Astrologie




Religion, Esoterik, Verschörungstheorien und andere Dinge.

Re: Astrologie

Beitragvon almafan » Do 9. Jun 2022, 00:01

Tarot

Am 25. Mai war Welt-Tarot-Tag, hat der Gründer von The Tarosophy Tarot Association Den Elder 2003 so entschieden. Hat keiner mitbekommen, weil es irritierenderweise auch erst jetzt knapp 2 Wochen danach beworben wird. Leider auch von Bella Poarch. Nobody is perfect.
Dass das jetzt irgendein besonderen Tag benötigt für ein Kartenspiel, ist natürlich irgendwie skurril. Gibt es einen Welt-Kniffel-Tag, Welt-Roumee-Tag, Welt-Poker-Tag?
YouTube unterstützt diesen Quatsch und stellt dafür eine ganze Webseite zur Verfügung, die vielleicht auch nur auf meiner Kiste ruckelt. Und ich weigere mich, diese hier auch noch zu verknüpfen. Die lässt sich finden. Man muss nur googlen können.

Falls ihr schon auf solche Leute reingefallen seit, die behaupten, dass sie eure Zukunft oder euren Lebensweg anhand von Spielkarten aus dem 15. Jahrhundert vorhersagen können, dann interessiert euch vielleicht dieser Artikel. Zwar schon 12 Jahre alt, aber das Gerichtsurteil besteht ja trotzdem:
https://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/06/19/wahrsager-haben-keinen-anspruch-auf-honorar/

Für alle anderen möchte ich kurz erklären, was Tarot ist und warum es keinerlei Vorhersagekraft hat.

Tarot ist ein Satz von 78 Spielkarten, der zu psychologischen Zwecken oder als Wahrsagekarten verwendet wird. Er wird eingeteilt in die großen Arkana, die 22 Trümpfe nummeriert von 0 bis 21, und die kleinen Arkana, die 56 Farbkarten: zehn Zahlen und vier Bildkarten in jeweils vier Farben (z. B. Stäbe, Münzen, Kelche und Schwerter). Arcanum steht lat. für Geheimnis, es leitet sich von arca ab, was Kiste bedeutet (was in einer Kiste liegt, ist von außen unsichtbar und damit geheim). Ende des 18. Jahrhunderts erhielten Tarot-Kartensätze zunehmend symbolische Inhalte, da sie seitdem explizit als Deutungswerkzeuge verwendet werden.

Nach einer Legende des französischen Mystikers Papus ist der Tarot im alten Ägypten entstanden:
Das alte ägyptische Reich stand einst vor einigen tausend Jahren vor der Bedrohung, zerstört zu werden. Die Weisen des Landes berieten deshalb, wie das jahrtausendealte Wissen des Reiches vor der Zerstörung bewahrt werden könne. Der Vorschlag, es in Zeichen und Symbolen in die Wände der Pyramiden einzumeißeln, wurde verworfen, da auch die stärksten Mauern von Menschenhand erbaut und vergänglich seien. Auch der Vorschlag, die zehn weisesten und klügsten Köpfe des Landes in die Geheimnisse einzuweihen, die es dann anderen weitergeben könnten, fand keine Zustimmung, da schon oft aus einem Weisen ein Narr geworden sei. So einigte man sich darauf, das Wissen und die Weisheit dem Laster anzuvertrauen, da dieses alle Schwankungen und Veränderungen der Zeit überdauere. So ging man daran, das gesamte Wissen in Bildern auf Spielkarten zu zeichnen, die dann dem Volk übergeben wurden, damit es seinen Lastern und Leidenschaften fröne.
Für diese Geschichte gibt es keinerlei Beweise, aber sie wird heute so oder so ähnlich munter verbreitet von den Anhängern dieses esoterischen Zirkels.

Spielkarten sind in Europa seit dem Ende des 14. Jahrhunderts bekannt, wie sich aus urkundlichen Erwähnungen von 1367, Bern, und etwas später ergibt. Sie scheinen sich sehr schnell über ganz Europa verbreitet zu haben, wie man aus Erwähnungen schließen kann, die sich meist auf Verbote des Kartenspiels beziehen. Über die Gestaltung und die Anzahl dieser Karten ist nur wenig bekannt, wesentliche Information gibt allein ein Text des Johannes von Rheinfelden 1377 aus Freiburg im Breisgau, der neben anderen Versionen als grundlegendes Spiel das immer noch geläufige 4x13-Blatt nennt, wobei hauptsächlich König, Ober und Unter ("Marschälle") als Hofkarten genannt werden, aber Damen oder Königinnen auch schon bekannt sind. Es wird vermutet, dass zunächst aus der islamischen Welt im 14. Jahrhundert ein Satz von 52 Spielkarten nach Europa kam, der aus vier Farben bestand und den Karten der kleinen Arkana entspricht. Die Herkunft der 22 Karten der großen Arkana ist keineswegs "ungeklärt" (widersprüchlich zu vielen Internetverlautbarungen und Tarotbüchern), sondern in vielen Details dokumentiert und bekannt.

Bild
"Le Fol": Trumpfkarte Der Narr aus einem alten Tarotblatt.
Ganz passend eigentlich, denn wer auf den Schwindel hereinfällt, man könnte mit diesem und anderen Spielkarten die Zukunft lesen, der ist ein Fool (zu Deutsch Narr).


Wie setzte sich also das Blatt über die Zeit zusammen?

Weit vor diesem Zeitpunkt sind jedoch schon sehr viele Tarotkarten und Tarot-ähnliche Kompositionen entweder als tatsächliche Spielkartenblätter oder durch Dokumente belegt – nur die Bezeichnung Tarot fehlte. Stattdessen wurde der Begriff Trionfi benutzt (in unterschiedlichen Formen – triumphi, ludus triumphorum etc.). Das älteste "Trionfi-Spiel" (allerdings erst ab 1449 so genannt) entstand im Zeitraum 1418–1425, vermutlich 1424/1425, und war zugleich das vielleicht teuerste aller Zeiten und kostete 1500 Dukaten (dieser Preis wird 1447 genannt). Es ist von drei verschiedenen Quellen belegt: einem Begleitbuch, das spätestens 1425 verfasst wurde und das Spiel beschreibt, einem Brief von 1449, der Erwerb und Versand des Spiels zum Gegenstand hat, und der Notiz in einer Vita des Filippo Maria Visconti 1447, der den unglaublich anmutenden hohen Preis nennt. Das Spiel hatte (vermutlich) insgesamt 60 Karten, und 16 von ihnen zeigten griechische Gottheiten und damit keineswegs Motive, die man generell den Tarotkarten zuordnet. Der Maler ist bekannt: Michelino da Besozzo, den manche seiner Zeitgenossen für den besten Maler ihrer Zeit hielten. Das Spiel selbst ist verloren gegangen.

Die älteste Benutzung des Wortes Trionfi in Zusammenhang mit Spielkarten ist für Februar 1442 in Ferrara belegt, als der Maler Sagramoro (schon vorher mit Spielkartenaufträgen beschäftigt), Geld für die Produktion von vier Trionfi-Blättern empfing. Ein anderes früheres Dokument vom 1. Januar 1441 benutzt den Ausdruck Trionfi noch nicht, es scheint sich beim produzierten Gegenstand (Sagramoro ist wieder der Maler) aber um 14 spezielle Karten zu handeln, die "Trionfi-Karten-Charakter" haben. Im Oktober 1441 wird eine Trionfi-Karten-Produktion zu einer Hochzeit vermutet – diese Karten haben sich teilweise erhalten (67 Karten) und befinden sich heute im Cary-Yale-Museum (als Visconti di Modrone oder Cary-Yale Tarocchi bezeichnet). Es hatte – soweit erkennbar – nur teilweise Trumpf-Motive, die im sogenannten Standard-Tarot benutzt werden, und es wich von der Standardstruktur ab (es gab zusätzliche Hofkarten, weibliche Pagen und weibliche Ritter). Aus spezifischen Gründen wird vermutet, dass dieses Spiel eine 5x16-Struktur hatte.

Ein weiteres Spiel (Brera-Brambilla-Tarocchi) ist ebenfalls dieser frühen Periode zuzuordnen, da sich aber nur zwei Trümpfe erhalten haben, liefert dieser Fund nur wenig Information.

In allen dieser frühen Erwähnungen und noch vorhandenen Produkten (1424/1425 und 1441/1442) ist entweder der Mailänder Herzog Filippo Maria Visconti (1392–1447) verwickelt oder dessen Tochter Bianca Maria, die im Winter 1440/1441 zu einem halbjährigen Besuch in Ferrara weilte und anscheinend die Spiel- und Gestaltungs-Idee dorthin transportierte.
Nach diesen frühen Erwähnungen folgen weitere Dokumentnotizen zu Trionfi-Spielen erst im Jahre 1450 und kurz darauf, dann aber gehäuft und gleich an mehreren Orten parallel. Aus diesem Zusammenhang kann vermutet werden, dass das eigentliche Tarotspiel in diesen beiden fürstlichen Familien – Este in Ferrara und Visconti in Mailand – seinen Anfang fand.

1450 wird es für Mailand, Ferrara und Florenz erwähnt und im Jahre 1452 in Siena. Im gleichen Jahr zeigt Sigismondo Malatesta (Rimini) Interesse an einer Trionfikarten-Produktion in Cremona (gehörte zu Mailand und war eine persönlich bevorzugte Stadt der Herzogin Bianca Maria Visconti). Ein überliefertes Spiel, das sogenannte Pierpont-Morgan-Bergamo-Tarocchi (auch: Visconti-Sforza-Tarocchi) wird diesem Jahr 1452 zugeordnet und es diente lange als Argument, dass das Tarotspiel zu diesem Zeitpunkt nun vollständig sei. In der Komposition fehlen nur vier Karten insgesamt und von 22 Sonderkarten nur zwei – man nahm an, dass vier Karten verloren gingen (von den Originalen befinden sich 35 in der Pierpont Morgan Library, 26 in der Accademia Carrara, 13 in der privaten Sammlung der Familie Colleoni in Bergamo; der Teufel, der Turm, die Drei der Schwerter und der Ritter der Münzen fehlen).
Nähere Analysen ergaben jedoch, dass dieses Spiel von zwei verschiedenen Künstlern produziert wurde, 6 der 20 Trumpfkarten stammen von anderer, späterer Hand. Lange Zeit hat man diesen Umstand mit "verloren gegangen" und "ersetzt" interpretiert – heute tritt als alternative Ansicht daneben, dass es nur ein Spiel mit 5x14-Struktur gab, das später erweitert wurde. Ein (späteres) Dokument von 1457 spricht eindeutig von 70 (= 5x14) Trionfi-Karten, nicht von 78.

Der Schritt zum Spiel mit 22 Trumpfkarten, dem heutigen Standardspiel mit Turm und Teufel wird für die Periode 1460–1470 vermutet. Vermutlich erst in dieser späten Periode fand das Spiel zur Massenproduktion – eine Entwicklung, die die zunehmende Verbreitung von Druck- und Vervielfältigungstechniken in dieser Zeit in Italien begleitete. Im Zeitraum 1490–1510 entwickelte sich in Lyon (Frankreich) eine erfolgreiche Spielkarten-Export-Struktur. Das Tarot als Spiel nahm an dieser Entwicklung teil.
Michael Dummett zitiert in seinem Buch The Game of Tarot den Kartenforscher Allmande: "Die Wiederauferlegung der Steuer im Jahre 1622 provozierte einen neuen Protest von den ‚maistres et ouvriers de cartes et tarotz‘ von Lyon im Jahre 1623, welche sagten, dass einige schon in die Schweiz oder nach Besançon ausgewandert sind, um der Steuer zu entfliehen, und, ganz besonders, dass der Herzog von Savoyen schon viele Kartenmacher an Turin und Chambéry verloren hat. Den Lyoneser Kartenmachern, glücklicher als ihre Kollegen in Rouen, gelang es, die Steuer für Lyons im Jahre 1623 rückgängig zu machen." Ihre Gesetze wurden im Jahre 1650 verbessert; Artikel 9 bezog sich weiter auf den taros.

Der Start der Schwurbelei

Tarot (Tarock, Tarocchi) als Spiel wurde ein international verbreitetes Erfolgsprodukt im 18. Jahrhundert, das Interesse ließ im 19. Jahrhundert wieder nach. Umso erfolgreicher wurde die Benutzung als Wahrsageinstrument, die Ende des 18. Jahrhunderts einsetzte und gegenwärtig ihre höchste Blüte hat. Die schriftliche esoterische Tradition der Tarot-Karten beginnt erst 1781, als Antoine Court de Gébelin, ein Schweizer Geistlicher und Freimaurer, das Buch Le monde primitif, analysé et comparé avec le monde moderne veröffentlichte; eine populäre Abhandlung über religiöse Symbole und ihren modernen Gebrauch. Gébelin wies als Erster auf die Symbole des Marseiller Tarots hin, die er als Zeichen der Mysterien der ägyptischen Gottheiten Isis und Thot deutete. Beweise dafür konnte die Ägyptologie nicht liefern, dennoch ist diese Theorie auch heute noch weit verbreitet.
Einflussreicher war die "Entdeckung" des Tarots durch okkultistisch-esoterische Gesellschaften, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den westlichen Nationen entstanden. Vor allem Éliphas Lévi in seinem 1854 veröffentlichten Werk Dogme et Rituel de la Haute Magie (dt.: Transcendentale Magie) sowie der von ihm beeinflusste Hermetic Order of the Golden Dawn (‚Hermetischer Orden der goldenen Morgenröte‘; im Folgenden: Golden Dawn) haben maßgeblich zur Verbreitung des Tarots als Deutungssystem beigetragen. Insbesondere im Golden Dawn wurde viel Wert auf den Tarot als Werkzeug der Selbsterkenntnis gelegt. Eine rein divinatorische Nutzung des Tarots lehnten beide ab.

Auf Lévi geht auch maßgeblich die Zusammenführung des Tarots mit Elementen der Kabbala und den vier Elementen der Alchemie zurück. Gébelins Idee des ägyptischen Ursprungs des Tarots behalten sowohl Lévi als auch der Golden Dawn bei.
Innerhalb des Golden Dawns war das Tarotdeck von Oswald Wirth (1889) sehr einflussreich; dieses Deck enthält nur die großen Arkana. Es beruht auf dem Marseille-Tarot, erweitert diesen aber um kabbalistische und esoterische Symbole. Sowohl Arthur Edward Waite als auch Aleister Crowley waren Mitglieder des Golden Dawn.
Der Aspekt des Tarot als Initiationsweg wurde zum ersten Mal im Golden Dawn intensiv betont und lässt sich zum Beispiel anhand des Rider-Waite-Tarot studieren. Noch stärker tritt er beim Crowley-Thoth-Tarot zu Tage, das deutliche Bezüge zum Ordo Templi Orientis (OTO) aufweist. Crowley weist im Book of Thoth darauf hin, Teile der Symbolik könnten nur durch OTO-Mitglieder bestimmter Grade erfasst werden.

Tarot-Decks gibt es in großer Vielfalt. Sie unterscheiden sich vor allem durch ihre zugrundeliegenden kulturellen, esoterischen, spirituellen oder philosophischen Systeme und durch ihre künstlerische Gestaltung. Decks, die weit von den oben genannten Tarot-Traditionen abweichen, oder völlig unabhängig von ihnen sind, werden im Weiteren freie Decks genannt. Systeme, die sich in vielen Decks wiederfinden, sind Kabbala, Astrologie, das I Ging und Runen. Daneben gibt es auch populär-kulturelle Decks wie Baseball-Tarot, das Cat People-Tarot, das Halloween-Tarot oder das Vampir-Tarot. Oder Alice im Wunderland-Tarot, das Oz-Tarot, das Marvel-Tarot oder das Herr-der-Ringe-Tarot.

Warum glauben die Leute daran?

Insbesondere gegen die divinatorische Nutzung des Tarots wird häufig, wie gegen alle anderen Arten der Wahrsagerei, eingewandt, dass es für die Zuverlässigkeit der Ergebnisse keinen Beweis gebe. Allerdings gehen die meisten neueren Autoren und Tarot-Leser davon aus, dass das Tarot ohnehin nicht unumgängliche und überraschend eintretende Ereignisse vorhersagen könne, sondern lediglich Tendenzen anzeige. Etwa im Sinne von: "Wenn sich an der Situation nichts ändert, wird X eintreten".
Das Tarot wird, wie andere Wahrsage- und Beratungsmethoden auch, gelegentlich zum Betrug missbraucht, etwa um "Schutzamulette" gegen angebliche "Verhexungen" zu verkaufen, oder auch nur weitere Sitzungen. Gerade bei telefonischen Beratungen kommt es auch vor, dass nicht für jeden Anrufer tatsächlich die Karten gelegt werden, sondern die Berater einige wenige vorgefertigte Legungen vorliegen haben, die dann einfach vorgetragen werden, unabhängig von Frage und Fragesteller.
Außerdem wird das Tarot, insbesondere von religiösen Gruppen, häufig mit magischen Praktiken oder Satanismus in Verbindung gebracht. Dies geht nicht zuletzt auf Aleister Crowley zurück.

Es gibt grundsätzlich zwei Erklärungsmöglichkeiten dafür, warum das Ergebnis einer Tarot-Lesung Relevanz für die Beantwortung einer Frage haben kann. Die eine ist esoterisch-spirituell, die andere psychologisch.
  • Die esoterisch-spirituelle oder auch magische Erklärung stützt sich auf den von Carl Gustav Jung geprägten Begriff der Synchronizität und versteht diesen als das gleichzeitige oder zeitnahe Auftreten zweier Ereignisse, die in einem inhaltlich sinnvollen, aber nicht kausalen Zusammenhang stehen. Es besteht nach diesem Erklärungsmodell also eine Parallelität zwischen dem, was in einer Legung dargestellt wird, und Ereignissen im Leben des Fragenden.
  • Die psychologische Erklärung sieht in einer Tarotlegung lediglich ein projektives bzw. assoziatives Verfahren, einen Spiegel innerer und äußerer Prozesse. Das Tarotbild wird quasi als ein visuelles Gleichnis zur eigenen Situation erlebt. Nach dieser Erklärung zeigen die Tarotkarten grundlegende, typische menschliche Erfahrungen, die beim Anblick eine subtile emotionale Reaktion hervorrufen, wenn das abgebildete Thema mit der eigenen Befindlichkeit korrespondiert. In diesem Licht kann der Tarot Werkzeug zur Selbsterkenntnis, zum Aufspüren un- oder vorbewusster Gefühle dienen, er wird zum Spiegel des eigenen Selbst. Solchermaßen entmystifiziert wird das Tarot von einigen Psychologen auch im therapeutischen Kontext genutzt.

Bild
Kabbalistischer Lebensbaum mit Zuordnungen zwischen Pfaden und Tarotkarten


Verbindung zu anderen esoterischen Systemen

Es dürfte nur wenige religiöse, spirituelle und esoterische Systeme geben, die nicht irgendjemand einmal mit dem Tarot in Verbindung brachte. Weitestgehend unumstritten, auch da mittlerweile bereits traditionell, sind die Verbindungen zwischen Alchemie, Kabbala, Astrologie und dem Tarot.

  • Aus der Alchemie hat der Tarot vor allem die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft und ihre Bedeutung übernommen. Ebenso wird das Tarot häufig, analog zur alchemischen Suche nach dem Stein der Weisen, als ein Werkzeug zur Selbsterkenntnis und Selbstvervollkommnung verstanden.
  • Nahezu alle Systeme verwenden numerologische Methoden bei der Interpretation der Karten. Aus den Zahlwerten der Karten wird irgendeine "Mathematik" des Esoterischen herbeifasziniert, mit der man dann irgendwas im Leben der Person deutet.
  • Es gibt verschiedene Theorien, die eine Beziehung zwischen dem Tarot und der esoterischen Traditionen der Kabbala herstellen wollen. Insbesondere wird dabei eine Beziehung konstruiert zwischen den 22 Verbindungen zwischen den 10 Sephiroth des kabbalistischen Lebensbaums, den 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets und den 22 Großen Arkana des Tarot.
  • Auch zur westlichen Astrologie werden in vielen Deutungssystemen des Tarot Verbindungen hergestellt. Meist werden den einzelnen Karten die Tierkreiszeichen, Planeten und/oder astrologische Häuser zugeordnet, oft auch eines der vier Elemente, mit denen auch die Astrologie arbeitet. Deren Eigenschaften werden dann in die Deutung der jeweiligen Karte mit einbezogen. Allerdings herrscht keineswegs Einigkeit darüber, welches Zeichen zu welcher Karte gehört, und selbst einen Überblick zu geben würde den Rahmen des Artikels bei weitem sprengen.
Beispiele für andere Systeme, die häufig oder gelegentlich mit dem Tarot in Verbindung gebracht werden, sind Runen, das I Ging, die keltische Mythologie, die ägyptische Mythologie, neuerdings auch Engel und viele andere mehr.

Nix einheitliches und unsere Lehre daraus

Da es kein einheitliches Deutungssystem, keine einheitlichen Einbeziehungen der anderen esoterischen Zirkel, ja noch nicht einmal einheitliche Kartendecks gibt und alle von sich behaupten, dass sie recht haben, gibt es natürlich auch den ein oder anderen Streit darüber, wer nun "rechter" hat. Ich durfte auf TikTok mitverfolgen, wie eine Tarotleserin die anderen Leute ihrer Zunft der Lüge überführte, da sie bestimmte Symbole falsch auslegen oder deuten oder mit den falschen Tierkreiszeichen, Häusern, whatever vermischen. Daraufhin meldete sich in einem Dreiteiler ein anderer Tarotleser, der die Sache "richtig stellte".

Aber sorry, wenn euch einer erklären will, dass sein Hokus Pokus besserer Shit ist, als der von den anderen, die genauso wenig in der Realität verankert sind, dann kann es eigentlich nur eine Antwort geben:
"Natürlich hat dieser/jener Tarotleser unrecht und erzählt Blödsinn. Warum? Weil sie es alle tun!"

Man wird nie selbst Dinge im Leben bestimmen und eigene Entscheidungen treffen, wenn man sich von einem Kartenleger oder den Karten selbst antworten auf seine Fragen erwartet, man also seine Entscheidungen abgibt, an jemanden der Spielkarten für dein Leben deutet.
Der Batman-Schurke Two-Face mit seiner Münze lässt grüßen.
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"If the biggest problem that you're having in the twenty-first century involves
what other people's genitals look like, and what they're doing with those genitals
in the presence of other consenting adults, you may need to reevaluate your
priorities." - Forrest Valkai


("Wenn das größte Problem, das du im 21. Jahrhundert hast, darin besteht, wie
anderer Leute Genitalien aussehen und was diese damit in Gegenwart anderer
Erwachsener mit deren Einverständnis machen, musst du möglicherweise deine
Prioritäten neu bewerten.")

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