiefern ist dieser Mensch nun "komplexer" als seine Bücher? Ist er auch komplexer als all die darin enthaltenen Ideen und dem, was daraus werden kann? Und falls ja: Könnte man nicht auch mit der gleichen Berechtigung sagen, dass er "einfacher" sei als sein komplexes Werk? Logisch zwingend erscheint die Prämisse 1 jedenfalls nicht. Gott muss nicht zwingend komplexer sein, als das Universum und das Leben, das er schuf. In der Bibel freilich wird er als unergründlich beschrieben, was den Schluss nahe legt, er sei "komplex".
Prämisse 2 ist noch weniger überzeugend. Die Gotteshypothese würde automatisch die Frage aufwerfen, wer Gott gemacht hätte. Dies führe zu dem oben erwähnten infiniten Regress. Aber eben nur, wenn man davon ausgeht, dass Prämisse 2 stimmt. Tatsächlich sagt schon der Gottesbeweis von Thomas von Aquin, dass nur die Setzung eines unbewegten Erstbewegers den logisch unvorteilhaften Regress verhindern kann. Der Gottesbegriff als Schöpfer, beinhaltet ja bereits die Idee, dass Gott der Verursacher von Kausalität sei. Es gibt daher keinen logisch zwingenden Grund, weshalb er für seine Existenz selbst der Kausalität unterworfen sein sollte.
Prämisse 3 besagt, dass ja NICHTS als Ursache wahrscheinlicher sei, als ETWAS. Aber im Grunde sind beide Möglichkeiten gleich wahrscheinlich. Die Wissenschaft bedient sich ständig irgendwelcher Entitäten als Erklärung für Ursachen, obwohl sie über diese Entitäten im Grunde kaum etwas weiß, z.B. Quarks oder Strings oder Urknall.

Mit diesen kurzen Überlegungen kann man zwar den infiniten Regress nicht widerlegen, aber zumindest nicht als zwingend notwendiger Weg eines Schöpferglaubens darlegen. Der infinite Regress funktioniert nur unter den oben angebenen Vorannahmen. Er ist also kein schlussendlicher, logischer Schluss gegen Gott als Erschaffer des unbegreiflichen Weltalls. Freilich wird Gott aber auch durch diese Feststellung nicht wahrscheinlicher.
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Sa 17. Mär 2018, 09:16

Dogmen

Auch wenn aus der Ecke der Evolutionleugner immer wieder über die dogmatische Wissenschaft gewettert wird, mag eines gleich vorweg genommen sein: Niemand verbietet es, Aspekte der Evolutionstheorie zu hinterfragen. Viele haben das getan und das Theoriengebäude erweitert. Die Evolutionstheorie ist eben kein statisches, starres, endgültiges Gebilde. Nichts desto trotz werden die grundlegenden Mechanismen aufgrund der erdrückenden Beweislast als Tatsache betrachtet. Noch bestehende Wissenslücken in speziellen Teilgebieten der Evolutionstheorie ändern daran herzlich wenig. Schon gar nicht aber werden durch derartige Lücken vorantike Erzählungen über den staubgemachten Menschen und der aus der Rippe geschaffenen Frau, die von einer Schlange zur Sünde verführt werden, realistischer.
Evolution basiert, vereinfacht ausgedrückt, auf den Mutationen der DNA, die sich über die Zeit aufsummieren. Rechnet man mit der durchschnittlichen Mutationsrate, die von Art zu Art unterschiedlich ist rückwärts, findet man den gemeinsamen Vorfahren der differgierten Arten und kann diese mit den möglichen Fossilfunden abgleichen.
Man muss auch ausnehmen, was nicht in der Darwin-Wallace-Theorie, der klassischen Evolutionstheorie, beschrieben wird, um nicht den Fehler zu begehen, aus dem Fehlen solcher Erklärungsansätze die ganze Theorie zu verwerfen: Die Entstehung des Lebens wird - entgegen dem Buchtitel "The Origin of Species" (engl. für "Über die Entstehung der Arten", 1859, Charles Darwin) - nicht behandelt.
Schlussendlich bleibt es aber eine wissenschaftliche Theorie, also die Beschreibung einer beobachteten oder experimentell entdeckten Sache. Eine Theorie ist ein Modell, das die messbare Wirklichkeit modelliert, überprüfbare Vorhersagen macht, und diese Vorhersagen konnten nicht falsifiziert werden. Mehr geht in der Wissenschaft nicht. Auch die Kugelgestalt der Erde ist "nur eine Theorie". Absolute Wahrheiten kennt die Wissenschaft nicht. Kein Modell kann den Anspruch erheben, die Welt absolut in jedem Detail zu beschreiben, sondern nur annährend in einem bestimmten Rahmen, der durch Messungen abgesichert ist. Die Erde ist so auch keine exakte Kugel, wenn man genau nachmisst, sondern abgeplattet und darüber hinaus ein wenig unregelmäßig. Trotzdem ist ihre Kugelgestalt immer noch annähernd gegeben und egal, was noch über die Erdform gezeigt werden wird, daran wird sich nichts mehr ändern. Und gleiches gilt für die Evolutionstheorie. Da gibt es auch noch viele Details zu klären, aber der Rahmen steht, und den kann man deswegen auch so lehren.

Oft wird nicht die Frage gestellt, ob die Evolutionstheorie ein zu dogmatisches Glaubenkonstrukt sei, sondern schlicht behauptet, sie wäre es. Was ist aber der Beleg für eine solche Behauptung? Wie erklärt man die Übereinstimmung in der DNA? Wie erklärt man phylogenetische Gemeinsamkeiten, wie exakt gleiche Kopierfehler, Disfunktionen und dergleichen mehr? Wie erklärt man das Auffinden gemeinsamer Vorfahren in jenen Erdschichten und damit Erdzeitaltern, die man zuvor für zwei verwandte Arten errechnet hat? Welche Belege gibt es, dass Mutationssummierungen einfach irgendwo aufhören ("Mikroevolution") und eben auch mit genügend Zeit und Evolutionsschritten nicht zu einer neuen Art führen ("Makroevolution")?

Jetzt könnte man natürlich zur Ansicht gelangen, dass die Überlieferungen bronzezeitlicher Schafshirten nicht zwangsweise den modernen wissenschaftlichen Anforderungen genügt und schon gar nicht einen göttlichen Autor bedingt.
Verteidiger der Heiligen Schrift werden natürlich einwenden, dass unser modernes, westliches Werte- und Moralsystem auf der Bibel gründet, was, wie ich im Beitrag "Wissenschaft und Kirche" bereits beschrieb, Quatsch ist. Oder, dass die Bibel wissenschaftliche korrekte Aussagen macht, was aber nicht der tatsächlichen Aussage, sondern vielmehr den modernen Interpretatoren mit halbwegs wissenschaftlichen Sachkenntnissen zuzusprechen ist. Immerhin lässt sich "hängt die Erde auf an nichts" (Hiob 26:7) auch für Flacherdler lesen, denn eine am "Boden" ruhende Scheibe über der die Gestirne ausgespannt werden, hängt ebenfalls an nichts (#1). Oder, dass sich unser westliches Gottes- und Menschenbild darauf stützt, woraus sich die Frage ergibt, welche der knapp 2000 christlichen Splittergruppen, denn das richtige Bild Gottes vermittelt, und warum Steinigen für Ehebrecher und Lynchjustiz ("Auge um Auge, Zahn um Zahn") nicht gerade vorbildtauglich für die Menschenrechtscharta der UN war. Religionen haben massgeblich am arroganten Selbstbild des Menschen gefeilt, so dass dieser mit seiner Umgebung und den Tieren darin verfährt, wie mit Eigentum - nicht, dass ihm je eine Urkunde ausgehändigt worden wäre. Menschen erschießen andere Menschen für ihren friedliebenden Gott. Auf solche Götter - oder besser Religionen - kann man getrost verzichten.
Ein weiterer Einwand könnte sein, dass die Bibelschreiber zur Ansicht kamen, dass die Welt nicht schon ewig bestand, sondern irgendwann begann. Also müssen sie ja wohl von Gott darüber informiert worden sein. Aber auch hierfür ist ein Münzwurf adäquat einer göttlichen Eingebung. Denn wieviele Möglichkeiten gibt uns der logische Verstand schon vor: Entweder es existiert schon ewig oder nicht. Die Chance richtig zu raten, liegt bei 50 Prozent.

Wenn Wissenschaftler dann Aussagen treffen, wie die Planetenbewegungen (wer kreist um wen und warum), die Reaktion in chemischen Gemischen, Krankheitsbilder und Therapien und dergleichen mehr, sich dazu aber keine Aussagen in der Bibel finden, so sind dies Nebensächlichkeiten. Obschon viele auch behaupten, dass die Wissenschaft der Kirche beziehungsweise den Klöstern entsprang. Für mich ergibt sich die Frage, wer vor der Wissenschaft für Nebensächlichkeiten zuständig war. Und warum haben Griechen, Römer, ja sogar Ägypter (von denen sich moderne Kalendersysteme ableiten), Babylonier (von denen die Tageseinteilung der 2 x 12 Stunden, zu je 60 Minuten kommt) und Sumerer (die die Schrift erfanden) schon lange vor der Kirche über die Welt nachgedacht? Die moderne wissenschaftliche Suche nach Antworten hat mit dem Glauben nur noch herzlich wenig zu tun. Sie spiegelt sich wieder in prozessierbaren Daten und beobachtbaren Fakten. An Gott kann dabei sehr gern gedacht werden, für die wissenschaftliche Theorie ist er aber vollkommen überflüssig. Ob Gott die Planeten auf ihre Bahn brachte oder nicht, ändert nichts daran, dass sie auf ihren Bahnen sind. Und sollte dieses Ereignis als göttlicher Eingriff tatsächlich stattgefunden haben, ist er per Definition nicht nachvollziehbar, da göttliche Eingriffe prinzipiell nicht reproduzierbar ist. Auch dann finden wir also keinen Gott in der Schöpfung, sondern stetes Nichtwissen.
Und dafür, dass die Bibel sich nicht mit Nebensächlichkeiten aufhält, ist die Beschreibung der Arche (1. Mose 6:14-17) im Vergleich zur Erschaffung von Himmel und Erde (1. Mose 1:1) überproportional lang. Hesekiels Tempelvision, die den Tempel Gottes beschreibt umfasst 6 Kapitel (Hesekiel 40-45) und verwendet viel Text allein auf die Vermessung dieses eingebildeten Gebäudes mit Vorhof und Innenhalle.

Grundsätzlich werden lediglich jene Wissenschaftler zitiert, die mit irgendeinem Ergebnis oder irgendeiner Aussage die eigenen Ideen stützen, unabhängig und ignorierend, was der Wissenschaftler sonst noch (vielleicht sogar im Kontext der selektierten Aussage) von sich gab oder andere Wissenschaftler von dieser Aussage oder jenem Experiment halten.
Wir können uns natürlich gern fragen, warum es etwas gibt und warum nicht nichts, aber Gott ist nicht mehr als ein vages Bauchgefühl. Es bringt nichts substanzielles zur Erörterung dieser Frage. Es bleibt: Wenn es nichts gebe, gebe es auch niemanden, der sich darüber wundern könnte. Sollte die Wissenschaft aber tatsächlich nur bestätigen, was sowieso schon seit bis zu 3500 Jahren in der Bibel steht, dann gibt es keinen Grund, die Wissenschaft zu befeinden und auch keinen Grund für die führenden christlichen Gruppierungen, die Bibel immer allegorischer auszulegen. Die Schöpfungsgeschichte hat aber zu recht keinen Platz in der Biologie, so wie Dänicken keinen Platz in den Geschichtswissenschaften. Man kann halt nicht einfach festlegen, dass die Bibel die Wahrheit spricht und ihr die methodischen Wissenschaften unterzuordnen sind. Das wäre dogmatisch!

Beim Überfliegen kreationistischer Schreibereien stelle ich aber immer wieder fest, dass bei ausreichender Interpretationsfreiheit und dem Weglassen von Gegenargumenten oder der Verknappung wissenschaftlicher Hypothesen, auf eine passende Aussage, unglaublich viele Schöpfungsmythen "belegbar" sind. Wirft man im Gegenzug besonders dem alttestamentarischen Gott Grausamkeit vor, zum Beispiel der Genozid an Sodom und Gomorra, und fragt warum, oft bis zum Säugling runter, ganze Volksgruppen (mitsamt unbeteiligten Tieren) ausgerottet wurden oder werden sollten (zum Beispiel die Landnahme Kanaans durch Josua), gelangt man schlußendlich wieder nur bei "Gottes Wege sind unergründlich." Freilich hat diese Diskussion nicht mehr viel mit der eigentlichen Debatte um die Herkunft des Lebens zu tun, aber zur Erörterung des Gottes, der das alles gemacht haben soll, tragen solche Fragen schon bei. Man muss dabei aber darauf achten, den Bogen zurück spannen zu können.

Schaut man sich jedoch den Satz aus Verhaltensregeln verschiedener Religionen an, sind diese in den Kernaussagen meist relativ ähnlich. Strafen auf Mord, Ehebruch, ...
Oft sind Aussagen von Kreationisten so generisch, dass es schwer fällt, diese in irgendeine Richtung einzuordnen. Warum aber hat jene Gruppe die Wahrheit, die anderen aber nicht? Und welche Argumente haben diese, die jene nicht auch haben? Wie man es dreht und wendet, es handelt sich doch wieder um einen inneren Zirkel, der alles außerhalb als veraltet, teuflisch oder eben falsch darstellt.
Die eigene heilige Wahrheit steht dem öffentlichen Bild von Wissenschaft gegenüber. Und dieses Bild der Wissenschaft ist nunmal dogmatisch. Es wird nicht hinterfragt, wie die forschenden Personen zu ihren Erkenntnissen kamen und warum sie ihre Schlussfolgerungen zogen. Es ist irrelevant, wie stichhaltig Darwin, Wallace, Haeckel, Gould, Dawkins und all die anderen argumentieren und wie schlagkräftig die Evidenz für ihre Aussagen sind, ihre Ergebnisse widersprechen einfach der heiligen Wahrheit. Und da die Forscher nicht vom unheiligen Weg abweichen und "stur" ihren Abläufen folgen, die ausschließen, was nicht sein darf, sind sie logischerweise dogmatisch.
Ein allwissender, zeitungebundener (daher prophetischer) Gott hätte wissen müssen, dass der Schöpfungsbericht irgendwann einmal auf dem Prüfstand steht und aufgrund seiner knappen Aussagen falsch ausgelegt werden wird (zum Beispiel durch Kurzzeitkreationisten).
Stattdessen geht es den Figuren, die gegen die Evolution oder eine andere unbeliebte Wissenschaft argumentieren nicht vorrangig um Erkenntnis, sondern darum in der Öffentlichkeit den Eindruck einer Debatte zu erwecken, die es im Grunde nur in ihrem Kopf gibt. Immer wieder wirft man mit Versatzstücken irgendwelcher "Forschungen" um sich, in der Hoffnung, die Gegenseite werde irgendwann nachgeben oder es einfach einsehen.

Eine grobe Vorstellung der Größe des Kosmos zeigt auf, dass wir wohl nicht allein sein können und die Entstehung von Leben nur eine Frage der Wahrscheinlichkeit ist. Zur Sonne bräuchte ein Linienflugzeug 19 Jahre, nonstop, Tag und Nacht. Der nächste Stern (Proxima Centauri) ist in seiner sonnennächsten Konstellation 4,2 Lichtjahre entfernt, was 271.000 mal weiter weg als die Sonne. Das ist quasi unser Nachbar. Die Milchstraße enthält aber nochmal 220.000.000.000 Sterne und misst mehr als das 24.000-fache des Abstandes zu Proxima Centauri. Der Andromedanebel ist sogar 600.000 mal so weit entfernt, wie Proxima Centauri, und gehört dennoch zur "lokalen Gruppe". Warum dieser Name? Weil das eine Gruppe der nächstbesten Galaxien ist und Galaxien gibt es über 150.000.000.000. Wir diskutieren darüber, ob 30 * 10^21 Sterne im sichtbaren Universum und wer weiß was noch im Bereich dahinter, lediglich dazu da sind, uns Gottes Macht zu demonstrieren und dennoch eingeflößt sei, dass der Mensch, eine Spezies unter tausenden auf einer kleinen, blauen Murmel, in irgendeinem Heilsplan einen wichtigen Eckstein einnimmt. Da darf man doch ganz berechtigt seine Zweifel haben. Früher war es sicher die noch unvollständigere Sicht auf die mögliche Größe des Universums, die den Menschen in den Mittelpunkt stellte, da sich ja alles um die Erde zu kreisen schien. Heute spielt vielleicht die Angst um Bedeutungslosigkeit in einer auf Nummern beruhenden Welt mit herein.

Dass ein starres Gottesbild auf Erden existiert, dass nach wie vor seine Anhängerschaft hat, liegt sicherlich auch an der Priesterschaft, die die Gläubigen mit Strafandrohungen von oben dabei hielt, nur den "einen wahren Gott" anzubeten. Man solle sich keinen Götzen hingeben (#2). Das selbstbestimmte Leben, ein wesentlicher Teil der Menschenrechte, die hart, auch gegen den Widerstand der Kirchen, erkämpft wurden, sind Grundpfeiler unserer heutigen Gesellschaft und dies spiegelt sich ebenso in der Wissenschaft wider. Sie ist in kein Korsett gepresst und erforscht frei von Zwängen die Welt um sich herum. Es ist großartig, diesen Prozess mit erleben zu dürfen, auch wenn in der Wissenschaftskommunikation oft das Ergebnis, nicht die Forschung dahinter, im Vordergrund steht.

Es gibt so um die 5000 verehrte Götter, man kann's eh nicht allen recht machen. Die Chance, den falschen zu verehren, nur weil man zufällig in eine bestimmte Kultur geboren wurde, ist also größer als 99,9%. Dann lasse ich jenen letzten als einfache Konsequenz auch einfach weg und kann dennoch ein guter Mensch sein und ein erfülltes Leben führen. Ich muss aber nicht. Wissenschaft macht es ja auch nicht unmöglich zu glauben. Sie macht es nur möglich, nicht glauben zu müssen.

Aber ich kann die Kreationisten und die "Sonntagschristen" nachvollziehen. Sie sind nicht zwangsläufig militant oder dogmatisch oder ungebildet. Ein haufen gläubiger Wissenschaftler (zum Beispiel Harald Lesch, Astrophysiker) widerlegt dieses Bild. Doch das bewusste Loslassen des Glaubens ist ein langwieriger, schmerzhafter Prozess. Ich kann mir vorstellen, dass einen Selbstzweifel plagen und das schlechte Gewissen, die Eltern zu verraten. Auf dem Pfad zur Wahrheit wünscht man sicher mehr als einmal, Gott an seiner Seite. Der Weg vom Glauben zum Zweifel ist offenbar schwer, besonders, wenn man in einer Religion aufgewachsen ist. Das ist absolut nicht böse gemeint. Der "rote Faden" für die Entscheidungen des Lebens soll plötzlich nicht mehr da sein. Der Glaube ist ja real.
Der Weg in die andere Richtung ist deswegen aber nicht leichter. Den Zweifel als Triebkraft des Denkens durch einen Glauben an prinzipiell nicht nachweisbare Dinge zu ersetzen, scheint mir ein Unding. Immerhin studiere ich seit fast 4 Jahren mit Zeugen Jehovas die Bibel. Greifbarer ist es seither nicht geworden.

Um es dennoch bei einem Schlusswort zu belassen, lässt sich folgendes sagen: Dass Kreationisten, die einer 3000 Jahre alten Schrift mehr glauben, als methodisch erworbener Erkenntnis, die sich stetig selbst prüft, eben jener in Form der Evolutionswissenschaften Dogmatismus vorwerfen, lässt Zweifel offen, ob deren Spiegelneuronen korrekt arbeiten.

# 1 - Weitere Indizien, die für die Ansicht einer Flachen Erde stehen

Die dreitägige Finsternis der 9. Plage (2. Mose 10-20:23) und die stillstehende Sonne zu Gibeon (Josua 10:12-13). Beides verlangt entweder das Stoppen oder Hinwegbewegen der Gestirne oder dem Stoppen des Drehimpulses der Erde. Bei einer statischen Erde mit einer den Sternen zugewandten und einer angewandten Seite (was auch immer dann zu sehen wäre) ist die austretende Wärmeenergie, die durch den Energieerhaltungssatzes durch die Umwandlung der Bewegungsenergie entsteht, weniger relevant, als die ebenfalls austretende Wärmeenergie durch die Umwandlung der Bewegungsenergie aus dem Drehimpuls der Erde.
Wenn die Erde gestoppt wird kann man die umzuwandelnde Energie errechnen. Die Masse der Erde ist bekannt und ihre mittlere Drehgeschwindigkeit auch.

Die kinetische Energie der Drehbewegung der Erde errechnet sich aus ihrer Translationsenergie (E trans) addiert zur Rotationsenergie (E rot).

Die Rotationsenergie ergibt sich wie folgt: E rot = 1/2 * 2/5 * mr² * w²
Die Translationsenergie ergibt sich wie folgt: E trans = 1/2 mv²

In Summe: E kin = 1/2 mv² + 1/2 * 2/5 mr² * w²

Das sieht komplizierter aus, als es ist. Die Winkelgeschwindigkeit w² entspricht v²/r². Das können wir einsetzen und danach die Formel einkürzen.

E kin = 1/2 mv² + 1/2 * 2/5 mr² * v²/r²

r² kürzt sich raus.

E kin = 1/2 mv² + 1/2 * 2/5 mv²
E kin = 5/10 mv² + 2/10 mv²
E kin = 7/10 mv²

Die Rotationsgeschwindigkeit der Erde lässt sich errechnen aus der Zeit, die eine Drehung um die eigene Achse dauert und der Strecke, die am Äquator zurückgelegt wird, dessen Umfang aus der Formel U = 2 Pi * r zu errechnen ist. Der Erdradius ist dabei 6371 km. Wir kommen daher auf 1667,924 km/h beziehungsweise 463,312 m/s.
Die Masse der Erde beträgt 5,9722 * 10^24 kg (5,97 Trilliarden Tonnen).
Setzen wir diese Werte nun in obige Formel E kin = 7/10 mv² ein, ist das Ergebnis: 897386,395 * 10^24 kg * m²/s².

Die Einheit kg * m²/s² ist aber sehr umständlich, also ersetzen wir auch diese.
kg * m/s = N (Newton, Kraft)
kg * m²/s² = J (Joule, Energie)
kg * m²/s³ = W (Watt, Leistung)
Demnach haben wir knapp 900 * 10^27 J. Das entspricht umgerechnet etwa der Leistung von 128 Trilliarden Cerankochfeldern (ca. 7000 Watt). Und das wiederum sind auf jeden der 510.064.471.909.788,275 m² (A = 4r² Pi) je 250.948.668 Cerankochfelder Leistung.
Der Vergleich mit Kochgerätschaften ist nicht von ungefähr: Tatsächlich wird die Erde Impulsänderungen durch den Energieerhaltungssatz in Wärmeenergie umwandeln. Die Erdkruste würde verdampfen, mitsamt den armen Lebewesen darauf.

#2 - Wobei eigentlich auch Kreuze, Marienbildnisse oder Heiligenverehrung Götzenkult ist. (siehe 2. Mose 20:4, 5; Jeremia 10:3-5)
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Früher war alles besser? Heute sorgt in Deutschland die Allgemeinheit dafür, dass alle Wohnung oder Kleidung haben. Die Wohlhabenden geben 50% ihres Einkommens dem Staat, zahlen 80% der Einkommenssteuer, den größten Teil der Körperschafts- und Unternehmenssteuern, sowie einen überproportional hohen Anteil der Umsatzsteuer und sichern so die Grundversorgung der Armen. Kennt jemand eine Ära, in der es mehr Gerechtigkeit gegeben hätte?
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Mi 28. Mär 2018, 17:46

Grundsatzartikel: Zu viele Explosionen - Über die Probleme bei der Vermittlung von Wissenschaft

Chemie scheint im öffentlichen Bild lediglich auf die Frage beschränkt, mit welcher Mischung man den lautesten Rums mit den grellsten Farben machen kann.
Wir haben die letzten 300 Jahre im wesentlichen damit verbracht, Dinge in die Luft zu jagen.
- Andrea Sella, Chemiker, Wissenschaftskommunikator

Natürlich möchte man auch in der als langweilig und öde verschrienen Chemie um die Gunst der Laien werben, aber wenn Wissenschaftsvermittlung bei Explosionen stehen bleibt, verzerrt dies das Bild der dahinterstehenden Wissenschaft, die in den letzten 300 Jahren wesentlich zum modernen Weltbild beigetragen. Ohne Chemie kein Verbrennungsmotor, keine Konserven, kein Porzellan. Bereits durch die Erstnennung des Verbrennungsmotors zeige auch ich, dass Explosionen irgendwie das Zerrbild bestimmen. Chemie ist aber auch immer verknüpft mit den "großen Fragen". Wie entstand das Leben? Was passiert im Inneren der Sterne?

In dem folgenden Video beginnt auch der zitierte Andrea Sella mit einer Explosion, nutzt diese aber als Aufhänger, um das grundlegende Problem bei der öffentlichen Darstellung der Chemie anzusprechen.



Viele astronomische Fragen sind immer auch Fragen der Chemie. Wenn wir also nach extraterrestrischen Lebewesen suchen und die Ergebnisse der Viking-Sonden vom Mars analysieren, betreiben wir Chemie. Wenn wir wissen wollen, was Leben ist und wie es entsteht (oder entstanden ist), werden wir ohne Chemie nicht weiter kommen. Und wieder zeigt sich, dass Wissenschaften nicht hermetisch von einander getrennt sind. Chemie zeigt uns die Verbindung zwischen der belebten und unbelebten Materie, wie Sella erklärt. Sie bildet eine Brücke zwischen Physik und Biologie.


Nontrivial Subfield - Nichttriviale Unterrubrik

Das Wort "Chemie" ist aber zu einem Schimpfwort geworden. Nur Dinge "ohne Chemie" sind gut, gesund und menschenfreundlich. Wenn irgendwo "Chemie drin ist", dann sollte man besser die Finger davon lassen.
Chemie in der Schule besteht aus dem Auswendiglernen des Periodensystems und dem hantieren von Formeln. Zu selten geht es um die Geschichte dahinter, zu selten um die Bedeutung für uns. Chemie hat heute ein Nischendasein in der Öffentlichkeit. Es ist dieser Zahlenwust neben der Astronomie und der Teilchenphysik. Und da es kaum populärwissenschaftliche Bücher über diese Nische gibt, wie in den genannten Bereichen, wird sich vorerst nichts dran ändern. Jedesmal wenn ich irgendwo auf die Chemie stoße - zum Beispiel bei der Recherche zu astrobiologischen Themen, wo die Chemie natürlich ebenfalls eine wichtige Rolle spielt - ärgere ich mich enorm, dass ich so wenig davon verstehe. Für ein Studium all der Fachbücher fehlt mir die Zeit. Es fehlt eben an populärwissenschaftlichen Informationsquellen, wie in anderen Disziplinen.

Chemie ist zum Beispiel äußerst wichtig für die Entwicklung von Medikamenten. Verdeutlichen will ich dies an Impfstoffen und Heilmitteln gegen Hebatitis.
Hepatitis ist ganz allgemein eine Erkrankung der Leber. Es gibt bakterielle Krankheiten, aber am häufigsten kommen Virusinfektionen vor.

Viren kurz erklärt: Viren sind sehr viel kleiner als Bakterien. Im Gegensatz zu Bakterien sind Viren sehr wahrscheinlich nicht lebendig. Es sind nur Moleküle (DNA/RNA in einer Proteinhülle), die so angeordnet sind dass sie in eine Zelle eindringen und diese dazu bringen, Kopien des Virus anzufertigen. Dabei überlebt die Zelle in der Regel nicht. Um die Viren selbst zu zerstören, gibt es bisher kein Mittel.

Man unterscheidet bei Hepatitisviren zwischen A, B, C, D, E.

A und B sind akute Krankheiten, für die es jedoch Impfstoffe gibt. D kommt nur vor, wenn B ausgebrochen ist, kann also durch Impfung verhindert werden. E kommt selten vor. Seit 2012 wird hierfür in China ein neuer Impfstoff gestest.
Bleibt Hepatitis C, der als sehr gefährlich gilt. Hierfür gab und gibt es keine Impfung. Die Krankheit ist chronisch. Bis zu 170 Millionen Menschen weltweit tragen die Viren in sich. Nach 15 bis 30 Jahren ist die Leber so geschädigt, dass sie sich nicht mehr erholen kann (Leberzirrhose), oder es entsteht Leberkrebs.
2013 wurden Studien für einen neuen Wirkstoff, Sofosbuvir, durchgeführt. Zusammen mit dem bereits vorhandenen Ribavirin konnten die Viren weitgehend nebenwirkungsfrei in 12-24 Wochen um bis zu 90% reduziert werden. Es wird inzwischen daran geforscht, Ribavirin durch andere Stoffe zu ersetzen, die noch besser wirken.
Wie funktioniert das? Sowohl Sofosbuvir als auch Ribavirin sind Virostatika, dass heißt sie verhindern, dass sich der Virus weiter verbreitet. Beide wirken so: Das Virus dringt zwar in die Zelle ein, aber der Prozess, der die neuen Viruskomponenten aufbauen (synthetisieren) soll, wird durch die Medikamentenwirkstoffe gestört. Beim Hepatitis C Virus ist das NS5B Protein dafür verantwortlich, die RNA des Virus zu kopieren. Sofosbovir wirkt als fehlerbehafteter Baustoff und blockiert das NS5B. Der Virus wird nicht weiter kopiert.
Sofosbuvir ist über ein beschleunigtes Zulassungsverfahren seit Januar 2014 in Deutschland zulässig, seit Mai 2017 der ganz neue Wirkstoff Simeprevir. Später kommen vermutlich noch weitere hinzu. Je nach Variante (Genotyp) des Virus stehen dann verschiedene Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Verfügung. Möglicherweise wird es jetzt möglich sein, das Virus endlich zu besiegen.

Für viele Menschen sind Wissenschaften aber generell unverständlich oder auf das Ergebnis beschränkt. Es muss aber nicht einmal das Fachchinesisch sein, dass für Verwirrung sorgt. Wie einst schon erwähnt, reicht auch der einfache Begriff "Theorie" aus um unwissend oder mutwillig durch Falschinterpretation die falschen Schlüsse zur Untermauerung seines Glaubenshauses zu verwenden.

Die Theorie ist eine Vorstellung, die man hat und die noch zu beweisen ist. In der Praxis beweist sich diese Theorie dann im täglichen Leben. Richtig?
Wenn eine Theorie nicht bewiesen oder sie nicht geeignet ist zur praktischen Umsetzung, dann wird sie häufig grau. Sie ist farblos, leblos, ein reines Gedankenkonstrukt, das man nicht umsetzen kann. Die Wikipedia hat dazu eine schöne Definition:
Eine Theorie ist ein System von Aussagen, das dazu dient, Ausschnitte der Realität zu beschreiben beziehungsweise zu erklären und Prognosen über die Zukunft zu erstellen.

So verwenden Kreationisten beispielsweise den Begriff nicht, um die Evolutionstheorie in Misskredit zu bringen. Sie sei eine Theorie und durch nichts zu beweisen, weshalb sie ja eben nur eine Theorie sei. Oft ergänzt um die Unfehlbarkeit der jeweils hochgehaltenen Heiligen Schriften.
Viele, deren Wissen über Wissenschaftstheorie im Bereich einer Nulllinie liegt, nicken dann und sagen: "Das klingt logisch."
Mein Wissen liegt selbst nur knapp oberhalb dieser gedanklichen Linie. Ich bin kein Wissenschaftler, war nie auf einer Universität. Ich habe mir alles angelesen, habe daraus selber Schlüsse gezogen und bin mir bewusst, dass ich viele Lücken habe.
Allerdings brauche ich nur einen Satz um den Unterschied in der Definition des Wortes "Theorie" klar zu machen: Die wissenschaftliche Theorie unterliegt ständiger, öffentlicher Prüfung. Theorien, die als etabliert gelten, sind durch so viele Bestätigungen abgesichert und immer und immer wieder von den verschiedensten Menschen geprüft worden, dass sie als gesichert gelten können.

Viel zu selten kommt in der breiten Allgemeinheit an, wie wissenschaftliche Daten erarbeitet werden, worauf sich Theorien begründen.

Es geht nicht um Indoktrination, wenn beispielsweise die Evolutionstheorie in Schulen gelehrt wird, sondern um die naturalistische Antwort auf die Frage, wo Leben her kommt und wie es das wurde, was wir heute sehen. Indoktrinieren muss nur, wer seine wahren Absichten verschleiert. Was verschleiern also Wissenschaftler, Professoren und Lehrer? Und warum?

Weitere Literatur:
Warum die klügsten Köpfe Deutschland verlassen
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article126487997/Warum-die-besten-Koepfe-Deutschland-verlassen.html
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Re: Evolution oder Schöpfung

Beitragvon almafan » Do 29. Mär 2018, 22:17

Die Wichtigkeit von Grundlagenforschung - Astronomie in der Augenklinik

Astronomie ist ja zu nichts gut. Ich hatte das schon einmal von einem Freund gehört, der sinngemäß sagte: "Was kümmern mich die Sterne, wenn mein Leben doch hier unten statt findet? Alles was ich wissen muss, findet sich hier?" Ein Bericht aus dem Jahr 2014 widerlegt diese These. Auch wenn Astronomie sich unglaublich weit entfernten Objekten beschäftigt, können Teile der Forschung ganz alltäglich werden.

In der Augenklinik in Maastricht muss man oft sehr komplizierte Operationen durchführen. Um den Patienten bei einer Retina-Ablösung das Augenlicht erhalten zu können, muss sehr schnell eine bestimmte Operation durchgeführt werden, bei der auf Millimeterbruchteile genau gearbeitet werden muss. Das geht nur mit entsprechenden Mikroskopen, die den Ärzten vernünftige Bilder liefern. Bilder, die das zu operierende Auge klar und deutlich zeigen und nicht ständig hin und her wackeln. Aber das taten sie bisher immer. Man hatte in Maastricht sogar eine Bremsschwelle von der Straße vor dem Krankenhaus entfernt um Erschütterungen durch die vorbeifahrenden Autos zu vermeiden. Aber das half nicht. Das ganze Gebäude vibrierte immer noch und schuld war der Wind, der gegen die Fassade des Krankenhauses bläst. Die Vibrationen waren zwar 100 Mal kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares – aber das war immer noch stark genug um das Bild im Mikroskop zu verwackeln. Und der Wind lässt sich leider kaum abstellen.

Die Ärzte brauchten ein ruhiges Bild um zu operieren, aber sie bekamen keines. Und wer braucht noch ein ruhiges Bild von den Dingen für seine Arbeit? Genau - die Astronomen! Wenn man mit einem Teleskop den Himmel beobachtet, dann darf das auch nicht wackeln sondern muss ruhig und exakt auf einen Stern gerichtet werden. Je ruhiger das Bild, desto besser die Ergebnisse. Und besonders gute Ergebnisse wollte man mit dem Weltraumteleskop Darwin bekommen. Das sollte eigentlich 2015 den Betrieb aufnehmen und hätte aus einer Flotte kleiner Satelliten bestanden, die zusammengeschaltet werden können um die Atmosphären von extrasolaren Planeten zu untersuchen und dort vielleicht Anzeichen von Leben zu finden. Dazu braucht man natürlich sehr exakte Messungen und muss die Teleskope sehr exakt und stabil ausrichten. Darwin selbst wurde 2007 eingestellt. Aber die technischen Studien und Prototypen, die man bis dahin gemacht hatte, waren nicht umsonst. Denn die Stabilisationsmethode, mit der man ursprünglich nach extrasolaren Planeten suchen wollte, hilft heute den Ärzten in Maastricht, ihren Patienten das Augenlicht zu erhalten.

Das Gerät heißt "Hummingbird" (Kolibri) und wurde im Rahmen des Technology Transfer Network der Europäischen Weltraumagentur ESA aus der Astronomie in die Medizin übergeführt. Professor Carroll Webers von der Maastrichter Augenklinik ist begeistert und Krankenhäuser in anderen Ländern sind ebenfalls an dieser Technik interessiert.

Man sollte die astronomische Forschung nicht über ihre Spin-Offs rechtfertigen. Man betreibt Astronomie, weil man mehr über das Universum herausfinden wollen und nicht, um Augenoperationen zu erleichtern. Aber wenn man mehr über das Universum herausfindet, dann lernt man dabei zwangsläufig auch immer etwas, das sich auf unser Alltagsleben auswirkt. Je mehr wir wissen, desto mehr Möglichkeiten haben wir. Man darf nur nicht den Fehler machen und glauben, man könnte gezielt in eine Richtung forschen. Die Ärzte aus Maastricht haben die Lösung für ihr Problem in der Astronomie gefunden. Das nächste Mal ist es vielleicht die Teilchenphysik, die Zoologie oder die Mathematik der Primzahlen. Das kann man vorher nicht wissen. Und genau deswegen ist die Grundlagenforschung so fundamental wichtig!
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