Kind der 80er Jahre




Eine Sammlung an Texten, die sich aber nirgens einordnen ließen.

Kind der 80er Jahre

Beitragvon vlindertje » Mi 30. Nov 2011, 09:13

Ich wurde in den 80er Jahren geboren, wuchs in den 90er Jahren auf.
Wir sind die letzte Generation, die auf der Straße gespielt hat; die Erste, die Video-Spiele gespielt hat und wir sind die Letzten, die Songs aus dem Radio auf Kassetten aufnahmen; wir sind die Pioniere der Walkman-Zeit.
Wir haben gelernt, wie man den Videorekorder bedient, spielten mit Atari, Super Nintendo und Game Boy. Wir sind ...die Generation der Thunder Cats, Power Rangers, Ninja Turtles und Transformers.
Wir lebten ohne Handy, fuhren mit drei Personen auf einem Fahrrad kilometerweit, weil Mami uns nicht durch die Gegend chauffierte.
Wir hatten keine 99 Fernseher, Flachbildschirme, Surround Sound, MP3, iPod, Facebook oder Twitter ... aber dennoch hatten wir eine tolle Zeit!

(Ich möchte noch hinzufügen, daß der Text ursprünglich nicht von mir ist, sondern auf Facebook die Runde machte.)
Zuletzt geändert von vlindertje am So 11. Dez 2011, 23:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kind der 80er Jahre

Beitragvon almafan » Do 1. Dez 2011, 05:37

Vergessen hast du, dass wir die letzte Generation sind, die Briefe schrieb und die erste, die SMS und E-Mail verschickte.

Aber solche Umbrüche gab es schon immer. Die Generation der 50er waren die letzten, die regelmäßiger ins Kino oder Theater gingen und die ersten, die allabendlich vorm Fernseher saß.
Die Generation der 30er waren die letzten, die alles nur durch Mundpropaganda oder Zeitung erfuhren und die ersten, die sich regelmäßig vom Radio beschallen ließen.
Die Leute aus der Jahrhundertwende waren die letzten, die Musik nur aus Konzerten oder von Straßenmusikern kannte und die ersten, die durch das Grammophon unterhalten ließen.
Die Menschen um 1492 waren die letzten, die dachten, die Erde höre hinter Frankreich auf und die ersten, die wussten, das es dahinter weitergeht.
Vor ungfähr 400.000 Jahren waren die Generation an der Reihe, die als letztes nur Rohkost hatte und die ersten, die ihr Fleisch braten konnten. (Die Jahreszahl muss nicht zwangsläufig stimmen. Die Experten streiten noch um die ein oder andere Hunderttausend.)

Man ist eben immer Geist seiner Zeit gefangen. Hier und da gelingen Ausbrüche, aber man kann es eben nicht umkehren. Außer mit einem apokalyptischen Krieg, der uns in die Steinzeit zurückbombt.
Und wer sagt eigentlich, dass die Kinder heute nicht mehr raus gehen? Sicher, so oft, wie früher ist es nicht mehr. Man sollte nicht von einem Teil auf alle schließen.

Und ein großes Lob für die Erwähnung der Thunder Cats. Aber vergessen wurden so coole Serien wie: Saberrider and the Starsheriffs, Sheriff Bravestar, Bikermice from Mars und so viele Serien mehr.
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Re: Kind der 80er Jahre

Beitragvon Evelin56 » So 1. Jan 2012, 23:33

ich kann Euch da nur zustimmen - doch eins wurde bei der Aufzählung auch noch vergessen - in den 80er und 90er Jahren setzte man sich noch zusammen an einem Tisch (Eltern und Kinder/Jugendliche) und man spielte Karten oder andere Spiele und unterhielt sich noch persönlich von Mensch zu Mensch und nicht so wie "heut" jeder sitzt vor seinem eigenen PC und lebt fast nur noch außschließlich in der virtuellen Welt - auch was Spiele betrifft und man chattet -----
NAJA SO VERGEHT DIE ZEIT ... :?
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Re: Kind der 80er Jahre

Beitragvon almafan » Mi 4. Jan 2012, 05:44

"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."

"Der Lehrer fürchtet und hätschelt seine Schüler, die Schüler fahren den Lehrern über die Nase und so auch ihren Erziehern. Und überhaupt spielen die jungen Leute die Rolle der alten und wetteifern mit ihnen in Wort und Tat, während Männer mit grauen Köpfen sich in die Gesellschaft der jungen Burschen herbeilassen."

Sicherlich würden sich noch passendere Zitate finden lassen. Zeitgemäßere gibt es dagegen nicht. Aber sie zeigen, dass die Welt trotz stetigem Wandel doch irgendwie gleich bleibt. Denn die beiden Zitate stammen aus dem Munde des griechischen Philosophen Sokrates (469-399 v.Chr.). Sicher wird seit Jahrhunderten darüber geklagt, dass die "Jugend von heute" schlimmer sei, als die Alten selbst. Sokrates Worte sind dafür aber garantiert nicht geeignet. Sie zeigen eben nur eine Kontinuität des Missverständnisses auf. Und die "Jugend von heute" wird genauso über die künftigen Halbstarken wettern.
Es wird wohl immer so sein, dass die Jugend einen Platz an der Sonne fordert, um den sie sich nicht verdient macht. Und es wird wohl auch immer so sein, dass die Alten sich über diese stellen, obwohl sie keinen Deut besser waren. Oder wie Dieter Nuhr sagte: "Mehr Respekt vor dem Alter? Als ob Verwesen eine Leistung wäre."

Dennoch finde auch ich den Trend "Weg vom Menschen, hin zur Maschine" nicht richtig. Und ich schreibe das wohlweißlich, dass ich hier am PC sitze. Und ich erkenne darin auch die Ironie.
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Re: Kind der 80er Jahre

Beitragvon vlindertje » Mi 4. Jan 2012, 21:43

Ich glaube, man kann diesen Trend "Weg vom Menschen, hin zur Maschine", der erwähnt wurde, nur selbst etwas Einhalt gebieten, doch wirklich aufhalten kann man diesen nicht. Selbst wenn man wöllte, so wird man oft genug gezwungen sich der Maschinen zu bedienen. Oftmals sind gerade diese Maschinen die entsprechenden Hilfsmittel, um mit Mitmenschen in Kontakt zu treten und zu bleiben, da unsere Gesellschaft kein Zusammenleben, wie früher, als die ganze Familie beisammen wohnte, fördert. Somit können PCs verbinden, genauso, wie sie die Macht zum Zerstören haben - es liegt immer an dem, der an der Tastatur dahinter sitzt.
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Re: Kind der 80er Jahre

Beitragvon almafan » Di 30. Jun 2015, 12:10

Die Speichergrößen im Wandel der Zeit

Wir sind alle Kinder unserer Zeit, aber insbesondere für die Jüngeren unter uns, könnte es erstaunlich sein, zu lesen, wie sich die Speichertechnik in nur 45 Jahren geändert hat.

2005 - microSD

Die microSD ist die aktuelle Speicherquelle im mobilen Bereich und erreicht mitlerweile mit 128 - 200 Gigabyte Speichergrößen, wie vor 7 Jahren nur hochklassige SSD-Festplatten - bei einem Bruchteil der Produktgröße. Eine microSD misst standartisiert 11 x 15 x 1 Millimeter und ist demnach mit einem Fingernagel vergleichbar. Auf diesem Fingernagel hätte demnach ein Text mit bis zu rund 200.000.000.000 Zeichen Platz. Mit den aktuellen technischen Möglichkeiten wäre ein Speicherplatz von 2 Terabyte möglich, was nochmals zehnmal soviel wäre. Das ganze wiegt dann 0,25 Gramm. Sie erreichte ihre Marktreife 2005.

1996 - DVD

Gängiger Filmdatenträger waren vor ein paar Jahren noch DVDs, die erstmals 1996 auf den Markt kam. Nach und nach werden sie ja von den BluRays verdrängt. Eine einfache DVD hat eine Speichergröße von 4,7 Gigabyte. Man bräuchte als 42 DVDs für den Speicherplatz einer 200 GB microSD. Da eine DVD einen Durchmesser von rund 12 Zentimetern hat, könnte man eine Fläche von knapp 120 x 50 Zentimeter belegen. Auf dem Platz kann ein kleines Kind schon Schneeengel in den Schnee zeichnen. Stapelt man die 42 DVDs übereinander (DVD-Dicke 1,2 Millimeter) wäre eine DVD-Spindel voll (etwas mehr als 50 Zentimeter). Der Stapel wiegt etwa 700 Gramm.

1982 - CD-ROM

Das ganze könnte man mit dem Äquivalent an (Audio-)CDs wiederholen. Die gab es schon seit 1982. Die Maße und Gewichte sind die selben, nur sinkt der verfügbare Speicherplatz auf 700 Megabyte (rund 700.000.000 Zeichen) pro Datenträger. Wir benötigen bereits 286 CDs für das Speichervolumen einer microSD. Legen wir die CDs aus, bedecken wir eine Fläche von 172 x 240 Zentimeter. Ein kleineres Zimmer wäre damit komplett bedeckt. Übereinander ergibt sich ein Stapel von 3,43 Meter Höhe (oder zwei Stapel zu je 1,71 Meter Höhe) und einem Gewicht von 4,6 Kilogramm.

90er - ZIP-Diskette

In den 90ern gab es kurzzeitig und eher als Sparte die ZIP-Diskette. Deren häufigster Vertreter speicherte 100 Megabyte. Darüber sind keine Maße und Gewichte zu finden. Wenn ihr welche habt, gern her damit. Klassische sollte damit aber die 3,5-Zoll-Diskette ersetzt werden, weshlab die meisten ZIP-Disketten in der Regel ähnliche Maße hatten, aber dicker waren. Von denen bräuchten wir bereits 2.000 Stück für ein adequaten Speicherplatz.

1987 - 3,5-Zoll-Diskette (HD)

Die ZIP-Diskette sollte die seit 1984 erhältliche 3,5-Zoll-Diskette ablösen. Jener Datenspeicher, der in alten Cyber-Krimis die weltvernichtenden Daten enthielt. Sie war fast exakt 90 x 90 x 3,3 Millimeter groß und wog knapp 18 Gramm. Sie konnte - wenn kein Magnet zu nahe kam - 1440 Kilobyte an Daten merken. Das sind etwas mehr als 1.440.000 Zeichen. Also wieder nur ein Bruchteil dessen, was der jeweilige Nachfolger liefern konnte. Diese Variante der 3,5-Zoll-Diskette braucht knapp 139.000 Brüder und Schwestern um eine moderne microSD abzubilden. Legen wir die schwarzen "Toastscheiben" aneinander, so ergibt sich eine überwundene Strecke von mehr als 12 Kilometer. Versuchen wir uns an einem annähernden Quadarat (373 x 372 Stück) so haben wir eine Kantenlänge von 33,5 Meter bzw. eine Fläche von 1.127 Quadratmetern. Das entspricht bereits einem Sechstel eines FIFA- und UEFA-genormten Fussballfeldes (105 x 68 Meter). Mit dem Äquivalent von 6 microSDs wäre ein Fussballfeld voll. Wir können die Disketten natürlich auch stapeln. Ein 450 Meter hoher und 2,5 Tonnen schwerer Turm ergibt sich damit. Das entspricht ungefähr der Höhe des Willis Tower (ohne Antenne) in Chicago.
1440 Kilobyte hatten die Disketten übrigens erst im Jahre 1987. Die Erstlinge hatten nur 720 Kilobyte. Demnach müsste man alle Vergleichswerte verdoppeln. Es ergäbe sich eine Strecke von mehr als 24 Kilometer, eine Fläche von 2.234 Quadratmetern bzw. ein 900 Meter hoher und 5 Tonnen schwerer Turm.

1976 - 5,25-Zoll-Diskette

Spätere 5,25-Zoll-Disketten hatten auch diesen Speicherplatz zum Ende ihrer Tage. Bekannt sollten diese jenen Menschen sein, die einst einen Commodore 64 oder Commodore 128 ihr Eigen nannten oder gar immer noch nennen. Die ersten Disketten dieses wabeligen Formates kamen 1976 auf den Markt. Sie maßen 130 x 130 Millimeter. Die Dicke und das Gewicht müsste ich schätzen und würde Sie mit ebenfalls knapp 3 Millimetern und ungefähr 20 Gramm angeben - habe gerade keine hier, aber sie schon life gesehen und sogar damit gearbeitet. Im Erscheinungsjahr hatten sie eine Kapazität von 110 Kilobyte.
Wir brauchen ganze 1,82 Millionen 5,25-Zoll-Disketten aus dem Jahre 1976 um eine aktuelle microSD zu ersetzen. Passende 1,82 Millionen zusammengeschaltete Lesegeräte vorausgesetzt. Kleiner Scherz! Aber was ließe sich damit anstellen?
Machen wir ein Quadrat daraus, so haben wir 1350 Disketten pro Seite und demnach eine Kantenlänge von 175,5 Metern bzw. einer Fläche von 30800 Quadratmetern, was 4 ganze Fußballfelder sind (für eine microSD). Wir wären auch echte Hochstabler. Noch ein Scherz! Ein Turm von 5,46 Kilometern ergibt sich daraus. Das ist fast so hoch, wie der Kilimandscharo (in Tansania) oder aber doppelt so hoch, wie die Zugspitze (höchster deutscher Berg). Dieser Gipfelstürmer hätte eine Gesamtmasse von schätzungsweise 36,4 Tonnen. Das liegt dann irgendwo zwischen dem Gewicht eines Pottwalbullen und einer Pottwaldame.

1969 - 8-Zoll-Diskette

IBM hatte aber bereits vor den 5,25-Zoll-Disketten 1971 die 8-Zoll-Diskette herausgebracht. Diese wurden als magnetisches Speichermedium zur Verdrängung der damals noch gängigen Lochkarte bereits 1969 von Alan Shugart (IBM) entwickelt. Ursprünglich fassten diese 80 Kilobyte. Die Abmaßungen betrugen 200 x 200 Millimeter. Ich hab die Dinger nie lebensecht gesehen, geschweige denn, gehalten oder gehoben. Ich weiß daher nicht, wie dick und schwer sie waren. Aber wir können aus der Kapazität schließen, dass wir 2,5 Millionen Exemplare bräuchten - wohlgemerkt für eine microSD. Quadratisch angeordnet ergibt sich eine Kantenlänge von 316 Metern und eine Fläche von 100.000 Quadratmetern bzw. 10 Hektar (bzw. 14 Fussballfelder). Aneinandergereiht ergeben sich 500 Kilometer. Wir dürfen uns aufgrund der Abbildungen und Fotos von 8-Zoll-Disketten aber einen Stapel vorstellen, der die Höhe des Mount Everest erreichen könnte und dabei vermutlich mehr als die größten Dinosaurier wiegt.

Und was bitteschön ist nun eine Lochkarte?

1884 - Lochkarten

Das ist ein mechanischer Datenträger aus Spezialpapier, der an vorgegebenen Stellen Löcher hatte. In der Regel war diese in Spalten und Zeilen unterteilt. Die Anordnung der Löcher war für das Lesegerät Information genug, um herauszufinden, was auf dem Datenträger steht. Spezielle Schreibgeräte konnten auch Daten auf diese Art speichern. Dabei war eine Datenänderung im nachhinein nur sehr begrenzt möglich. Gestanzte Löcher sind nunmal gestanzt. Das erste Patent für eine Lochkarte reichte Herman Hollerith am 23. September 1884 an. Diese Lochkarte hatte 288 Lochpositionen: 24 Lochspalten zu je 12 Lochkartenpositionen. Das gängiste Format zur Hochzeit der Lochkarte war ein rechteckiger, etwa 187 mal 83 x 0,17 Millimeter dünner Karton von hoher Papierqualität und gleichmäßiger Dicke. Jeder Quadratmeter wog 162 Gramm. Eine Lochkarte mit genannten Maßen wiegt also etwa 2,51 Gramm.
Und wie vergleichen wir das jetzt mit den ganzen anderen Datenträgern? Nun: Da müssen wir jetzt ein wenig rechnen.
Die übliche maximale Zeilenlänge von knapp 80 Zeichen in E-Mails und Terminals (z.B.: Eingabeaufforderung unter Windows) geht auf dieses Lochkartenformat von 80 Spalten zu je 12 Zeilen zurück. Ursprünglich konnte nur ein Loch pro Spalte für Ziffern benutzt werden. Später kam eine zweite Lochung für Großbuchstaben und eine dritte Lochung für Sonderzeichen hinzu. Mit Verwendung des EBCDIC-Codes seit 1964 wurden bis zu 6-fach-Lochungen zugelassen. Dabei entsprach eine Karte einer Zeile Text und eine Spalte der Karte einer Zeichenposition der Zeile. Eine Lochkarte hatte somit ein Fassungsvermögen von 80 Byte. Und das änderte sich bis in die 70er nicht wesentlich.

Kurz: 80 einzelne Byte.

Die Einführung der 8-Zoll-Diskette hat also einen gewaltigen Sprung in der Datenspeichertechnik dargestellt. Ja, sie war etwas größer als die Lochkarten und schwerer sowieso. Aber sie konnte den Inhalt von 1.000 Lochkarten fassen. Jede 8-Zoll-Diskette ersetzt also einen 17 Zentimeter hohen Stapel an Lochkarten, der 2,51 Kilogramm wiegt. Ein DHL-Paket Größe S hat die Abmassungen 25 x 17 x 10 Zentimeter. Da kriegen wir 2 Chargen von je 1.000 Lochkarten unter. Dieses Paket enthält dann also den Datenspeicher von 2 8-Zoll-Disketten und wiegt 5 Kilogramm.
Rechnen wir das mal in die microSD um. Wir haben insgesamt 1,25 Millionen DHL-Pakete der Größe S mit einem Gesamtgewicht von 6,25 Millionen Kilogramm bzw. 6.250 Tonnen (etwa 5.000 Autos im Leerzustand) und einem Volumen von (1 Paket = 4250 Kubikzentimeter bzw. 4,25 Liter) 5.312.500 Litern bzw. 5.312,5 Kubikmetern. Ein typischer Transporter ist der Mercedes-Benz Baureihe 447 (auch Vito genannt) und hat zulässige Zuladung von 1.314 Kilogramm.
Wenn wir also die ganzen Pakete aufteilen, brauchen wir für eine Zulieferung von 200 Gigabyte in Lochkarten fast 4.760 Transporter. Damit lässt sich ein ganz ordentlicher Stau aufreihen. Bestünde er auf 3 Spuren nur aus den Transportern, die je 1 Meter Platz zwischen sich lassen (Fahrzeuglänge fast 5 Meter), wäre der Stau knapp 9,5 Kilometer lang.
Günstiger wäre die Verlegung auf die Schiene. Wir packen einen Güterzug voll. Der hat hinter sich eine Kolonne gedeckter Güterwagen der Sonderbauart UIC 571-3. Die sind 21,7 Meter lang und haben eine Lastgrenze von 50 - 60 Tonnen. Wir brauchen also mindestens 105 Waggons diesen Typs, wenn wir von 60 Tonnen ausgehen. Der Zug hätte eine Gesamtlänge von 2.260 Metern. Wir bräuchten auch drei Zugmaschinen der Baureihe 132 ("Ludmilla"), um den Zug überhaupt auf Dienstgeschwindigkeit zu bringen. Das macht je Lok nochmal 21 Meter hinzu.
Wir könnten natürlich auch einfach die Lochkarten übereinander stapeln: 1000 Lochkarten je 8-Zoll-Diskette x 2,5 Million 8-Zoll-Disketten x 0,17 Millimeter = 425.000 Meter bzw. 425 Kilometer. Die obersten Lochkarten flattern demnach in einem höheren Orbit als die ISS Raumstation. Legen wir sie auf kurzer Seite (83 Millimeter) aneinander, so ergibt sich eine Strecke von 207.500 Kilometern. Das sind etwa 5 Erdumrundungen. Auf langer Seite (187 Millimeter) sind es sogar 467.500 Kilometer, was 11,7 Erdumrundungen bzw. ein weiterer Orbit, als der des Mondes (zwischen 363.300 (Periapsis) und 405.500 Kilometer (Apoapsis)) entspricht. Wir können also ganz kreativ unsere Zeit mit den knapp 1,25 Milliarden Lochkarten zubringen.

Wir sprechen hier also von einer enormen Entwicklung in der Speichergröße: Heute passt das alles auf einen Fingernagel.

P.S.: Die theoretische Größe der Erweitung microSDXC beträgt bis zu 2 Terabyte. Jeder hier errechnete Vergleich kann mit 10 multipliziert werden.
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Wir erschießen Wildtiere, weil diese sich unkontrolliert vermehren, wenn keine Raubtiere da sind und die Wälder schädigen. Und wenn sich Wölfe wieder ansiedeln, erschießen wir die auch, weil sie sonst andere Tiere fressen. Klingt nach einem super Marketingkonzept für Munitionshersteller, aber nicht wirklich durchdacht.
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Kinder der Zeit

Beitragvon almafan » Mi 1. Mär 2017, 10:48

Jugend ist etwas kurzwährendes. Sie vergeht. Das vergessen die jungen Leute, die die Alten für senil halten. Das vergessen, die alten Leute, die auf die Jugend schimpfen. Die Zeit dieser explosiven Kraft, die noch nicht so recht in Bahnen gelenkt ist, ist eine Zeit, mit ihren eigenen Schwierigkeiten. Mit 20 ist man von Veränderung getrieben, beginnt aber auch mit der Einrichtung eines bestimmten Konzeptes.

Jeder war mal 20:
  • Diejenigen, die mit 20 in den 2. Irakkrieg marschiert sind, sind heute 33 und der Krieg ist nicht vorbei.
  • Diejenigen, die mit 20 Esperanto von Freundeskreis am Erscheinungstag erwarben, sind heute sogar schon 37.
  • Diejenigen, die mit 20 auf der Mauer standen und mit Vorschlaghammer dieses Symbol der Trennung zerschmetterten, sind heute 47.
  • Diejenigen, die sich mit 20 "freiwillig" zur Reaktorreinigung in Tschernobyl meldeten, sind heute 50, wenn sie nicht schon den Strahlentod oder dem Krebs erlegen sind.
  • Diejenigen, die 20jährig das erste kommerzielle Videospiel Pong zockten, sind heute 64.
  • Diejenigen, die 20 waren, als Neil Armstrong auf dem Mond landete, sind heute 67.
  • Diejenigen, die 20 waren, als die Beatles in Liverpooler Cavern Club erstmals auftraten, sind heute 75.
  • Diejenigen, die 20 waren, als sie für oder gegen den Anschluss Tibets an "Mutterland" China kämpften, sind heute 86.
  • Diejenigen, die 20jährig dem Feuerkessel Europa am Ende des 2. Weltkrieges entstiegen sind heute 91.
  • Diejenigen, die 20jährig an den olympischen Sommerspielen in Berlin 1936 teilnahmen, sind heute 100.
  • Charles Lindbergh war 25 als er 1927 den Atlantik als erster im Alleinflug überquerte. Heute wäre er 115.

Wenn Menschen wesentlich älter als 120 werden könnten, wäre es möglich, diese Liste weiter zu führen. Sie zeigt aber bereits in dieser Länge eindrucksvoll, dass Jugend nichts ist, dass nur heute existiert. Die Jugend von damals, sind die Alten von heute. Und die Jugend von heute, sind die Alten von morgen.
Auf was für Ideen man kommt, wenn einem auf dem Arbeitsweg ein Mitfünfziger begegnet. Einfach so, ohne ihn zu kennen oder schonmal gesehen zu haben und ohne ihn zu sprechen.
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Re: Kind der 80er Jahre

Beitragvon almafan » Mi 10. Apr 2019, 22:58

Das Paradoxe unserer Zeit

Große Häuser,
... aber kleine Familien.
Mehr Bildung,
... aber weniger gesunder Menschenverstand.
Erweiterte Medizin,
... aber schlechterer Gesundheitszustand.
Beim Mind gewesen,
... aber den Nachbarn nicht kennen.
Hohes Einkommen,
... aber weniger Seelenfrieden.
Höchster IQ,
... aber weniger Emotionen.
Ständig Erkenntnisse,
... aber weniger Weisheit.
Viele Menschen,
... aber weniger Menschlichkeit.
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Wir erschießen Wildtiere, weil diese sich unkontrolliert vermehren, wenn keine Raubtiere da sind und die Wälder schädigen. Und wenn sich Wölfe wieder ansiedeln, erschießen wir die auch, weil sie sonst andere Tiere fressen. Klingt nach einem super Marketingkonzept für Munitionshersteller, aber nicht wirklich durchdacht.
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Re: Kind der 80er Jahre

Beitragvon almafan » Di 29. Jun 2021, 09:57

Jasper - Kids der 1990er (Viva la 90er) - [original & live]


https://m.youtube.com/watch?v=SEzB2YBJcSU
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