Die Superkatzen: Good old Stories




Unterhaltungsliteratur in ihren verschiedenen Formen, wie beispielsweise Romane, Erzählungen, Kurzgeschichten, Berichte, Märchen und Sagen

Die Superkatzen: Good old Stories

Beitragvon almafan » Mo 13. Sep 2021, 15:49

Die Superkatzen

Ja, ihr lest richtig.

Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, meine ganz alten Geschichten (beginnend 1993) wieder herauszukramen und euch zu präsentieren. Meine Familienmitglieder kennen diese Geschichten vermutlich noch, auch wenn es schon gefühlte Ewigkeiten her ist, dass sie gelesen wurden. In einer Anwandlung aus Nostalgie und dem stätigen Prozess der Neukonzipierung stelle ich euch eine Geschichte vor, die mich praktisch schon mein ganzes Leben lang begleitet. Ich habe für sie Computerspiele erdacht, "Zeitungen" geschrieben und mehrere Konzepte für einen ganzen Geschichtenzyklus erarbeitet.
Diese Welt habe ich mir bereits im zarten Alter von 3 Jahren erdacht, ausgestaltet aber erst mit 8 Jahren. Da war ich in der 2. Klasse und konnte gerade so schreiben. Ich habe die Helden und auch die Schurken aus meinen Legosteinen nachgebaut und ihre Abenteuer nachgestellt. Großartige Zeiten waren das.

Fertiggestellt habe ich mein erstes "Buch" 1995.
Das Wort steht deshalb in Anführungszeichen, weil es sich um ein schmales A5-Schreibheft handelt, wie es auch im Schulunterricht der Grundschule eingesetzt wird. Phänomenale 32 Seiten (abzgl. Intro, Inhaltsverzeichnis und Outro) voller Abenteuer, entstanden in der Großhirn eines Vorpupertären. Das erste Heft hat einen Entwicklunsgzeitraum von ca. 2 Jahren hinter sich und wird seitdem von Wohnung zu Wohnung mitgeschleppt.

Die Veröffentlichung meiner alten Geschichten findet in Etappen statt. Daher gibt es auch hier ein ...


Inhaltsverzeichnis

1993-1995 Die Geschichten von den Superkatzen - Band I (Teil 1: Einband, Lucky, Figuren und Inhaltsverzeichnis)
1993-1995 Die Geschichten von den Superkatzen - Band I (Teil 2: Die Schneelawinen)
1993-1995 Die Geschichten von den Superkatzen - Band I (Teil 3: Die Karate-Bande)
1993-1995 Die Geschichten von den Superkatzen - Band I (Teil 4: Der bedrohte Wald)
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Wir erschießen Wildtiere, weil diese sich unkontrolliert vermehren, wenn keine Raubtiere da sind und die Wälder schädigen. Und wenn sich Wölfe wieder ansiedeln, erschießen wir die auch, weil sie sonst andere Tiere fressen. Klingt nach einem super Marketingkonzept für Munitionshersteller, aber nicht wirklich durchdacht.
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Re: Die Superkatzen: Good old Stories

Beitragvon almafan » Di 14. Sep 2021, 10:02

Die Geschichten von den Superkatzen - Band I (Teil 1: Einband, Lucky, Figuren und Inhaltsverzeichnis)


Die Superkatzen Band 1 Einband

Wie ihr seht, handelt es sich um ein liniertes Schreibheft, wie sie von Herlitz und Co. tausendfach hergestellt werden.
Überschrieben mit dem Titel "Die Geschichten von den Superkatzen".
Warum Superkatzen?
Ich fand Katzen schon immer faszinierend. Sind elegante Tiere mit einem starken Eigensinn. Sie waren als Helden einfach greifbar, weil unsere Haustiere in der Regel Katzen waren. Ich kannte damals die Thundercats noch nicht. Und generell ist das Setting bei diesen ja auch anders angesetzt. Es ist tatsächlich eine von Kinder- und Jugendserien unbeeinflusste Idee gewesen.



Die Superkatzen Band 1 Lucky

Die mächtigste Superkatze fing als Bündel an, als Waisenkind. Auf dem Bild ist er maximal ein paar Tage alt und noch blind.
Zu diesem Zeitpunkt hatten wir eine weitere Katze im Haus. Aus einem Tierheim haben wir Bussy gehabt.
Die ursprüngliche Formation der Superkatzen war ein Trio. Susi unsere Hauskatze in Zittau, sowie zwei bis dahin namenlose Sidekicks. Susi zeichnete sich schon immer durch enorme Stärke aus, sie ist das Superman-(oder eher Hulk-)Äquivalent der Truppe. Die Sidekicks beherrschten von Anfang an Kungfu und Karate, waren in der Ninja-/Samurai-Ecke angesiedelt. Ein 8 Jähriger macht da keine großen Differenzierungen.
In Weißwasser lief uns Susi weg und wir holten Bussy ins Haus. Um die Zeit herum lernte ich die Hauskatzen meiner Tante kennen, die Mutter und Sohn waren: Mautz und Felix. Aus dem Trio wurde ein Quartett. Susi war die starke Anführerin, Bussy die Revolverdame, Mautz der Ninja und Felix der Techniker. Dann kam Lucky. Aus dem Quartett wurde ein Quintett. Susi war nach wie vor die Anführerin, doch der neue Held, der etwas unkonventionellere Wege ging, war Lucky.
In der Zeit habe ich angefangen, die losen Geschichten in einem Heft zusammenzutragen. Alles was vor diesem Heft geschehen ist, kann ich nicht mehr rekonstruieren. Es ist weg. Ebenso die "NZN", die "Neuen Zittauer Nachrichten", eine selbsterdachte Zeitung, die über die Welt der Superkatzen als eine Art Nachrichtenzeitung berichtet, inklusive Sportergebnissen, Wetterbericht und Werbung. Die Redaktion dieser Zeitung habe ich mit meinem Bruder CoDii zusammen gemacht. Seine Figuren, meine Figuren und die von EmoDav bildeten eine Art "Marvel-Multiversum" in winzigklein, bevor wir das Wort oder den Verlag überhaupt kannten. Und so erschienen alle Helden, Schurken und erdachten Events in dieser Zeitung, die bereits deutlich detaillierter über den Zeitrahmen berichtet hat, als es dieses Heft getan hat. Aller Anfang ist simpel.



Die Superkatzen Band 1 Seite 1

Wie jede Heldengeschichte braucht es die guten Protagonisten und die bösen Antagonisten.
Bereits hier sind mehr Personen aufgelistet, als es im Quintett geplant waren. Das Team bestand aus Susi (mit einem Alter von 20 Menschenjahren) angegeben, Lucky (niedliche 2), Felix (knuffige 3), Mautz (die immerhin 17 ist), der "Hund" Blitz (auch 2) und der "Shifh" Tanwigs. Wie jeder Superheld haben nämlich auch die Superkatzen eine Art Verbindungsmann zu den "Normalos" und das ist hier Sheriff/Chief Tanwigs (so wird's korrekt geschrieben). Die Altersangaben waren wirklich so gedacht. Es handelt sich ja um Katzen, die wie Menschen gehen, reden und handeln. Also wurden ihre Lebenjahre, wie unsere gezählt. Dass heißt im Umkehrschluss, dass der supermächtige Lucky und sein erster Kinderfreund Felix gerademal Kindergrippenalter hatten, als es auf gefährliche Gangsterjagd ging.
Der Hund war im Grunde auch kein richtiger Hund, aber irgendwie doch. Er hatte ebenfalls Superkräfte: Magnetismus. Also der X-Men Magneto auf 4 Beinen mit kalter Schnauze. Nur, dass ich die X-Men damals noch nicht kannte. Die Kräfte der anderen differenzierten sich auch nach und nach aus: Susi war nach wie vor die superstarke, Bussy die präzise Schützin, Mautz schwang nun ihre Schwerter und Felix seine Nun-Chakus. Lucky war nach wie vor etwas farblos, aber schnell und kampferprobt. Das passte alles nicht zu den Altersangaben, aber das ist ja auch eine Geschichte eines 8/9-jährigen. Ein Team aus 5 Superkatzen und ihrem treuen Hund.

Und die Bösewichte:
Die waren klar definiert. Professor C war im Grunde nicht viel anders gerichtet, als all die bösen Supergenies, die mit ihren abstrusen Konstruktionen den Weltfrieden bedrohen, bzw. die Weltherrschaft anstreben. Auch der "Sheff" C (korrekter C-Chef in späteren Heftchen) ist in diese Richtung gestellt, aber im Grunde ist er in diesem Heft fast ohne Einsatz. Er und der Professor sind in gesetzterem Alter, was ihre intellektuelle Reife gegenüber ihren Untergebenen andeuten soll. "Feuermann", "Fesmann" und "Backermann" (korrekter "Fireman", "Faceman" und "Baggerman") sollen die loyalen Capos sein, die für den C-Chef die Drecksarbeit machen. Der eine ist Pyromane, der zweite der smarte Schönling, der dritte der Mann fürs Grobe. Aber auch die sind in diesem Heft im Grunde mit jedem Lakaien austauschbar, weil ihre besonderen Fähigkeiten und Gebiete überhaupt nicht angesprochen werden. Und dann haben wir noch die halbunabhänige Karatebande. In den 80ern und 90ern brauchte jeder einen Karategegner. Aber auch die waren bloße Statisten ohne nennenswerten Einsatz.

Wie zu erkennen ist, sollten alle Abenteuer in und um Zittau stattfinden und im Jahre 2200 spielen.
Ninjas und Samurais, Außerirdische und böse Banden im futuristischen Setting ... woher kennen wir sowas?



Die Superkatzen Band 1 Inhaltsverzeichnis 1

Folgende 16 Geschichten wurden in diesem Heft behandelt. Wobei nur die ersten 10 wirklich Geschichten zu den Superkatzen waren, die anderen 6 völlig ab vom Thema waren. Falls ihr es nicht lesen könnt: Ich schreibe den Inhalt der Seiten hier noch einmal auf (mit korrigierter Rechtschreibung).
"Die Schneelawinen"
"Die Karate-Bande"
"Der bedrohte Wald"
"Der Walfänger"
"Der falsche Lucky"
"Der geheime Schmuggler"
"Die Mitternacht"
"Der Totenkopf"
"Der Roboterdino"
"Die Kopie von der Diamantennixe"
That' it. Das sind die ersten Abendteuer der Superkatzen. Diese werde ich im Laufe der nächsten Wochen veröffentlichen und rezensieren.



Die Superkatzen Band 1 Inhaltsverzeichnis 2

Die folgenden 6 Kapitel im Heft sind völlig anderen Sachen gewidmet.
"Dinohinweis"
"Dinogröße"
"Endstehung der Erde"
"Die Kontinente"
"Weißwasser"
"Grumbach"

Auch über diese Seiten werde ich referieren und so manche Geschichte aus meiner Kindheit zum Besten geben.
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Wir erschießen Wildtiere, weil diese sich unkontrolliert vermehren, wenn keine Raubtiere da sind und die Wälder schädigen. Und wenn sich Wölfe wieder ansiedeln, erschießen wir die auch, weil sie sonst andere Tiere fressen. Klingt nach einem super Marketingkonzept für Munitionshersteller, aber nicht wirklich durchdacht.
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Re: Die Superkatzen: Good old Stories

Beitragvon almafan » Mi 15. Sep 2021, 00:46

Die Geschichten von den Superkatzen - Band I (Teil 2: Die Schneelawinen)

Heute widmen wir uns der ältesten erhalten Geschichte über die Superkatzen. Gleichzeitig ist es auch der erste Versuch einer "Origin", wie man Neudeutsch zu Herkunftsgeschichte sagt. Klassisch beginnt jedes Abenteuer mit einer Überschrift. Ich habe mir die Frechheit erlaubt, die Rechtschreibung zu korrigieren.


Die Superkatzen Band 1 - Die Schneelawinen Teil 1

Folgender Text steht auf der Seite:
"Die Schneelawinen
An einem Tag hatte Professor C vor, eine Lawine auf Zittau niedergehen zu lassen und zu zerstören. Die Superkatzen ahnten noch nichts von dem. Da kam die C-Bande mit einer Neuigkeit. Die Leute aus Zittau sollen 100 Millionen DM an Professor C übergeben. In der Nacht kam ein ..."



Die Superkatzen Band 1 - Die Schneelawinen Teil 2

Folgender Text steht auf Seite 5:
"... Raumschiff und sechs fünf starke Katzen und ein Hund. Susi, Bussy, Lucky, Felix, Mautz und Blitz, der Hund. Am Tag mietenten sie (Superkatzen) ein Haus. Sie kämpften gegen das Böse. [Bild vom Raumschiff] Am nächsten Tag kam die erste Lawine. Zittau ..."



Die Superkatzen Band 1 - Die Schneelawinen Teil 3

Part 3 hat folgenden Text:
"... hat schon 100 Tausend zusammen. Die Superkatzen suchen schon Professor C. Da kam die zweite Lawine runter. Die Superkatzen haben ein Spur. Denn Bussy weiß, dass der Schnee von der Lausche kommt und die Superkatzen rennen zur Lausche. Ganz oben ist ..."



Die Superkatzen Band 1 - Die Schneelawinen Teil 4

"... das Laboratorium von Professor C. Da kommt die C-Bande, aber sie haben keine Chance. Die C-Bande ist gefangen und Sheriff Tanwigs ist da. Professor C will abhauen doch Blitz mit seinen Kräften lässt ihn schweben. Susi schnappt ihn. [Bild vom Endkampf] ENDE."

Die Texte stehen als Vergleichstext unter dem jeweiligen Bild, aber um den Lesefluss nicht zu unterbrechen, kommt der Text hier noch einmal zusammengefasst:

"Die Schneelawinen
An einem Tag hatte Professor C vor, eine Lawine auf Zittau niedergehen zu lassen und zu zerstören. Die Superkatzen ahnten noch nichts von dem. Da kam die C-Bande mit einer Neuigkeit. Die Leute aus Zittau sollen 100 Millionen DM an Professor C übergeben. In der Nacht kam ein Raumschiff und sechs fünf starke Katzen und ein Hund. Susi, Bussy, Lucky, Felix, Mautz und Blitz, der Hund. Am Tag mietenten sie (Superkatzen) ein Haus. Sie kämpften gegen das Böse. [Bild vom Raumschiff] Am nächsten Tag kam die erste Lawine. Zittau hat schon 100 Tausend zusammen. Die Superkatzen suchen schon Professor C. Da kam die zweite Lawine runter. Die Superkatzen haben ein Spur. Denn Bussy weiß, dass der Schnee von der Lausche kommt und die Superkatzen rennen zur Lausche. Ganz oben ist das Laboratorium von Professor C. Da kommt die C-Bande, aber sie haben keine Chance. Die C-Bande ist gefangen und Sheriff Tanwigs ist da. Professor C will abhauen doch Blitz mit seinen Kräften lässt ihn schweben. Susi schnappt ihn. [Bild vom Endkampf] ENDE."

Dieser Anbsatz ist es: Die ganze Geschichte, inklusive Origin der Helden.

Analyse

Wir müssen immernoch beachten, dass dies die einfache Darstellung eines Grundschülers ist.
Doch aus heutiger Perspektive gibt es zu viele Ungereimtheiten.

Professor C wird nicht als Bösewicht eingeführt, er ist einfach da. Seine Bedrohung ist unmittelbar und überhöht, ähnlich wie die der klassischen Bond-Gegner. Allerdings bin ich nicht Ian Fleming, der tatsächlich ein paar brauchbare Agenten-Romane geschrieben hat, sondern ein kleines Licht, das damals zudem auch noch sehr jung war. Wir wissen einzig, dass es Professor C's Motivation ist, an möglichst viel Cash heran zukommen. Wir wissen nicht, was er damit machen will, wofür er es braucht und warum er eine kleine Stadt im Talkessel einer abgelegenen Berggegend bedroht und gerade von dieser Stadt 100 Millionen DM möchte. Ganz zu Anfang ist nichtmal klar, dass Geld seine Motivation ist. Es liest sich eher wie pure Zerstörungslust.
DM muss ich insbesondere den Jüngeren unter euch wohl besser noch erklären. Die Deutsche Mark (abgekürzt DM, umgangssprachlich auch D-Mark oder kurz Mark) war von 1948 bis 2001 die offizielle Währung in der Bundesrepublik Deutschland (bzw. vor deren Gründung in den westlichen Besatzungszonen Deutschlands und den westlichen Sektoren Berlins). Eine Deutsche Mark war unterteilt in einhundert Pfennig. Davon schlummern noch unter Kopfkissen, in Socken und Schubladen ca. 12,38 Milliarden herum. Das sind etwa 5,1 % der Umlaufmenge des Jahres 2000.
1998 war sie etwa 0,56 US-Dollar-Cent bzw. 0,51 Euro-Cent.
Das heißt, Professor C verlangt rund 50 Millionen Euro von einer kleineren Mittelstadt mit heute ca. 24.000 Einwohnern (1950 historischer Höchststand mit 47.000, 1995 29.500). Ist ja allerhand. Der Landkreis Görlitz hat im Jahr 2013 ein Bruttoinlandprodukt von 6,466 Milliarden Euro erwirtschaftet (Sachsen 104,7 Milliarden) (#1). Zittau hat ca. 1/10 der Einwohner des Landkreises. Wir bekommen einen Näherungswert von ca. 650 Millionen Euro Bruttoinlandprodukt für die kleine Stadt. Klingt danach als ob man, die 50 Mille für den Professor locker aus dem Ärmel schütteln kann. Aber mitnichten!
Denn von dem Geld muss ja einiges bezahlt werden: Zu allererst handelt es sich ja lediglich um die Wirtschaftsleistung, also den Output an möglichen wirtschaftlichen Gütern und Dienstleistungen. Wir müssen also die Ausgaben für die Produktion, die Arbeitskräfte, die Materialen und so weiter noch abziehen, ebenso Steuern und Abgaben. Die imposante Zahl schrumpft dann schnell auf ein deutlich weniger beeindruckendes Maß zusammen. Und von diesem Rest muss die Infrastruktur und die Bildung der Region am Laufen gehalten werden, z.B. die Hochschule Zittau/Görlitz, Bibliotheken, Feuerwehren oder das Straßennetz, die öffentlichen Plätze, etc. Ein unerwarteter Posten von 50 Millionen Euro bringt den ganzen Haushalt gewaltig durcheinander.
Die Zukunft könnte noch ein wenig trostloser sein. Die Wirtschafts- und Bevölkerungsprognosen der Region sehen jetzt nicht wirklich goldig aus. Es ist mit einem starken Rückgang bei beidem zu rechnen. Im Jahre 2200 steht an der Stelle meiner utopisierten Geburtsstadt wohl kaum mehr als eine Ansammlung von Dörfern und verfallenen alten Fabrikanlagen. Dazwischen mit Glück noch 10.000 Einwohner, die meisten im Rentenalter, falls es dieses Sozialsystem noch gibt.
Das kann dem Bösewicht natürlich egal sein. Cash oder Lawine! Das ist die Auswahl, die er den Bürgern lässt.

Die Streichung des zweiten Satzes war wichtig. Man hätte sonst keine Herkunft der Superkatzen andeuten können. Denn sie wären, wie der böse Professor C einfach schon dagewesen.
Entgegen späterer Verläufe, sieht die Landung hier geplant und kontrolliert aus. Doch eine wirkliche Erklärung woher sie kommen und warum sie hier her kamen, gibt es nicht. Sie tauchen auf, mieten sich ein Haus - mit welchem Geld auch immer - und fangen einfach so an, dass Böse zu bekämpfen. Das impliziert, dass sie die Gepflogenheiten der Erdenbewohner schon kennen oder selbst welche sind. Das Wort "Raumschiff" wiederum lässt sich für uns eher mit Aliens von einem anderen Stern asoziieren. Ein wenig inkonsitent.
Am Meisten stört aber ihr sofortiger, unvermittelter und unbegründeter Einstieg in die Verbrechensbekämpfung. So wie die Superkatzen eingeführt wurden, hätte der gestrichene Satz auch stehen bleiben können und dafür die Origin gestrichen. Es hätte keinen Unterschied gemacht. Sie sind plötzlich da - von wer weiß woher - und legen los. Sie hätten genauso gut, schon da gewesen sein können.

Professor C, der einzig nennenswerte Bösewicht in dieser Geschichte, gibt kein Ultimatum, keinen Zeitraum an, wann die Stadt das Geld zusammenhaben soll und lässt ohne Vorwarnung einfach eine Lawine abgehen. Das führt zu weiteren Ungereimtheiten, aber dazu später mehr. Hier können wir erst einmal vermuten, dass der Professor doch nicht so geldgeil ist, sondern die Forderung nur als Vorwand nutzt. Es geht ihm vielleicht auch nur um die Erprobung seiner Lawinenmaschine oder womit er das Ganze auch immer auslöst. Der Leser erfährt nichts darüber. Auch ist es völlig offen, ob die Stadt getroffen wird und wenn ja, was für Schäden zu verzeichnen sind. Wurden Häuser verschüttet? Gab es Tote? Müssen Menschen geborgen werden? Wie gehen die Überlebenden mit der Katastrophe um? Nix. Es passiert einfach.
Ein hartes Urteil an einer Geschichte eines Kindes. Aber es könnte auch Independence Day 2 sein, den Kritiker wegen genau dem fehlenden Feingefühl zerrissen haben (#2). Der Konsens auf Rotten Tomato (nur 29% der Kritiker war überzeugt von dem Film) lautet, dass die visuellen Effekte zwar beeindruckend sind, aber es gegenüber dem Vorgänger an emotionaler Kraft fehle. Während der erste Teil Orte zeigte, die besonders das US-amerikanische Publikum wiedererkannte und auch einige Leute zeigte, kann der Zuschauer im zweiten Teil weder Orte noch Menschen kennenlernen, um die dementsprechend auch nicht trauern kann. Und genau das gleiche trifft auf diese Geschichte zu. Wir wissen nicht, welche Schäden die Lawinen anrichten.

Offenbar aber möchte die Stadt tatsächlich zahlen und wenn wir den Satz recht interpretieren, handelt es sich um eine Sammlung oder Spendenaktion. Obendrein sind sie mit dem Betrag deutlich unter den Zielvorgaben. Das wiederum würde aber auch leicht in das Bugdet einer Stadt dieser Größenordnung passen. Aber so eine Lawinenmaschine (oder so) mag teuer in der Herstellung gewesen sein.
Und das Versteck des Professors muss auch sehr gut gewählt sein. Das Zittauer Gebirge hat 11 nennenswerte Berge: Die Lausche (792,6 m), den Hochwald (749,5 m), den Jonsberg (653,1 m), den Buchberg (651,2 m), den Jánské kameny (604 m, deutsch: Johannisstein), den Töpfer (582 m), den Ameisenberg (575 m), den Heideberg (549,4 m), den Straßberg (537,6 m), den berühmten Oybin (514,5 m) und den Breiteberg (510,1 m). Dazu noch allerlei weitere Erhebungen mit teils geringerer Höhe.
Die zweite Lawine gibt den Hinweis, dass die Superkatzen vielleicht doch mal auf einem Berg nachschauen sollten. Clever, clever. Doch welcher. In meiner kindlichen Fantasie habe ich mich damals für den Höchsten entschieden. Jetzt kommt aber die bereits erwähnte weitere Ungereihmtheit zum Vorschein. Zwischen diesem höchsten Berg des Zittauer Gebirges und der Stadt, die er bedrohen soll, liegen 15 Kilometer Luftlinie und ein Gefälle von gerade einmal 550 Metern. Bevor eine Lawine Zittau erreicht, überrollt sie bereits Waltersdorf und Saalendorf, die an ihrem Fuße liegen, wahrscheinlich auch Jonsdorf. Auf ihrem Weg zur weit entfernten Stadt trifft sie auf Bertsdorf-Hörnitz und/oder Olbersdorf und muss auch noch den Olbersdorfer See überqueren. Der war bis 1991 noch ein Tagebauloch und wurde dann rekultiviert und renaturiert. Zwischen 1996 und 1999 wurde er geflutet. Zum Zeitpunkt der Niederschrift war es also noch ein in der Sanierung befindliches Loch. Am 3. Juni 1991 wurden die Sanierungsarbeiten im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen aufgenommen. Mehrere Altlastenflächen wurden saniert, Tagebaugebäude und -technik wurden rückgebaut und demontiert. Es wurden Uferzonen hergestellt, Stützschüttungen vorgenommen, Böschungen abgeflacht und ein umfangreiches Wegenetz hergestellt. 1999 wurde doch die Landesgartenschau unter dem Motto "Landschaft nach dem Bergbau" ausgetragen.
Das größte Problem für die Lawinen der Lausche werden aber wohl die anderen Berge im Umland darstellen. Denn westlich von Jonsdorf - und damit genau im Durchzugsgebiet einer imaginären Lawine auf dem Weg nach Zittau - ist der Doppelgipfel Buchberg (651 m) und Sonnenberg (627 m). Auch weitere Erhebung rund um Jonsdorf machen es den Schneemassen schwer. Die Lawine müsste also über Umwege erst Saalendorf zerstören, denn Waltersdorf hat ebenfalls Berge zwischne sich und Lausche, dann leicht bergauf nach Bertsdorf-Hörnitz und dann den Grundbach entlang kurz vor dem Olbersdorfer See nach Westen driftend über Pethau nach Zittau hereinbrechen. Das wäre die intelligenteste Lawine, die es jemals gegeben hätte.
Und ja, traditionell ist das Zittauer Gebirge ein beliebtes Wander-, Kletter- und Wintersportgebiet. Wintersport wird in allen vier Gebirgsgemeinden betrieben, vor allem Skilanglauf (gesamtes Gebiet), alpiner Skisport (Lausche, Oybin-Hain, Lückendorf), Rodeln (Hochwald) und Eissport (Jonsdorf). Doch die schneearmen Winter in den 1990er-Jahren haben den Ruf als schneesicheres Gebirge nachhaltig beschädigt. Mit der Errichtung der Eissporthalle in Jonsdorf Anfang der 1990er-Jahre wurde für die Urlaubsgäste ein Alternativangebot geschaffen. Das also überhaupt genug Schnee zur verfügung steht um auch nur eine Lawine, geschweige denn zwei abgehen zu lassen, darf bezweifelt werden.

Das Laboratorium auf der Lausche stellt natürlich ebenso eine Fars dar. Es ist eine Analogie zu all den einsamen Bergfestungen von Bösewichten überall in den Franchises dieser Welt. Aber es ist, bezogen auf die Geschichte schon sehr eindeutig. Warum sucht man überhaupt, wenn das "geheime" Versteck des Schurken so offensichtlich ist?
Der End"kampf" ist lächerlich und plötzlich taucht der Sheriff auf. Wofür auch immer? Und warum eigentlich ein Sheriff und nicht der Polizeihauptkommissar. Erstmal, weil das Wort doof klingt und zweitens, weil Sheriff cool klingt. Bei meiner großen Schrift würde ich für den Kommissar anderthalb Zeilen brauchen und dann kannte ich es damals vermutlich nicht einmal.

Fazit

Man merkt der Geschichte sehr deutlich ihr Alter an. Und auch das Alter und die Unerfahrenheit des Autors.
Ein Bösewicht, der einfach da ist, gejagt von Helden, die einfach auftauchen. Eine Stadt ohne Seele und eine Geschichte ohne Spannung. Garniert mit zwei Bleistiftzeichnungen und korrigiert dereinst von meiner Schwester.

Diese Reviews machen mir Spaß.
Freut euch auf "Die Karate-Bande".

#1 - Quelle: Statistisches Landamt Freistaat Sachsen
https://www.kreis-goerlitz.de/city_info/display/dokument/show.cfm?region_id=349&id=379868

#2 - Kritik: ID4: 4 reasons Independence Day 2 failed to live up to the original
https://redshirtsalwaysdie.com/2021/07/04/id4-4-reasons-independence-day-2-failed-to-live-up-to-the-original/
Bild
Wir erschießen Wildtiere, weil diese sich unkontrolliert vermehren, wenn keine Raubtiere da sind und die Wälder schädigen. Und wenn sich Wölfe wieder ansiedeln, erschießen wir die auch, weil sie sonst andere Tiere fressen. Klingt nach einem super Marketingkonzept für Munitionshersteller, aber nicht wirklich durchdacht.
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Re: Die Superkatzen: Good old Stories

Beitragvon almafan » Do 16. Sep 2021, 00:37

Die Geschichten von den Superkatzen - Band I (Teil 3: Die Karate-Bande)

Die zweite Geschichte dreht sich um neue Bösewichte und alte Bösewichte.


Die Superkatzen Band 1 - Die Karate-Bande Teil 1

Der Text:
"Die Karate-Band
Die Karate-Bande machen Zittau zum Chaos. Die Superkatzen sind schon unterwegs. Bald darauf haben sie die Karate-Bande im Auge. Sheriff C kommt. "Duckt euch!", sagt Mautz. Susi sagt: "Wir müssen uns aufteilen. Mautz und Felix, ihr bleibt hier. Lucky ..."



Die Superkatzen Band 1 - Die Karate-Bande Teil 2

Auch hier nochmals in besser leserlicherer Schrift:
"... und Bussy, ihr sagt es dem Sheriff Tanwigs und ich gehe zum Professor C. Und Blitz, du bleibst bei Felix. Felix, Mautz und Blitz kämpfen gegen die Karate-Bande. Susi zerstört das Laboratorium. Bussy und Lucky sagen dem Sheriff Bescheid und die Karate-Bande kommt hinter schwedische Gardinen. [Bild der Knastbrüder] ENDE"

Wie auch schon in der vorherigen Variante, fasse ich wieder zusammen:
"Die Karate-Band
Die Karate-Bande machen Zittau zum Chaos. Die Superkatzen sind schon unterwegs. Bald darauf haben sie die Karate-Bande im Auge. Sheriff C kommt. "Duckt euch!", sagt Mautz. Susi sagt: "Wir müssen uns aufteilen. Mautz und Felix, ihr bleibt hier. Lucky und Bussy, ihr sagt es dem Sheriff Tanwigs und ich gehe zum Professor C. Und Blitz, du bleibst bei Felix. Felix, Mautz und Blitz kämpfen gegen die Karate-Bande. Susi zerstört das Laboratorium. Bussy und Lucky sagen dem Sheriff Bescheid und die Karate-Bande kommt hinter schwedische Gardinen. [Bild der Knastbrüder] ENDE"

Analyse

Diese Geschichte ist noch einmal deutlich kürzer. Auf gerade einmal 2 Seiten tauchen die neuen Feinde auf und werden ohne Probleme dingfest gemacht. Und auch hier gibt es wieder Fehler. Diese sind diesmal schon aufgrund des Umfangs und der noch dünneren Beschreibung irgendwelcher Orte und Umstände geringer. Wir können nicht geografischen Wust schreiben, wenn wir keine Orte nennen.
Deutlich aufgefallen dürfte sein, dass es wieder keine Erklärung dafür gibt, was die Karate-Bande denn eigentlich so schlimmes macht. Zertrümmern sie Autos? Verprügeln sie Leute? Klauen sie Handtaschen? Lungern sie alkoholisiert vor Discountern und pöpeln vorbeikommende Einkäufer an? Wir wissen es nicht. Sie machen Chaos, was auch immer das heißt. Wir tippen jetzt einfach aufgrund des Namens der Gruppe, dass es irgendwas mit körperlicher Gewalt zu tun hat.

Das sie vom Sheriff C besucht werden dürfte auch merkwürdig anmuten. Ich kann es nicht mehr ganz rekonstruieren, aber ich gehe davon aus, dass es sich um eine falsche Korrektur handelt. Vielleicht einer Unleserlichkeit beim Orginaltext geschuldet. Es sollte wohl der Chef C sein. Sein Auftritt ist ebenso nebulös, wie die Aktionen der Karate-Bande selbst. Ist er ihr Chef und sie sollen wieder irgendwas furchtbar schlimmes machen? Ist er zu Besuch und will sich anschauen, was die C-Bande von denen lernen kann? Geht es um irgendwelche dreckigen Deals? Um Gebietsstreitigkeiten? Wir erfahren auch hier nichts. Weder in welchem Verhältnis sie zueinander stehen, noch warum die sich "hier" auch immer treffen. Wir erfahren auch nicht, wo "hier" ist. Vermutlich irgendwo in Zittau.
Vielleicht kommt nun auch die Frage auf, was es mit dem Chef C überhaupt auf sich hat. Was ist diese C-Bande? Warum gibt es einen Professor C? Ich kann es auch heute, mehr als 25 Jahre nach der Niederschrift auch nicht mehr erklären. Ich weiß, dass ich das dann für spätere Geschichten einfach übernommen habe. Es gab bis in die Geschichten, die ich in meiner Lehre 2000-2002 verfasste exakt diese gleichen Figuren, auch wenn sie nun ausgereifter und durch Zuwachs mehr wurden. Es gab schlicht keine Erklärung für das C. Ich vermute aber irgendwas zur Vereinheitlichung des Feindbildes. Eine Art Mafia im Team Rocket Style.

Als die Story dann Fahrt aufnimmt, gibt es weiteren Blödsinn. Warum ducken sich die Superkatzen? Warum auch immer sie sich verstecken, es ist in den nächsten Sätzen obsolet. Sie schalten die Gegner sowieso aus. Es geht ja nirgens darum, irgendwen auszuspionieren. Warum auch? Die Schuldigen stehen fest. Und genauso wird gehandelt. Und wenn die Karate-Bande und der Chef C so gefährlich sind, dass sich die Superkatzen lieber in Deckung begeben, warum trennen sie sich dann und lassen nur einen Teil ihrer Superhelden gegen die Truppe kämpfen?
Warum teilen sie sich überhaupt auf? Warum 2 Leute, die zum Sheriff rennen? Jeder Abzug verschlimmert die Situation. Und warum - verdammt nochmal - plättet Susi das Labor von Professor C? Was hat der denn hiermit zu tun? Er kommt in der ganzen Story nicht vor.

Wie auch beim Professor C im vorherigen Kapitel müssen wir uns als Leser denken, was die Fähigkeiten der Karate-Bande sind. So wie ersterer offenbar ein böses Genie ist, der mit schier unerschöpflichen Technikbaukästen allerlei Todesmaschinen erschafft, um die Welt zu zerstören oder zu unterjochen, scheinen die Mitglieder der Karate-Bande auf ihr Attribut Karate heruntergebrochen zu sein. Der Name soll selbsterklärend sein. Raufbolde und aggressive Draufgänger. Vermuten wir mal. Wir wissen es nicht.

Fazit

Auch die zweite Geschichte bietet keine Geschichte im eigentlich Sinn. Kein Wachstum der Helden. Kein Opfer, dass es zu schützen gilt. Keine Motivation des Bösen. Es ist nicht logisch und es nicht stichhaltig. Mein 9-jähriges Ich sollte sich jetzt mal schön schämen.
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Re: Die Superkatzen: Good old Stories

Beitragvon almafan » Fr 17. Sep 2021, 00:02

Die Geschichten von den Superkatzen - Band I (Teil 4: Der bedrohte Wald)

Nochmal deutlich kürzer ist die dritte Geschichte. Sie betrifft sogar ein politisch-soziales Feld. Also kindlich aufgearbeitet. Aber immerhin.


Die Superkatzen Band 1 - Der bedrohte Wald

Auch hier möchte ich euch den Text nocheinmal in Computerisch darbieten:
"Der bedrohte Wald
Ein Wald wird bedroht. Da kommt die C-Bande und hacken 10 Bäume ab. Susi ist in der Nähe und sieht alles. Sie ruft die anderen. Die kommen und gucken mit. Dann greifen sie an. Die C-Bande sitzt hinter schwedischen Gardinen. [Bild mit Knastis im Steinbruch] ENDE"

Das wars. Das ist die ganze Geschichte.

Analyse

Den ersten Satz hätte man sich erstmal sparen können, denn offenbar ist es bereits Titel der Geschichte. Und obacht, obwohl die Geschichte so unfassbar kurz ist, bekommen wir zum aller ersten Mal überhaupt eine Information, was denn die Bösen überhaupt machen und echte Opfer. Auch wenn der ein oder andere jetzt aufschreit: "Das sind ja nur Bäume!" Stimmt erstmal, aber wir haben Opfer. Wir haben zwar niemanden, dessen Schicksal wir mit Kulleraugen verfolgen können und dem man wieder aufhelfen kann. Denn gefällt ist gefällt. Die kann man nicht wieder hinstellen, als sei nix gewesen. Wir haben damit also sogar überhaupt Verluste. Das ändert nun leider nichts daran, dass es "nur" Bäume sind.
Manch einer wird vielleicht auch bemängeln, dass 10 Bäume, die unerlaubt gefällt werden, wohl eher eine Sache für das Ordnungsamt. Doof, aber außer der Lokalzeitung wird es keinen interessieren. Offenbar war selbst meinen 9-jährigen Ich schon klar, dass das irgendwie falsch war. Also nicht, dass ich mich jetzt ikonisiere oder so. Aber es muss einen Grund geben, warum ich es so schlimm fand, dass die Helden meiner Kindheit dieses Unrecht bekämpfen und nicht Melanie mit ihrem Strafzettel und Sven mit der polizeilichen Zustellung im Briefkasten.

Wie das Ganze von Statten geht, ist natürlich wieder sehr holprig.
Warum ist Susi gerade in der Nähe? In der Nähe von was und wo? Wie ruft sie die anderen herbei und wenn Susi, eine absolute Vertrauensperson der anderen Superkatzen, warum schauen sie sich dieses Trauerspiel erst an, bevor sie eingreifen? Wollen sie herausfinden, ob es wirklich 10 Bäume sind? Oder wollen sie ausnutzen, dass sich die C-Bande an den Bäumen abgekämpft hat, damit der Angriff leichter ausfällt? Wenn sie Susis Aussage insofern Glauben schenken, dass sie sich überhaupt auf den Weg machen, dann sollten sie auch rasch zuschlagen und nicht so zögerlich, wie es die Geschichte uns weismacht.

Fazit

Der Spannungsbogen ist ähnlich phänomenal wie der, der anderen Geschichten.
Wie erfahren erneut nicht, warum die C-Bande das macht. Doch die fehlende Motivation sind wir ja schon gewohnt. Die Guten gewinnen und das zählt.
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Wir erschießen Wildtiere, weil diese sich unkontrolliert vermehren, wenn keine Raubtiere da sind und die Wälder schädigen. Und wenn sich Wölfe wieder ansiedeln, erschießen wir die auch, weil sie sonst andere Tiere fressen. Klingt nach einem super Marketingkonzept für Munitionshersteller, aber nicht wirklich durchdacht.
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