Aus der Geschichte lernen ...




Religion, Esoterik, Verschörungstheorien und andere Dinge.

Aus der Geschichte lernen ...

Beitragvon almafan » Fr 2. Aug 2019, 22:26

... ist schwer.

Oder unmöglich? Dieser Frage gehen wir in dieser Beitragsreihe nach. Geschichtlich interessante Personen, Orte und Ereignisse, werden hier ebenso erörtert, wie die Idee der historischen Wissenschaft überhaupt.

Inhaltsverzeichnis

Seite 01, Beitrag ...
... 002, 02.08.2019: Intro: Lehrmeister Geschichte
... 003, 05.10.2019: Leg dein Ohr auf die Schiene der Geschichte
... 004, 11.10.2019: Die Schiene der Geschichte - Review 1: Deutscher Geschichtsunterricht
... 005, 22.10.2019: Die Schiene der Geschichte - Review 2: Max Herre und der Freundeskreis
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Früher war alles besser? Heute sorgt in Deutschland die Allgemeinheit dafür, dass alle Wohnung oder Kleidung haben. Die Wohlhabenden geben 50% ihres Einkommens dem Staat, zahlen 80% der Einkommenssteuer, den größten Teil der Körperschafts- und Unternehmenssteuern, sowie einen überproportional hohen Anteil der Umsatzsteuer und sichern so die Grundversorgung der Armen. Kennt jemand eine Ära, in der es mehr Gerechtigkeit gegeben hätte?
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von Anzeige » Fr 2. Aug 2019, 22:26

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Re: Aus der Geschichte lernen ...

Beitragvon almafan » Fr 2. Aug 2019, 22:27

Lehrmeister Geschichte

Kann man aus Geschichte lernen?

Der Blick auf diese zeigt, was möglich war, ist und vielleicht sein wird. Sie zeigt, wozu Menschen fähig und unfähig waren und sind.

Man kann also gewiss viel aus ihr lernen. Aus all den Ereignissen, Schicksalen und Persönlichkeiten.

Doch gemeint ist mit diesem Ausspruch nicht akademisches Wissen, sondern ob Geschichte selbst uns lehren kann. Können wir Lehren aus Entwicklungen und persönlichen Entscheidungen Vergangener auf uns selbst ziehen?
Wie war es möglich, dass eine Kulturnation voller Dichter und Denker, binnen kurzer Frist fähig wurde, einen millionenfachen Genozid zu verüben? Wieso war es möglich, allein der Hautfarbe geschuldet, Menschen in Klassen zu kategorisieren und wie hat man dies überwunden?

Ob Deutschland da anders vorgeht, als andere Länder kann ich nicht beurteilen. Aber seit cirka drei Jahrzehnten gehört das Erinnern an die Gräueltaten aus der NS- und SED-Zeit dazu. Am Yasukuni-Schrein in Japan gedenkt man aber nach wie vor auch den Kriegsverbrechern. Vielleicht will nicht jede Nation auch ihre dunklen Kapitel ausleuchten. Für die Juden ist die Aufforderung "Zachor" (Erinnere Dich!) seit jeher ein religiöses Gebot der Tora. Inwiefern die jüdischen Gemeinden dabei lediglich aus der beliebten Opferrolle heraus erinnern, vermag ich nicht zu sagen.

Die einen sagen, das Erinnern verhindere den Blick nach vorn und belastet Generationen mit einem Erbe, dass sie gar nicht begreifen können. Die anderen sagen, das Schweigen opfere das Leid der Opfer auf dem Altar der Zukunft.

Jede Nation hat ihre Gedenktage. Der 8. Mai gilt in der Deutschen Geschichte als Tag der Kapitulation Deutschlands vor den Alliierten und dem Frieden in Europa. Der 9. November ist der Tag des Mauerfalls.
9/11 wurde zum Tag, an dem die Welt eine neue Stufe des internationalen Terrorismus gegenüber stand und die Welt erneut ins Chaos gestürzt wurde. Der 4. Juli ist der amerikanische Unabhängigkeitstag. Usw.

Macht Erinnern immun gegen künftige Fehlentwicklungen? Ich denke nicht. Ich bezweifle sogar, dass es widerstandsfähiger gegen Gewaltversuchungen macht.

"Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung." steht im Talmud. Aber Erinnern ist nicht Versöhnen und nicht Wiedergutmachung. Es ist ja nicht einmal ausgemacht, dass tätige Erinnerung Wiederholung ausschließt.

Erinnern ist gut. Und vielleicht werden wir beim Betrachten feststellen, wo Zivilisationsgefahren lauern. Aber eine Garantie gibt es dafür nicht. Geschichte ist nur Rückblick "erklärbar". Geschichte ereignet sich. Deshalb ist es schwer, aus ihr zu lernen. Ein Ereignis zeichnet sich dadurch aus, dass es geschieht, dass es passiert, dass es in aller Regel nicht zu erwarten ist.

Nachher ist man immer schlauer und wir stellen mit Blick auf die Geschichte fest: Regeln gelten nur so lange, bis einer daherkommt und sich nicht an Sie hält. Aus der Geschichte lernen, heißt auch, Umwege zu gehen und Liegengebliebenes wieder aufzunehmen.
Geschichte hat kein Ziel. Geschichte hat keinen Zweck. Was nützt aber dann die ganze Beschäftigung mit der Historie, wenn sie nur zum Delektieren oder Entsetzen oder zum schieren Betrachten gut ist? Als sinnorientierte und zukunftsplanende Wesen käme es uns sehr gelegen, wenn jedes Ereignis der Geschichte Teil eines Verlaufs wäre, in dem eine Richtung erkennbar wäre. Manche Gedenkkultur ist geprägt von Denkmustern: hier die Guten, da die Bösen. Aller Widerstand zur NS-Zeit befördert solch, moralisch aufgeladene Denkweise. Der kindliche Wunsch nach Klarheit und Eindeutigkeit hindert aber, komplizierte Wirklichkeiten zu verstehen. Wir hätten tatsächlich schon einiges aus der Geschichte gelernt, wenn wir uns etwa bemühten, Konflikte nicht mehr unter der Fragestellung zu betrachten, wer dabei die Guten und wer die Bösen sind. Der Verzicht darauf trainiert im Umgang mit dem zugrundeliegenden Dilemma.

Einmal gemachte Erfahrungen schreiben sich nicht in den genetischen Code. Es gibt kein kollektives Gedächtnis. Jeder einzelne muss seine Erinnerungen im Bewusstsein halten.
Der Mensch neigt, mehr unbewusst als bewusst, zu der Annahme, dass mit ihm die Welt begann. Er weiß, dass er in einer langen Kette steht. Aber dieses Wissen ist in aller Regel nicht handlungsbestimmend.

Jeder Mensch macht jede neue Erfahrung zum ersten Mal. Bis hin zum Tod. Dass andere sie auch schon gemacht haben, hildt ihm nicht.

Deswegen ist es so unglaublich schwer, aus der Geschichte zu lernen.
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Früher war alles besser? Heute sorgt in Deutschland die Allgemeinheit dafür, dass alle Wohnung oder Kleidung haben. Die Wohlhabenden geben 50% ihres Einkommens dem Staat, zahlen 80% der Einkommenssteuer, den größten Teil der Körperschafts- und Unternehmenssteuern, sowie einen überproportional hohen Anteil der Umsatzsteuer und sichern so die Grundversorgung der Armen. Kennt jemand eine Ära, in der es mehr Gerechtigkeit gegeben hätte?
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Re: Aus der Geschichte lernen ...

Beitragvon almafan » Sa 5. Okt 2019, 15:23

Leg dein Ohr auf die Schiene der Geschichte

Nicht jeder mag sich mit Geschichte auseinander setzen wollen. Unbestreitbar ist aber, dass wir definitiv ein Teil davon sind. So klein unsere Rolle auch sein mag, wir haben eine. Davon handelt auch das Lied von Freundeskreis, aus dem Jahr 1996/97, das ich als Einspieler für die darauf folgenden Artikel nutzen möchte.

Es ist der zweite Song des Debütalbums des Freundeskreises "Quadratur des Kreises", politisch und gesellschaftskritisch angehaucht. Insbesondere dieses Lied.


https://m.youtube.com/watch?v=AgnDoXCCJO0

Songtext

[Intro]
Viele Menschen schrecken zurück wenn sie "Geschichte" hör'n
Geschichte...
Vier langweilige Stunden pro Woche in der Schule
Oder was, das lange her ist oder immer ohne einen passiert (#1)

[Part 1]
1973 - Geburtsjahr
Wichtig für mich als auch geschichtlich (#2)
Denn da wurde klar, dass die CIA 'ne Hure war
Chile - Attentat, viele Tote, Allende starb
Tragisch da tragender Mann der unidad popular
C.I.A., Chile Ist amerikanisch (#3)
Victor Jara sang auf Spanisch, seine stimme mahnt dich
Vergiss' die Toten nicht, vergiss' die Diktaturdespoten nicht (#4)
1973
Meine Mutter presste, gebahr und liebt mich
Trägt mich an der Brust stillt und wiegt mich
Indes 'ne Mutter mit Sohn in Kambodscha den Schuss zu spät sah (#5)
Er wär' wie ich jetzt 23

[Hook] (#+)
You're just a part of it
So get to the heart of it
Cause if you don't go
You won't know
You're just a part of it
So get to the heart of it
Cause if you don't go
You're never ever, never ever gonna know

[Part 2]
Ich war ein ABC-Schütze in der Zeit um '80
Man las von ABC-Geschützen in der Zeitung, ein Streit entfacht sich (#6)
Und Europa gewählt als Schlachtfeld um die Macht auf der Welt
Euer Opa dacht' vielleicht an "damals" als auch er sich auf die Straße stellt (#7)
'83, Angst macht sich breit, drei Jahre später Tschernobyl (#8)
Seveso sowieso, weh' dem, der noch Atomstrom will (#9)
Kennt ihr die Bilder der missbildeten Babys durch Chemie?
Kennt ihr die Villen der Millionäre aus der Industrie? (#10)
Wir spielten draußen Fußball als der erste Regen kam
Es ist ein Zufall, dass wir aus 'ner anderen Gegend war'n? (#11)
Ich denk' an Kurdistan, Halabdscha, in mir bricht 'was
Nach 'nem halben Jahrhundert tötet wieder deutsches Giftgas (#12)

[Hook] (#+)
You're just a part of it
So get to the heart of it
Cause if you don't go
You won't know
You're just a part of it
So get to the heart of it
Cause if you don't go
You're never ever, never ever gonna know

Wir war'n 18, Antifas mit Intifada-Schal und Armyparka
Andi war's, der in der Nacht an die Wand in der Schule malte (#13)
Nein, gemeint die Intervention im Irak
Die in der Tat viele Menschen mit dem Leben zahlten (#14)
Andi sei Kroate, der sein Land verrate, meint sein Vater
Weil er lieber sprühte als mit Handgranaten töten übte (#15)
Nur uns're Herzen glühten für die Riots in US-Städten (#16)
Uns're Wunderkerzen glühten für Asyl auf Lichterketten (#17)
Und als ob sie's wichtig hätten, unter uns die Brandstifter auf Wählerfang
Ich weiss was Tracy Chapman für Mandela sang
"Talkin' 'bout the revolution" (#18)
Leg' dein Ohr auf die Schiene der Geschichte

[Hook] (#+)
You're just a part of it
So get to the heart of it
Cause if you don't go
You won't know
You're just a part of it
So get to the heart of it
Cause if you don't go
You're never ever, never ever gonna know

[Bridge] (#*)
Anything is connected to anything
Is connected to anything, is connected to anything (#19)
Cause you is all and all is you
Is you is all is all is you is all
Anything, anything, anything

#+ - Übersetzung der Hook

Du bist nur ein Teil davon
So komm zum Herz / zur Mitte davon
Denn, wenn du nicht gehst
Wirst du es nicht verstehen
Du bist nur ein Teil davon
So komm zum Herz / zur Mitte davon
Denn, wenn du nicht gehst
Wirst du es niemals, niemals verstehen


#* - Übersetzung der Bridge

Alles ist verbunden mit allem
Ist verbunden mit allem, ist verbunden mit allem
Denn du bist alles und alles bist du
Bist du alles, ist alles du
Alle Dinge, alle Dinge, alle Dinge


#1 - Geschichte wirkt besonders auf Schüler häufig trocken, langweilig oder belanglos. Und das, obwohl wir nur aus der Geschichte lernen können, die gleichen Fehler nicht erneut zu begehen.

#2 - 1973 ist Max Herres Geburtsjahr und zugleich geschichtlich von großer Bedeutung.

#3 - Nimmt Bezug auf den Putsch in Chile 1973, als das sozialistische System um Präsident Salvador Allende mit Militärgewalt und Unterstützung der USA gestürzt wurde und in Chile anschließend Pinochet als Diktator installierte. Dieser regierte das Land bis 1990, während dieser Zeit wurden viele Gewaltverbrechen am Volk begangen.


Salvador Allende

Die Unidad Popular war ein linksgerichtetes Parteienbündnis mit Allende als Präsidentschaftskandidat, welches aus den Wahlen 1970 als stärkste Kraft hervorging.
Während der Pinochet-Diktatur wurden die meisten UP-Reformen rückgängig gemacht und viele ihrer Mitglieder verhaftet und gefoltert.

#4 - Victor Jara war ein chilenischer Sänger, der auf der Seite Salvador Allendes war. Seine Texte spiegelten seine politische Meinung wieder, welche gegen den Kapitalismus und die USA war. Er wurde durch die Opposition ermordet.


Victor Jara

Die zweite Zeile soll an das Leid der chilenischen Bevölkerung unter Pinochet erinnern.

#5 - 1970-1975 war in Kambodscha Bürgerkrieg zwischen den von Pol Pot geführten, kommunistischen Roten Khmer und der Kambodschanischen Nationalarmee. Unmittelbar danach setzte in Kambodscha der Genozid der Roten Khmer ein, der geschätzte 2 Millionen Menschen das Leben kostete.

#6 - Wortspiel:
ABC-Schütze : Synonym für Erstklässler, Schulanfänger
ABC-Geschütze: Massenvernichtungswaffen mit atomaren, biologischen oder chemischen Kampfmitteln

#7 - Europa wurde in dieser Zeit Schauplatz des Kalten Krieges. Der “Opa” geht auf die Straße und denkt an “damals” (damit meint der Autor den Zweiten Weltkrieg), wenn er gegen den Krieg und für Abrüstung demonstriert.

#8 - Die Katastrophe von Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986 in Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat. Als erstes Ereignis wurde sie auf der siebenstufigen internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse als katastrophaler Unfall eingeordnet.
Die Katastrophe gilt als der große Ernüchterungsschlag für die Atomtechnik und deren “kalkulierte Risiken”.

#9 - Das Sevesounglück war ein Chemieunfall, der sich am 10. Juli 1976 in der chemischen Fabrik Icmesa im italienischen Meda, 20 Kilometer nördlich von Mailand, ereignete. Hierbei wurden nach einer Explosion große Mengen giftigen Dioxins freigesetzt, welche die Bevölkerung angrenzender Dörfer teilweise schwer verletzte und eine Fläche von 1800 Hektar vergiftete.

#10 - Mit diesen beiden rhetorischen Fragen versucht Max Herre die ungerechte Profitgesellschaft in der wir leben, zu kritisieren. Auf der einen Seite die verunglückten und geschädigten Bürger, die ihre Schicksale der Chemieindustrie zu verdanken haben und auf der einen Seite die Profiteure in der chemischen, biologischen, pharmazeutischen und atomaren Industrie, welche ihren Reichtum mit umwelt- und gesundheitsgefährdenden Produkten verdienen.

#11 - Gemeint ist der Regen, der nach der Katastrophe von Tschhernobyl 1986 auf Europa niederkam und den Boden atomar verseuchte.

#12 - Bei einem Giftgasangriff am 16. März 1988 auf die irakisch-kurdische Provinz Halabdscha kamen bis zu 5000 Menschen ums Leben. Ca. 10000 Menschen wurden weiterhin schwer verletzt. Diese Attacke auf die kurdische Bevölkerung ging von der Irakischen Regierung aus, welche Giftgaswaffen aus Deutschland zur Verfügung hatten.

#13 - Antifa ist eine Akronym für Antifaschistische Aktion, einer Bewegung die gegen Faschismus kämpft.
Intifada-Schal und Armyparka sind ein klischeehaft typisches Outfit von Linken.

#14 - Die Vereinigten Staaten intervenierten im Zweiten Golfkrieg nicht nur um den Streit zwischen Irak und Kuwait zu schlichten, sondern auch um die Kontrolle über die Ölreserven zu sichern. Durch die gewaltsame Intervention der Amerikaner kamen viele Unschuldige ums Leben.
Mit seinen politischen Graffiti will Andi seinen Protest gegenüber dem Irakkrieg ausdrücken.

#15 - Hier sieht man den Unterschied der Generationen: die Ältere versucht noch mit kriegerischen Mitteln eine Lösung des Konflikts herbeizuführen, während die Jüngere auf friedliche weise den Konflikt zu klären versuchen
Gleichzeitig eine Referenz zum Kroatienkrieg. 1991 stimmte die Mehrheit der Kroaten für eine Unabhängigkeit von Jugoslawien, woraufhin das Serbisch dominierte Militär versuchte, die kroatische Bewegung niederzuwerfen. Anfangs kämpften auch paramilitärische Truppen der HOS für die Kroaten, später wurden diese in die kroatische Armee integriert. Im Text hätte Andis Vater vermutlich vorgezogen, dass sein Sohn die Truppen im Unabhängigkeitskrieg unterstützt.

#16 - 1992 wurde Rodney King in den USA von 4 Polizisten schwer verletzt. Als diese im Anschluss vor Gericht freigesprochen wurden, kam es zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen (eng. Riot) in Los Angeles. Den Polizisten wurde unterstellt, aus rassistischen Motiven gehandelt zu haben.
In der Folge gab es auch Ausschreitungen in den meisten kalifornischen Großstädten sowie Las Vegas, Atlanta, Chicago, Detroit, Miami, New York City, Philadelphia, St. Louis, und Washington DC.

#17 - Die Lichterketten, mit denen 1992 nach den Anschlägen auf die Asylantenheime in Rostock und Mölln gegen Fremdenfeindlichkeit demonstriert wurde.

#18 - "Talking ‘bout the Revolution" ist der bekannteste Song der amerikanischen Sängerin Tracy Chapman.
Im Jahr 1988 performte sie ihn live beim 70. Geburtstag des legendären südafrikanischen Anti-Apartheids-Aktivisten und späteren Präsidenten Nelson Mandela im Wembley Stadium von London.
Der Auftritt wurde in 67 Ländern übertragen und von geschätzen 600 Millionen Zuschauern am TV verfolgt.

#19 - Alles steht mit allem im Zusammenhang zueinander, da man nichts komplett isoliert von der Welt betrachten kann und alles in komplexe Vorgänge verknüpft ist, die man nur ändern kann wenn man einen Blick aufs Ganze hat.


Über alle diese von Max Herre genannten Ereignisse will ich in den nächsten Wochen hier schreiben.
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Früher war alles besser? Heute sorgt in Deutschland die Allgemeinheit dafür, dass alle Wohnung oder Kleidung haben. Die Wohlhabenden geben 50% ihres Einkommens dem Staat, zahlen 80% der Einkommenssteuer, den größten Teil der Körperschafts- und Unternehmenssteuern, sowie einen überproportional hohen Anteil der Umsatzsteuer und sichern so die Grundversorgung der Armen. Kennt jemand eine Ära, in der es mehr Gerechtigkeit gegeben hätte?
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Re: Aus der Geschichte lernen ...

Beitragvon almafan » Fr 11. Okt 2019, 17:43

Die Schiene der Geschichte - Review 1: Deutscher Geschichtsunterricht

Nehmen wir nun also in einem mehrteiligen Review den melodischen Geschichtsunterricht des Freundeskreises unter die Lupe.

Viele Menschen schrecken zurück wenn sie "Geschichte" hör'n
Geschichte...
Vier langweilige Stunden pro Woche in der Schule
Oder was, das lange her ist oder immer ohne einen passiert

Grundsätzlich lässt sich erstmal festhalten, dass es sich um ein Unterrichtsfach handelt. Bezeichnet wird damit aber jede Form institutionalisierter Unterweisung in Geschichte. In Österreich ist es meist ein kombiniertes Fach "Geschichte und Sozialkunde" beziehungsweise "Geschichte, Sozialkunde und politische Bildung".
Neben der Form als eigenständiges Fach gibt es auch Organisationsformen als sozialwissenschaftliches Lernfeld zusammen mit Erdkunde / Geografie und Sozialkunde, in einer Lehrerhand. Die Lehrkräfte lehren in solchen Fällen unter Umständen auch ohne Fachstudium. In der ebenfalls existenten Form als arbeitsgemeinschaftlicher Nachmittags- oder Projektunterricht, Schülerwettbewerben oder Prüfungen als besondere Lernleistung wird die Lehrerrolle am stärksten reduziert auf reine Lernbegleitung.

Es ist ein Trend erkennbar, weg von der Vermittlung eines auferlegten Geschichtsbildes hin zur Kompetenzentwicklung des Lernenden zu eigenständigem und kritischem historischen Denken. Ziel ist das Geschichtsbewusstsein. Am Ende der Schulzeit soll der Lernende in der Lage sein, ohne Anleitung selbstständig historisch zu denken, eine eigene Identität zu entwickeln und zu reflektieren, sowie zumindest tendenziell gleichberechtigt an der gesellschaftlichen Diskussion und Auseinandersetzung über Geschichte teilzunehmen. Weitere Ziele sind die Demokratie- und Menschenrechtserziehung. Aktuelle Bildungsstandards wirken dabei aber teilweise gegenteilig, da Kompetenzen auf Faktenkenntnisse reduziert werden. Auf Bundesebene vereinheitlicht ist der Geschichtsunterricht dabei nicht.

Gewollt ist eine Betrachtung aus mehreren Perspektiven, wie der zeigenössischen (Quellen) und rezipierenden (nicht zeitgenössische Darstellungen und Literatur). Es geht auch um den Gegenwartsbezug, die Streitbarkeit und die Pluralität der Ansichten.
Der Unterricht erfolgt dabei, trotz geschichtstheoretischer und entwicklungspsychologischer Kritik, meist chronologisch. Andere Organisationsformen, die zunehmend Eingang in Lehrpläne finden, sind die Orientierung an jeweils gegenwärtig relevanten Problemkomplexen. Aber auch das führt zu großen Verständnisproblemen der Schüler.

Geschichtsunterricht steht in der Verantwortung des Staates und unterliegt dessen gesetzlichen Lehrplänen. Trotz mehrfacher "Entrümpelung" wird die Überfüllung dieser Pläne kritisiert, die teilweise eher die Wünsche geschichtsbewusster Erwachsener als die realistischen Lernmöglichkeiten Heranwachsender widerspiegeln. Außerdem ist Geschichtsunterricht immer in der Gefahr, einer geschichtspolitischen Indoktrination oder Instrumentalisierung zu dienen. Andererseits gibt es legitime Gründe für eine Kultur beziehungsweise Gesellschaft, Geschichtsunterricht und politische Bildung zu institutionalisieren, da viele gesellschaftliche Institutionen den Nachwachsenden nur historisch plausibel zu machen sind. Als Beispiel seien das bundesdeutsche Grundgesetz genannt, das besser verstanden wird, wenn man Kenntnis der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert hat.

Gerade aber durch die Gefahr der Indoktrination ist der Geschichtsunterricht immer politisch umstritten und steht zu Recht im Blickfeld öffentlicher politischer Debatten (aktuell zum Beispiel wegen fehlender Behandlung der DDR-Geschichte, oder in Frankreich wegen fehlender Behandlung der Kolonialzeit).

Wie verlief Geschichtsunterricht in früheren Zeiten?

Geschichte wurde bis weit in die frühe Neuzeit weder an Schulen noch an Universitäten als selbstständiges Fach, sondern als Erläuterung lateinischer und griechischer Lektüre antiker Historiker gelehrt. Erst im 18. Jahrhundert wurden eigene Unterrichtsstunden eingerichtet, sowie Lehrbücher verfasst (Torsellini im 16., Petavius im 17. und (besonders erfolgreich) Christoph Cellarius im 18. Jahrhundert). Cellarius teilte dann auch Geschichte in die heute noch gebräuchlichen Begriffe Altertum, Mittelalter und Neuzeit ein. Für die Aufklärung wurde Geschichtsunterricht als säkulare Weltkunde zunehmend wichtiger als ein christliches oder konfessionelles Geschichtsnild, das die Historie zwischen Sündenfall und Erlösung deutete.

Im Gymnasium des 19. Jahrhunderts standen thematisch Hellas und Rom, das Mittelalter, die Reformation und die preußisch-deutsche Geschichte seit dem dreißigjährigen Krieg im Vordergrund. Methodisch dominierte der Lehrervortrag und die Lehrbuchlektüre. In der Volksschule herrschte die anschauliche Lehrererzählung über heimatliche und preußisch-deutsche Geschichte vor, die auf Gemüt und Gefühl zielte.
Obwohl in der Weimarer Republik verstärkt die Diskussion um die Bedeutung zur Demokratie- und staatsbürgerlichen Erziehung aufkam, blieb der Unterricht weitgehend einer deutschnationalen Ideologie verpflichtet, die vor allem eine deutsche Kriegsschuld am ersten Weltkrieg leugnete. Im Nationalsozialimus vielen alle wissenschaftlichen Barrieren gegen rassenideologische Propaganda verloren.
In der DDR ging es um eine marxistisch-leninistische Ideologie, die Erklärung des Faschismus, die Rolle des Kapitalismus und die Klassengesellschaft.
Der westdeutsche Geschichtsunterricht klammerte die Weimarer Republik und die NS-Zeit weitgehend aus oder behandelte dies ohne kritische Perspektive. Erst seit den 1960er Jahren wurde dies stärker eingefordert und durchgesetzt. Seit den 70ern gibt es eine kritische Geschichtsdidaktik, die mehr oder weniger Einfluss hatte.

In der Bundesrepublik Deutschland gehört heute die Auseinandersetzung mit Diktaturen und die Geschichte von Demokratie und Menschenrechten zu den zentralen Aufgaben.

Ist Geschichte etwas, dass ohne einen passiert?

Im Grunde entscheidet man dies selbst. Übrigens auch dann, wenn man sich nicht entscheidet. Man kann aktiv teilhaben. Studentenaufstände in den letzten 200 Jahren haben sogar gezeigt, dass man dafür kein Mindestalter und -einkommen benötigt. "Friday for Future" zeigt, dass es auch ohne Abitur geht.
Wer kein Akteur ist, stimmt stillschweigend den aktuell gegebenen Zuständen zu und ist damit auch Teil der Geschichte.
Geschichte ist immer abhängig von Leuten, die etwas tun und anderen, die etwas unterlassen.
Lange nicht alle, deren Namen wir in Geschichtsbüchern lesen, stehen da drin,weil sie da rein wollten. Sondern, weil sie etwas getan haben, dass irgendeinen Einfluss auf den Verlauf der Geschichte genommen hat.

Geschichte kann spannend sein. Jede Epoche bietet unterschiedliche Reize. Jeder Teilaspekt spricht unterschiedliche Menschen an. Ist es das Zwischenmenschliche? Ist es die Technik? Ist es ein fixes Ereignis? Ist es damalige Kleidung oder Essen?

Vielleicht gibt es unter den folgenden Themen ja etwas, dass auch dich interessiert.
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Re: Aus der Geschichte lernen ...

Beitragvon almafan » Di 22. Okt 2019, 14:30

Die Schiene der Geschichte - Review 2: Max Herre und der Freundeskreis

Versuchen wir zu ergründen, wie der Sänger und Rapper Max Herre mit seinem Freundeskreis zu diesem Liedtext kam und wer er eigentlich ist. Dies natürlich nur, sofern wir Informationen über ihn einholen können.

1973 - Geburtsjahr
Wichtig für mich als auch geschichtlich

Max besingt hier sein Geburtsjahr, dass nebenbei bemerkt, die gesamte erste Strophe einnimmt, während die zweite und dritte Strophe größere Zeiträume abdecken.


Max beim Düsseldorf Open Source Festival 2014

Maximilian Herre ist deutscher Rapper, Sänger, Songwriter und Musikproduzent. Zudem wählt er neue Talente bei dem Label Nesola aus, dass er zusammen mit (unter anderem) seiner Frau Joy Denalane gegründet hat.
Und das ist jetzt eher eine mittelgroße Überraschung: Max wurde 1973 geboren, genauer am 22. April in Stuttgart, wo er auch aufwuchs und zur Schule ging. In dieser machte er erste Erfahrungen mit (amerikanischem) Hip-Hop. Nachdem er Advanced Chemistry (die Band um Toni-L, DJ Mike MD und Torch wurde 1987 gegründet) gehört hatte, beschloss er, selbst Hip-Hop auf Deutsch zu machen. Die ersten deutschen Genre-Vertreter des Conscious Rap (#1) hatten dann auch Einfluss auf die Richtung die Max im Hip-Hop einschlug.
Seine erste Band Seedless Jam gründete er mit 15, sein erstes Hip-Hop-Projekt Agit Jazz 4 Jahre später mit dem Instrumentalmusik-Produzenten Philippe A. Kayser (Don Philippe). Um ihre Stücke auch live aufführen zu können, bildeten sie 1993 zusammen mit dem Stuttgarter Produzenten DJ Friction (Martin Welzer) die Band Maximilian und sein Freundeskreis. Ebenfalls 1993 gründete Max zusammen mit anderen Stuttgarter Künstlern die Kolchose (#2).

Als Wegbereiter des Deutschrap gelten übrigens Die Fantastischen Vier, auch wenn Advanced Chemistry als eine der ersten Gruppen gilt, die Hip-Hop in deutscher Sprache umsetzten. Den ersten Charterfolg hatten jedoch Die Fantastischen Vier 1992 mit "Die Da!?!" (1986 gründeten Smudo und Andreas Rieke die Band Die Zwielichtigen Zwei und Terminal Team, 1989 zusammen mit Thomas D und Michi Beck dann die endgültige Truppe unter dem ab da gültigem Bandnamen). Damit war deutschsprachiger Hip-Hop salonfähig geworden und kommerziell interessant. 4 Jahre später gaben sie auf der Popkomm die Gründung ihres eigenen Labels Four Music bekannt, dass sich als Label von Künstlern für Künstler versteht.

Warum dieser kurze Einschub?
1997 unterzeichneten die drei Freunde bei eben jenem Label der Deutsch-Rap-Pioniere, die übrigens ebenfalls aus Stuttgart kamen.
Mit "A-N-N-A" gelang der in Freundeskreis umbenannten Band der musikalische und kommerzielle Durchbruch. Die Single und das darauf folgende Album "Die Quadratur des Kreises" verkauften sich jeweils mehr als 200.000-mal, das zweite Album "Esperanto" 1999 sogar über 300.000-mal. Ab 2000 wurde es ruhiger um Band und Frontmann Max.
Als FK-Allstars (mehr als 15 Künstler, darunter Gentleman, Afrob, Sékou, Joy Denalane und Brooke Russell) traten sie auf einigen der größten Festivals wie Rock im Park, Rock am Ring oder dem Splash auf. Danach verließ Max die Band als aktives Mitglied.

Unter dem zunehmenden Druck durch seine wachsende Prominenz zog sich Max aus dem öffentlichen Rummel weitgehend zurück und kümmerte sich nach der Geburt seines ersten Sohnes hauptsächlich um die Produktion des Debütalbums seiner Frau Joy Denalane "Mamani", welches sich 130.000-mal verkaufte.

2004 veröffentlichte Max sein nach ihm benanntes Solodebütalbum. Im April 2006 gründeten Herre, Joy Denalane, Götz Gottschalk und Sophie Raml ein neues Label namens Nesola (Esperanto für "nicht allein"). Im August erschien das zweite von Max produzierte Denalane-Album "Born & Raised" auf Four Music.
2007 war der Freundeskreis wieder auf verschiedenen Festivals zu sehen, unter anderem in ihrer Heimatstadt Stuttgart, wo sie auf dem MTV Hip-Hop Open ihr 10-jähriges Bestehen feierten.
2009 folgte Max zweites Album "Ein Geschenkter Tag" und 2012 "Hallo Welt!", dessen vorveröffentlichte Single "Wolke 7" (ein Duett mit Philipp Poisel) der erste Top-10-Hit seiner Solokarriere war.


https://m.youtube.com/watch?v=sAJVOk0uPns
Tacheles: Max Herre über Musik und Vorurteile

2013 wirkte Max als Coach an der dritten Staffel der Castingshow The Voice of Germany mit, die sein Schützling Andreas Kümmert gewann. 2014 gewann er den Echo als Hip-Hop-Künstler des Jahres für sein Album "MTV Unplugged Kahedi Radio Show" (#3)

Privat ging es auch in und her. Für die Single "Mit Dir" suchte man 1999 einen weiblichen Counterpart für Max. So lernte er Joy kennen, die er später heiratete. 2001 kam Herres erster Sohn zur Welt. 2002, während der Produktion des Albums seiner Frau, zog die Familie nach Berlin. 2003 wurde sein zweiter Sohn geboren. 2007 trennte sich das Paar, seit 2011 sind sie wieder liiert. Außerdem ist Max Vater einer 2008 geborenen Tochter, der er den Song "Vida" seines Albums "Hallo Welt!" widmete.

Zu seinen Einflüssen zählt Max Herre Künstler wie Jay-Z, aber auch Black Thought, Bob Marleys "Natty Dread" über Al Greens "Let’s Stay Together", die englische 70s Rockband Free, Ostbeat-Musiker wie Hansi Biebl und den Singer-Songwriter Nick Drake. Musiker wie Jimi Hendrix und Led Zeppelin zählen hierzu ebenso wie Udo Lindenberg, der als sein wohl stärkster Einfluss gilt.

#1 - Was ist Conscious Rap?

"Conscious" kommt aus dem Englischen und bedeutet "bewusst". Diese Form des Rap bezeichnet demnach eine Art Gegenpol zum aggressiven Gangsta-Rap oder Battle-Rap, indem dessen Inhalte politisch oder sozialkritsch motiviert sind. Trotzdem wird auch genreübergreifend mit anderen Künstlern gearbeitet. Zurück reichen die Wurzeln bis zur amerikanischen Bürgerrechtsbewegung der 60er Jahre. Das ganze spielt sich meist öffentlichkeitsfern ab, doch nicht wenige Künstler waren auch erfolgreich. Im weitesten Sinne gehören Public Enemy, 2Pac, Boogie Down Productions/KRS-One, Atmosphere, A Trible Called Quest, Arrested Development, Brand Nubian, De La Soul, Dead Prez, Gang Starr, Jungle Brothers, Common, Mos Def, The Roots, Kendrick Lamar und Talib Kweli dazu.
Zwei der ersten Lieder dieser Richtung sind "The Message" und "New York, New York" von [i]Grandmaster Flash & the Furious Five
aus den Jahren 1982 und 1983.

Als Pioniere dieses Genres und des deutschen Hip-Hop überhaupt gelten Advanced Chemistry. Weitere Vertreter hierzulande sind Curse, Prinz Pi, Ben Salomo, Prezident, Spax, Anarchist Academy, Chaoze One, Albino, Meyah Don, Edgar Wasser, W4C, Ruhrpott AG sowie Blumio mit seinen gerappten Kommentaren zum aktuellen Weltgeschehen und natürlich der Freundeskreis.

#2 - Was ist die Kolchose?

Die Kolchose ist eine sogenannte Posse, ein teils loser Zusammenschluss von Hip-Hop-Künstlern aus und um Stuttgart. Sie repräsentieren den Kern der Stuttgarter Hip-Hop- / Streetculture-Szene in den 90ern. Das Kollektiv versteht sich als offene Künstlergruppe und Bewegung, deren engeren Kreis Schriftsteller, Medienwissenschaftler und bildende Künstler zugewandt sind.
Zu der Kolchose gehören Jean-Christoph Ritter (Schowi), João dos Santos (Ju) (beide von Massive Töne), Wasilios Ntuanoglu (Wasi), Max Herre und Afrob, sowie die DJs DJ 5ter Ton (Massive Töne), DJ Friction und DJ Emilio. Darüber hinaus wirkten zahlreiche weitere Künstler aktiv an der Kolchose mit.

Mein Herz das klopft
die Nase tropft
ich schäme mich
Benehme mich dämlich,
bin nämlich eher schüchtern
„Mein Name ist Anna, "
sagte sie sehr nüchtern
Ich fing an zu flüstern:
„Ich bin Max aus dem Schoß der Kolchose"
Doch so 'ne Katastrophe,
das ging mächtig in die Hose
Mach' mich lächerlich,
doch sie lächelte,
ehrlich wahr, Mann
Sieh' da Anna war ein Hip Hop-Fan
- Freundeskreis, A-N-N-A 1996

Die Mitglieder Schowi und Strachi (Johannes Strachwitz) gründeten 1996 das 0711Büro (abgeleitet von der Stuttgarter Telefonvorwahl), aus dem später die Firma 0711 Entertainment hervorging.

#3 - MTV Unplugged Kahedi Radio Show

Max war nach den Fanta 4 und Sido der dritte deutsche Hip-Hop-Act, der ein Album der MTV-Unplugged-Reihe herausbrachte. 14 Tage nach der Veröffentlichung am 13. Dezember 2013 erhielt das Album Gold- und wenige Wochen später Platin-Status.
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Früher war alles besser? Heute sorgt in Deutschland die Allgemeinheit dafür, dass alle Wohnung oder Kleidung haben. Die Wohlhabenden geben 50% ihres Einkommens dem Staat, zahlen 80% der Einkommenssteuer, den größten Teil der Körperschafts- und Unternehmenssteuern, sowie einen überproportional hohen Anteil der Umsatzsteuer und sichern so die Grundversorgung der Armen. Kennt jemand eine Ära, in der es mehr Gerechtigkeit gegeben hätte?
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almafan
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