Nachdenkzeilen




Weltuntergang, Prophetie und andere Dinge, die hier, auch skeptisch, behandelt werden.

Nachdenkzeilen

Beitragvon almafan » Di 10. Jan 2012, 18:46

Selektive Wahrnehmung

Die Grundlage vieler abergläubischer Vorstellungen.
Genau in dem Moment, als ich an meine/n Bruder/Schwester/Vater/Mutter/Onkel/Tante/Opa/Oma/Freund/Freundin gedacht habe, hat das Telefon geklingelt und sie war am Apparat. Das MUSS Telepathie gewesen sein.

Sowas hat sicher schon jeder Mal erlebt. Und wenn es einem passiert, ist es tatsächlich beeindruckend. Aber wie oft wurde man von den Verwandten oder Freunden angerufen, ohne das man vorher an sie gedacht hat? Wie oft hat man an die Verwandten oder Freunde gedacht, ohne das sie angerufen haben?

Und mal unter uns:
Wenn die Telepathie beherrschen, wozu brauchen die dann noch ein Telefon?


Andere ähnliche Begebenheit:
Wenn wir bei Vollmond aufwachen, ist natürlich logisch das der Vollmond schuld ist. Wenn wir einem anderen Tag wach werden, denken wir nicht groß drüber nach. Selektiv ist also der Mond schuld.

Nocheins hinterher:
Wenn wir auf die Bahn warten und diese sich verspätet, heißt es gleich: "Typisch Bahn!" Wenn er rechtzeitig da ist und auch das Ziel pünktlich erreicht, denken wir wieder nicht darüber nach. Ist ja alles gutgegangen.
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von Anzeige » Di 10. Jan 2012, 18:46



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Re: Nachdenkzeilen

Beitragvon vlindertje » Di 10. Jan 2012, 21:28

Ohja, dies könnte man, so glaube ich, endlos fortsetzten.

Zum Beispiel: Wenn man sich ein Baby wünscht, sieht man überall nur noch Kinderwagen. Oder wenn man sich nach einer Partnerschaft sehnt, kann es vorkommen, daß einem irgendwie nur noch händchenhaltende und knutschende Päärchen begegnen.

Ich glaube dies ist so, weil man einer bestimmten Sache gedanklich viel Aufmerksamkeit schenkt und daher unterbewußt mehr darauf achtet.

Mir persönlich, so glaube ich, fallen viel mehr die Menschen auf, die eine Einschränkung haben und auf Rücksichtnahme und Hilfe angewiesen sind. Die Anzahl jener Menschen hat sich sicher nicht erhöht, doch auf Grundlage der Mehrfachbehinderung meines Sohnes achte ich einfach unterbewußt mehr darauf.
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Re: Nachdenkzeilen

Beitragvon almafan » Di 10. Jan 2012, 23:55

Genauso ist es. Unsere Beschäftigung mit einem Thema lässt uns genau diese Dinge stärker wahrnehmen. Nicht nur Paare, die sich Kinder wünschen, glauben mehr Kinder und Schwangere um sich zu sehen. Das betrifft auch die Schwangeren. Auch diese sehen mehr Kinder und andere Schwangere.

Dieser Effekt wird wissenschaftlich untersucht, eben unter dem Begriff "Selektive Wahrnehmung".
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Re: Nachdenkzeilen

Beitragvon vlindertje » Do 19. Jan 2012, 18:24

Tod

http://spottblog.de/content/blog/blog.php?id=24

Ein Thema, über welches zu reden uns leider oftmals viel zu schwer fällt. Dennoch ist es sicher gut, sich immer wieder mal Gedanken für sich selbst darüber zu machen und dies auch in einer Beziehung ein Thema sein zu lassen. Wenn der Tod unverhofft Eintritt, ist es dann doch gut irgendwie "darauf vorbereitet" zu sein. Es ist eben ein Thema, welches zu Leben dazu gehört.
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Re: Nachdenkzeilen

Beitragvon vlindertje » Sa 21. Jan 2012, 12:08

Behinderung

Eine Mutter beschreibt hier schön und treffend ihre Gefühle bezüglich ihrer behinderten Tochter. Mich hat dieser Artikel - nicht ganz grundlos - sehr berührt.

http://www.zeit.de/2012/03/Kind-Behinderung

Für Lesefaule hier ein kleiner Auszug, wobei ich dennoch den kompletten Artikel empfehle, auch wenn er ein paar Seiten lang ist.:

"... Frauen sitzen im Halbdunkel der Intensivstation, mit dem Rücken zur Tür und dem Gesicht zum Kinderbett, jede in ihrem Zimmer, abgeschnitten von Handyempfang und dem Rest der Welt. Müde, abgestumpft, den Blick auf der zuckenden Kurve des Monitors, als könnte man dort ablesen, was kommt. ... »Ein Kind wie Lotta braucht Alltag und nicht New York, um sich zu entwickeln.« Wir machen es für uns, sagen wir, wir müssen auch an uns denken. ... »Aber wussten Sie das nicht vorher?« »Vor der Geburt, meinen Sie?« »Ja. Aber der große Bruder ist ganz normal, oder? Dann konnten Sie ja nichts dafür.« ... Schauen Sie nicht auf den Rollstuhl, sondern in die Augen, und reden Sie über das Wetter. Wenn mir danach ist, diskutiere ich gerne über Abtreibung, PID und die Grenzen der modernen Medizin – aber nicht beim Bäcker. Wenn ich einkaufen gehe, möchte ich keine permanente Volksabstimmung darüber, ob meine Tochter nun leben darf oder nicht. ... Was soll ich meinem Kind wünschen? Ein langes Leben in Abhängigkeit oder einen schnellen Tod? Es gibt Tage, da muss ich darüber nachdenken. ... Lotta hat mir gezeigt, dass lachen zu können wichtiger ist ... Was macht ein Leben lebenswert: laufen oder lesen können? Wer wird gerettet, wer abgetrieben? Und wer will das entscheiden? ... Ich habe keine Kraft mehr für falsche Kompromisse, ich bin ehrlicher geworden, mit mir selbst und anderen. ..."
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