Ich habe über Astrodicticum Simplex, einem Blogger mit weitreichender astronomischer Bildung aus dem Scienceblog, die Webseite raumbrueder.de entdeckt und mir den dortigen Text über den sagenhaften Planeten Nibiru durchgelesen. Das ist ja dieser Planet, der nach der Auffassung der Weltuntergangsgemeinschaft, eine der Möglichkeiten ist, wie unsere Welt am 21.12.2012 vergehen wird. Ihr wisst schon, die böse Mayaprophezeiung. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, diesen Text hier genüsslich auf seine wissenschaftliche Überprüfbarkeit hin zu testen. Ohne längere Umschweife möchte ich damit auch gleich beginnen. Ich entschuldige mich schon jetzt einmal, wenn der Text ausufert. Aber um alles einleuchtend zu erklären, muss ich öfter weit ausholen. Denn ich kann nicht davon ausgehen, dass ihr das selbe Verständnis von Astronomie und Physik habt, wie ich. Dann zerpflücken wir mal los:
Der Text beginnt so:
Übrigens stammen alle Rechtschreib-, Grammatik- und Interpunktionsfehler aus dem Quelltext und sind von mir nicht verändert.
Bereits hier stellen sich mir 3 Fragen:
Welche Planeten sind an Stelle Nr. 9, 10, und 11?
Vorwissen:
Pluto ist ja mitlerweile zum Zwergplaneten degradiert worden, die zu seinen Ehren auch Plutoiden genannt werden. Von innen nach außen heißen die Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Auf den transneptunischen Bahnen (also weiter draußen als Neptun) befindet sich der Kuipergürtel, der eben auch Pluto und bisher 7 weitere ähnliche Objekte enthält. Noch weiter draußen wandert der vermutliche Plutoid Sedna herum, der eine stark exentrische Bahn beschreibt (also weniger kreisförmig wandert, wie die Planeten). Dahinter befindet sich nur noch die Oort'sche Wolke, eine bisher nicht sicher nachgewiesene Ansammlung von Asteroiden und anderen Objekten. Sie ist vermutlich kugelförmig angeordnet und bildet den Abschluss unseres Sonnensystems. Ein direkter Nachweis der Oort’schen Wolke durch Beobachtung ist auch in naher Zukunft nicht zu erwarten, aber es gibt genügend indirekte Anzeichen, so dass ihre Existenz als nahezu sicher gilt.
Problem:
Welche 3 Planeten hat der Autor also mehr auf der Karte verzeichnet, als die "böse NASA"? Natürlich kommt es dann auch darauf an, in wie weit man den alten Begriff der Planeten wertet. Nach alter Bezeichnung, in der Pluto ja auch noch einer war, wäre dieser ja der neunte. Eris, Makemake, Haumea wären Planet 10-13. Dann gibt es da noch 4 weitere Anwärter auf den Plutoidenstatus: Varuna, Quaoar, Sedna und Orcus. Da wären wir bei 17. Passt also auch nicht in die Zählung. Allerdings kann der Text ja auch schon etwas älter sein. Vielleicht waren bis dahin noch nicht so viele transneptunische Objekte bzw. Plutoiden bekannt, die damals dann auch keine Plutoiden waren, sondern noch Planeten oder zumindest Planetenanwärter. Wie die Objekte hier auf der Erde nun auch immer genannt werden, kümmert die ja nicht die Bohne da draußen.
Warum wird dieses Objekt mit Planet X gleichgesetzt?
Vorwissen:
Den Begriff "Planet X" gab es einst in der astronomischen Wissenschaft wirklich. Er wurde angewandt, für ein Objekt, dass wir nun Neptun nennen. Bereits Galileo soll diesen gesehen haben. Allerdings hielt er ihn in Konjunktion im Jupiter für einen Fixstern. Als 1821 die von Alexis Bouvard aufgestellten astronomische Tabellen über die Bahn des Uranus aufgestellt wurden, wichen diese stark von den späteren Beobachtungen ab. Die Bewegung des Uranus um die Sonne zeigte Störungen und entsprach nicht den keplerschen Gesetzen, die ja die Planetenbahnen um die Sonne beschreiben. Man vermutete also ein massives Objekt jenseits des Uranus, dass seine Bahn stören müsse. 1846 wurde er aufgrund vorausberechneter Bahnen dann doch entdeckt und bekam seinen heutigen Namen. Nach einigem hin und her.
Problem:
In der Astronomie gibt es den Begriff heute einfach nicht mehr. Es wurden keine weiteren Bahnstörungen gemessen, die eine Vermutung nahelegen, dass da draußen noch ein großes Objekt rumschwirrt. In Gazetten und Wissenschaftzeitschriften wird dieser Begriff für Exoplaneten, also Planeten in anderen Sternsystemen verwendet, ob nun direkt oder indirekt beobachtet oder berechnet.
Wenn sie es wagen darüber zu reden?
Vorwissen:
Die "böse NASA" kontrolliert ja alle Wissenschaftler der Welt, sowohl die mit Lehrstuhl in einer Universität, als auch die Hobbyastronomen. Deswegen ist über den Planeten natürlich auch kaum etwas nach außen gedrungen.
Problem:
Das ist natürlich quark. Selbst wenn die "böse NASA" es wöllte, könnte sie diesen Planeten X nicht geheimhalten. Außer natürlich sie verbieten weltweit den Physik- und Astronomieunterricht. Denn sobald man die kepplerschen Gesetze kennt, kann man errechnen, wie sich die Planeten da draußen bewegen und bewegen müssen. Sobald jemand ein Teleskop aufstellt und auch mal durchschaut, kann er den Himmel selbst beobachten. Der lässt sich nicht vertuschen. Und sollte jetzt ein Esoteriker von Chemtrails rumlabern (das sollen so chemisch manipulierte Kondensstreifen sein, die den Sternhimmel verdunkeln sollen), dem kann ich nur sagen, dass seit den 70ern die Nebel- und Wolkentage über Europa abgenommen haben und deshalb der Sternenhimmel immer klarer zu sehen ist.
Mit diesen Worten möchte ich den 1.Teil meiner Analyse zu dem verlinkten Text abschließen. Unzählige weitere werden folgen. Also nicht im Sinne von tausende, sondern im Sinne von "Ich hab keine Ahnung, wie viele Teile folgen werden."
Der Text beginnt so:
Darf ich Euch die Geschichte erzählen von "Nibiru" dem 12. Planeten unseres Sonnensystems, den die alten "Sumer" so nannten? Habt Ihr schon gehört vom "Planeten-X" wie ihn unsere Astronomen und Physiker heute nennen. Wenn sie es wagen darüber zu reden (schließlich könnte man seinen guten Ruf verlieren oder noch schlimmer Gelder werden gestrichen).
Übrigens stammen alle Rechtschreib-, Grammatik- und Interpunktionsfehler aus dem Quelltext und sind von mir nicht verändert.
Bereits hier stellen sich mir 3 Fragen:
Welche Planeten sind an Stelle Nr. 9, 10, und 11?
Vorwissen:
Pluto ist ja mitlerweile zum Zwergplaneten degradiert worden, die zu seinen Ehren auch Plutoiden genannt werden. Von innen nach außen heißen die Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Auf den transneptunischen Bahnen (also weiter draußen als Neptun) befindet sich der Kuipergürtel, der eben auch Pluto und bisher 7 weitere ähnliche Objekte enthält. Noch weiter draußen wandert der vermutliche Plutoid Sedna herum, der eine stark exentrische Bahn beschreibt (also weniger kreisförmig wandert, wie die Planeten). Dahinter befindet sich nur noch die Oort'sche Wolke, eine bisher nicht sicher nachgewiesene Ansammlung von Asteroiden und anderen Objekten. Sie ist vermutlich kugelförmig angeordnet und bildet den Abschluss unseres Sonnensystems. Ein direkter Nachweis der Oort’schen Wolke durch Beobachtung ist auch in naher Zukunft nicht zu erwarten, aber es gibt genügend indirekte Anzeichen, so dass ihre Existenz als nahezu sicher gilt.
Problem:
Welche 3 Planeten hat der Autor also mehr auf der Karte verzeichnet, als die "böse NASA"? Natürlich kommt es dann auch darauf an, in wie weit man den alten Begriff der Planeten wertet. Nach alter Bezeichnung, in der Pluto ja auch noch einer war, wäre dieser ja der neunte. Eris, Makemake, Haumea wären Planet 10-13. Dann gibt es da noch 4 weitere Anwärter auf den Plutoidenstatus: Varuna, Quaoar, Sedna und Orcus. Da wären wir bei 17. Passt also auch nicht in die Zählung. Allerdings kann der Text ja auch schon etwas älter sein. Vielleicht waren bis dahin noch nicht so viele transneptunische Objekte bzw. Plutoiden bekannt, die damals dann auch keine Plutoiden waren, sondern noch Planeten oder zumindest Planetenanwärter. Wie die Objekte hier auf der Erde nun auch immer genannt werden, kümmert die ja nicht die Bohne da draußen.
Warum wird dieses Objekt mit Planet X gleichgesetzt?
Vorwissen:
Den Begriff "Planet X" gab es einst in der astronomischen Wissenschaft wirklich. Er wurde angewandt, für ein Objekt, dass wir nun Neptun nennen. Bereits Galileo soll diesen gesehen haben. Allerdings hielt er ihn in Konjunktion im Jupiter für einen Fixstern. Als 1821 die von Alexis Bouvard aufgestellten astronomische Tabellen über die Bahn des Uranus aufgestellt wurden, wichen diese stark von den späteren Beobachtungen ab. Die Bewegung des Uranus um die Sonne zeigte Störungen und entsprach nicht den keplerschen Gesetzen, die ja die Planetenbahnen um die Sonne beschreiben. Man vermutete also ein massives Objekt jenseits des Uranus, dass seine Bahn stören müsse. 1846 wurde er aufgrund vorausberechneter Bahnen dann doch entdeckt und bekam seinen heutigen Namen. Nach einigem hin und her.
Problem:
In der Astronomie gibt es den Begriff heute einfach nicht mehr. Es wurden keine weiteren Bahnstörungen gemessen, die eine Vermutung nahelegen, dass da draußen noch ein großes Objekt rumschwirrt. In Gazetten und Wissenschaftzeitschriften wird dieser Begriff für Exoplaneten, also Planeten in anderen Sternsystemen verwendet, ob nun direkt oder indirekt beobachtet oder berechnet.
Wenn sie es wagen darüber zu reden?
Vorwissen:
Die "böse NASA" kontrolliert ja alle Wissenschaftler der Welt, sowohl die mit Lehrstuhl in einer Universität, als auch die Hobbyastronomen. Deswegen ist über den Planeten natürlich auch kaum etwas nach außen gedrungen.
Problem:
Das ist natürlich quark. Selbst wenn die "böse NASA" es wöllte, könnte sie diesen Planeten X nicht geheimhalten. Außer natürlich sie verbieten weltweit den Physik- und Astronomieunterricht. Denn sobald man die kepplerschen Gesetze kennt, kann man errechnen, wie sich die Planeten da draußen bewegen und bewegen müssen. Sobald jemand ein Teleskop aufstellt und auch mal durchschaut, kann er den Himmel selbst beobachten. Der lässt sich nicht vertuschen. Und sollte jetzt ein Esoteriker von Chemtrails rumlabern (das sollen so chemisch manipulierte Kondensstreifen sein, die den Sternhimmel verdunkeln sollen), dem kann ich nur sagen, dass seit den 70ern die Nebel- und Wolkentage über Europa abgenommen haben und deshalb der Sternenhimmel immer klarer zu sehen ist.
Mit diesen Worten möchte ich den 1.Teil meiner Analyse zu dem verlinkten Text abschließen. Unzählige weitere werden folgen. Also nicht im Sinne von tausende, sondern im Sinne von "Ich hab keine Ahnung, wie viele Teile folgen werden."





